Kategorie: Verkehr

Im Juli: U-Bahn
unterbrochen

Vom 1. bis 30. Juli wird die so genannte A-Strecke, auf der die Linien U1, U2, U3 und „unsere“ U8 im Abstand weniger Minuten verkehren, zwischen Dornbusch und Heddernheim in zwei Abschnitten unterbrochen. Die Arbeiten werden extra in die Sommerferien gelegt, da dann deutlich weniger Fahrgäste mit den U-Bahnen fahren. Denn es ist die meistbefahrene U-Bahn-Strecke in Frankfurt – mehr als 400 Züge pro Tag und Richtung sind dort unterwegs.

Während der Bauarbeiten fahren die U-Bahnen als Linie U1 auf der Tunnelstrecke zwischen Dornbusch und Südbahnhof uneingeschränkt im 5-Minuten-Takt mit 4-Wagen-Zügen. Auch von Heddernheim stadtauswärts sind durchgehend U-Bahnen im Einsatz, wenn auch nicht nach dem gewohnten Plan. Dazwischen fahren Gelenkbusse als Ersatz.

Die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ und die VGF empfehlen, die Baustelle mit Bus und Bahn möglichst großräumig zu umfahren und für sonst gewohnte Wege mehr Zeit einzuplanen. Sie bitten ihre Fahrgäste, soweit möglich, die S-Bahnen S5 und S6 oder die anderen alternativen Linien zu nutzen. Die Linien U9, 16 und 64 bieten durch mehr Wagen oder zusätzliche Fahrten zudem mehr Platz. Die Linie 60 fährt immer bis zum Bahnhof Eschersheim.

Denn für die mehr als 100.000 Fahrgäste, die täglich mit den U-Bahnen auf der Eschersheimer Landstraße fahren, bedeuten die Sperrungen unvermeidbare Einschränkungen. Für die Verkehrsunternehmen, die den Ersatzverkehr für etwas eigentlich Unersetzliches organisieren müssen, aber auch. Denn ein Gelenkbus kann einen voll besetzten U-Bahn-Zug mit 700 Plätzen leider nur begrenzt ersetzen. Engpässe mit Wartezeiten an Haltestellen des Schienenersatzverkehrs (SEV) werden daher nicht zu vermeiden sein.

Hinzu kommt, dass die Straßenbaumaßnahmen entlang der Eschersheimer Landstraße zu Verspätungen der Busse führen können. Zudem ist in den Ferien auch der Berkersheimer Weg erneut für Straßenbauarbeiten gesperrt, so dass die Buslinien 63 und 66 unterbrochen werden müssen.

Wann und wo die U-Bahnen unterbrochen werden

Die notwendigen Gleisbauarbeiten finden in zwei Abschnitten statt. Vom 1. bis 16. Juli muss dafür der U-Bahn-Verkehr zwischen Heddernheim und Hügelstraße unterbrochen werden. Anschließend, vom 17. bis 30. Juli, können die U-Bahnen nicht zwischen Hügelstraße und Dornbusch fahren.

So verkehren U-Bahnen und Ersatzbusse…von 1. bis 16. Juli

Zwischen Südbahnhof und Hügelstraße verkehrt die U-Bahn-Linie U1. Von der Hügelstraße über Heddernheim bis zur Station „Heddernheimer Landstraße“ sind Gelenkbusse unterwegs. Ab Heddernheim fahren die U-Bahn-Linien U2 nach Nieder-Eschbach (Achtung! Nicht bis Gonzenheim) und U3 nach Oberursel-Hohemark.

Die Linie U9 stellt eine „lange Verbindung“ von Ginnheim über die Nordweststadt, den Riedberg und Nieder-Eschbach nach Bad Homburg-Gonzenheim her. Die Linie U8 verkehrt nicht.

…von 17. bis 30. Juli

Jetzt fährt die U-Bahn-Linie U1 zwischen Südbahnhof und Dornbusch sowie zwischen Hügelstraße und Ginnheim. Der Einsatz der Gelenkbusse beschränkt sich auf den kurzen Abschnitt zwischen Dornbusch und Hügelstraße. Stadtauswärts ist der Umstieg von den SEV-Bussen in die U-Bahnen am Lindenbaum barrierefrei möglich.

Ab Hügelstraße fahren neben der U1 auch die Linien U2 (nach Nieder-Eschbach) und U3 (nach Oberursel-Hohemark). Die U9 stellt unverändert die Verbindung zwischen Ginnheim und Bad Homburg-Gonzenheim her. Die U8 ist nicht im Einsatz.

…von morgens bis abends im dichten Takt

Die U-Bahn-Linie U1 verkehrt auf dem Innenstadt-Abschnitt den ganzen Tag mit vier Wagen im 5-Minuten-Takt. Die Gelenkbusse des Schienenersatzverkehrs fahren genauso oft. Zu den verkehrsstarken Zeiten stehen sogar jeweils zwei Gelenkbusse bereit, um die Fahrgäste von der U-Bahn zu übernehmen.

Nördlich der Baustelle, also ab Heddernheim oder Hügelstraße verkehren die U-Bahn-Linien U1, U2 und U3, aber auch die U9, durchgehend mindestens viertelstündlich.

Die U-Bahn-Linie U9 fährt montags bis freitags die meiste Zeit des Tages sogar alle zehn Minuten.

Die beste Verbindung findet man in der Fahrplanauskunft unter www.traffiQ.de oder am RMV-Servicetelefon 069/24248024, das täglich rund um die Uhr zu erreichen ist.

Informationen: Presse-Info Stadt Frankfurt

A 5-Ausbau: Hessen Mobil
muss neue Karten nutzen

Es gab Irritationen und Befürchtungen, als Hessen Mobil die Ausbauplanungen für die A 5 zwischen Nordwestkreuz und Friedberg bekannt gab. Die Pläne basierten auf altem Kartenmaterial, auf dem die Bebauung des Riedbergs nicht berücksichtigt war. Und man fragte sich: Wie nah führt die Autobahn in Zukunft an meinem Haus/ meiner Wohnung vorbei? Wie wird sich der Ausbau auf den Stadtteil auswirken? Wie laut wird es wirklich ? Was bedeutet die Verbreiterung für Flora und Fauna? Der Ortsbeirat schaltete sich ein. In Folge dessen hat der Magistrat „mit der Bitte um Berücksichtigung“ Hessen Mobil gebeten, nur noch aktuelles Material zugrunde zu legen und regelmäßig über Fortschritte der Baumaßnahme zu unterrichten.

Inzwischen gibt es bereits eine Stellungnahme mit der entsprechenden Zusage. Es geht um Bebauungspläne, Bebauungen, Gewerbegebiete, Kataster und mehr. Vor dem Antrag auf Einleitung der Planfeststellung soll eine erneute Aktualisierung des Kartenmaterials durchgeführt werden. Die Bürger werden zu allen relevanten Verfahrensschritten im Zuge von Bürgerversammlungen über den aktuellen Planungsstand informiert werden.

Verbreitung nach Norden wurde abgelehnt

Der Ortsbeirat hatte zur Begrenzung des Lärms eine Autobahnerweiterung auf der nördlichen Seite gefordert, wo – vom Riedberg und von Kalbach aus betrachtet – immer noch mehr Grün als Bebauung vorherrscht. „Wichtiger wäre gewesen, die Autobahn nicht beidseitig um jeweils eine Spur zu verbreitern, sondern wie von unserer Fraktion beantragt, einseitig nach Nordwesten“, wird in der Orts-SPD betont. Allerdings sehen die Planer andere Notwendigkeiten. Bei der Variantenuntersuchung wurden die Belange aller Anlieger-Gemeinden, die Erfordernisse aus dem Umbau des Autobahnkreuzes Bad Homburg plus die bereits für einen Autobahnausbau vorgehaltenen Flächen berücksichtigt. Im Bereich des Stadtgebietes Frankfurt ergibt sich laut Hessen Mobil daraus eine beidseitige Verbreiterung der Autobahn. Je nach Flächenabschnitt und gesetzlichen Voraussetzungen sind aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen.

(Symbolfoto: cevahir87/ fotolia)

Tempo 30 in weiter Ferne

Tempo 30 am Riedberg – mehr Lebensqualität für alle Bewohnerinnen und Bewohner: Mit diesem Wunsch hatte sich der Ortsbeirat für ein Tempo-Limit auf Altenhöferallee, Graf-von-Stauffenberg-Allee und Carl-Hermann-Rudloff-Allee ausgesprochen. Das wurde vom Magistrat abgelehnt. Die Begründung: Das sind „Haupterschließungsstraßen“, die auch der Anbindung an Rosa-Luxemburg-Straße und Marie-Curie-Straße dienen. Ein Ja wäre nur möglich, wenn Unfalluntersuchungen „eine Häufung von geschwindigkeitsbedingten Unfällen“ ergeben.

Ein neuer Pilotversuch nachts auf Hauptverkehrsstraßen in der Frankfurter City hat allerdings ergeben, dass Tempo 30 den Schallpegel wirksam reduziert. In der jüngsten Ortsbeiratssitzung gab es deshalb den Antrag, sich nochmals für Tempo 30 auf den Durchgangsstraßen am Riedberg – zumindest nachts – einzusetzen. Als ersten Schritt in die richtige Richtung sozusagen. Eine Mehrheit der Ortsbeiräte lehnte den SPD-Vorstoß ab. Die Begründung: Man plane noch immer mit Tempo 30 Tag und Nacht, am liebsten flächendeckend. Das sei das große Ziel, „darauf müssen wir hinarbeiten“, so Dr. Sascha Vogel (CDU). Es gebe keinen Grund, „auf halbem Weg stehen zu bleiben“, betonte auch Wolfgang Diel (Grüne).

(Text: cd/ Symbolfoto: Fotolia)

Stadt lehnt Schüler-Ampel ab

Dieser Unfall ist vielen Eltern noch in Erinnerung. An einem Montag kurz vor 17 Uhr wollte ein zehnjähriges Mädchen den Zebrastreifen vor der Marie-Curie-Schule überqueren und wurde von einem Auto erfasst. Das Kind musste ärztlich versorgt werden, überstand den Unfall aber zum Glück ohne nachhaltige Blessuren. Schon vorher hatte der Elternbeirat Verbesserungen in puncto Verkehrssicherheit angemahnt. Nach dem Unfall fasste der Ortsbeirat – einstimmig – mehrere Beschlüsse. Die Stadt sollte prüfen, ob nicht eine Ampel vor der Schule, eine statt des Zebrastreifens über die Altenhöferallee und/ oder Tempo 30 auf der gesamten Graf-von Stauffenberg-Allee plus ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen eingerichtet werden kann. All das hat der Magistrat jetzt komplett abgelehnt.

Es wird (vorerst) wieder nichts geschehen – die beiden Elternbeiratsvorsitzenden, Barbara Günther und Bettina Grießhammer nennen das „eine niederschmetternde und unverständliche Entscheidung“. Sie fügen hinzu: „Aber leider ist das auch normal in diesem politischen Prozess.“

Darum ist Tempo 30 „nicht möglich“

Die Begründung des Magistrats vom 3. Juni umfasst nur vier Absätze und hat folgenden Inhalt: Eine Tempo-30-Zone auf der gesamten Graf-von-Stauffenberg-Allee ab dem Abzweig von der Rosa-Luxemburg-Straße sowie das Lkw-Durchfahrtsverbot widersprechen der „vorgegebenen Netzfunktion als Hauptverkehrsachse“. Das heißt: Weil die „inneren“ Hauptverkehrsströme des Riedbergs dort und auch in der Altenhöferallee fließen sollen, sei das nicht möglich.

Was die beiden „Fußgängerschutzanlagen“ (sprich: Ampeln) betrifft, gelte immer noch die ablehnende Stellungnahme früherer Anträge. Das Fahrzeug-Aufkommen gilt als zu gering – obwohl laut privaten Zählungen eines Anwohners inzwischen bis zu 1000 Autos pro Stunde in dem Bereich fahren, Pendler-Schleichverkehr inklusive (MAINRiedberg berichtete).

DSC_9816xx
Auch hier an der Kreuzung Altenhöferallee/ Graf-von-Stauffenberg-Allee wird es keine Ampel geben

Ortspolitiker wiederum nennen diese Zahlen „subjektiv“ und verweisen auf erneute offizielle Verkehrs-Zählungen der Stadt, die in den nächsten Wochen stattfinden werden. Ortsvorsteherin Carolin Friedrich: „Warten wir’s ab. Ich bin gespannt auf das Ergebnis.“ Sie betont zugleich, dass der Ortsbeirat beim Thema Schulwegsicherheit definitiv „weiter dranbleibt“.

Der Elternbeirat der Marie-Curie-Schule blickt schon weiter in die Zukunft. Denn unweit der Grundschule soll bereits im Herbst 2017 das Provisorium der neuen Integrierten Gesamtschule (IGS) eröffnen. In einer aktuellen Information der Elternvertreter heißt es dazu: „Wenn nun der Westflügel weiter bebaut wird und auch die IGS eröffnet wird, wird sich das Verkehrsaufkommen noch mal steigern. Was dann einerseits eine Verschlechterung der Verkehrssituation ist, ist dann andererseits auch eine Chance, den Druck zur Investition in die Schulwegsicherheit zu erhöhen.“

Zwei gute Nachrichten gibt es dennoch

Die Verkehrszählung steht nun aus. Zudem ist an einem anderen gefährlichen Übergang eine so genannte „Ortsbegehung“ geplant. Experten der Stadt werden die Verkehrssituation in der Altenhöferallee auf Höhe der Sportanlage in Augenschein nehmen, Vertreter des Ortsbeirats und des SC Riedbergs werden dabei sein. Auch da ist das Ziel, den Weg für die vielen Kinder sicherer zu gestalten. Auch hier drücken die Elternvertreter der Marie-Curie-Schule „die Daumen für eine Verbesserung der Situation“. Das Info-Schreiben endet mit den Worten: „Es muss etwas geschehen. Leider kann dies nur sehr lange dauern und man braucht einen langen Atem. Den haben wir!“

(Zusammenfassung/ Foto: cd)

1000 Autos pro Stunde

Inge und Reiner Schneider bitten auf ihre Terrasse. Hier haben sie direkte Sicht auf die Kreuzung Graf-von-Stauffenberg-Allee/ Altenhöferallee. Die 75 und 76 Jahre alten Riedberger berichten, wie gerne sie hier immer noch wohnen. Doch sie berichten auch, wie – zunächst kaum merklich, aber dann immer unüberhörbarer – Verkehr und Verkehrslärm stärker wurden. „Der Berufsverkehr morgens nimmt stetig zu. Aber der Verkehr am Abend ist noch schlimmer“, erklären sie. Dann wird die Auto-Kolonne unten auf der Straße immer länger, also der Rückstau vor der Einmündung in die Altenhöferallee. Ab 16.30 Uhr passieren hier mehr als 1000 Fahrzeuge den Kreuzungsbereich – in nur einer einzigen Stunde. Das hat eine „private“ Verkehrszählung von Reiner Schneider ergeben. Diese liegt MAINRiedberg vor.

Es begann damit, dass sie ihr Fenster morgens immer früher zumachen mussten. „Wir schlafen immer bei offenem Fenster, aber so hält man das nicht aus“, erzählt das Paar. Vor einem Jahr wurde die Abfahrt in den neuen West-Teil des Riedbergs geöffnet. Die Anbindung hat 1,6 Millionen Euro gekostet, wurde von vielen Riedbergern ersehnt, da es eine weitere, wichtige Zufahrtsmöglichkeit in den Stadtteil bedeutet. Doch ab Sommer 2015 schien es dem Ehepaar Schneider so, als ob längst nicht mehr NUR Riedberger die neue Verkehrsader nutzten. Von ihrer Terrasse aus haben sie Buch geführt und berechnet, dass in der Rushhour inzwischen im Schnitt alle 3,5 bis 4,5 Sekunden ein Auto, Bus oder Lkw vorbeifährt.

VerkehrszaehlungPaarklein
Inge und Reiner Schneider lieben ihre Terrasse – allerdings haben sie von dort aus auch den direkten Blick auf die Verkehrsströme an der Kreuzung Graf-von Stauffenberg-/ Altenhöferallee

Wird der Riedberg zum Pendler-Schleichweg?

Für Reiner Schneider ist das schon längst keine Frage mehr – sondern Fakt. „Das sieht man alleine schon an den vielen Autokennzeichen, die nicht mit F beginnen.“ Denn nicht nur die Navis kennen längst den Schleichweg über Kalbacher Höhe, Riedbergallee und Altenhöferallee in beide Himmelsrichtungen. Noch beliebter indes scheint der zweite Riedberg-Schleichweg zu sein, der von der Rosa-Luxemburg-Straße rechts in die Graf-von-Stauffenberg-Allee und dann in die Altenhöferallee führt. Diese Strecke erspart Pendlern auf dem Weg von und zur Arbeit die alltäglichen Stauungen zwischen Rosa-Luxemburg-Straße und Aral-Tankstelle sowie morgens vor der Ampel der Landesstraße aus Richtung Kalbach und A661. All das führt, so Reiner Schneider, „zu einer untragbaren Verkehrsbelastung am Riedberg“. Höhere Feinstaubwerte und Gesundheitsrisiken inklusive.

Noch ein Aspekt könnte wichtig sein: Die Straßen sind offensichtlich als Erschließungsstraßen für den Stadtteil und nicht als Durchfahrtsstraßen konzipiert. Das könne man, so argumentiert Reiner Schneider, auch daran sehen, dass zwei etwas breitere Fahrzeuge oder normale Lastwagen kaum aneinander vorbeifahren können, ohne dass mindestens ein Fahrzeug auf die Radspuren ausweichen muss. Auch Folgendes haben die Anwohner beobachtet: Während die Fahrer der Linienbusse auch, wenn’s eng wird, noch abbiegen können, scheitern andere Verkehrsteilnehmer daran. Die Schilder auf der Mittelinsel an der Kreuzung Graf-von-Stauffenberg-/ Altenhöferallee wurden jedenfalls schon mehrmals umgefahren.

Was den Verkehrsstrom stoppen könnte

Reiner Schneider möchte aber nicht nur auf Missstände aufmerksam machen. Er hätte auch einige Ideen parat, die den Pendler-Strom auch preisgünstig stoppen könnten. Die Ampel an der Rosa-Luxemburg-Straße könnte man beispielsweise so umprogrammieren, dass der grüne Pfeil Richtung Riedberg anders geschaltet und damit nicht mehr so attraktiv für Nicht-Riedberger wäre. Auch Tempo 30 im gesamten Gebiet des Riedberg würde eine Lärm- und Verkehrsminderung bewirken.

Eine Verlagerung des Verkehrs aus dem Riedberg heraus würde auch „keinerlei Nachteile für andere Bürger bringen“. Da an den bisherigen Hauptverkehrswegen nicht viele wohnen.

Die „private“ Verkehrszählung auf einen Blick

Reiner Schneider holt seinen Hefter mit den exakten Strichlisten und erklärt: „Ich habe die Autos auf der Altenhöferallee und an der Einmündung der Graf-von Stauffenberg-Allee gezählt, also sowohl abbiegende, als auch durchfahrende Fahrzeuge.“

Seine Zählungen ergaben:

7.30 bis 8.30 Uhr werden insgesamt 805 Fahrzeuge gezählt
12.30 bis 13 Uhr (hochgerechnet auf 1 Stunde) 510 Fahrzeuge
16.30 bis 17 Uhr (hochgerechnet auf 1 Stunde) 1.080 Fahrzeuge

Nur zur Erläuterung: Der Zusatz „hochgerechnet“ bedeutet, dass mittags und abends in der angegebenen halben Stunde die Autos gezählt und dann die Zahl dieser Autos auf die volle Stunde aufgerechnet wurden.

Verkehrszaehlung1klein
Reiner Schneider hat über jedes durchfahrende Auto Buch geführt – die Bilanz in absoluten Zahlen überraschte aber auch ihn

Der Appell der Anwohner

Heute in der Ortsbeiratssitzung ab 20 Uhr wird sich das Ehepaar Schneider am Anfang in der Bürgersprechstunde zu Wort melden. Ruhig und sachlich, wie beim Besuch von MAINRiedberg. In dem Wissen, dass auch viele andere Anwohner ihren Appell unterstützen. Wurde nicht einst mit dem Slogan „Riedberg – urbaner Stadtteil im Grünen“ für das größte Neubaugebiet Hessens geworben? Das Verkehrsaufkommen scheint dazu nicht mehr zu passen. Reiner Schneider sagt: „Es ist nicht einzusehen und kann nicht toleriert werden, dass die Bequemlichkeit vieler Autofahrer Vorrang vor der gesundheitlichen Unversehrtheit der Bürger hat.“ Auch die zweite Grundschule des Riedbergs liegt direkt an der neuen „Pendlerstrecke“.

(Text & Fotos: cd)

Achtung: U8 fällt elf Tage aus!

Wichtige Nachricht für alle Pendler, Schüler und alle, die auf die U-Bahn angewiesen sind: Wegen Gleisbau-Arbeiten im Frankfurter Norden sind U3, U8 und U9 ab dem Wochenende unterbrochen. Präzise gesagt: Die U8, die für uns Riedberger wichtigste Verbindung Richtung City und Südbahnhof, stellt ihren Betrieb elf Tage lang komplett ein. Von Samstag, den 4. Juni, bis einschließlich Dienstag, den 14. Juni.

U-Bahnen fahren auf der „Stammstrecke“

Die Linien U1 und U2 allerdings verkehren auf ihrem regulären Linienweg und stellen auch das Angebot auf der „Stammstrecke“ zwischen Südbahnhof und Heddernheim sicher. Die Linie U1 fährt deutlich öfter – auch darauf weisen Stadt und Verkehrsbetriebe ausdrücklich hin. Die Linie U9 fährt nur zwischen Riedberg und Nieder-Eschbach.

Verkehrsbetriebe setzen Ersatzbusse ein

Für uns Riedberger bedeuten die Gleisbau-Maßnahmen: Wer nicht die U9 Richtung Kalbach und von dort die U2 nehmen will, muss auf Busse „umsteigen“. Die VGF setzt wischen Niederursel, Nordwestzentrum, Riedberg und Weißkirchen Ost Ersatzbusse ein. Neben diesen Ersatzbussen können auch planmäßige Linien als Alternative dienen. So stellt die reguläre Bus-Linie 29 eine zusätzliche Verbindung zwischen Riedberg und Nordwestzentrum her.

IMG_4795kl
Mit diesem Plakat erklären die Verkehrsbetriebe, wie der Ersatzfahrplan funktionieren soll

Die Linie U3 fährt wegen der Gleisbauarbeiten nur zwischen Weißkirchen Ost und Oberursel-Hohemark. Am Sonntag, 12. Juni, gibt es für die Fahrgäste der Linie U3 eine zusätzliche Einschränkung: Diese kann wegen Arbeiten an einer Brücke im Bereich Oberursel Bommersheim auf dem gesamten Linienweg nicht fahren.

Die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ und die VGF empfehlen den Fahrgästen, sich frühzeitig über ihre Fahrmöglichkeiten informieren, da mancher Weg etwas länger als gewohnt dauern wird. In der Fahrplanauskunft im Internet unter www.traffiQ.de sind die geänderten Fahrpläne bereits berücksichtigt. Über die beste Fahrtmöglichkeit informiert auch das RMV-Servicetelefon unter 069/24248024, das rund um die Uhr erreichbar ist.

(Information: Presse- & Informationsamt/ Foto: cd (1)/ VGF)

Eine Rose fürs Richtig-Parken

Morgens, 7.45 Uhr, Marie-Curie-Schule. Viele Eltern sind beim Bringen ihrer Kinder so in Eile, dass sie nicht vorschriftsmäßig parken, teils auch in zweiter Reihe oder auf den Fuß- und Fahrradwegen. Gegen 8 Uhr, wenn noch mehr Autos vor der Grundschule halten, wird die Situation noch unübersichtlicher. Und gefährlicher für alle Kinder, die zu Fuß, mit dem Roller oder Rad unterwegs sind. Der Elternbeirat der Grundschule spricht von einem „großen Sicherheitsproblem“ und hat deshalb folgende Aktion initiiert: Schüler mit Warnwesten haben in dieser Woche von Dienstag bis Freitag gezielt Autofahrer angesprochen, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten. Mit einem kleinen, (hoffentlich) nachhaltigen Dankeschön: Als Dank für Eltern, die schließlich richtig parkten, gab’s eine Rose.

In einer Mitteilung des Elternbeirats hieß es vorab: „Die Schüler werden unterstützt von Mitarbeitern von Kaleidoskop, Lehrern und Eltern, um gemeinsam ein einheitliches Verständnis zur Park- und Haltesituation vor der Schule hinzubekommen.“ Eine Mutter, die in den vergangenen Tagen federführend mitgewirkt hat, berichtet: „Als Resümee möchte ich feststellen, dass Eltern durchaus lernfähig sind. Waren es nach meiner Einschätzung am Dienstag noch gute 40 Prozent, die falsch parken, verbesserte sich die Situation auf circa 20 Prozent am Mittwoch auf unter 5 Prozent am Donnerstag.“

Eine Mutter, die als Zeichen des Richtigparkens eine Rose von den Kindern erhielt, meinte lachend: „Ich bin ja lernfähig. Gestern habe ich noch da drüben geparkt. Das war falsch.“

Der Elternbeirat der Grundschule will weiterhin die Verkehrssituation beobachten und sich für mehr Verkehrssicherheit vor der Schule einsetzen – auch über den Ortsbeirat 12 beim Magistrat der Stadt Frankfurt.

(Text & Fotos: cd)

Vier Ampeln für die Schüler

Exakt vor einer Woche geschah der Unfall vor der Marie-Curie-Schule, bei dem ein Mädchen (zum Glück) nur leicht verletzt wurde. Die Zehnjährige lief über den Zebrastreifen, wurde von einem Auto erfasst. Eltern hatten hier schon seit Eröffnung der Schule eine Ampel gefordert. All das schilderten Elternvertreter noch einmal eindringlich auf der Ortsbeiratssitzung vergangenen Freitag. Bisher hatten dort Ampel-Pläne keine Mehrheit. Jetzt, in der letzten Sitzung der Legislaturperiode und kurz vor der Kommunalwahl, wurde folgender Eilantrag einstimmig beschlossen:

Der Magistrat wird gebeten, beide Überwege in der Graf-von-Stauffenberg-Allee mit einer „Bedarfslichtzeichenanlage“ auszustatten. Sprich: Künftig könnten „Drück-Ampeln“ für mehr Sicherheit für die Schüler sorgen, analog zur Grundschule Riedberg I.

– An der Kreuzung Graf-von-Stauffenberg-Allee/ Altenhöferallee sollen ebenfalls zwei Ampeln installiert werden. Dafür kommt auch Unterstützung von TraffiQ, den Frankfurter Bussen und Bahnen. Denn durch eine Ampel könnten die Busse per Funk-Signal Grün und freie Fahrt bekommen.

– Die gesamte Graf-von Stauffenberg-Allee soll vom Kreisel am Eingang des Westflügels bis zur Altenhöferallee Tempo-30-Zone werden.

– Vor der Schule soll ein Fahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gelten. Auch Laster und Baustellenverkehr sind ein großes Sicherheitsrisiko.

Nach der letzten Sitzung vor der Wahl begann der Neujahrsempfang des Ortsbeirats 12. Vereine und Akteure aus Riedberg und Kalbach waren eingeladen. Auch Polit-Prominenz kam in die Alte Turnhalle am Grubweg: Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein, Frankfurter und natürlich auch zuständig für den Campus Riedberg, Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler sowie Reformdezernent Jan Schneider (alle CDU). Schneider ist Kalbacher, auch sein Vater Hans-Josef (65) war lange im Ortsbeirat und wurde am Freitag zum „Ortsältesten“ ernannt.

Beim Empfang betonten aktive und ehemalige Ortspolitiker, dass oft „ein langer Atem notwendig ist, um dicke Bretter zu bohren“. Sprich: Um Magistrat und Ämter von der Notwendigkeit gewisser Maßnahmen zu überzeugen. Bisher argumentierte die Stadt in puncto Ampeln, dass das Verkaufsaufkommen dafür zu gering sei. Das war aber vor und kurz nach Öffnung der Durchfahrt zur Rosa-Luxemburg-Straße. Anträge für eine Ampel in der Altenhöferallee wurden von der Stadt sogar wiederholt abgelehnt. Begründung: Eine Ampelanlage ist an dieser Kreuzung nicht erforderlich.

Hinzu kam, dass Initiativen für mehr Sicherheit oft schon viel früher verpufften. Beim Ortstermin direkt vor der Schule im März 2015 hatten sich Ortsbeirat, Eltern und Schulleitung noch für Drück-Ampeln ausgesprochen – wie jetzt auch. Einen Monat später forderte dann die SPD im Ortsbeirat nur an einem Überweg eine Ampel. Das haben CDU und Grüne abgelehnt, weil sie „keine neue Entscheidung ohne Elternvertretung und Schulleitung“ treffen wollten. Und die Diskussion drehte sich ohne Ergebnis weiter im Kreis.

Umso größere Hoffnungen setzen jetzt Elternvertreter und Eltern in den gemeinsamen Eilantrag aller Parteien. Doch es gibt bereits Stimmen am Riedberg, die weitere Sicherheitsmaßnahmen fordern. Alex Markert, Vorsitzender des SC Riedberg: „Was wir brauchen, ist endlich ein umfassendes Sicherheitskonzept für den ganzen Stadtteil.“ Wichtig wäre auch ein besserer Übergang, möglichst eine Ampel, am Sportplatz. Die Altenhöferallee ist dort „eine Rennstrecke“. Die Einfahrt zum Sportplatz liegt fast am Ortsende, zwei Bushaltestellen sind dort auf jeder Straßenseite. Autofahrer nehmen darauf kaum Rücksicht – während nicht nur Kinder hier über die Straße flitzen…

(Text cd/ Foto: Dark Vectorangel)