Gutachter: Preise für Immobilien steigen weiter

Der Gutachterausschuss für Immobilienwerte Frankfurt am Main hat den Immobilienmarktbericht für das erste Halbjahr 2018 veröffentlicht. Aufgrund des geringen Angebotes am Wohnimmobilienmarkt ging in diesem Zeitraum die Anzahl der Transaktionen weiter zurück. Gleichzeitig stieg der Gesamtgeldumsatz erneut, und zwar um rund drei Prozent. Der Anstieg ist vor allem auf die starke Nachfrage nach hochpreisigen, gewerblichen Immobilien zurückzuführen. Dazu ist der Investitionsdruck bei einigen Kapitalanlegern sehr hoch. Auch fehlen sichere alternative Investitionsmöglichkeiten.

So entwickeln sich die Immobilienpreise am Riedberg

Ein kurzer Blick Richtung Riedberg. In der aktuellen Ausgabe unseres Stadtteilmagazins MAINRiedberg haben wir auch zu diesem Thema recherchiert und unter anderem folgende Informationen erhalten: 2005, als unser schöner Stadtteil noch im Entstehen war, lagen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise noch bei etwa 2500 Euro. Wegen der explodierenden Immobilienpreise seien es heute rund 5300 Euro, erklärt Wilfried Körner vom Stadtplanungsamt, der das Projekt über viele Jahre bei der Hessenagentur begleitete. Bei demnächst fertiggestellten Luxus-Wohnungen in Top-Lagen wird am Riedberg sogar von Preisen zwischen 6800 bis 8000 Euro pro Quadratmeter gesprochen.

Laut Immobilienmakler Anton T. Hartl liegen die Preissteigerungen derzeit bei acht bis zehn Prozent pro Jahr. Hartl, der ebenfalls jahrelang den Aufbau des Riedberg mitbegleitet hat, spricht davon, dass man anfangs für ein Reihenhaus am Bonifatiusbrunnen etwa 260.000 Euro bezahlt hat, bei Erbbaurecht 200.000 plus Erbbauzins. Inzwischen kosten Reihenhäuser zwischen 600.000 bis 900.000 Euro. Einfamilienhäuser, die früher bei rund 450.000 Euro starteten, gehen „in der Nähe der Bahnlinie bei der doppelten Summe los“. Neue Villen im Westflügel können bis zu drei Millionen Euro kosten.

So beurteilen die Gutachter den Wohnungsmarkt der Stadt

Zurück zur Expertise des Gutachtenausschusses: Das Preisverhalten auf dem Wohnungsmarkt zeigt sich sehr differenziert. Während der Preisanstieg bei üblichen Neubauwohnungen unverändert hoch ist, gehen die Quadratmeterpreise bei Wohnungseigentum in den Wohnhochhäusern statistisch gesehen sogar zurück. Das Kaufpreisverhalten gerade bei den Wohnhochhäusern wird allerdings stark dadurch beeinflusst, welches Objekt und welche Stockwerkslagen gerade zur Vermarktung anstehen.

In den zurückliegenden Jahren verzeichneten vor allem innenstadtnahe Lagen sowie die Verkaufszahlen von Wohnungseigentum in Wohnhochhäusern hohe Zuwachsraten. Obwohl der prozentuale Anteil der verkauften Objekte in Wohnhochhäusern und in innenstadtnahen Lagen erheblich abnahm, erhöhten sich die Kaufpreise von neuen Eigentumswohnungen von 5290 Euro pro Quadratmeter im ersten Halbjahr 2017 auf 6170 Euro im zurückliegenden Berichtszeitraum. Das entspricht einem Anstieg um 17 Prozent. In den Stadtteilen westlich der A5 sind Neubauwohnungen noch für rund 4200 Euro erhältlich; bei Altbauten der Baujahre vor 1950 liegen die Kaufpreise dort bei rund 2800 Euro.

Höchste Neubaupreise im Bereich von Ostbahnhof und EZB

Die höchsten durchschnittlichen Neubaupreise finden sich mit 7320 Euro pro Quadratmeter im Bereich des Ostbahnhofs und der Europäischen Zentralbank. Neue Eigentumswohnungen werden in der Innenstadt, im Gutleut-/Gallusviertel sowie Europaviertel mit rund 6600 Euro gehandelt. Die Spitzenlage des Westends sowie des Nord- und Ostends zeigt sich bei den Verkaufszahlen der Altbauwohnungen (Baujahr vor 1950) mit 7920 Euro sowie 5990 Euro.

Die Wohnhochhäuser sind zwar weiterhin gefragt, dennoch erzielten diese Neubaueigentumswohnungen mit rund 7430 Euro Preise, die um rund 5 Prozent unter den Vorjahreswerten lagen. Die Aussage „Je höher, desto teurer“ findet weiterhin ihre Bestätigung. In den oberen Stockwerken sind Kaufpreise zwischen 10.000 Euro und 20.000 Euro nicht ungewöhnlich. Es ist allerdings auch festzustellen, dass in den unteren Stockwerken oft lediglich Kaufpreise erzielt werden, die sogar unter den Kaufpreisen im üblichen Geschosswohnungsbau liegen.

Für Reihenmittelhäuser wurden durchschnittlich je nach Baujahr Kaufpreise zwischen 343.000 Euro und 765.000 Euro erzielt. Spitzenwerte für Reihenmittelhäuser erreichen Werte bis zu 850.000 Euro.

Die Preissteigerungen im gesamten Wohnungsbau bei gleichzeitigem Umsatzrückgang sind laut Experten ein Beleg dafür, dass um der hohen Nachfrage zu entsprechen, dringend umfangreiche Wohnbauflächen benötigt werden.

Informationen: Stadt Frankfurt/ MAINRiedberg

Foto: Stadt Frankfurt/ Christian Christes