Neue Statistik: Das ist typisch Frankfurt

Frankfurt wächst ungebrochen, zieht viele junge Menschen an, ist international und eine bedeutende Bankenstadt: Diese weit verbreiteten Ansichten über die Mainmetropole lassen sich durch Zahlen belegen. „Aber nicht alles, was als typisch für Frankfurt gilt, ist in der Realität tatsächlich so“, sagte der für die Statistik zuständige Dezernent Jan Schneider bei der Vorstellung des aktuellen Statistischen Jahrbuchs und des Stadtteilhefts: „In der umfangreichen Datensammlung stößt man auch auf überraschende Fakten.“

So stimmt zum Beispiel die Annahme, Frankfurt sei eine Stadt der Singles, nur bedingt. Zwar leben nach wie vor mehr als die Hälfte der Frankfurter in Ein-Personen-Haushalten. Doch seit einigen Jahren ist der Anteil rückläufig. Nicht zutreffend ist die angesichts des anhaltenden Baubooms verbreitete Ansicht, Frankfurt sei vor allem von Asphalt und Beton geprägt. „Die Statistik ist eindeutig: Die Vegetation hat einen Flächenanteil von 39,4 Prozent am Stadtgebiet und liegt damit vor den Siedlungen mit 37,6 Prozent und den Verkehrsflächen mit 20,9 Prozent“, erläuterte Schneider.

Richtig ist es hingegen, Frankfurt als stark wachsende Stadt zu bezeichnen. „Die hervorragenden Bedingungen in unserer Stadt üben nach wie vor eine große Anziehungskraft aus“, sagte Schneider. Die Zahl der Frankfurter ist seit 18 Jahren ununterbrochen gestiegen, am 18. Februar dieses Jahres wurden 750.000 Einwohner gezählt. „Wahrscheinlich schon im nächsten Frühjahr werden es über 760.000 sein“, ergänzte Schneider. Vor allem für junge Menschen ist Frankfurt attraktiv: Bei den Zugezogenen hat die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen den größten Anteil.

Frankfurt ist die internationalste Großstadt Deutschlands

Seinem Ruf als internationalste deutsche Großstadt wird Frankfurt mehr als gerecht: 179 der weltweit 194 Nationen sind hier vertreten. Die vielfältige Herkunft der Bevölkerung zeigt sich auch an der Schülerschaft, die sich aus 131 Nationalitäten zusammensetzt. 12.378 Ausländer besuchen in Frankfurt eine allgemeinbildende Schule, das sind 17,8 Prozent aller Schüler.

Frankfurts Image als Bankenstadt wird mit 58.363 Beschäftigten im Bereich Finanzdienstleistungen eindrucksvoll bestätigt. Fast zehn Prozent aller Beschäftigten arbeiten in diesem Sektor. Die Luftfahrtbranche folgt mit Abstand (5,9 Prozent der Beschäftigten) auf Rang zwei. Und im Bankensektor wird auch besonders gut verdient. 2018 erhielten Beschäftigte im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen im Schnitt ein Gehalt in Höhe von 6185 Euro brutto und damit fast 1900 Euro mehr als der Durchschnitt aller Vollzeitbeschäftigten (4307 Euro).

„Präzise Daten spielen für die Stadtpolitik in der heutigen Informationsfülle mehr denn je eine große Rolle“, sagte Schneider. „Das Statistische Jahrbuch gibt einen prägnanten und komprimierten Überblick über die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.“ Für diejenigen, die sich für die kleinräumigen Entwicklungen innerhalb des Stadtgebiets interessieren, stellen die Materialien zur Stadtbeobachtung 28 mit Stadtteildaten eine einzigartige Informationsquelle dar. Auf zusammen mehr als 500 Seiten und in interaktiven Anwendungen im Internet sind alle Zahlen, Daten und Fakten über Frankfurt am Main zusammengestellt.

Das Statistische Jahrbuch 2019 steht unter http://frankfurt.de/statistisches_jahrbuch als kostenloser PDF-Download zur Verfügung.

Informationen: Stadt Frankfurt

Archiv-Foto von der Luminale 2018: Rainer Rüffer/ Stadt Frankfurt