Was bedeuten die neuen Mainova-Verträge?

Der neue Wärmevertrag ist in einem blauen Ordner mit dem Schriftzug „Wichtige Vertragsunterlagen“. Hier werden die Mainova-Kunden unter anderem über das neue Preissystem informiert, das ab 1. Januar 2018 gilt. Das betrifft alle Riedberger, da hier ein Anschlusszwang für diese umweltfreundliche Energieform gilt. Zumal das Müllheizkraftwerk, wo die Fernwärme erzeugt wird, in unmittelbarer Nähe ist. Bei der Mainova spricht man von teilweise leichter Entlastung und Transparenz. Einige Anwohner indes fürchten eine Preissteigerung um teilweise mehrere hundert Euro im Jahr und wollen mithilfe eines Energieberaters herausfinden, wie sie sparen können.

Der Fernwärmepreis setzt sich vor allem aus „Jahresgrundpreis“ und „Arbeitspreis“ zusammen. Der Grundpreis bemisst sich nach der vertraglich vorgehaltenen Wärmeleistung in Kilowatt. Also wie viel Wärme die Fernwärme-Übergabestation des Hauses oder der Wohnung im Prinzip produzieren kann und muss. Der Wert ist so ausgelegt, dass die Temperatur der Wohnräume auch am statistisch kältesten Tag bei etwa 20 Grad gehalten werden kann.

Faktor zwei ist der Verbrauch, also die gelieferte Wärme. Wer die neuen Preise wiederum mit den alten Preisen vergleicht, wird feststellen, dass sich der Preis für die Basis-Leistung künftig mehr als verdoppelt und der Preis für die verbrauchten Kilowattstunden leicht sinkt. Einer der Riedberger, die einen Energieberater hinzugezogen haben, erklärt: „Für mich macht das insgesamt gut 300 Euro aus, die ich demnächst mehr zahlen muss.“ Zumal er nicht verstehen könne, dass man nicht den Preis für die jeweils verbrauchte Wärme stattdessen anhebt. Er fragt: „Wäre das nicht gerechter?“

Das sagt die Mainova

Fakt ist, dass Mainova im vergangenen Jahrzehnt 150 Millionen Euro in den Ausbau der Fernwärme und den Umbau von Kraftwerken investiert hat. Pressesprecherin Ulrike Schulz betont, dass Fernwärme zu den umweltschonendsten Formen der Wärmeversorgung gehört und „in Frankfurt in den Heizkraftwerken der Mainova mittels hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt wird“. Bei einem transparenten Preissystem müsse aber auch die Entwicklung auf dem Wärmemarkt berücksichtigt werden. Sprecherin Schulz: „Viele der hier maßgeblichen Faktoren haben sich verändert.“ Unabhängig davon sei Fernwärme auch nach der Preisumstellung im Vollkostenvergleich mit Öl oder Erdgas zumeist die günstigere Alternative.

Die Sprecherin führt auch aus, dass rund die Hälfte der Privatkunden in Ein- und Zweifamilienhäusern durch die neuen Preise voraussichtlich sogar leicht entlastet werde. Skeptische Hausbesitzer aus dem Altkönigblick hingegen verweisen darauf, „dass das für uns sicher nicht gilt und vor allem Mieter hier am Riedberg die neuen Preise erst bei der Nebenkostenabrechnung merken werden“.

Ein weiterer Punkt ist, dass der von der Mainova übrigens geförderte Energieberater herausgefunden hat, dass die Grundleistung, die jetzt teurer wird, bei einigen Häusern deutlich zu hoch angesetzt wurde. In nicht nur einem Fall würden beispielsweise statt bisher 12 bis 15 Kilowatt Basis-Leistung definitiv nur 8 Kilowatt genügen. Das belegt die offizielle Heizlastberechnung, welche man bei der Hausübergabe erhält. Diese wiederum wollen die betroffenen Riedberger jetzt der Mainova vorlegen.

Vertrag gilt auch ohne Unterschrift

Was aber geschieht, sollten Kunden den neuen Vertrag nicht unterschreiben? Dazu Pressesprecherin Ulrike Schulz zu MAINRiedberg: „Natürlich werden unsere Kunden auch weiterhin von uns zuverlässig und sicher mit Fernwärme versorgt. Für den Fall, dass der Kunde keinen schriftlichen Vertrag abschließt und weiterhin Fernwärme beziehen will, bestimmt § 2 Abs. 2 S. 2 AVBFernwärmeV, dass durch die Entnahme von Fernwärme ein faktischer Vertrag zustande kommt.“ Das bedeutet, dass trotzdem die neuen Preise gelten. Die alten Verträge hatte die Mainova im März fristgerecht gekündigt.

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Bei Rückfragen zur Berechnung der Preisänderungsklausel kann Mainova-Kunden ein Termin im Service Center zur persönlichen Beratung angeboten werden.

Die Terminvergabe erfolgt über fernwaerme@mainova.de
Service Line 0800-5894568
Fax 0800-1188844

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Dieser Beitrag ist die gekürzte Fassung eines Berichts, der in der aktuellen MAINRiedberg-Ausgabe Anfang Dezember erschienen ist