Jugendliche bedroht, ausgeraubt und getreten

Am Samstagabend überfielen drei Unbekannte eine Gruppe Jugendliche am Kätcheslachpark. Sie erbeuteten zwei Smartphones und ein Fahrrad. Selbst vor den Schuhen machten sie nicht Halt.

Es geschah gegen 22 Uhr. Die Gruppe der späteren Opfer, drei Jungs im Alter von 14 bis 15 Jahren, kam vom Riedberger Weihnachtsmarkt. In der Friedrich-Dessauer-Straße trafen sie auf das Räuber-Trio, offenbar ältere Jugendliche oder junge Männer. Es begann harmlos. Während eines kurzen Gesprächs, in dem die Täter eine vermeintliche Wegbeschreibung haben wollten, ging man gemeinsam auf einen nahegelegenen Spielplatz im Kätcheslachpark. Dort forderten die drei Älteren die Herausgabe aller Wertsachen. Sie drohten Schläge an und schüchterten die drei Jüngeren ein. Daraufhin händigten die zwei hochwertige Smartphones und ein Fahrrad aus. Doch damit nicht genug: Die Täter nahmen den Jungs noch ein Paar Schuhe und eine Jacke ab. Am Ende schlug einer der Täter ihnen noch ins Gesicht und trat ihnen gegen den Oberkörper.

Warum aber wurden die Riedberger Teenager noch getreten und geschlagen, obwohl sie schon längst alle Wertgegenstände hergegeben hatten? „Diese Frage wurde mir heute schon mehrmals gestellt“, sagt Thomas Hollerbach, Pressesprecher der Frankfurter Polizei. Für ihn als früheren Streifenpolizisten ist das „Abrippen“, das Ausrauben von Jugendlichen oder anderen schwächere Personen, leider keine Seltenheit – wohl aber das brutale Nachtreten und die Dreistigkeit der Tat. „Ich kann mir das nur so erklären, dass es um eine nochmalige Erniedrigung der Opfer ging.“ Und darum, Stärke und Überlegenheit zu demonstrieren. Es war vermutlich auch eine Einschüchterungs-Taktik. Was anfangs offenbar auch gelang. Denn die Jungs waren sichtlich mitgenommen, gingen erst zurück zum Weihnachtsmarkt, um die Eltern ausfindig zu machen und dann mit diesen gemeinsam ins nächste Polizeirevier, erst rund 30 bis 45 Minuten nach der Tat.

Hinzu kommt: Einer der Jugendlichen hatte keine Schuhe mehr. Auch die musste er trotz Regen und Kälte ausziehen und den Tätern überlassen. „Das ist für mich eine weitere Hemmschwelle, die hier überschritten wird. Das habe ich noch nie erlebt“, so Polizeisprecher Hollerbach. Auch hier kann es – neben dem Wert der Schuhe – eigentlich nur darum gehen, die Opfer noch weiter zu erniedrigen.

Nach folgenden Tätern fahndet jetzt die Polizei: Einer ist 17 bis 18 Jahre alt, hat eine „südländische Erscheinung“ und ist Brillenträger. Bekleidet mit einer Jacke der Marke „Snipes“ und entsprechendem Schriftzug auf Rücken und Ärmeln, schwarzer Nike-Bauchtasche und Adidas-Turnschuhen. Der Zweite ist 21 Jahre alt, vermutlich Asiate. Bekleidet mit einer schwarzen Jacke mit großer Kapuze, blauer Hose und schwarzen Handschuhen. Der Dritte könnte Osteuropäer sein, bekleidet mit schwarzer Kapuzenjacke und dunklem Rucksack von Nike.

Sachdienliche Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter 069 / 755-51499 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Aktuell konnte die Frankfurter Polizei eine Serie von ähnlichen Raubstraftaten aufklären, die im Sommer in der Innenstadt verübt wurden. Vier Tatverdächtige konnten jetzt identifiziert werden.

Symbolfoto: Archiv