Neues Gymnasium mit Fragezeichen

Im Frankfurter Norden fehlen laut Prognosen bis zu 280 Plätze an weiterführenden Schulen, insbesondere an Gymnasien. Jetzt liegen konkrete Pläne für ein neues Gymnasium mit dem provisorischen Standort in Westhausen auf dem Tisch. Joachim Lenz, Leiter des Liegenschaftsmanagements des Stadtschulamts, kam persönlich zum zuständigen Ortsbeirat 7. Die Fakten: Das Gymnasium in Holzmodulbauweise soll in Nähe der Ludwig-Landmann-Straße, am Areal zwischen Kollwitzstraße und Muckermannstraße entstehen. Die Arbeiten sollen nach Ostern beginnen, bis 2020 soll ein endgültiger Standort – womöglich in Bonames – gefunden werden. Es wird zunächst 180 Plätze pro Jahrgang geben und eine Kantine für die Hälfte der Schüler. Das Schulprofil steht noch nicht fest.

Ein Diskussionspunkt war sofort die Verkehrsanbindung. Anwohner haben wegen des zu erwartenden Verkehrsaufkommens schon Widerstand gegen die Pläne angekündigt. Laut Schulamt sind eine bessere RMV-Anbindung oder ein Schulbus „unrealistisch“. Vom Riedberg aus ist die Schule sechs Kilometer entfernt – aber per Bus und Bahn erst in 34 bis 43 Minuten erreichbar. Je nachdem, ob man ein oder zwei Mal umsteigt.

Die beiden Elternbeiratsvorsitzenden der Riedberger Marie-Curie-Grundschule, Barbara Günther und Bettina Grießhammer, haben anlässlich der Vorstellung der neuen Schulpläne die Eltern per Mail dazu aufgerufen, ihre „Stimme zu nutzen“ und Bildungs-Dezernentin Sarah Sorge oder auch das Schulamt zu kontaktieren. Denn „im kommenden Schuljahr und sicher auch noch in den darauffolgenden Jahrgängen werden wir zu wenige Plätze in den weiterführenden Schulen in Frankfurt haben“.

Am Gymnasium Riedberg werden ebenfalls wieder 180 Plätze vergeben, bereits in diesem Jahr war die Zahl der Anmeldungen weit höher. Die Übergangsquote für das Gymnasium liegt in unserem Stadtteil bei bis zu 70 Prozent und ist wesentlich höher als in anderen Stadtteilen. Allerdings haben laut FAZ-Bericht bei einer Podiumsdiskussion im Haus am Dom Experten darauf hingewiesen, wie wichtig eine gute Beratung in den Grundschulen in puncto Übertritt ist. Denn nicht alle Schüler mit Gymnasial-Wunsch sind für ein Gymnasium geeignet.

Der Ortsbeirat Kalbach/ Riedberg setzt beim Thema Schulplätzemangel auf eine Erweiterung der nahen Otto-Hahn-Gesamtschule in Nieder-Eschbach. Auch zwei weitere Frankfurter Ortsbeiräte setzen sich dafür ein. Noch aber gibt es dazu keine Antwort der Stadt. Ortsvorsteherin Carolin Friedrich erklärte gestern auf Anfrage, dass „die Stadtverordnetenversammlung das Ansinnen mit der Bitte zu prüfen und zu berichten an den Magistrat weitergeleitet hat“.

Schüler und Eltern können sich ab sofort wieder an den „Tagen der offenen Tür“ über Angebot und Schwerpunkte der weiterführenden Schulen informieren. Die nächsten Info-Tage im Frankfurter Norden sind:

Otto-Hahn-Schule (Nieder-Eschbach) / kooperative Gesamtschule: Tag der offenen Tür am 5.12.2015 von 10 bis 13 Uhr

Ziehenschule (Eschersheim)/ Gymnasium: Tag der offenen Tür am 16.1.2016 von 9 bis 12.15 Uhr

Anne-Frank-Realschule (Dornbusch): Tag der offenen Tür am 5.02.2016 von 14.30 bis 17.30 Uhr

Ernst-Reuter-Schule II (Niederursel)/ Integrierte Gesamtschule: Tag der offenen Tür am 13.2.2016

Wöhlerschule (Dornbusch)/ Gymnasium: Tag der offenen Tür am 26.2.2016 von 16 bis 19 Uhr

Gymnasium Riedberg: Tag der offenen Tür am 27.2.2016 von 16 bis 19 Uhr

Alle Informationstage auf einen Blick finden Sie unter www.frankfurt.de, Stichwort „Tage der offenen Tür“.

(Zusammenfassung: cd/ Foto: pict rider/ fotolia)