Neues Stadtviertel
an der A661

Frankfurt bekommt ein neues Stadtviertel mit bis zu 4000 Wohnungen – rund zehn Kilometer vom Riedberg entfernt. Das „Ernst-May-Viertel“, das die drei Stadtteile Bornheim, Seckbach und Preungesheim verknüpfen soll, wird durch eine teilweise Einhausung der A661 möglich. Auf diesen „Deckel“ sollen Grünflächen entstehen. Ungeklärt ist noch, auf welcher Länge die Autobahn überdacht werden kann. Im Gespräch sind 400 Meter bis 1300 Meter. Das ist nicht zuletzt eine Finanzierungsfrage.

In insgesamt acht Teilquartieren soll „ein breites Spektrum unterschiedlicher Wohnformen entstehen“, das auch Angebote für den dringend benötigten preisgünstigen Wohnraum umfassen wird. Die Quartiere liegen in unmittelbarer Nähe zum Stadtkern, so dass mit dem Vorhaben für die Stadt Frankfurt am Main die große Chance verbunden ist, gleichsam als „Wachstum nach Innen“ Flächen in einer zentrumsnahen Lage Wohnungen plus Grün zu bebauen. Geht es nach Plan, sollen bereits in vier bis sechs Jahren 1.850 Wohnungen fertig sein.

Das neue Vierteil ist nach Ernst May benannt, der zwischen 1925 und 1930 Stadtrat und Dezernent für Städtebau in Frankfurt war. In dem von ihm bereits im Jahr 1925 (!) vorgestellten Wohnungsbauentwicklungsprogramm waren Areale zwischen Bornheim und Seckbach als zukünftige Baugebiete ausgewiesen. Ein zentrales Anliegen der Planung ist es, gemeinsam mit der geplanten Grünvernetzung die klimatischen Bedingungen und den Luftaustausch innerhalb der neuen Quartiere und in den bestehenden Stadtteilen zu verbessern.

Apropos A661: Seit Jahren wird auch im Bereich Riedberg/ Kalbach nicht über eine Einhausung, aber über mehr Lärmschutz diskutiert. Das wird auch von vielen Bürgern gefordert. Allerdings waren die Planungen bislang mit einem Ausbau der A661 verknüpft. Die Landesregierung ist nun zur Überzeugung gelangt, dass ein Ausbau von A3 und A5 die Verkehrsprobleme besser lösen würde. Das bedeutet: Mehr Lärmschutz an der A5 rückt im nächsten Jahrzehnt in realistische Nähe – auch im Bereich Riedberg/ Kalbach. An der A661 ändert sich trotz verschiedener Initiativen voraussichtlich nichts.

(Grafik und Informationen: Stadtplanungsamt)