Stadt sagt NEIN zum Skatepark

Der Riedberg ist der jüngste Stadtteil Frankfurts. Mit überdurchschnittlich vielen Kindern, dementsprechend immer mehr Jugendlichen – aber kaum öffentlichen Räumen und „Rückzugsorten“ für ältere Kids und Teenager. Dieses Problem ist inzwischen bekannt. Jetzt kam allerdings binnen wenigen Wochen zwei Mal ein klares Nein der Stadt zu Anträgen und Initiativen, die mehr Raum für Jugendliche schaffen könnten. Erst wurde ein Pavillon auf einer der Grünflächen abgelehnt. Ein Konzept, das Schülervertreter gemeinsam mit Mitgliedern des Ortsbeirates erarbeitet haben. Gestern wurde auch die Initiative für einen Skatepark im Stadtteil abgelehnt.

Die Skatepark-Initiative plus Petition auf der öffentlichen Plattform der Stadt „FFM – Frankfurt fragt mich“ hat der erst 11-jährige Schüler Sebastian Reißmann angestoßen. Er verblüffte selbst die Lokalpolitiker, als er in der Bürgersprechstunde im Ortsbeirat mit Freunden ans Mikrophon trat und mit wenigen Worten deutlich machte: „Alle Kinder werden auch irgendwann älter. Da reichen die 19 Spielplätze, die es hier gibt, nicht aus.“ Im Gegenteil: Wenn sie sich dort treffen, führt das nur zu Konflikten. Bei einem Skatepark aber „sind die Jugendlichen an der frischen Luft, machen Sport und stehen nicht an der Spielekonsole und zocken“.

Er kämpft nicht für einen großen Parcours wie am Osthafen, sondern einen Park im kleineren Format. Für Skateboarder, Skater, begeisterte BMX-Biker wie ihn selbst. Mit Sprüngen, Rails, Wallride und anderen Elementen. Ja, da ist seit 2015 ein vergleichbarer Skatepark, der vielen Riedbergern kaum bekannt sein dürfte und ziemlich abseits liegt. Mitten im Gewerbegebiet Kalbach hinter dem Frischezentrum. Aber der ist für Kinder aus unserem Stadtteil schwer bis gar nicht erreichbar. „Deswegen ist man dort oft einsam und fühlt sich nicht wirklich sicher.“

Das sagt die Stadt

Sebastians Petition erreichte weit mehr als die 200 notwendigen Unterschriften. Am Ende waren es 300. Die Verwaltung nennt in ihrer Antwort den Wunsch der Jugendlichen nun „berechtigt und nachvollziehbar“. Man erklärt auch, dass der Skatepark in Kalbach ein gutes Stück abseits der Bebauung ist. Damit solle dem Ruhebedürfnis der Anwohnerinnen und Anwohnern Rechnung getragen werden. „Am Riedberg findet sich keine Stelle mit ausreichendem Abstand zur Wohnbebauung.“ Hinzu kommt, dass der gesamte Riedberg von Landschaftsschutzgebieten umgeben ist. Somit gebe es keine Aussicht auf die Genehmigung einer Anlage. 

Ein Mitglied des Ortsbeirates sagte spontan zu MAINRiedberg: „Leider wieder sehr traurig. Wenn kein Platz da ist, dann sollte man auch mal in den sauren Apfel beißen und ein paar Quadratmeter in den Landschaftsschutzgebieten für diesen Zweck freimachen.“ Sebastians Mutter Christine sprach von einer „großen Enttäuschung“ und fügte hinzu: „Wenn man bei der Planung des Riedbergs daran gedacht hätte, dass kleine Kinder zu großen Kindern werden und diese andere Bedürfnisse haben, hätten man dies berücksichtigen können.“

Es läuft noch ein Antrag des Ortsbeirates

Derzeit läuft noch ein Antrag des Ortsbeirates zum Skatepark-Thema. Auch hier stehen die Chancen nach der klaren Stellungnahme der Verwaltung zur Schüler-Petition nicht sehr gut.

Sebastian und seine Freunde aber haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Sebastian Reißmann (11) kämpfte mit einer öffentlichen Petition für einen Skatepark am Riedberg Foto: MAINRiedberg

Foto oben: Jan Kopřiva/ unsplash.com