Einzigartig: Tanzen mit und ohne Handicap

Thom Hecht lächelt viel, wenn er mit den Kindern tanzt. Natürlich auch, wenn er Erwachsene oder Teenager unterrichtet. Seine Ballettstunden sind selbst in den Ferien gut besucht. Als er danach um ein paar Gesprächsminuten bittet, merkt man sofort, dass ihm etwas auf dem Herzen liegt. Ja, er möchte nur kurz auf ein besonderes Angebot aufmerksam machen. „Demnächst gibt es hier auch inklusiven Kindertanz“, berichtet er. „Das ist einzigartig nicht nur am Riedberg, das ist meines Wissens einzigartig im gesamten Frankfurter Raum.“ Immer freitags können dann Kinder auf phantastische Entdeckungsreisen gehen. Mit allen Sinnen, Musik und so, wie sie sich gerade fühlen. Kinder mit und ohne Handicap.

Dr. Thom Hecht (42) hat in Texas Tanz studiert. Zudem eine Fachkombination, die soziale Gerechtigkeit in allen Facetten des Lebens untersucht und beleuchtet. Ihm ist es ein Anliegen, „Hemmungen abzubauen“ und „Anders-Sein als Normal-Sein zu vermitteln“. Mit Spiel, viel Freude und in einer Gruppe, die jedem Kind Halt geben kann. Vier gesunde Kinder und zwei mit Down-Syndrom sind bereits für den Kurs angemeldet, den Hecht ab September für das Familienzentrum Billabong veranstaltet. „Vielleicht kann und möchte irgendwann noch ein Kind mit einer körperlichen Behinderung zu uns stoßen“, bemerkt er. Auch Kinder im Rollstuhl kann die Tanzerfahrung begeistern. Musik hilft, Gefühle auszudrücken. Menschen mit Handicap haben Wissenschaftlern längst berichtet, wie frei und „gesund“ sie sich fühlen, wenn sie sich bewegen. Im Wasser, beim Tanz. Sogar beim Klettern, das übrigens die Frankfurter Sektion des Alpenvereins für körperlich und geistig Behinderte in Preungesheim anbietet.

Beim Tanzen gehen alle auf Bewegungsreise. Die Themen lauten „Im Spielzeugland“, „Im Dschungel“ oder „Die geheime Schatzinsel“. Was gemacht wird, bestimmen die Kinder zwischen drei und acht Jahren selbst. Jeder so, wie er kann und möchte. Gemeinsam in der Gruppe. Mit Betreuung, aber ganz ohne Eltern. Thom Hecht folgt dabei einem innovativen Konzept, das bewusst Kinder mit einem größeren Altersunterschied in einer Gruppe verbindet. „Schließlich geht es nicht darum, dass alle das gleiche Level haben, sondern darum, dass sie gemeinsam etwas erreichen.“ Nicht selten ist es so, dass fitte Kinder den anderen helfen, sie unterstützen „und eine Führungsrolle übernehmen“. Am meisten freut es ihn, wenn nicht nur er die jeweils 45 Minuten als Bereicherung empfindet. Einfach ausgedrückt: Wenn möglichst viele Kinder lächeln.

C. Detsch

Informationen zur Anmeldung, Terminen und Gebühren unter www.billabong-family.de