Kategorie: Menschen am Riedberg

Nachruf Werner Hackermeier

Ohne ihn würde der Riedberg nicht aussehen, so wie er heute aussieht. Darin waren sich die Redner der Verabschiedungsfeier von Werner Hackermeier im Lufthansa Congress-Centrum in Seeheim-Jugenheim am 24. Juli einig. Redner waren Friedhelm Flug von der Hessen Agentur, Norbert Landshut (ehemaliger Mitarbeiter der Hessen Agentur), sowie Jochen Krehbiel (früher Stadtplanungsamt Frankfurt, heute Stadtplanungsamt Darmstadt).  Bernd Lechner, mit dem die HA zahlreiche Projekte realisierte, u.a. auch das Wohnheim des Sozialwerk Main Taunus, und Ulrich Tolksdorf von der VR Bank Untertaunus sprachen ebenso, wie abschließend Stephan Grein, der Geschäftsführer von Werner Hackermeiers Firma „consens development“, der sich auch persönlich in der letzten Zeit sehr um Werner Hackermeier kümmerte.

Werner Hackermeier arbeitete ab 2002 mit seiner Firma „consens developmet“ im Auftrag der Hessen Agentur für die städtebauliche Entwicklung des Riedbergs. Er bezeichnete den Riedberg oft als sein „Baby“. Auch in den schwierigen Jahren bis 2005, da mancher die politische Entscheidung zur städtebaulichen Entwicklung des Riedbergs infrage stellte, gelang es Werner Hackermeier mit Vision und seiner unkonventionellen Art das Projekt, d.h. den Riedberg voranzubringen.

Werner Hackermeier arbeitete von 2002-2016 für die Entwicklung des Riedbergs. Ab 2015 mit einer todbringenden Diagnose, der er mit seiner Kämpfernatur entgegentrat: „Die Ärzte sagen: noch zwei Jahre, ich will zehn Jahre!“ Am Ende verlor er den Kampf gegen den Krebs. Er hinterlässt große Spuren und wie bei der Verabschiedungsfeier deutlich wurde, Menschen, denen er sehr viel bedeutet hat. Die Beiträge der Redner  gingen vom Geschäftlichen sehr stark auch ins Private und Persönliche über. Ein Redner nannte ihn seinen besten Freund, den er jetzt verloren hat. Beifall ist bei Veranstaltungen wie dieser eher unüblich. Als aber Werner Hackermeiers Sohn Corvin spontan kurz vor Schluss das Wort ergriff, sich bei den Rednern und allen Besuchern bedankte und seinen Vater in seiner ganz eigenen Art charakterisierte, gab es am Ende Applaus der Anwesenden.

Franz Biebl vom Sozialwerk Main Taunus moderierte die Verabschiedung und merkte an, dass es ohne Werner Hackermeier und im Fall des Sozialwerk Main Taunus, auch ohne Bernd Lechner (Lechner Group) kein Wohnheim für psychisch kranke Menschen auf dem Riedberg geben würde. Andere soziale Einrichtungen wie die der Lebenshilfe Stiftung, das Mutter-Kind-Haus der Waisenhausstiftung, der Sportverein SC Riedberg,  sowie das Familienzentrum Billabong wurden von der Hessen Agentur, in Persona von Herr Werner Hackermeier gefördert und unterstützt. Wir haben einen Visionär und Macher, einen Mann, der den Menschen zugewandt war verloren. Noch ist die Zeit des Abschiednehmens, des Loslassens, aber es wird eine Zeit kommen, in der das Gefühl der Dankbarkeit, Werner Hackermeier  gekannt zu haben, die Dankbarkeit über das, was ihn als Mensch ausmachte, das was er geschaffen hat, die Oberhand gewinnen wird über Schmerz und Trauer.

(Text: Franz Biebl, Foto: Werner Hackermeier)

70 Kilometer Frauen-Power

Der Countdown läuft. Am 1. Mai werden nicht nur die Profis beim Radsport-Klassiker „Rund um den Finanzplatz Eschborn Frankfurt“ starten, auch mehr als 4000 Jederfrauen und Jedermänner fiebern dem RACEDAY entgegen. Wenn die Stars John Degenkolb und Tony Martin ab 12.30 Uhr um die Sprintwertung bei uns am Riedberg kämpfen, hat Judith McCrory bereits 70 schweißtreibende Kilometer hinter sich – und hoffentlich ein bisschen Entspannung vor sich. Judith ist Riedbergerin, Mutter von zwei Töchtern und seit Jahren im Vorstand des Familienzentrums Billabong aktiv. Doch kaum einer weiß, dass sie täglich zehn Kilometer mit dem Rad zur Arbeit fährt und seit Wochen fürs große Rennen trainert. Was motiviert sie? Anders ausgedrückt: Warum tut man sich das an? Lesen Sie, was Judith McCrory MAINRiedberg berichtet:

„Ich fahre das Jedermann-Rennen jetzt zum dritten Mal mit. Die 70 Kilometer sind eine flache Strecke im Gegensatz zur 100-km-Strecke, und es wird nicht so schnell gefahren wie bei den 42 km. Ich versuche einen Schnitt von 33 km/h zu fahren. Letztes Jahr war ich wegen der Bombendrohung nicht dabei. Es ist immer ein richtiges Volksfest beim Mömax in Eschborn. Und Jedermann ist wirklich Jedermann. Da sind die Gelackten, die ihre Rennmaschine zur Schau stellen, genauso wie die Jedermänner mit ihrem Hollandrad. Die Skater über die Strecke sind genauso schnell wie die Rennräder und viel faszinierender. Und es ist einfach wirklich spaßig, über die Rosa-Luxemburg-Straße fahren zu dürfen.

Meine übliche Trainingsstrecke führt über das Bundeswehrdepot bei Köppern, dann über die alte Saalburgstraße bei Obernhain wieder zurück. Die fahre ich ein Mal pro Woche, mit einem Crosser als Training – das sind 45 Kilometer hügelig, plus dann noch eine Rennradstrecke von 30 Kilometern Sprint mit dem Rennrad. Und ansonsten gurk‘ ich jeden Tag die 10 Kilometer zur Arbeit mit dem Mountainbike. Das muss reichen für das Mittelfeld.

Ich habe darüber nachgedacht, wie ich zum Radeln gekommen bin. Ich bin in Oberstedten aufgewachsen, wo ein Mal pro Stunde ein Bus ewig nach Oberursel gebraucht hatte. Also bin ich bei Wind und Wetter immer mit dem Fahrrad gefahren. Die vom Massa-Angebot, die dann auch immer noch geklaut worden sind. Mit Sport hatte das aber weniger zu tun. Da war ich beim TV Oberstedten bei Geräteturnen und Leichtathletik (gab ja sonst nix in Stedten zu tun). Nach meiner Vereinskarriere war ich sportlich immer sehr meinem Umfeld angepasst Muckibude (London), Rugby (University of Stirling), Kickboxen (Glasgow), Ultra Frisbee in Chicago und seit dem Riedberg Triathlon. Der Letzte war der Allgäuer Alpseetriathlon 2014. Weil man das auch mit Job und Familie trainieren kann. Oder ein Radrennen zwischendurch aus Spaß an der Freude machen kann, um im Training zu bleiben und ohne besonders fit sein zu müssen…“

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Judith McCrory startet am Sonntag bereits um 8.45 Uhr in der Elly-Beinhorn-Straße in Eschborn. Die 70-Kilometer-Strecke führt über die Rosa-Luxemburg-Straße, aber leider am Riedberg vorbei und direkt über Oberursel in den Vordertaunus.

Judith, wir wünschen Dir viel Power und Erfolg!

(Foto: Rund um den Finanzplatz Eschborn Frankfurt/ McCrory)