Schülerzahlen: Die Eltern schlagen Alarm

Neue Schulen, innovative Konzepte – wir Riedberger könnten stolz darauf sein. Doch Frankfurt wächst. Was Kinder betrifft, wesentlich stärker als prognostiziert. Die Zahl der Schüler in der Stadt wird sich von aktuell 61.000 auf 73.000 in sechs Jahren erhöhen. Hier im Stadtteil wird bereits jetzt die Situation in Kitas und Schulen immer angespannter. Insbesondere in der Marie-Curie-Schule, der zweiten Grundschule. Hier werden ab Sommer voraussichtlich mehr als 600 statt der rund 500 Schüler gehen, für die sie gebaut worden ist. Tendenz steigend. Zumal die Bauarbeiten im Quartier Westflügel nicht beendet sind.

Eltern der Grundschule haben jetzt eine „Task Force“ gebildet und wenden sich mit einem offenen Brief an Bildungsdezernat, Stadtschulamt und weitere Ämter. Auch im Ortsbeirat heute Abend (siehe unten) gibt es zwei Anträge zur Schul-Problematik. Grüne und FDP fordern, die „notwendigen Schritte zur Errichtung einer 3. Grundschule für den Stadtteil Riedberg einzuleiten“. Die CDU will „aktuelle Lösungen“ für Riedberg und Kalbach erreichen. Unterdessen rückt eine dritte Grundschule bereits näher. Dezernentin Sylvia Weber (SPD) wird „am 15. Juni in den Ortsbeirat kommen, um eine Gesamtlösung für die Kita- und Schulsituation vorzustellen“. Das hat eine Sprecherin des Dezernats für Integration und Bildung bestätigt.

„Wir platzen aus allen Nähten“

Die Eltern der Marie-Curie-Schule haben mit der Task Force eine Unterschriften-Aktion gestartet, an der viele Eltern teilgenommen haben. Im Vortext heißt es unter anderem: „Wir platzen aus allen Nähten“. Schon jetzt fehlen Räume, Toiletten, Garderoben. Plätze und Küche der Kantine und der Nachmittags-Komplex reichen nicht aus. Pädagogisches Personal fehlt, auch die Größe der Einrichtung schrecke ab. „Der Schulalltag für unsere Kinder im Ganztagsbetrieb wird von Jahr zu Jahr schwieriger“. Man sieht die akute Gefahr, dass das Ganztagsangebot nicht mehr für alle aufrechterhalten werden kann.

Die Eltern der Marie-Curie-Schule wenden sich mit einem offenen Brief plus Unterschriften-Aktion an die Stadt

Die Aufnahme weiterer Kinder wäre „schlicht und einfach verantwortungslos“. Deshalb wird eine weitere Grundschule oder eine Umverteilung der Kinder auf umliegende Grundschulen gefordert.

Das größte aktuelle Problem

Es gibt noch ein aktuelles Problem: Die vier Pavillons, die im Schulhof der Marie-Curie-Schule aufgestellt werden und die neuen ersten Klassen beherbergen sollen, werden „erst in den Herbstferien bezugsfertig sein“. So lautete die Auskunft aus dem Amt für Bau und Immobilien auf MAINRiedberg-Anfrage. Nicht wenige halten selbst diesen Zeitpunkt für optimistisch. Es stelle sich die Frage: „Wohin mit den neuen Schülern?“

Die neue Task Force appelliert: „Unsere Kinder brauchen eine verbindliche Lösung, so dass die Schüler, Lehrer und Ganztagsbetreuer sich auf den pädagogischen Alltag konzentrieren können.“

Weitere Themen im Ortsbeirat

Am Anfang der Sitzung stehen die Betreiber des Tower Cafés am Alten Flugplatz Bonames für Fragen zur Verfügung und erläutern das Konzept des außergewöhnlichen Angebotes. Auch die Flüchtlings-Unterkunft am Flugplatz wird heute Abend ein Thema sein. Denn noch immer ist nicht geklärt, wie lange die temporäre Einrichtung bestehen bleibt. Hier möchten die Ortsbeiräte Auskunft von der Stadt. Sie wollen auch wissen, wie viele der 180 Kinder aus der Unterkunft derzeit Kindergärten und Schulen in den umliegenden Stadtteilen besuchen und was es für die Integration dieser Kinder bedeutet, wenn die Einrichtung am Alten Flugplatz aufgelöst wird. Denn vielleicht ist es grundsätzlich auch möglich, dass der Betrieb der Unterkunft verlängert wird.

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Die Sitzung des Ortsbeirates 12 findet heute um  20 Uhr in der Alten Turnhalle, Am Grubweg 6, in Kalbach statt. Die Sitzung ist öffentlich.

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