Geschwindigkeitsmessung vor Schule kommt

Gegen Raser und für mehr Sicherheit: Der Magistrat hat am Montag mitgeteilt, dass demnächst eine Anlage zur Geschwindigkeitsmessung vor der Marie-Curie-Schule kommt. Das bedeutet: Dann werden auf der „Rennstrecke“ Graf-von-Stauffenberg-Allee langfristig Verkehrsaufkommen und Geschwindigkeit gemessen, aber Temposünder nicht unmittelbar bestraft. Eltern und Schulleitung lässt das dennoch aufatmen. „Das ist ein guter Schritt, um den Schulweg der Kinder sicherer zu machen. Hierfür haben sich die Eltern der Marie-Curie-Schule lange und intensiv eingesetzt“, erklärt Rektorin Inken Matzen gegenüber MAINRiedberg.

Der Ortsbeirat unseres Stadtteils, bei dem die Sicherheit der Grundschülerinnen und Grundschüler auch seit langer Zeit Thema ist, hatte den entsprechenden Antrag gestellt – in der Hoffnung, dass nach Auswertung der Daten „gegebenenfalls geeignete Maßnahmen“ ergriffen. Etwa eine Ampelanlage, die bisher abgelehnt worden war.

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Das ist ein Via-Count-Gerät

Viacount (aus „via“ = Straße und engl. „count“= zählen) bezeichnet ein kompaktes und mobiles Verkehrszählgerät, das automatisch Verkehrsdaten wie Geschwindigkeit, Anzahl der Fahrzeuge, Fahrzeugklasse, Fahrtrichtung und Fahrzeugabstand misst (Verkehrszählung). Das Kernstück bildet ein Akku zusammen mit dem Radardetektor und dem Datenspeicher. Die gesammelten Verkehrsdaten können optional via Email an den Nutzer gesendet und in grafischer Form (Tabelle, Diagramme etc.) aufbereitet werden. Das Verkehrszählgerät kann am Fahrbahnrand in verschiedenen Höhen seitlich montiert werden. Verkehrs- und Stadtplaner nutzen die Daten von viacount als Entscheidungsgrundlage, um Maßnahmen zu ergreifen, die die Verkehrsqualität betreffen.

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Gefahr trotz Tempo 30

Im Bereich der Schule gilt Tempo 30. Eltern und Anwohner berichten aber, „dass sich kaum einer daran hält“. Pedro Ferreira, Vater von zwei Kindern und Schatzmeister des SC Riedberg, beispielsweise erlebte, wie frühmorgens ein Smart mit Frankfurter Kennzeichen vor der Schule zum Überholmanöver startete. „Das war direkt an der Bushaltestelle, wo das größte Gefährdungsrisiko für die Kinder ist.“ Er war auf dem Weg zur Arbeit und hatte die Szene fassungslos beobachtet.

An gleicher Stelle wurde 2016 ein zehnjähriges Mädchen leicht verletzt. Es soll schnell über den Zebrastreifen vor der Schule gerannt sein, ein Autofahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Eine Ampel, die diesen Unfall höchstwahrscheinlich verhindert hätte, gibt es immer noch nicht.

Jetzt aber kommt zumindest ein Gerät zur Verkehrs- und Geschwindigkeitsmessung. Ein erster Schritt.

(Text/ Foto: cd)