Deshalb kündigt Mainova
Wärmeverträge

Hausbesitzer am Riedberg haben vor wenigen Tagen ein Schreiben der Mainova erhalten – mit der Kündigung des bestehenden Wärmevertrages zum Jahresende. Das sorgte für Verwunderung bis Verunsicherung, nicht nur bei Diskussionen in Internetforen. MAINRiedberg hat deshalb direkt beim Energieversorger nachgefragt und folgende Auskunft erhalten: Mainova führt „zum 1. Januar 2018 ein neues Preissystem ein“. Dies betrifft alle Fernwärmekunden in Frankfurt. Um dies umzusetzen sei es nötig, die Verträge mit einer Frist von neun Monaten zum Jahresende formal zu kündigen, beziehungsweise die Lieferbedingungen entsprechend zu ändern.

Hintergrund ist, so Pressesprecherin Ulrike Schulz, „dass unsere Kosten für die Fernwärmeerzeugung und -verteilung in unserem aktuellen Preissystem nicht mehr angemessen berücksichtigt werden“. Man argumentiert, dass zudem bei den Preisen auch die Entwicklung auf dem Wärmemarkt abgebildet werden müsse, die die Preisentwicklung für Heizwärme in Deutschland widerspiegelt.

Der Energieversorger entwickelt „ein neues Preismodell, das die jeweiligen Änderungen der Kostenstrukturen zukünftig besser abbildet“. Nähere Auskünfte zu den neuen Preisen enthielt die Auskunft der Mainova nicht. Die Kalkulation der Fernwärmepreise wird allerdings von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auf Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit hin überprüft. Zusätzlich erfolgt eine rechtliche Begutachtung der Angemessenheit.

Die neuen Preise sollen im September veröffentlicht werden. Sie hängen auch davon ab, wie sich die Brennstoffpreise bis zum Sommer entwickeln. Die letzten beiden Sätze im Schreiben des Energieversorgers lauten: „Für unsere Kunden besteht kein Handlungsbedarf. Die Versorgung ist trotz Kündigung sichergestellt.“

Das Energiekonzept für die insgesamt rund 6000 Wohneinheiten am Riedberg, also die Versorgung durch Fernwärme, gilt aus Umweltgesichtspunkten (Emissionsminderung von 9.000 bis 13.000 Tonnen CO2 jährlich) als vorbildhaft. Der zweite Pluspunkt lautete bisher stets, dass durch Fernwärme auch die Jahreskosten für die Beheizung und Trinkwassererwärmung für Hausbesitzer gesenkt werden könne.

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Foto-Info: Die 6000 Wohneinheiten am Riedberg werden mit Wärme aus dem nahegelegenen Müllheizkraftwerk in der Nordweststadt beliefert

(Foto: cd)