Vier Ampeln für die Schüler

Exakt vor einer Woche geschah der Unfall vor der Marie-Curie-Schule, bei dem ein Mädchen (zum Glück) nur leicht verletzt wurde. Die Zehnjährige lief über den Zebrastreifen, wurde von einem Auto erfasst. Eltern hatten hier schon seit Eröffnung der Schule eine Ampel gefordert. All das schilderten Elternvertreter noch einmal eindringlich auf der Ortsbeiratssitzung vergangenen Freitag. Bisher hatten dort Ampel-Pläne keine Mehrheit. Jetzt, in der letzten Sitzung der Legislaturperiode und kurz vor der Kommunalwahl, wurde folgender Eilantrag einstimmig beschlossen:

Der Magistrat wird gebeten, beide Überwege in der Graf-von-Stauffenberg-Allee mit einer „Bedarfslichtzeichenanlage“ auszustatten. Sprich: Künftig könnten „Drück-Ampeln“ für mehr Sicherheit für die Schüler sorgen, analog zur Grundschule Riedberg I.

– An der Kreuzung Graf-von-Stauffenberg-Allee/ Altenhöferallee sollen ebenfalls zwei Ampeln installiert werden. Dafür kommt auch Unterstützung von TraffiQ, den Frankfurter Bussen und Bahnen. Denn durch eine Ampel könnten die Busse per Funk-Signal Grün und freie Fahrt bekommen.

– Die gesamte Graf-von Stauffenberg-Allee soll vom Kreisel am Eingang des Westflügels bis zur Altenhöferallee Tempo-30-Zone werden.

– Vor der Schule soll ein Fahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gelten. Auch Laster und Baustellenverkehr sind ein großes Sicherheitsrisiko.

Nach der letzten Sitzung vor der Wahl begann der Neujahrsempfang des Ortsbeirats 12. Vereine und Akteure aus Riedberg und Kalbach waren eingeladen. Auch Polit-Prominenz kam in die Alte Turnhalle am Grubweg: Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein, Frankfurter und natürlich auch zuständig für den Campus Riedberg, Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler sowie Reformdezernent Jan Schneider (alle CDU). Schneider ist Kalbacher, auch sein Vater Hans-Josef (65) war lange im Ortsbeirat und wurde am Freitag zum „Ortsältesten“ ernannt.

Beim Empfang betonten aktive und ehemalige Ortspolitiker, dass oft „ein langer Atem notwendig ist, um dicke Bretter zu bohren“. Sprich: Um Magistrat und Ämter von der Notwendigkeit gewisser Maßnahmen zu überzeugen. Bisher argumentierte die Stadt in puncto Ampeln, dass das Verkaufsaufkommen dafür zu gering sei. Das war aber vor und kurz nach Öffnung der Durchfahrt zur Rosa-Luxemburg-Straße. Anträge für eine Ampel in der Altenhöferallee wurden von der Stadt sogar wiederholt abgelehnt. Begründung: Eine Ampelanlage ist an dieser Kreuzung nicht erforderlich.

Hinzu kam, dass Initiativen für mehr Sicherheit oft schon viel früher verpufften. Beim Ortstermin direkt vor der Schule im März 2015 hatten sich Ortsbeirat, Eltern und Schulleitung noch für Drück-Ampeln ausgesprochen – wie jetzt auch. Einen Monat später forderte dann die SPD im Ortsbeirat nur an einem Überweg eine Ampel. Das haben CDU und Grüne abgelehnt, weil sie „keine neue Entscheidung ohne Elternvertretung und Schulleitung“ treffen wollten. Und die Diskussion drehte sich ohne Ergebnis weiter im Kreis.

Umso größere Hoffnungen setzen jetzt Elternvertreter und Eltern in den gemeinsamen Eilantrag aller Parteien. Doch es gibt bereits Stimmen am Riedberg, die weitere Sicherheitsmaßnahmen fordern. Alex Markert, Vorsitzender des SC Riedberg: „Was wir brauchen, ist endlich ein umfassendes Sicherheitskonzept für den ganzen Stadtteil.“ Wichtig wäre auch ein besserer Übergang, möglichst eine Ampel, am Sportplatz. Die Altenhöferallee ist dort „eine Rennstrecke“. Die Einfahrt zum Sportplatz liegt fast am Ortsende, zwei Bushaltestellen sind dort auf jeder Straßenseite. Autofahrer nehmen darauf kaum Rücksicht – während nicht nur Kinder hier über die Straße flitzen…

(Text cd/ Foto: Dark Vectorangel)