Die Ergebnisse in
unserem Wahlkreis

Historische Negativergebnisse für CDU und SPD, eine spontane Demonstration in Frankfurt gegen den Erfolg der Rechten – und auch die drei Politiker, die aus unserem Wahlkreis 183 in den den Bundestag einziehen werden, reagierten mehr als verhalten. Ulli Nissen (SPD), die schon bei der letzten Wahl über die Landesliste nach Berlin gelangte, nannte auf Facebook die Wahlergebnisse „grauenvoll“. Ein Dankeschön an ihre Unterstützer endete mit dem Satz: „Ansonsten bin ich natürlich sehr deprimiert – insbesondere das Abschneiden der AfD erschreckt mich sehr!“ Omid Nouripour (Grüne), bisher außenpolitischer Sprecher seiner Partei und Mitglied im auswärtigen Ausschuss des Bundestages, kommt ebenfalls über die Liste in den Bundestag, beschäftigte sich noch am Wahlabend mit der möglichen Jamaika-Koalition und twitterte: „Wir werden mit sehr klaren inhaltlichen Zielvorgaben sondieren: Offenheit der Gesellschaft, Klimaschutz & Europa.“

Das Direktmandat gewann klar Bettina Wiesmann (50), bisher Landtagsabgeordnete der CDU, die sich in einer Kampfkandidatur gegen den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Römer, Michael zu Löwenstein, durchgesetzt hatte.

Von knapp 224.000 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern im östlichen Frankfurter Wahlkreis, der von Bonames bis zum Airport reicht, gaben mehr als 172.000 ihre Stimme ab. Das macht eine Wahlbeteiligung von 77 Prozent – vier Prozent mehr als 2013. Die Zahlen der Erststimmen im Überblick: 32,4% CDU/ 25,9% SPD / 13,5% Grüne/ 9,1% Linke/ 8,1% FDP / 7,6% AfD


Bettina Wiesmann (50), bisher Landtagsabgeordnete der CDU, gewann klar das Direktmandat im Wahlkreis 183

Das Ergebnis der Zweitstimmen


Das ist das vorläufige Endergebnis, das über bundeswahlleiter.de veröffentlicht wurde. Hinter der aktuellen Zahl erscheint das Ergebnis der Bundestagswahl 2013

Wie auch im zweiten Frankfurter Wahlkreis, wo Matthias Zimmer (CDU) das Direktmandat gewann, weichen die Ergebnisse der Zweitstimmen insbesondere in einem Punkt vom Bundes-Trend ab: Die Grünen sind klar drittstärkste Kraft, knapp vor der wiedererstarkten FDP – und die AfD erreicht keine 10 Prozent. Im Wahlkreis 183, zu dem der Riedberg gehört, sind es „nur“ 8,0 Prozent. Damit liegen wir im Trend der großen Metropolen im Westen, in denen zwar die traditonellen Volksparteien CDU/CSU und SPD oft weniger gut abschnitten – aber die kleineren Parteien FDP, Linke und Grüne punkten.

Freuen konnte sich deshalb Dr. Thorsten Lieb, der für die FDP im Ortsbeirat Kalbach/ Riedberg sitzt und Vorsitzender der Frankfurter Liberalen ist. Laut Frankfurter Rundschau rief er gestern: „Das ist ein gigantisches Ergebnis.“

Einzug in den Bundestag

Bettina Wiesmann (CDU), Unternehmensberaterin und bisher Landtagsabgeordnete, gewann (siehe oben) das Direktmandat in unserem Wahlkreis. „Freiraum, Anerkennung und Unterstützung von Familien“ soll eines ihrer Themen sein. Die Mutter von vier Kindern setzt sich für die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere ein und will die Kultur- und Wissenschaftsstadt Frankfurt erheblich stärken.

Ulli Nissen (SPD) verlor den Kampf um das Direktmandat, gelangt aber über Platz sechs auf der hessischen Landesliste wieder in den Bundestag. Sie kämpft seit langem für ein „echtes“ Nachtflugverbot von 22 bis 6 auf dem Rhein-Main-Airport. Ihr zentrales Thema ist bezahlbares Wohnen und mehr Wohnraum für Studierende. Sie setzt sich zudem gegen Rechts ein und will auch erreichen, dass wesentlich mehr Geld für den Ausbau und die Sanierung von Schulen bereitsteht.

Omid Nouripour (Grüne) ist als außenpolitischer Sprecher und Mitglied im auswärtigen Ausschuss des Bundestages längst in Berlin angekommen. Über die Landesliste rückte er 2006 für Joschka Fischer in den Bundestag nach. Über die Landesliste kommt er auch jetzt nach Berlin. Der Mann, der erst mit 13 Jahren aus dem Iran nach Deutschland kam, bezeichnet sich selbst als „Kronjuwel der Integration“. Auf kommunaler Ebene setzt er sich für Schwarz-Grün ein, auf Bundesebene tritt er als Außen- und Sicherheitspolitiker auf, kämpft für eine Lösung der großen Konflikte und prangert Menschenrechtsverletzungen in Syrien und anderen Teilen der Welt an.


Das sind die beiden Frankfurter Wahlkreise

(Fotos/ Ergebnisse: www.bundeswahlleiter.de, Stadt Frankfurt, CDU)