Stadt will alte Turnhalle „interimsweise“ erhalten

Seit Wochen ist das die erste gute Nachricht für alle Vereine und Gruppierungen, die um einen Veranstaltungsort mit Tradition hier im Stadtteil bangen: Die alte Turnhalle in Kalbach, die abgerissen, in ferner Zukunft ersetzt werden soll und aufgrund eines gekündigten Mietvertrages und zahlreicher Baumängel beinahe sofort geschlossen werden könnte – sie soll „interimsweise“ erhalten werden. Das heißt es explizit in einer Stellungnahme des Magistrats vom 26. November.

Vereine sammeln Unterschriften für eine (neue) Halle

Zur Erinnerung: Der Kinderverein Kalbach, der Riedberger SV, der FC Kalbach und die Kerbeburschen sammeln seit wenigen Wochen in Listen und online Unterschriften unter dem Motto „Kalbach-Riedberg braucht auch in Zukunft einen Versammlungsraum“. Für Veranstaltungen wie die Kinderbuchmesse mit mehr als 1000 Besuchern, für Vorträge, Partys und vor allem auch Sportangebote. „Wir haben Sorge, dass die Alte Turnhalle abgerissen wird und – aus welchen auch immer nachvollziehbaren Gründen – kein oder unzureichender Ersatz geschaffen wird“, erklärt Hans J. Troost, Vorsitzender des Kinderverein Kalbach.

Die aktuelle Lage ist etwas kompliziert. Denn eine Vertreterin der „Gemeinschaft Kalbacher Vereine und Gruppierungen“ hatte – ohne Wissen der einzelnen Vereine – die alte Halle zum Jahresende gekündigt. Hinzu kommt, dass der Bau aus den 20er bis 60ern des vergangenen Jahrhunderts renovierungsbedürftig bis baufällig ist, Asbest inklusive.

Die Kündigung der Halle hat der Magistrat bestätigt, prüft aber nun, „unter welchen Voraussetzungen die Nutzung über den 31.12.2018 möglich ist“. Die notwendigen Veranlassungen werden schnellstmöglich auf den Weg gebracht.

Kann neben einer Kita eine neue Halle gebaut werden?

Zugleich wird geprüft, ob „mittelfristig“ anstelle eines Neubaus der Bedarf durch einen Anbau der in Planung befindlichen Kita „Am Hasensprung“ sichergestellt werden könne. Das ist am Ortsrand, in einer ruhigen Wohngegend. Ob ein bloßer Anbau ein Ersatz sein kann – da gibt es vor Ort derzeit erhebliche Zweifel.

Vor der jüngsten Stellungnahme des Magistrats haben sich alle Fraktionen des Ortsbeirates zusammengetan und fordern von der Stadt, einen „vielseitig nutzbaren Versammlungs- und Veranstaltungsraums in Kombination mit einer weiteren Kindertagesstätte für Kalbach am Kalbacher Stadtpfad zu erstellen“. Der Innenraum sollte rund 400 Quadratmeter betragen, der Bodenbelag entweder universell nutzbar oder leicht für nicht-sportliche Nutzungen umrüstbar sein. Belüftung und Fluchtwege sollten eine Zulassung für mindestens 199 Personen möglich machen – so wie bisher.

Heute auch Thema in der Ortsbeiratssitzung

Das „Ja“ der Stadt zur alten Halle aber verbucht man als ersten Punktsieg. „Das ist großartig“, erklärt beispielsweise Susanne Kassold, SPD-Fraktionsvorsitzende im Ortsbeirat. Grüne und SPD hatten sich für einen Erhalt und die Sanierung der Halle eingesetzt, waren damit aber gescheitert. Die Mehrheit im Ortsbeirat votierte im Oktober für einen Abriss. Die alte Turnhalle als Übergangslösung und dann eine neue Halle – das erscheint vielen momentan als beste Lösung.

Heute um 20 Uhr findet in der alten Turnhalle am Grubweg 6 in Kalbach die nächste Ortsbeiratssitzung statt. Die Sitzung ist öffentlich.

Foto: MAINRiedberg