22 Klassen – aber nicht genügend Räume für die Schüler

Die dritte Grundschule für den Riedberg wird kommen. So viel steht seit Freitag fest. Doch beinahe zeitgleich mit dieser sehr guten Nachricht, wurde eine schlechte Neuigkeit publik: Die dringend benötigten – und ursprünglich bereits zu Schuljahresbeginn zugesagten – Holzmodule für vier weitere Schulklassen der Marie-Curie-Schule stehen womöglich nicht einmal bis zu den Winterferien bereit. So die telefonische Auskunft des Amtes für Bau und Immobilien (ABI). Das bedeutet: Eine der größten Grundschulen in Frankfurt hat weiterhin nicht genügend Räume. Aktuell findet die Nachmittagsbetreuung für die vierten Klassen in den Stadtteilräumen des Riedberger Jugendhauses statt. Aus Platzmangel. Aber das klingt nicht nur nach einer Notlösung, das sollte auch nur eine Notlösung sein. Für möglichst kurze Zeit.

Der empörte Brief der Elternvertreter an die Stadt

“Ehrlich gesagt, wir sind sauer!” – so beginnt der alarmierende Brief des Elternbeirates an den Oberbürgermeister und die beiden zuständigen Ämter. Die Elternbeiratsvorsitzende Barbara Günther führt nochmals an: Über 500 Kinder, 22 Klassen, drei Vorlaufkurse, Ganztag bis 17 Uhr – das ist die Marie-Curie-Schule. Seit geraumer Zeit weist man darauf hin, dass die Schülerzahlen in immer kürzer werdenden Intervallen ansteigen. „Wir haben nicht zugeschaut, sondern sind frühzeitig bereits im Jahr 2016 auf Sie zugegangen und haben auf die Risiken und Hindernisse aufmerksam gemacht.“

Im Laufe des vergangenen Schuljahres wurde agiert und zugesichert, dass in den Sommerferien 2018 auf dem Schulhof Holzmodule zur provisorischen Erweiterung gestellt werden, um den Schulalltag für diese Größe der Schule bewältigen zu können. Kurz vor den Sommerferien kam dann die ernüchternde Botschaft, es wird zeitlich nicht klappen (MAINRiedberg berichtete). Jetzt wird offenbar sogar als unrealistisch eingestuft, dass es zu den Winterferien klappen könnte. Barbara Günther: „Die Konsequenzen daraus muss jetzt das gesamte Kollegium im Ganztag, die Kinder und deren Eltern tragen.“

Denn die Auslagerung der Kinder der vierten Klassen am Nachmittag in die Stadtteilräume im rund fünf Minuten entfernten Jugendhaus „mag bei gutem Wetter klappen“. Aber bei schlechtem Wetter, so argumentieren die Elternvertreter, werde das nicht funktionieren. „In den Herbst- und Wintermonaten wird die Betreuung für 100 Kinder dort nicht möglich sein.“

Erstaunt nimmt man zur Kenntnis, dass die Stadtteilräume bereits bis Jahresende angemietet wurden – ohne vorherige Information von Schule und Eltern. Übrigens wurde man laut Auskunft von Jetta Lüdecke, Referentin von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), auch dort von der Nachricht „völlig überrascht“. Das Dezernat XI sei bislang über die erneute Verspätung der Stellung der Holzmodule vom Amt für Bau und Immobilien von Reformdezernent Jan Schneider (CDU) auch nicht informiert worden.

Fakt ist: Die Aufträge für die Arbeiten an der Marie-Curie-Schule sind erst Ende Juni öffentlich ausgeschrieben worden.

Gerät der gesamte Zeitplan für die Schulen am Riedberg ins Wanken?

Jetzt sind die Eltern in Sorge. Der vor wenigen Wochen publikumswirksam vorgestellte Zeitplan für das neue Schulkonzept am Riedberg ist sehr eng gestrickt. Am Freitag wurde per Magistratsbeschluss zum Schulentwicklungsplan unter anderem die dritte Grundschule Riedberg beschlossen, der ab nächsten Schuljahr die Marie-Curie-Schule entlasten soll. Nun folgt die Stadtverordnetenversammlung Ende September. Das Land Hessen ist schon in Abstimmung dem Bildungsdezernat und man richtet eine Planungsgruppe ein.

Die Frage, welche die Elternvertreter nun stellen: Kann der ambitionierte Zeitplan für die Schulen am Riedberg wirklich eingehalten werden? Denn auch das Provisorium für die neue dritte Grundschule muss erst geplant, die Arbeiten müssen vom zuständigen Amt in Auftrag gegeben und die Holzmodule müssen rechtzeitig aufgestellt werden. Start müsste ja schon 2019 sein.

Hier am Ende der Hans-Leistikow-Straße soll zum nächsten Schuljahr das Provisorium für die dritte Grundschule stehen. Jetzt fragen Elternvertreter: Kann der ambitionierte Zeitplan klappen?

Fotos: MAINRiedberg