Emotionen für die Ewigkeit

So erlebten Riedberger Eintracht-Fans den jetzt schon legendären Pokalsieg. Lassen Sie sich mitreißen!

Gefühlt war der halbe Riedberg und fast ganz Frankfurt im Olympiastadion in Berlin an diesem jetzt schon legendären 19. Mai 2018. Nach zuletzt zwei Niederlagen in 2006 (ebenfalls gegen den FC Bayern) und im letzten Jahr gegen den BVB aus Dortmund standen die Adlerträger wieder im Finale. Entsprechend auch das Motto der Frankfurter Eintracht „Die Rückkehr der Adler“. So richtig glauben wollte aber kaum einer an den Sieg und die Bayern-Fans waren sich schon sehr sehr sicher und sprachen nur über die Höhe des Finalerfolgs zum Double. Die äußerst schmerzhafte 4:1 Niederlage am 32. Spieltag der Bundesliga gegen ein bestenfalls C-Team der scheinbar übermächtigen Bayern ließ auch wenig Gutes erhoffen.

Nach den Auswärtserfolgen in Erndtebrück (0:3), Schweinfurt (0:4) und Heidenheim (1:2 n.V.) kam im Viertelfinale am 7.2. der 1. FSV Mainz ins Waldstadion. Mit 3:0 konnten die Rheinhessen wieder nach Hause geschickt werden. Im Halbfinale stand dann mit Schalke 04 ein echtes Schwergewicht an. Mit viel Einsatz und Herzblut und auch etwas Glück (rote Karte gegen Gelson Fernandez nach nicht einmal einer Minute nach seiner Einwechslung, das nicht gegebene Tor von Caligiuri in der 94. Minute wegen Handspiels zB) konnte die Adlerträger mit einem 0:1 nach über sechs Minuten Nachspielzeit ins Finale gegen die Bayern einziehen. „Und schon wieder im Finale SGE“ schallte es auch an den verbliebenen Bundesliga-Spieltagen von den Rängen des Waldstadions. Eine Stadt im Vorfieber. Nach 1974, 1975, 1981 und zuletzt 1988 ging ja vielleicht doch was und man schielte auf den 5. Pokalsieg.

Im Herzen von Europa…

Mit dem privaten PKW, Flugzeug oder auch im Sonderzug der Fan- und Förderabteilung von Eintracht Frankfurt ging es nach Berlin. Die Fans trafen sich dieses Jahr am Breitscheidplatz neben der Gedächtniskirche. Attila, der Eintracht-Adler, Präsident Peter Fischer, DJ Dag, die Rapper Celo & Abdi mit Hanybal, der auch mal für die erste Mannschaft des SC Riedberg kickte, General Schoppe mit Reggae Rhymes sowie Schlagersänger Roy Hammer – auch hier zeigt sich die bunte Vielfalt der SGE und ihrer glühenden Anhänger. Zum Abschluss gab es natürlich auch den Klassiker „Im Herzen von Europa“ – der Breitscheidplatz bebte.

Die Eintracht-Fans hatten wieder „ihre“ Kurve, die normalerweise von den Heimfans der Berliner Hertha besetzt wird. Die Bayern Fans hatten sich auf beiden Seiten des Olympiators  zu verteilen. Die verschiedenen Ultra- und Fanvereinigungen hatten sich wieder besondere Mühe gegeben: Shirts mit der 12 auf dem Rücken und eine große Blockfahne mit dem Idol und Bundesligarekordspieler Charly Körbel (602 Bundesligaspiele nur für die Eintracht), wie er 1988 den Pokal nach dem Finalsieg hochstemmen durfte. Dazu unzählige Fahnen in Schwarz, Weiß und Rot.

Schon beim Aufwärmen war klar: Nichts geht ohne den „12. Mann“

Es war wieder Gänsehaut angesagt – Pokalfeeling pur. Mit 1 Hradecky, 4 Rebic, 6 de Guzmán, 13 Salcedo, 15 Willems, 17 Prince Boateng (das Bruderduell  entfiel durch die Verletzung Jeromes leider), 19 Abraham, 20 Hasebe, 24 da Costa, 27 Wolf, 39 Mascarell stand die Startelf, ergänzt durch 37 Zimmermann, 8 Jovic, 9 Haller, 10 Fabian, 11 Gacinovic, 23 Russ, 33 Tawatha auf der Bank. Dem Trainergespann Nico Kovac, Robert Kovac, Armin Reutershahn und Moppes Petz konnte man die Anspannung ansehen. Die Mannschaft machte sich geschlossen mit der 12 auf dem Rücken warm – eine schöne Verneigung vor den Fans. Diese drehten sich geschlossen um und hüpften mit ihrer 12 auf dem Rücken und sangen sich weiter warm. Mit Tankard kamen DIE Eintracht Rocker wieder auf ihre Bühne im Olympiastadion und mit der Unterstützung von geschätzten mindestens 30.000 Eintracht-Unterstützern schallte es „Schwarz-Weiss wie Schnee, das ist die SGE und wir holen den DFB-Pokal“ von den Rängen – die inoffizielle Eintracht-Hymne. Das Stadion war jetzt schon unser. Die Eintracht Ikone Charly Körbel durfte dann gemeinsam mit Paul Breitner den DFB-Pokal ins Stadion tragen. Dann war es endlich soweit: Es konnte losgehen.

Diese Bilder werden wir nie vergessen!

Jetzt ist es Mittwoch – vier Tage später. Und es sind diese Bilder, die wir alle wohl nicht mehr vergessen werden. Der erste Kopfball an die Latte. Der Freistoß an die Latte. Normalerweise führen die Bayern dann mit 2:0 und schaukeln das Spiel nach Hause oder schießen den Gegner zweistellig ab. Nicht heute. Dieser 19. Mai bringt den Bayern kein Glück. Am 17. Mai 2001 gewannen die Bayern durch eine Fehleinschätzung des Schiedsrichters die Meisterschaft (4-Minuten-Meister Schalke 04 und die Eintracht musste den bitteren Abstieg in die 2. Liga antreten). Das „Finale dahoam“ in 2012 ging gegen Chelsea ebenfalls an einem 19.5. verloren. Am Samstag also der 19.5. zum Dritten mit dem DFB-Pokalfinale.

Die Eintracht verteidigte manchmal mit 10 Spielern auf einer Linie. Und dann kam dieser magische Moment, als Rebic im Mittelfeld den Ball blockt und zu Boateng spielt. Dieser steckt lang durch, Rebic setzt sich gegen zwei Gegner durch und hämmert den Ball links unten ins Netz. Auch nach dem gefühlt hundertsten Mal steigen einem die Tränen in die Augen, wenn man diese Bilder sich nochmals anschaut. Ein Tor für die Ewigkeit – und es waren gerade mal 10 Minuten gespielt. Die Frankfurter waren gut ins Spiel gekommen und auf Augenhöhe: Führung verdient!

Die Bayern drücken und versuchen viel. Ohne Erfolg, zu ungenau. Die Eintracht-Abwehr steht weiter kompakt. Besonders das Duell Ribery gegen Willems wird hart geführt. Ribery bleibt aber ohne Karte. Die Eintracht erkämpft sich einzelne Entlastungsangriffe und bleibt gefährlich. Es bleibt aber beim 1:0 zur Pause. Die Statistik weisst 75% Ballbesitz für Bayern aus, 10:2 Torschüsse, 13:4 Fouls, aber am Ende führt die Eintracht. Durchatmen. Luft holen. Zum Glück bleibt allen „Atemlos“ erspart.

Die besten Fans der Welt…

Beide Fanblöcke zünden Rauchtöpfe und Fackeln. Die Sicht ist eingeschränkt und es dauert ein paar Minuten bis zum Anpfiff zur zweiten Hälfte. Die Bayernkurve zeigt noch ein paar Banner gegen die Ticketpreise und die 50+1 Regel. Keine Choreo. Die Eintracht-Fans halten Banner gegen DFB-Präsident Grindel und den Ex-Trainer Heynckes. Das sind noch alte Wunden offen. Die Bayern auf dem Platz drücken weiter, die Eintracht-Fans stehen wie ein 12er Mann hinter ihren Jungs. Und dann ist der Ausgleich doch passiert. Die Fans jedoch feuern weiter ihre Jungs an, als wäre nichts geschehen. Nach 60 Minuten geht Wolf, der Shooting-Star der Saison und Gacinovic wird eingewechselt. Ob er dem harten Spiel seinen Stempel aufdrücken mag? Die Eintracht wird wieder stärker und bekommt auch einige Ecken. Hasebe wirft sich wie ein Samurai in den Schuss eines Müncheners und bleibt benommen liegen, rappelt sich wieder auf.

Geschichten, die nur der Fußball schreibt

In der 74. Minute kommt Russ für de Guzman. Genau der Russ, der vor zwei Jahren beim Relegationsspiel gegen Nürnberg seine Krebsdiagnose bekam und jetzt wieder hier in Berlin steht. Er stand in dieser Saison bei jedem Pokalspiel auf dem Platz. Geschichten, die nur der Fussball schreibt.

Noch knapp zehn Minuten. Und wieder ist es Rebic, der sich durchtankt und einschiesst. Doch es gibt Diskussionen. Pressschlag und der Ball springt von Boatengs ausgestrecktem Arm zu da Costa, der lang auf Rebic spielt. Videobeweis. Wieder einmal. Fassungslos stehen die Eintracht-Fans da. Was wird passieren? Sekunden, die zu Stunden werden. Banges Hoffen. Verzweiflung. Schiedsrichter Zwayer konsultiert das Videomaterial und gibt das Tor. Ausgelassene Freude auf den Rängen.

Dann kommt das magische dritte Tor für die Eintracht

Noch drei Minuten. Wagner kommt für Ribery. Jener Wagner, der beleidigt aus der Nationalmannschaft zurückgetreten ist, mangels sicher geglaubter Nominierung für die WM. 89. Minute Haller kommt für Rebic, der sich ausgiebig von den Rängen abfeiern lässt. Die Sekunden laufen. Der vierte Offizielle gibt vier Minuten Nachspielzeit. Ob wir das schaffen?

Noch drei Minuten. Und dann läuft Abraham, der 1,88 Meter große Abwehrrecke los. Und er läuft und läuft. Die gesamte Außenbahn entlang. Die Sekunden verrinnen weiter. Wie lange denn noch? Noch eine Ecke für die Bayern. Der Torwart kommt mit nach vorne. Hradecky hält. Doch die Bayern protestieren. Wieder Videobeweis. Die Bayern fordern Elfmeter. Boateng erwischt das linke Standbein, als er versucht, den Ball wegzudreschen. Der Bayernspieler steht und reißt das andere Bein theatralisch nach oben. Man mag sich gar nicht ausdenken, wenn es jetzt Elfmeter geben würde. Wieder dieses endlose nervenzehrende Warten. Und dann gibt der Schiri seine Entscheidung bekannt. Es gibt Ecke. Infernalischer Jubel brandet los. Heute schaffen wir es! Heute holen wir den Pokal. Heute holen wir ihn zurück – zurück nach Frankfurt – an den Main – ins Herz Europas!

Die perfekte Prophezeiung: Die Schrift auf dem Eintracht-Bus

Und dann passiert dieser magische Moment. Ein Abpraller landet bei Gacinovic. Ein Bayernspieler schlägt ein Luftloch. Und Mijat läuft, er läuft und läuft. Unfassbar. 20 Meter. 30 Meter. Verfolgt von zwei Bayernspielern und er läuft immer weiter. 40 Meter, 50, 60 Meter. Es ist wie bei Forrest Gump. Die gesamte Eintracht-Bank steht. Nein, sie rennen mit – das komplette Stadion steht und Gacinovic schiebt den Ball ins Tor. Die Fans eskalieren komplett. Mijat läuft immer noch. Zieht das Trikot aus, über die Bande, unter der Absperrung durch und mitten hinein zu den Fans. Wir liegen uns in den Armen. Hüpfen, Schreien. Es ist unglaublich.

Ein Traum wurde Wirklichkeit

Der Innenraum ist schon halb gefüllt mit Fans. Zum Glück beruhigt sich alles wieder.
Das Spiel ist aus. Kein Anpfiff mehr. Der Pokal ist unser! Heute war es soweit. Die Mannschaft lässt sich feiern. In der Kurve. Auf der Gegengerade und an der Haupttribüne. Und dann ist da Niko Kovac auf der großen Anzeigetafel. Er weint – nein, er heult Rotz und Wasser. Das ist die Versöhnung. Egal, was war. Er ist der Trainer des Pokalsiegers. Alles richtig gemacht. Keine Analysen, keine Kritik. Pure Emotion. Etwas Einmaliges ist geschehen. Selbst das Eintracht-Idol Charly Körbel hat feuchte Augen und muss um Fassung ringen, als er den Pokal zur Übergabe trägt. Immer wieder stemmt er den Pott nach oben. Nach 30 Jahren kehrt er wieder nach Frankfurt zurück. Doch die offizielle Übergabe steht noch an. Kovac holt seine beiden Kapitäne David Abraham und Alex Meier Fussballgott nach vorne. Und dann stemmen sie den Pokal gemeinsam nach oben. Was für ein Traum wurde da gerade Wirklichkeit?

Der Rest ist Feiern, pure grenzenlose Freude und Ekstase. So viele Bekannte sieht man noch und erzählt von seinen Gefühlen und welche emotionale Achterbahn wir da gerade alle hinter uns gebracht haben. Irgendwann ist das Stadion fast leer und es geht weiter in die Stadt. Eine magische Nacht. Eine Adler-Nacht.

Nie mehr zweite Liga

Für einige ging es direkt wieder nach Hause mit den über hundert Bussen oder dem Fanzug. Andere blieben über Nacht oder das gesamte verlängerte Wochenende in Berlin. Das muss erst einmal alles verarbeitet werden. Aber in Frankfurt warteten schon die Fans. Der Römer musste wegen Überfüllung geschlossen werden. Videoübertragung gab es für alle Außenstehenden am Mainufer und live im hr. Hier ist eine Stadt, die viel zu lange auf einen echten Erfolg gewartet hat. Ein richtiger Titel war wieder da. Kein Fuji-Cup oder Flutlichtpokal konnte diese Sehnsucht lindern. Heute wurde der Hunger der Fans gestillt. Die verpasste Meisterschaft in Rostock, die „Ära Heynckes“ in Frankfurt, der bittere Abstieg, die Fahrstuhlmannschaft, Wattenscheid, Haching, nie mehr zweite Liga. Not und Elend – alles vergessen. Heute wird gejubelt. Heute holen wir den DFB-Pokal.

Die Straßen sind voll und der Autokorso in offenen Cabrios eines Münchener (sic!) Automobilherstellers kämpft sich immer langsamer Richtung Römer. Fans setzen sich mit auf die Autos. Selfies, Unterschriften auf Trikots und sonstigen Fanutensilien – auf einmal ist der Fussball wieder so, wie man ihn sich immer gewünscht hat. Es hat der richtige Verein gewonnen, die richtige Stadt. Das ist aus der Zeit gefallen. Ein Anachronismus.
Und dann stehen die Adlerträger auf dem Römerbalkon. Bis 1990 standen die Weltmeister dort, bevor sie nach Berlin umzogen. 1988 stemmte Charly Körbel den Pokal in den Frankfurter Himmel. 1974 „der Jürgen “ Grabowski, als die Eintracht das erste Mal den DFB-Pokal gewann. 1959 kamen die Adlerträger als Deutscher Meister aus Berlin und standen ebenfalls dort oben. Und heute steht diese Bande da oben. Dino, einer der Capos, der Einpeitscher, der Frankfurter Ultras, spricht zu den Fans: „Es wurde ein Feuerwerk entfacht in uns!“

„Bruda, ich schlag den Ball lang!“

Der ganze Römerberg hüpft. Ohne Musik, ohne PA-Anlage – das machen die Fans ganz alleine. Und es wird wieder gesungen von Europa: „Ob Rom, Mailand oder London, Moskau, Wien oder Athen, Ob mit Bus oder Bahn, oder Flugzeug scheißegal: Eintracht Frankfurt international!“ Alex Meier will sich im Hintergrund halten, wird von den Fans aber mit „Alex Meier Fussballgott“ Gesängen gefordert. In der ihm eigenen Art spricht er zu seinen Fans – auf den Punkt. 14 Jahre Eintracht Frankfurt, aber so etwas hat er auch noch nicht mitgemacht. Und es endet mit „Wer nicht hüpft ist Offenbacher!“ – der Römerberg kocht. Dann legt Prince Boateng los: „Ante hat vor dem Spiel zu mir gesagt: Bruda, schlag de Ball lang. Und ich hab gesagt: Bruda, ich schlag de Ball lang!“

Es werden schon die ersten Trikots gedruckt mit diesem Spruch für die Ewigkeit. Und Ante Rebic wird abgefeiert. Genauso wie Boateng für diese Ansprache – ein echter Leader. Genauso Hradecky, der sich für drei fantastische Jahre bedankt. Und die Fans fordern Niko Kovac. Da steht er. Grinst verschmitzt, lächelt. Und die Fans singen schon den Klassiker „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“

Im Supercup sieht man sich wieder, wenn der Meister FC Bayern mit neuem Trainer Niko Kovac gegen den Pokalsieger Eintracht Frankfurt antreten wird. Kovac bedankt sich mit heiserer Stimme: Der Pokalsieg ist ein Geschenk der Mannschaft an die Fans. Die Fans singen „Wir sind alle Frankfurter Jungs!“. Und dann singen alle zusammen „Deutscher Pokalsieger S G E!“ Zimmermann, der Ersatztorwart darf dann das große Humba anstimmen und der Römerberg bebt erneut und alle rasten zusammen komplett aus. Und zum Schluss darf Torwarttrainer Moppes Petz ein echtes Frankfurter Lied anstimmen: der Tschu Tschu Lagerboogie und alle swingen mit. Danach dürfen sich Team und Trainer ins Goldene Buch der Stadt Frankfurt eintragen. Was bleiben wird sind die Bilder und Emotionen. Ein Tag für die Ewigkeit.

„Ich durfte den Pokal küssen“

Und hier ein paar Zitate von einigen Riedberger, die beim Pokalerfolg der Eintracht dabei waren:

hr-Reporter Tim Brockmeier: „Dieses Pokalfinale war das emotionalste Spiel, dass ich je erlebt habe. Zum ersten Mal in 18 Jahren als Reporter hatte ich nach dem Schlusspfiff keine Stimme mehr, weil ich mir die Seele aus dem Leib gebrüllt habe und zum ersten Mal in 18 Jahren als Reporter hatte ich bei der Siegerehrung eine Träne im Augenwinkel. Ein unvergessliches Spiel mit einem unvergesslichen Pokalsieger Eintracht Frankfurt.“

Baris Celik: „Beim 1:0 riss ich die Arme hoch. SGE ist kein Verein, SGE ist eine Haltung. Wir werden gewinnen, ich habe immer daran geglaubt.“

Dr. Paul Wnuk: „Rebic schiebt den Ball zum 2:1 rein und mir wurde fast schwarz vor Augen. Und als der Schiri Videobeweis anzeigt, wäre ich fast gestorben.“

Dr. Andreas Beyer: „Beim Videobeweis in der Verlängerung habe ich mit dem Fussballgott gesprochen. Das kannst Du nicht machen. Nicht in der letzten Sekunde der Verlängerung.“ (Anm. der Red. mit dem „echten“ Fussballgott – nicht AM14FG).

Florian Becker: „Beim Abpfiff war ich zuerst noch wie benommen. Dann hatte es etwas Befreiendes, eine absolute emotionale Explosion.“ Seine Schulkinder bekamen leuchtende Augen, als er erzählte, dass er live dabei war.

Gerd Mander: „Auf dem Nachhauseweg mit der U-Bahn musste mein Sohn dann gefühlte 40-mal Sätze hören wie: „Bub, Du musst Deinem Vadder dein Lebbe lang dankbar dafür sein, dass Du heute dabei sein durftest. Isch bin seit verzisch Jahrn Ointracht-Fan und so was hab‘ isch noch nicht erlebt. Da musste ihm immer für danken, vergess das net.“ Nach der fünften Ansprache hat er innerlich mit den Augen gerollt.“

Sven Siemienowski: „Ich war auf dem Weg in den Urlaub und, als ich sah, dass die Eintracht 1:0 führt, bin ich vor Aufregung noch einkaufen gegangen. Raus aus dem Supermarkt. 1:1. Mist, jetzt drehen die Bayern das Ding! Langsam zum Haus. Angekommen und die Kinder brüllen: „Schnell Papa, die Eintracht holt gerade den DFB Pokal.“ Jetzt vor den Fernseher. Dann diese Szene mit Boateng. Videobeweis. Ich halte das nicht aus, der gibt eh Elfmeter. Weiter Auto ausräumen. Die Kids schreien den Ball übers Feld zum 3:1 und mir laufen die Tränen.“

Jörg Niegemann: „Ich hätte nie gedacht, dass ein Fußballspiel mich zum Weinen bringt. Diese spontane und unerwartete Eruption der Emotionen war absolut einzigartig und mit absolut nichts anderem vergleichbar. Nach Abpfiff war ich noch lange Zeit fassungslos und emotional total ausgelaugt.“

Anton T. Hartl: „Ich durfte den Pokal küssen an diesem sensationellen Abend. Eintracht Frankfurt ist wie eine große Familie. Ein Freund von mir sagte: der Adler in Deiner Brust ist ein gutes Stück gewachsen.“

Diesen Moment vergisst man(n) nie: Anton T. Hartl „durfte den Pokal küssen“

Vielen Dank an Alex Markert für diesen Bericht über eine unvergessliche Pokalnacht – und an alle Riedberger SGE-Fans, die für die Eintracht geschrien, gesungen, gezittert, gebrüllt und mit dem Team gefeiert haben!

Fotos: Privat