Schultoiletten sollen öfter gereinigt werden

Der Magistrat hat in seiner Sitzung am Freitag den Weg zu saubereren Schultoiletten freigemacht: Jeder auslaufende Reinigungsvertrag kann nun mit einer verbesserten und differenzierteren Leistungsbeschreibung neu ausgeschrieben werden. Neun verschiedene Reinigungsmodule erlauben es jeder Schulgemeinde, je nach Gebäudegröße und Dauer des Schulbetriebs, die für sie richtige Variante zu wählen. Diese waren im Rahmen eines Pilotversuchs getestet und danach ausgewertet worden, mit dem Ergebnis, dass es keine einheitliche optimale Lösung gibt, sondern flexible Ansätze gefragt sind.

„Ich bin erleichtert, dass wir eines der drängendsten Probleme in der Frankfurter Schullandschaft nun endlich angehen können. Uns war wichtig, dass für die unterschiedlichen Schulformen und Bedürfnisse flexible Module wählbar sind, sei es in Form einer Mehrfachreinigung oder in Form einer Präsenzkraft“, bilanziert Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber. Der bisherige Reinigungsintervall einmal am Tag sei aufgrund der fortschreitenden Ganztagsentwicklung nicht mehr zeitgemäß gewesen. „Im städtischen Haushalt habe ich ab 2017 bis 2021 fortlaufend eine Erhöhung der Mittel auf insgesamt fünf Millionen Euro pro Jahr eingestellt, um die Umsetzung dieser erhöhten Reinigungsleistung abdecken zu können“, so Weber, „das bedeutet de facto 29.400 Euro mehr für die verbesserte Reinigung jeder Schule.“

Bis 2021 könnten nun sukzessive alle auslaufenden Verträge unter den verbesserten Bedingungen neu ausgeschrieben werden, und zwar individuell zugeschnitten und in Absprache mit den jeweiligen Schulen.

Auch Bau- und Liegenschaftsdezernent, Stadtrat Jan Schneider, ist froh, dass nun sukzessive die Reinigung der Schulen besser den Bedingungen vor Ort angepasst werden kann: „Auch bauliche Gegebenheiten und Nutzerverhalten sind wichtige Aspekte, die hier berücksichtigt werden müssen. Deshalb habe ich Wert darauf gelegt, nicht nur zusätzlich Geld in die Hand zu nehmen, um öfter zu putzen, sondern außerdem Anreize für die Schulen zu schaffen, mit pädagogische Konzepten zu Verbesserungen beizutragen.“ Und er ergänzt: „Sanierungs- und Renovierungserfordernisse werden wir uns in den nächsten Monaten darüber hinaus auch sehr genau anschauen und sinnvolle Maßnahmen für kurzfristige Verbesserungen erarbeiten. Dass Seife in jeder Toilette vorhanden ist, sollte zudem selbstverständlich sein.“

„Bei 600 Kindern ist der aktuelle Vertrag eine Zumutung“

„Diese Entscheidung ist längst überfällig“, sagt dazu Barbara Günther, Elternbeiratsvorsitzende der Marie-Curie-Grundschule am Riedberg. Unverständlich allerdings sei, warum man auf auslaufende Verträge weiterhin warten müsse, wo das Problem doch nun hinlänglich bekannt ist. Der Vertrag der Schule läuft beispielsweise noch bis Ende 2019. „Bei 600 Kindern im alten Reinigungsintervall ist das eine Zumutung.“ Der Elternbeirat hatte daher vor wenigen Wochen schon an das Dezernat geschrieben, bitte unbürokratisch schon vor Ablauf des Vertrags das Intervall zeitnah anzupassen.

In der Marie-Curie-Schule gibt es insgesamt 18 Toiletten für Mädchen und 9 für Jungs. Die Urinale für Jungen sind dauerhaft verschlossen, da sie in der Vergangenheit bewusst verstopft worden sind. Die Kinder sind bis 15 Uhr, teils bis 17 Uhr in der Schule. Die Toiletten werden derzeit ein Mal pro Tag gereinigt.

Der Elternbeirat der Marie-Curie-Schule am Riedberg setzt sich dafür ein, dass die Toiletten für bald mehr als 600 Kindern schon vor Ablauf des Reinigungsvertrages öfter als ein Mal pro Tag gereinigt werden

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Informationen bzgl. des Magistratsbeschlusses: Presse.Info Stadt Frankfurt

Fotos: Archiv/ MAINRiedberg