RiedbergNEWS

Neuer Treffpunkt
für den Stadtteil

Was in unserem Stadtteil noch fehlt? Auf der Wunschliste vieler Riedberger würde sicher ein Punkt weit oben stehen: Hier gibt es „keine richtige Kneipe“, auch kaum einen Treffpunkt, wo man sich nett unterhalten kann, ohne gleich etwas konsumieren zu müssen. Ab Sonntag ist das anders. Dann wird der neue Stadtteil-Treff eröffnet, den Jugendhaus-Leiterin Pia Straßburger gemeinsam mit Markus Schaufler und Michel Gladis von der IG Riedberg maßgeblich initiiert haben. Mit viel Zeitaufwand und vollem Körpereinsatz, wie sie noch erzählen werden.

„Dessauer“, nach der Adresse in der Friedrich-Dessauer-Straße, wird der Treff heißen und soll von möglichst vielen Vereinen getragen werden. Je mehr Kooperationspartner und je mehr Persönlichkeiten aus dem Stadtteil mitmachen, desto länger und an umso mehr Tagen ist offen. Für alle. Zudem kann der Raum inklusive Küchenzeile und Sitzgelegenheiten auch privat genutzt werden.

Wie aus viel Grau ein einladender Treffpunkt wurde

Eine leere Küchenzeile, ein paar einfache Tische, Stühle, viel Beton und Grau – so sah der große Raum rechts neben dem Haupteingang zum Jugendhaus bisher aus. Jetzt ist Farbe an der Wand, es gibt eine Eckbank, das erste Grün, bunte Plüschhocker und eine voll ausgestattete Küchenzeile, deren Inhalt die Organisatoren „glücklicherweise aus dem ehemaligen Riedberg-Info-Büro im Riedberg-Zentrum bekommen haben“.

Den Wunsch nach einem Stadtteiltreff gab es schon bei der Planung des Hauses vor fünf Jahren. Die Idee zur Umsetzung entwickelte sich vor einem Jahr. Aber erst nach (zeitaufwändiger) Rücksprache des Evangelischen Vereins für Jugendsozialarbeit, des Trägers der Einrichtung, und der Stadt Frankfurt konnte man beginnen. „Es war von Anfang an klar, dass es außer 2000 Euro Startkapital weder Geld noch Personal noch sonstige Kapazitäten für den laufenden Betrieb gibt“, stellt die Jugendhaus-Leiterin klar. Doch der „harte Kern“ aus Pia Straßburger und den IG-Verantwortlichen Markus Schaufler und Michel Gladis packte an, suchte nach neuem Inventar, organisierte Werkzeug und Farbe. Sie lernten „seltsame Stromkreise“ und die Tücken sonstiger Elektrik etwa beim Anschluss von Kochplatten und einer Spülmaschine kennen. Eine Leinwand gibt es übrigens auch und eine rollbare Theke soll folgen. „Wir haben viel Arbeit reingesteckt“, lautet die vorläufige Bilanz, „aber wir hatten Lust drauf.“

Herzliche Einladung zur Eröffnungsfeier

Noch schöner wäre es natürlich, wenn möglichst viele Riedberger zur Eröffnungsfeier am nächsten Sonntag ab 13 Uhr kommen. „Jeder, der möchte, ist herzlich eingeladen“, betont Pia Straßburger. Es wird gegrillt. Es wird Steaks geben, dazu Salate, Getränke plus später Kaffee und Kuchen. Geknobelt wird auch. Ein „Dessauer-Quiz“ ist geplant.

Künftig könnte es neben offenen Treffen auch Film- oder Kartenspiel-Abende geben, heißt es im Organisationsteam. Auch Open-Air-Events sind nicht ausgeschlossen. Derzeit sind Dienstag und Mittwoch Vormittag mit einem Eltern-Kind-Café vom Familienzentrum Billabong, die Donnerstagvormittage mit einem Kreativ-Café geöffnet. Montags von 18 bis 20.30 Uhr wird es immer einen offenen Treff für alle Bürger geben, den die IG betreut. Ähnlich ist es Mittwoch Abend, wo sich auch der Culture Club künftig einbringt. An den Sonntagnachmittagen wird das Freikirchen-Projekt „Frankfurt Connect“ den Stadtteil-Treff betreuen. Weitere Vereine des Stadtteils sind herzlich gebeten, sich ebenfalls zu beteiligen.

„Aber nichts ist in Stein gemeißelt. Jetzt schauen wir erst mal, wie alle damit zurechtkommen und für alle gelten die gleichen Bedingungen“, sagt die Leiterin des Jugendhauses. Ein Jahr lang wollen die Initiatoren abwarten und alles dafür tun, dass das „Dessauer“ ankommt. Wäre es nicht zu schade, wenn ein solches Projekt, das mit so viel Energie ins Leben gerufen wird, nicht funktioniert?

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Die wichtigsten Infos zum neuen Stadtteiltreff:

Der neue Stadtteiltreff „Dessauer“ im Jugendhaus Riedberg ist eine Kooperation von Jugendhaus, IG Riedberg, Billabong und weiteren Vereinen/Organisationen aus dem Stadtteil
– Es werden weitere Vereine gesucht, die zwischen 3 – 12 Stunden Öffnungszeit pro Monat als Gastgeber/innen abdecken können
– Die Öffnungszeiten sind im 3-Stunden-Takt geplant, also z. B. von 9 bis 12 Uhr oder 18 Uhr bis 21 Uhr.
– Vereine können den Raum für 5 Euro pro Stunde, Privatpersonen können den Raum für 10 Euro pro Stunde nutzen. Firmen sind mit 12 Euro dabei.
– Geplant sind: offene Treffmöglichkeit ohne „Verzehrzwang“ einerseits, spezielle Programmangebote (Beispiel: Filmabend, Spieleabend usw.) andererseits

Die Eröffnungsfeier des Stadtteiltreffs findet am 28. Mai von 13 bis 18 Uhr statt.


Im neuen „Dessauer“ steckt viel Arbeit…


…und voller Körpereinsatz

(Fotos: Gladis/ Straßburger/ cd)