Kategorie: RiedbergNEWS

„Wir müssen aufstehen gegen Hass und Gewalt“

Nach den schrecklichen Anschlägen von Hanau erklärt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann seine Solidarität und Verbundenheit mit der Nachbargemeinde: „Wir alle verabscheuen diese Tat, wir alle sind bei unseren Polizisten und Ermittlungsbehörden, dafür, dass diese Tat aufgeklärt wird.“ In Gedanken sei man bei allen Opfern und Angehörigen.

„Die Morde haben mich tief erschüttert“, sagt Feldmann, der am Donnerstagnachmittag, 20. Februar, bei einer Mahnwache in Hanau im Namen der Stadt Frankfurt einen Kranz niederlegte. Er drückte dabei auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky seine Anteilnahme aus. „Wir sind bei Ihnen in diesen schweren Stunden!“ Das Frankfurter Stadtoberhaupt appellierte auch daran, dass die Gesellschaft gegen geistige Brandstifter aufstehen und Haltung zeigen müsse: „Hass, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus wird erst in Worte verpackt, und dann wird Hass zu offener Gewalt. Wir müssen einstehen für Zusammenhalt, Nähe und Liebe – und unveräußerliche Werte und Rechte.“

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Holger Menzel

U-Bahn überrollt Fahrrad

Am Dienstag, den 18. Februar 2020, gegen 20.10 Uhr, war eine U-Bahn der Linie 2 in Fahrtrichtung Innenstadt unterwegs.

Im Oberen Kalbacher Weg, in Höhe der U-Bahnstation Kalbach, überrollte die Bahn ein Fahrrad. Da man zunächst von einem Verkehrsunfall ausging, wurde die gesamte Umgebung des Unfallortes, auch unter Verwendung einer Wärmebildkamera, nach einer verletzten Person abgesucht. Eine solche Person konnte jedoch nicht aufgefunden werden. Anwesende Zeugen bzw. der Lokführer hatten ebenfalls keine Person erkennen können. Es muss daher von einem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr ausgegangen werden.

Die Polizei bittet Zeugen, die entsprechende Wahrnehmungen gemacht haben, sich mit ihr unter der Telefonnummer 069-75511400 in Verbindung zu setzen.

Informationen: Polizei Frankfurt

Foto: Archiv

„The Music of Harry Potter“: Unsere Glücksfee hat zwei Gewinnerinnen gezogen!

Unsere Glücksfee hat zwei Gewinnerinnen von jeweils 2 Tickets für das Live-Event „The Music of Harry Potter“ am 12. März um 20 Uhr in der Frankfurter Jahrhunderthalle gezogen! Die Gewinnerinnen wurden bereits informiert, die Karten werden wir noch heute per Einschreiben versenden. Nochmals vielen Dank an Veranstalter Highlight Concerts, der uns diese „magischen“ Konzertkarten zur Verlosung zur Verfügung stellte.

Und allen, die diesmal leider nicht so viel Glück hatten, drücken wir für die nächste Verlosung die Daumen!

Was die Musik von Harry Potter so besonders macht

In der Liste der 20 erfolgreichsten Filme weltweit belegen Harry-Potter-Produktionen sechs Plätze. Entsprechend populär wurden die Soundtracks von John Williams, Patrick Doyle, Nicolas Hooper und Alexander Desplat. 

Seit 2016 gibt es zu den erfolgreichen Büchern und Filmen das Theaterstück „Harry Potter und das verwunschene Kind“, das mit zahlreichen Preisen in New York und London ausgezeichnet wurde und zum erfolgreichsten Theaterstück weltweit wurde. Dazu wurde von Imogen Heap wunderschöne, neue Musik komponiert, die bereits in diesem Konzert als großer Finalblock präsentiert wird. 

Das magische Programm 

Mit modernster Technologie wird das Ensemble der Cinema Festival Symphonics unter Leitung des Dirigenten Stephen Ellery die Harry Potter Fans auf eine musikalische Reise durch alle acht Filme mitnehmen. Aufwändige Leinwand-Animationen und visuelle Effekte inklusive. 

Eines der musikalischen Highlights ist „Double Trouble“ aus „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“. Dieses Hauptthema von John Williams wird bei der Ankunft in Hogwarts von einem Chor vorgetragen.  Später folgt „Aunt Marge‘s Waltz“, komponiert für den Besuch von Harrys Tante Magda, die durch Harry wie ein Luftballon aufgeblasen wird und sprichwörtlich in die Luft geht. Entsprechend ironisch und witzig ist die Komposition gehalten. 

Bei „Harry In Winter“ aus „Harry Potter und der Feuerkelch“ fallen sofort die Streicher auf, die der Filmmusik eine besondere Note verleihen. Ein weiteres Highlight ist das Leitmotiv „Obliviate“ aus dem Film „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“. Es wird eingesetzt, als Hermine den Obliviate-Zauber an ihren Eltern anwendet…

„The Music of Harry Potter“ gastiert am 12. März in der Frankfurter Jahrhunderthalle. Beginn ist um 20 Uhr. Tickets gibt es bei allen bekannten Ticketportalen und VVK Stellen. Weiter Informationen unter www.highlight-concerts.de 

Foto: Highlight Concerts

Kinder, aufgepasst! Die Lesesaison für die „Kalbacher Klapperschlange“ beginnt

Die Vorbereitungen zur neuen Lesesaison laufen auf Hochtouren. Heute startet wieder die Vorjury, in der die Jurykinder vom letzten Jahr mit entscheiden, welche Bücher in diesem Jahr auf der Auswahlliste zur Kalbacher Klapperschlange stehen sollen. Alle Kinder, die im letzten Jahr mindestens fünf Bücher gelesen haben, können von 18.02. bis zum 27.02.2020 an der Vorjury teilnehmen. 

In der Kalbacher Kinderbücherei im Alten Rathaus stehen die Bücher bereit, aus denen die Kinder ihre Favoriten auswählen können. Während der Öffnungszeiten der Bücherei (Faschingsdienstag geschlossen) kann man es sich dort gemütlich machen, die Bücher anschauen und die eigenen Favoriten in eine Liste eintragen. Anhand dieser Vorschläge wird dann die Liste der diesjährigen Klapperbücher zusammengestellt. Wir sind gespannt, welche Bücher in diesem Jahr dabei sein werden.

Ein Buchpreis – von Kindern für Kinder

Die Kalbacher Klapperschlange ist ein Literaturpreis, der seit 1988 jährlich von einer Kinderjury im FrankfurterStadtteil Kalbach-Riedberg vergeben wird. Gegründet von der Autorin Regina Rusch war die Kalbacher Klapperschlange der erste Jugendliteraturpreis Deutschlands, der von einer reinen Kinderjury vergeben wurde. Zu dieser Jury gehören alle Schüler der dritten bis neunten Schulklassen, die bis Mitte Oktober mindestens fünf Bücher der Auswahlliste gelesen und bewertet haben.

Im Rahmen der jährlich im November stattfindenden Kalbacher Kinderbuchmesse, bekommt die Autorin oder der Autor des Siegerbuches den Ehrenpreis, die Kalbacher Klapperschlange. Die Kalbacher Buchmesse und die Klapperschlange werden von einem Team von Ehrenamtlichen organisiert. Der Zuspruch zur Kinderjury war im vergangenen Jahr sehr groß. So haben 465 Kinder insgesamt 2198 Bewertungen abgegeben.

Informationen: Kalbacher Klapperschlange

Foto: Archiv

Thüringen, ein Facebook-Post und eine emotionale Rede

Es war alles vorbereitet für einen feierlichen Neujahrsempfang. Die Tische in der Alten Turnhalle in Kalbach waren geschmückt, OB Peter Feldmann, zahlreiche Stadtverordnete und Vertreter der Schulen und Vereine im Stadtteil hatten sich angesagt. Vorher sollte am vergangenen Freitag noch eine verkürzte Ortsbeiratssitzung stattfinden, mit einem gemeinsamen Antrag der Ortsbeirats-Mehrheit für Tempo 30 auf den Hauptverkehrsstraßen am Riedberg. Der Abend indes begann mit einer Auseinandersetzung, die die große Bundespolitik in den Frankfurter Ortsbezirk Kalbach/ Riedberg trug.

Die SPD hatte im Vorfeld per Pressemitteilung und Facebook-Post Thorsten Lieb, Ortsbeirats-Mitglied und Chef der Frankfurter FDP, scharf dafür kritisiert, dass er kurz nach der Thüringen-Wahl seinem Parteikollegen Thomas Kemmerich zum Amt des Ministerpräsidenten gratulierte. Damit habe er sich nicht von Faschisten und Nazis distanziert, sondern deren „Unterstützung billigend in Kauf“ genommen. FDP-Mann Kemmerich war bekanntlich durch die Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten gewählt worden und trat nach 24 Stunden zurück. Lieb widersprach mit einer emotionalen Rede den Vorwürfen und setzte sich zugleich für eine selbstkritische Aufarbeitung der Ereignisse ein, auch in der Frankfurter FDP.

Thorsten Lieb erklärte, dass er mit Kemmerich seit Jahren persönlich bekannt sei und wohl „unter unmittelbarem Eindruck der Wahl“ so gehandelt habe. Er verwies auf eine Kernaussage aus dem kritisierten Zeitungsinterview mit der Frankfurter Rundschau – und betonte, dass es mit ihm „irgendeine Form von Kooperation oder sonstige Zusammenarbeit mit der AfD nicht geben wird“. Diesen „politischen Brandstiftern“ dürfe man keinen Fußbreit Gestaltungsraum überlassen. 

Die Vorwürfe haben ihn „persönlich tief getroffen“. Der Liberaldemokrat sieht die Frankfurter FDP in der Nachfolge des Holocaust-Überlebenden Ignaz Bubis und hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für eine klare Abgrenzung von der AfD und gegen Antisemitismus eingesetzt. Er wandte sich an alle Fraktionen im Ortsbeirat und sagte: „Ich will offen die Frage in den Raum stellen: Haltet Ihr mich für einen Nazi und Faschisten?“ Für kurze Zeit herrschte Stille in der Halle. Dann sagte Lieb, dass er sein Mandat nicht, wie von der SPD gefordert, niederlegen werde.

Zurück zur Ortsbeiratssitzung. Der Antrag für Tempo 30 auf den Riedberger Hauptverkehrsstraßen wurde noch einmal verschoben. Der Neujahrsempfang danach wurde dennoch eine schöne Feier. Unter anderem erhielt der Riedberger SV den Stadtteilpreis 2019 für sein Engagement zum Erhalt der alten Schulturnhalle am Grubweg als Sportstätte und Veranstaltungsort für Vereine.

Foto: FDP

Riedberger SV gewinnt den neuen Stadtteil-Preis

Es ist eine Auszeichnung für besonderes ehrenamtliches Engagement – und vermutlich auch für die Hartnäckigkeit, mit der das Team um Gaby Nagel für den Fortbestand der Alten Turnhalle am Grubweg als Sportstätte und Veranstaltungsort für Vereine kämpfte: Anlässlich des Neujahrsempfangs des Ortsbeirates am vergangenen Freitag wurde dem 2015 gegründeten Riedberger Sport- und Kulturverein (RSV) der neue Stadtteilpreis verliehen. 

Der Preis wurde im vergangenen Jahr zum ersten Mal ausgeschrieben und wird vom Ortsbeirat 12 Kalbach/ Riedberg an Vereine und Institutionen, aber auch an Einzelpersonen vergeben, die sich um die Weiterentwicklung und das soziale Zusammenleben im Stadtteil bemühen. Zudem gibt es einen Spendenscheck über 250 Euro. 

Die Ortsbeirats-Vorsitzende Carolin Friedrich würdigte in ihrer Rede das „unermüdliche Eigreifen“ des RSV für den Erhalt des Gebäudes aus den 20er und 60er Jahren. Als man sich mit viel Energie als Betreiber ins Spiel brachte, als der Abriss schon unausweichlich schien. Gaby Nagel wiederum erinnert sich an diesen „besonderen Moment“ Ende 2018, als Baudezernent Jan Schneider im Ortsbeirat dann plötzlich doch den Erhalt der alten Schulturnhalle in Aussicht stellte. Es soll eine Übergangslösung sein, bis eine neue Mehrzweckhalle im Stadtteil gebaut ist.

Von Sport bis Kinderbuchmesse – so wird die Alte Turnhalle genutzt

Am Boden ist braunes Holzparkett, wie man noch aus richtig alten Schulturnhallen kennen. Vorne eine große Bühne. Hinten eine Küche mit einem Vitrinenschrank wie aus Großmutters Zeiten. Die Alte Turnhalle in Kalbach ist nur mit den dringendsten Maßnahmen in puncto Lüftung, Heizung und Brandschutz saniert worden – da es aber zu wenige Sportstätten gibt, gerade in unserem Stadtteil, ist das Gebäude mehr als eine Alternative.

Aktuell wird die Halle von 25 Sportgruppen genutzt, auch von anderen Vereinen. Hinzu kommen Veranstaltungen wie die große Kinderbuchmesse des Kindervereins Kalbach im November, bei der im Vorfeld mehr als 450 Kinder aus dem Frankfurter Norden ihre Bewertungen für das „beste Kinderbuch“ abgegeben haben. 

Und da liegt auch eines der verbliebenen Probleme für Betreiber RSV: Denn seit der Sanierung sind aus feuerpolizeilichen Gründen nur noch 199 Personen zugelassen. Bei der Kinderbuchmesse gab’s – zum Glück bei erstaunlich gutem Wetter – die Preisverleihung außerhalb der Halle und dann wurde jeder einzelne kleine und große Besucher gezählt, der die Halle betreten wollte oder diese verlies. Jetzt hofft man, zumindest Ausnahmeregelungen für wenige Veranstaltungen im Jahr zu bekommen, wie das in anderen Kommunen möglich ist.

Als der Preis am Freitag verliehen wurde, röhrte im Hintergrund die Heizung. Mal lauter, mal etwas leiser. War sie für kurze Zeit aus, wurde es ziemlich schnell ziemlich kalt. Auch das, so Gaby Nagel, soll bald der Vergangenheit angehören. Wenn die provisorische Anlage richtig eingestellt ist. Dann kann sie auch diese Baustelle endlich abhaken.

Foto oben: Die Ortsbeirats-Vorsitzende Carolin Friedrich und Gaby Nagel vom Riedberger SV bei der Preisverleihung am Freitag

Der Riedberger SV hat sich hartnäckig für den Erhalt der „Alten Turnhalle“ als Sportstätte und Veranstaltungsort für Vereine im Stadtteil eingesetzt Foto: MAINRiedberg

Statt Fitness-Studio: Boot Camp an der frischen Luft

Ein Angebot für alle, die nach Ostern endgültig raus aus dem „Winterschlaf“ kommen wollen: Ab dem 22. April 2020 startet der FC Kalbach ein Boot Camp für Mitglieder und Nicht-Mitglieder. „Bei uns gibt es kein stickiges Fitnessstudio, wir trainieren an der frischen Luft“, heißt es beim FCK.

Willkommen sind alle, die Lust auf ein Ganzkörper-Outdoortraining haben. Ob Anfänger oder Fortgeschrittene, männlich, weiblich, jung oder alt. Für jeden soll „das optimale Workout“ möglich sein, dank Fitness-Coach Nadine Orfao Pereira. Es geht darum, die Muskeln zu kräftigen, die Ausdauer zu trainieren und auch darum, effektiv Kalorien zu verbrennen. „Wir nutzen unser eigenes Körpergewicht sowie Tools, die das Training intensivieren, etwa Autoreifen, Medizinbälle, Gewichte oder Seile.“

Eine Schnupperstunde ist kostenlos. Weitere Informationen unter https://fc-kalbach.de/boot-camp/

Wann? ab 22. April immer mittwochs (19.00 – 20.30 Uhr) & freitags (20.00 – 21.30Uhr)

Wo? separater Bereich auf dem Sportgelände FC Kalbach

Foto: FC Kalbach

40 Reifen abgeschraubt und geklaut

In der Nacht von Freitag, den 14.02.2020, auf Samstag, den 15.02.2020, gelangten bislang unbekannte Täter im Gewerbegebiet von Kalbach auf das Gelände eines Zentrums für Nutzfahrzeuge und schraubten dort vierzig Kompletträder von Fahrzeugen der Marke Mercedes ab.

Die Unbekannten nutzten für ihre Tat auf dem Grundstück befindliche Unterlegkeile mit denen sie zehn Mercedes Vito aufbockten, welche im Außenbereich standen. Anschließend montierten sie an dem jeweiligen Fahrzeug Felgen und Reifen ab und verschwanden mit insgesamt vierzig Kompletträdern unbemerkt vom Gelände in der Heinrich-Lanz-Allee. Der Sachschaden beziffert sich auf etwa 40.000 Euro.

Die Polizei bittet Personen, welche in diesem Zusammenhang verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, mit dem 14. Polizeirevier unter der Rufnummer 069/755-11400 Kontakt aufzunehmen.

Informationen: Polizei Frankfurt

Foto: Archiv

„Billabong ist ein Zuhause für viele geworden“

Elternberatung, Hilfe bei Babys und Kleinkindern, Mehrgenerationenhaus, Stadtteilcafé, Weiterbildungs-Plattform FEMALE FUTURE Riedberg, Treff für „Digitale Senioren“, Repair Café, Sport – das Familienzentrum Billabong ist längst nicht mehr aus unserem Stadtteil wegzudenken. Vergangene Woche wurde bei der Mitgliederversammlung Bilanz gezogen. Das Resümee des Vorstandes: 2017 war mit den Bauarbeiten und der Unterschrift unter einen Mietvertrag für das neue Zentrum wohl eins der spannendsten Jahre der 11-jährigen Geschichte des gemeinnützigen Vereins, 2018 war „nervenaufreibend, fast pubertär“, mit allen emotionalen Höhen und Tiefen. In 2019 „sind wir angekommen und haben uns wohlgefühlt“. Jetzt hat man sich das Ziel gesetzt, dass „wir nicht mehr in der Größe, aber in der Qualität wachsen“.

Spätestens beim Rechenschaftsbericht wurde klar, dass das, was einst als Initiave jünger Mütter in einem Container des Gymnasiums startete, längst ein Verein mit dem Betriebseinnahmen und -ausgaben eines kleinen Unternehmens geworden ist. Auf mehr auf 550.000 Euro belaufen sich Einnahmen wie Ausgaben, wobei Letztere die Summe aus Einnahmen, öffentlichen Förderungen und Spenden etwas übersteigen. Durch Rücklagen konnte das kompensiert werden, soll aber die Ausnahme bleiben. „Auch dieses Jahr haben wir wieder gemerkt, dass wir oft nicht 100 Prozent planen können. Grund dafür ist, dass wir sehr eng an den Bedürfnissen des noch wachsenden Riedbergs entlang arbeiten“, erklärt Finanz-Vorstand Judith McCrory. Mit dieser Strategie sei man auch in 2019 wieder sehr erfolgreich gewesen. Vorstands-Kollegin Sabine Fiedler sagte später den Satz: „Billabong ist ein Zuhause für viele geworden.“ Vor allem das zählt.

Aktivitäten, Kurse, Mitarbeiter – die Billabong-Bilanz

Die Räume, inklusive des Stadtteilcafés werden Montag bis Freitag von 9:30 bis 20:30 intensiv genutzt. Im Tagesgeschäft sind 3 bis 5 parallel laufende Aktivitäten normal. Ohne die Café-Öffnungszeiten mit einzuberechnen, bietet das Familienzentrum bis zu 35 Stunden Aktivitäten und Kurse für unterschiedliche Zielgruppen pro Tag an. An manchen Tagen laufen rund 240 Menschen ein und aus. Zusätzlich sind dann im Café noch wartende Eltern, die Senioren von der benachbarten Seniorenwohnanlage, Lehrer der Marie-Curie-Schule, neben der Laufkundschaft. „Wir sind ein wahrer Treffpunkt geworden.“

Im vergangenen Jahr gab es 27 Kursleiter und rund 1200 Kursteilnehmer und 73 Kurse. An den 15 regelmäßigen Offenen Treffen haben 1750 Menschen im Alter von 0 bis 92 Jahren teilgenommen. Die Elternberatung ist verstärkt in Anspruch genommen worden mit insgesamt 10 Gesprächen. Schwerpunktthemen sind hier Finanzen und Erziehungsberatung.

Während der Vorstand ehrenamtlich arbeitet, wurde das Team von hauptamtlichen Mitarbeitern vergrößert. So konnten Verwaltung und Programm weiter ausgebaut werden. Ein Programm, das inzwischen eine Broschüre von 80 Seiten umfasst. 

Drei Vorstände wiedergewählt – Simone Hoppe legt Amt nieder, hat aber „Billabong immer im Herzen“

Bei den turnusgemäßen Vorstandswahlen wurden Sabine Fiedler, Judith McCrory und Melani Hummel wiedergewählt. Nur Simone Hoppe legte nach neun Jahren ehrenamtlicher Vorstandsarbeit ihr Amt als Personalvorstand nieder. Sie betonte aber, dass sie Billabong „weiter in meinem Herzen tragen wird“ und auch im Verein aktiv bleiben will. Ihre Vorstandskolleginnen sprachen auf der Billabong-Homepage nochmals einen großen Dank aus: „Der Verein hat sich in den letzten Jahren, auch dank Simones Einsatz bei den Personalthemen, zu einem vorbildlichen Arbeitgeber entwickelt. Wir wünschen Simone alles Gute für Ihren weiteren persönlichen Weg und sind uns ganz sicher, das wir uns wiedersehen.“

Frühjahrsmarkt, Zirkus-Projekt für Kinder, Prävention – das ist 2020 geplant

Ach ja, und langweilig wird es 2020 garantiert noch nicht: Ende März findet der erste Riedberger Frühjahrsmarkt für Kreative statt. Bereits seit Anfang des Jahres gibt es immer dienstags ein „offenes Atelier“. In der zweiten Osterferien-Woche wird ein Zirkus-Projekt für Kinder angeboten. Die Präventionsarbeit in Kooperation mit der Polizei wird weitergeführt. Für die von den Frankfurter Kinderbüros initiierten Aktionstage in 2020 zum Thema Kinderrechte sind auch im Familienzentrum zahlreiche Aktivitäten geplant. Zudem wird demnächst ein Konzept zur Vermietung des Medienraums und auch für die Außenbewirtschaftung des Cafés erarbeitet.

Ziel bleibt es weiterhin, dass Billabong eine „Plattform für ein gemeinschaftliches und freundliches Riedberg“ ist.

Foto: Archiv

Losverfahren: Schulleiterin warnt vor „Panikmache“

Es ist ein derzeit heißdiskutiertes Thema, das viele Eltern verunsichert: Ab sofort spielt beim Übertritt an die weiterführenden Schulen das Los eine entscheidende Rolle. Die Neuregelung wurde vom Staatlichen Schulamt eingeführt, um Rechtssicherheit zu schaffen, da es in der Vergangenheit regelmäßig zu Widersprüchen und Gerichtsverfahren kam. Es gab auch eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Helmut Kühnberger, Direktor des Riedberg-Gymnasiums, kritisiert das neue Verfahren scharf, da der naturwissenschaftliche und bilinguale Schwerpunkt der Schule nicht mehr als Auswahlkriterium gilt. Elternwille und Wohnortnähe zählen ebensowenig. Dr. Susanne Gölitzer, Schulleiterin der benachbarten IGS Kalbach-Riedberg, warnt im MAINRiedberg-Gespräch aber vor „Panikmache“.

„Es ist nicht so, dass jetzt kein Kind mehr in seine Wunschschule gehen kann“, sagt Gölitzer, die das neue Auswahlverfahren mit Blick auf die erst 2017 eröffnete Gesamtschule erläutert. Sie spricht auch von einem „Gerechtigkeitsfaktor“, nennt die neue Regelung „beinahe radikal demokratisch“. So werden weiterhin Härtefälle und Inklusionskinder bevorzugt, in der Regel auch Geschwisterkinder. Die übrigen Schulplätze aber werden unter allen Anmeldungen verlost.

Warum das Losverfahren für mehr Gerechtigkeit sorgen könnte

Bisher nahm man Kinder aus den Grundschulen im Stadtteil auch gruppenweise auf. Das ist nun nicht mehr möglich, „begünstigt aber Kinder, die außerhalb des Riedbergs wohnen und die bisher oft das Nachsehen hatten, ein bisschen mehr, während es für Kinder hier vor Ort vielleicht ein bisschen schwieriger wird“. Für die IGS insgesamt sei es aber kein so gravierender Unterschied, weil die Frankfurter Gesamtschulen immer schon alle Kinder ungeachtet der jeweiligen Empfehlung aufgenommen haben.

Susanne Gölitzer geht davon aus, dass die meisten Kinder, die mit Erstwunsch die Gesamtschule Kalbach-Riedberg wählen, hier einen Platz bekommen werden. Deshalb liegt sozusagen der Ball bei den Eltern, die eine bewusste Auswahl treffen sollten. Am liebsten würde sie ihnen mit auf den Weg geben: „Machen Sie sich keine so großen Sorgen. Wir haben 100 Plätze und die werden wir natürlich vergeben.“

Ärgerlich sei allerdings, dass man keine Gruppen aus Grundschulen, mit denen man kooperiere, mehr aufnehmen könne. Hinzu kommt, dass das besondere Profil, das alle hessischen Schulen angehalten sind zu entwickeln, kein Auswahlkriterium mehr ist. Das Sprach- und Kommunikationsprofil der IGS, „in das wir viel Zeit und Mühe investiert haben“, darf bei der Platzvergabe kaum noch eine Rolle spielen. Das beliebte Französisch- und Spanischangebot an der Schule wird aber definitiv bestehen bleiben.

Foto: Archiv