Streckensperrung – meine erste Bilanz

Von Monika Nowicka

Montag, 1. Juli, 8 Uhr morgens. Ein ganz normaler Arbeitstag. Nicht ganz. Simone B. steht an der U-Bahn Haltestelle Uni Campus Riedberg und blickt auf die Anzeigetafel. Heute ist der erste Tag, an dem die U8 sowie U1, U2 und U3 für die nächsten sechs Wochen komplett ausfallen. Streckensperrung zwischen Südbahnhof und Heddernheim. Wegen diverser, dringend notwendiger Arbeiten an der so genannten „A-Strecke“, Frankfurts meist befahrener U-Bahn-Verbindung.

Die junge Riedbergerin, die in der Innenstadt arbeitet, fährt in der Regel jeden Tag mit der U8 zur Arbeit und zurück. Dauer der Fahrt sind meist 20 bis 25 Minuten. Sie ist etwas verunsichert, ob durch den Ausfall der U8 ihr Arbeitsweg erschwert wird.

Auf die U9 Richtung Ginnheim muss sie nur ein paar Minuten warten. In der U-Bahn gibt es bereits per Lautsprecher Informationen über den Schienenersatzverkehr (SEV) und an der Heddernheimer Landstraße kann sie direkt in einen der drei Ersatz-Busse einsteigen.

„Der Bus ist noch leer, als ich einsteige, und bei den warmen Temperaturen gut klimatisiert“, berichtet Simone B.“Wir fahren auch gleich los, nach zwei Minuten.“

Am weißen Stein wird der Bus relativ voll, aber es fahren ja mehrere Busse hintereinander. Wie ist die Stimmung bei den Fahrgästen? Nach Simones Empfinden schwankt die zwischen Gelassenheit, leichter Verärgerung über die Strecksperrung – die anscheinend trotz Informationen auf verschiedenen Kommunikationskanälen von RMV-Infos bis Radio und Zeitung nicht bei allen angekommen ist – bis hin zu Verunsicherung bei Touristen, die nach der Route fragen.

„Insgesamt war ich morgens 15 Minuten länger unterwegs durch den Verkehr auf der Eschersheimer – also anstelle 25 Minuten habe ich 40 Minuten bis in die Stadt gebraucht. Auf dem Rückweg waren es vielleicht 5 Minuten mehr. Es hat alles geklappt vom Bus bis zur Bahn.“ So die zeitliche Bilanz.

„Von daher ziehe ich ein erstes, positives Fazit. Und ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht, wie gut alles geklappt hat“, resümiert die junge Frau.

Die Alternative: Mit dem Rad in die Stadt!

Unsere MAINRiedberg-Kollegin Monika Nowicka ist „bei dem sonnigem Wetter einfach mal auf mein Fahrrad gestiegen und bin die Strecke in die Innenstadt geradelt“. Zugegeben, teilweise ist der Weg (vor allem der Berg auf dem Rückweg) recht anstrengend. Und trotzdem, „ich habe die Fahrt an der frischen Luft genossen“.

Vielleicht wird also der eine oder andere durch die U-Bahn Sperrung mal wieder inspiriert, aufs Fahrrad umzusteigen. „Der Gesundheit und der Umwelt kommt es auf jeden Fall zugute“, meint Monika Nowicka augenzwinkernd.

Und wenn der kalte, nasse Herbst anbricht und man möglichst schnell von einem zum anderen Ort kommen möchte – dann können wir wieder in die U-Bahn umsteigen…

Foto: MAINRiedberg