Julian läuft für Kids in Kenia

Er läuft. Vorbei am Pferdehof, zum Flugplatz Bonames und die Nidda entlang. Regelmäßig bis zu 18 Kilometer. Er trainiert dazu noch jeden Mittwoch mit einer Laufgruppe am Main, plus mehrmals auf der Bahn. Julian Abb hat bereits Halbmarathons gelaufen oder kürzere Rennen in Top-Zeiten für seine Altersklasse. Eine Nachricht an MAINRiedberg schrieb er aber aus einem anderen Grund: Der 17-jährige Jugendliche aus unserem Stadtteil wollte auf eine Initiative aufmerksam machen, die er mit vollem Herzen unterstützt. Eine Partnerschaft passionierter Läufer mit kenianischen Coaches und Athleten. Verbunden mit der persönlichen Unterstützung von Kindern in dem ostafrikanischen Land.

Warum Schule und Laufen eine große Chance sind

Alles begann mit einem Laufcamp, „in einem Kaff, etwa 90 Kilometer von Nairobi entfernt“. Aus dieser Region kommen Spitzensportler. Das Laufen ist ihre Chance aufzusteigen. Der Alltag ist geprägt von Armut. „Die Wellblechhütten sehen aus, als ob sie jeden Moment zusammenfallen würden. Das Schulgeld können sich die wenigsten leisten und die Schule war sowieso Schrott.“ So gab es unter anderem für 1500 Schüler eine einzige Toilette.

Das Schulgeld können sich die wenigsten Kinder leisten und die Schulen sind baufällig

Die Dimension der Not wurde ihm erst so richtig bewusst, als er in den Ferien zum Laufen nach Kenia kam. Dort wohnte er in einer Hütte mit Bett, Couch und Terrasse, hatte professionelle Trainingseinheiten inklusive 30-Kilometer-Läufe in die Steppe – und erlebte, dass diejenigen, die das alles ins Leben gerufen haben, noch ganz andere Projekte auf die Beine stellten. run2gether, wie die Initiative heißt, hat unter anderem eine Nursery School, eine Vorschule für 5- bis 8-Jährige gegründet, und ermöglicht dank Pateneltern aus Europa bedürftigen Kindern erst den Schulbesuch.

„Das Laufen pusht“, sagt Julian Abb

Julian wechselt kurz das Thema. Er erzählt, wie ihn das Laufen „pusht“. Besonders, wenn ihm bei großen Rennen wie in Köln oder Hamburg rechts und links der Strecke Familienmitglieder wie Oma und Mama zujubeln. Sein Ziel ist es, irgendwann „auf jeden Fall etwas zu reißen“. Etwa unter die ersten drei Deutschen beim Frankfurt-Marathon zu laufen.

Patenkind Christopher ist ein Waisenjunge

In den vergangenen Wochen und Monaten hat Julian Abb inzwischen „auch mit dem Triathlon ein wenig angefangen“. Im August will er den Frankfurt City Triathlon bestreiten, als neuer Reiz und Ansporn. Kurze Anmerkung dazu: „Tut auch mal ganz gut, etwas anderes zu machen, auch für den Kopf und den Körper!“

Dann spricht er wieder von den Kindern in Kenia. Sein Patenkind heißt Christopher, ist ein Waisenjunge. Er bekommt auch regelmäßig Post von ihm und ist sich sicher, „dass mein Geld genau da ankommt, wo es ankommen soll“. Julian überweist jeden Monat 20 Euro und ermöglicht dem Jungen damit die Chance auf ein besseres Leben.

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RUN2GETHER heißt die Initiative, die bedürftige Kinder in Kenia unterstützt. Infos unter run2gether.com

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Fotos: Julian Abb