Kategorie: Leben

Die besten Termine für Ostern

Lagerfeuer, Stockbrot, Musik: Darauf kann sich freuen, wer erst nach Ostern in den Urlaub startet. Denn die IG Riedberg lädt auch in diesem Jahr wieder zum traditionellen Osterfeuer. Es findet am Samstag, 26. März, ab 17.30 Uhr auf der Brachfläche südlich der Konrad-Zuse-Straße statt. Das Feuer wird nach Sonnenuntergang etwa gegen 19.15 Uhr entzündet, die Freiwillige Feuerwehr aus Kalbach sorgt für Sicherheit. Übrigens: Wer Baumschnitt übrig hat, kann diesen ab sofort dort ablegen. Zu erkennen ist die exakte Stelle an den verkohlten Resten des Vorjahres. Es gibt auch Würstchen und Getränke. Für die Lagerfeuerromantik sucht die IG Riedberg noch jemanden, der mit der Gitarre einige Klassiker begleiten kann. Weitere Infos unter www.ig-riedberg.de

Ostergottesdienste am Riedberg:

– Am Dienstag, 22.3, um 20 Uhr ist ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen Kirche in der Riedbergallee

– In der evangelischen Riedberggemeinde findet am 25.03. um 11 Uhr ein Karfreitagsgottesdienst mit Abendmahl statt. Feier der Osternacht ist am 26.3. um 22 Uhr, Ostergottesdienst für Kinder und Erwachsene am 27.3. um 11 Uhr. Weitere Termine unter www.riedberggemeinde.de

– Der Ostergottesdienst des katholischen Edith-Stein-Zentrums findet am Sonntag, den 27.3., um 11 Uhr im KIS am Riedbergzentrum statt. Die weiteren Gottesdienste (Gründonnerstag, Karfeitag, Osternacht) in der Kirche St. Laurentius siehe www.sankt-katharina-frankfurt.de. Am 12. April um 19 Uhr wird zum letzten Mal eine Eucharistiefeier im KIS stattfinden, anschließend ist ein „Potluck“ (jeder bringt etwas zum Essen mit) geplant. Denn der Umzug ins neue Edith-Stein-Zentrum an der Ecke Riedbergallee/ Zur Kalbacher Höhe steht bevor.

– Die Josua-Gemeinde lädt am 27.03. um 10.30 Uhr in der Aula der Riedbergschule (Aula) zum Ostergottesdienst/ siehe www.josua-gemeinde.net

Oster-Tipps für Kinder und Erwachsene

Ostermarkt und Kinderfest: Pünktlich zum Frühlingsanfang lädt das Team der Frankfurter Abenteuerspielplätze am Gründonnerstag, 24. März, von 14 – 18 Uhr in der Fußgängerzone am Bornheimer Uhrtürmchen auf der Bergerstraße zu einem Ostermarkt plus Kinderfest. Es gibt ein Karussell, das Bullriding und die Rollenrutsche werden aufgestellt sein. An Basteltischen können die Kinder kleine Geschenke für Ostern basteln oder sich am Schminkstand bunt schminken lassen. Auch der Osterhase kommt vorbeigehoppelt und verteilt kleine Überraschungen

Osterhasen-Express: Sonderfahrt für Familien mit Ostereiersuche in einer historischen Straßenbahn am Sa, 26. März 2016, von 12.04 Uhr bis 15.04 Uhr/ Siehe www.hsf-ffm.de/osterhasen-express

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Der Osterhasen-Express fährt durch Frankfurt Foto: hsf-ffm

Osterhase im Palmengarten: Rund um das Osterhasengärtchen in der Galerie am Palmengarten können Kinder am Ostersonntag zwischen 11 und 18 Uhr und am Ostermontag zwischen 11 und 16 Uhr Ostereier suchen/ www.palmengarten.de

Ostern im Zoo: Am Ostersonntag und Ostermontag besucht der Osterhase seine tierischen Kollegen im Zoo und natürlich hat er auch Leckereien für kleine Zoobesucherinnen und Zoobesucher im Gepäck. Siehe www.zoo-frankfurt.de

Spaß auf der Dippemess: Bis 10. April ist wieder Dippemess, inklusive Dippemarkt am Festplatz am Ratsweg/ www.frankfurt-tourismus.de

Haben Sie Besuch? Wie wär’s mit einem zweistündigen Stadtrundgang vom historischen Römerberg zum modernen Bankenviertel! Die Tour endet auf der Aussichtsplattform des MAIN TOWERs. Preis 14 € pro Person/ 12 € für Schüler & Studenten/ www.frankfurt-tourismus.de/rundgang

Natürlich bieten auch die Frankfurter Museen ein umfrangreiches Programm, Im Städel ist die Ausstellung „Maniera – Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici“ ein Besuchermagnet/ www.staedelmuseum.de

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Ob der Osterhase auch in der Nähe der Giraffen Leckereien versteckt? Foto: Zoo Frankfurt

MAINRiedberg wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Ostern!

(Symbolfoto: photo5000/ fotolia)

Ihre Meinung zählt!

An weniger als vier Wochen ist Kommunalwahl in Frankfurt. Am 6. März werden die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet sein. Aber was bewegt Sie, liebe Riedberger? Welche Erwartungen haben Sie? Welche Hoffnungen setzen Sie auf die neu gewählten Volksvertreter – auch auf den neuen Ortsbeirat in unserem Stadtteil, auf die Politiker direkt vor Ort? Was sind schon jetzt die großen Pluspunkte? Und was würde „unseren“ Riedberg noch lebenswerter und attraktiver machen?

JETZT ZÄHLT IHRE MEINUNG! Schicken Sie Ihr Anliegen gerne direkt an

mail@main-riedberg.de

Wir werden die Wünsche und Erwartungen der Riedberger zusammenfassen und über diese Umfrage auf der Website und im nächsten Magazin berichten – aber SELBSTVERSTÄNDLICH ohne Namensnennung und ANONYM. Es wäre prima, wenn möglichst viele Leser teilnehmen und ihr Anliegen in wenigen, kurzen Sätzen schildern.

Wir haben für das neue MAINRiedberg-Magazin, das in zwei Wochen erscheinen wird, auch bei Akteuren und engagierten Frauen und Männern in unserem Stadtteil um ein Statement nachgefragt. Auch darüber werden wir ausführlich berichten.

Wir freuen uns auf spannende Anregungen und Ihre Meinung!

(Symbolfoto: fotolia.de)

„Ein Ziel jahrelanger Träume“

Das Familienzentrum Billabong könnte schon im Herbst 2017 neue Räume und ein großes, neues „Zuhause“ im Quartier Westflügel bekommen. MAINRiedberg-Praktikantin Anna Weichert sprach mit Anja Hohmann (47), Vereinsassistentin von Billabong, über Pläne und Perspektiven, die dieser Neustart auch für andere Gruppen und Vereine am Riedberg eröffnet.

Was bedeutet das neue Zentrum für Billabong?

Anja Hohmann: „Es ist ein Ziel jahrelanger Träume. Ich möchte aber betonen: Es ist für den gesamten Riedberg gedacht und nicht nur für Billabong! Wir wollen großen Raum bieten, wo alle sich wie zu Hause fühlen können.“

Was nehmen Sie sich vor?

„Wir wollen unser Kursangebot erweitern, aber beispielsweise auch die Inklusion auf dem Riedberg voranbringen. Wir wollen Chancen bieten für Menschen, die privat oder auf dem Arbeitsmarkt keine Chancen haben. Auch ist es uns wichtig, dass wir Räume für Begegnung aller Art und für alle Generationen schaffen. Außerdem wird es voraussichtlich die Möglichkeit geben, Räume auch für private Anlässe, etwa Familienfeiern oder Parties, zu mieten.“

Viele Gruppen und Vereine suchen Räume hier auf dem Riedberg. Ist das Zentrum auch für sie offen?

„Auf jeden Fall! Wir möchten erreichen, dass die Räume ganztägig genutzt werden!“

Interview & Foto: Anna Weichert

Die News der Woche

Flüchtlinge werden Turnhalle verlassen

Hessen will die Flüchtlinge aus den Notunterkünften in Landeseinrichtungen verlegen. „Das bedeutet, dass wir die Sporthallen in Kalbach, Fechenheim und an der Sport-Uni wieder den Vereinen, Schulen und Studenten zurückgeben werden“, erklärte am Freitag Frankfurts Stadträtin Daniela Birkenfeld. Zurzeit sind an den drei Standorten 450 Flüchtlinge untergebracht, die auf ihre Erstaufnahme warten. Der exakte Zeitpunkt für den Umzug in eine Landeseinrichtung und die Übergabe der geräumten Hallen steht noch nicht fest. „Die Stabsstelle Flüchtlingsmanagement plant unter Hochdruck mehrere Großprojekte und mein Ziel bleibt es, die Turnhallen so schnell wie möglich wieder ihrer Bestimmung zu übergeben“, sagt Birkenfeld. Es bleibt aber abzuwarten, ob – bei steigenden Flüchtlingszahlen – eventuell wieder Turnhallen benötigt werden.

In den vergangenen Monaten haben sich in Kalbach und Riedberg zahlreiche Ehrenamtliche für die Flüchtlinge engagiert, die mehrheitlich aus Syrien und Afghanistan stammen. Das Riedberger Familienzentrum Billabong bietet beispielsweise zwei Mal pro Woche Deutschunterricht für Frauen und Mädchen inklusive Kinderbetreuung im Infobüro des Riedbergzentrums an. Die Uni bot vor Weihnachten „Wissenschaft für Flüchtlinge“. Die Diakonie, die die Flüchtlinge in Kalbach betreut, suchte zuletzt immer noch freiwillig Engagierte zur Unterstützung beim Betrieb der Flüchtlingsunterkunft. Kontakt: Diakonisches Werk für Frankfurt am Main des Evangelischen Regionalverbandes, Telefon 069 2475149-5004/-5008 oder E-Mail: fluechtlingshilfe@diakonischeswerk-frankfurt.de

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Wichtige Themen im Ortsbeirat

Könnte man in der geplanten Gesamtschule am Riedberg öffentlich zugängliche Räume für Vereine & Co. bauen? Wie ist der Sachstand bezüglich Verkauf, Insolvenz und Weiterbetrieb der Kita Weltraum? Bei der Ortsbeiratssitzung am kommenden Freitag ab 20 Uhr in der Grundschule Riedberg (Zur Kalbacher Höhe 15) geht es aber auch um die Themen mehr Verkehrsüberwachung und die Planung neuer Grünflächen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind zur öffentlichen Sitzung herzlich eingeladen. Zur Debatte steht auch, ob im nächsten Winter vielleicht eine Eislaufbahn am Alten Flugplatz angeboten werden kann – wie vor einigen Jahren auf dem Riedbergplatz.

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Glocken-Bäckerei und Rewe bauen um

Sitzbänke aus Leder, Tische und Stühle für einen gemütlichen Kaffeeplausch, Holzoptik und auch noch ein neuer Außenbereich – die Glocken-Bäckerei im Riedbergzentrum hat umgebaut und hat seit Freitag wieder geöffnet. Zum Start des Wochenendes waren die neuen Sitzplätze schon sehr begehrt. Auch bei Rewe werden während der Öffnungszeiten und noch bis 2. Februar Veränderungen vorgenommen, Regale und Lebensmittelbereiche neu geordnet – damit auch noch mehr Waren und eine größere Auswahl angeboten werden können.

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Info-Abend zum neuen Gymnasium

Neues Gymnasium für Frankfurts Norden: Nach den Sommerferien eröffnet das neue Gymnasium NORD und bietet Plätze für 240 Fünftklässler. Zunächst am Standort Westhausen, letztlich aber voraussichtlich im Neubaugebiet Bonames-Ost. Das neue Gymnasium setzt auf Englisch und Mathematik sowie bilingualen Unterricht. Am Montag (18. Januar) um 19 Uhr findet in der Liebigschule (Kollwitzstr. 3) ein Informationsabend zum neuen Gymnasium statt.

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95 neue Wohnungen für Studenten

Nur zwei, höchstens drei Minuten bis zum Hörsaal benötigen 95 Studenten, die im am Freitag offiziell eröffneten Studentenheim in der Max-von-Laue-Straße wohnen. Jeder Student hat 21 Quadratmeter, kleine Küche und Bad inklusive, hinzu kommen ein Musikzimmer mit Klavier und ein Fitnessraum für alle. 350 Euro im Monat kosten die neuen Wohnungen. Schon im November waren die ersten Studenten eingezogen. Im vergangenen Jahr wurden in Frankfurt 700 neue Wohnheimplätze geschaffen.

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Begeisterte ChorsängerInnen gesucht

Singen im Riedbergchor bringt Spaß und gute Leute und neue Kontakte – mit dieser Botschaft wenden sich die Initiatoren des Chors an alle RiedbergerInnen, die von Klassik bis Spirituals, Pop und Jazz Musik aus aller Welt lieben. Treffpunkt ist ab sofort jeden Donnerstag von 20 bis 21.30 Uhr (außer in den Ferien) in der evangelischen Kirche, Riedbergallee 61. Kontakt unter: burcublk@hotmail.com oder www.riedbergchor.de

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Wir haben einen neuen „Schutzmann vor Ort“

Der Riedberg hat einen neuen „Schutzmann vor Ort“. Vergangene Woche wurde der 36-jährige Polizeioberkommissar Adrian Homeier, ein erfahrener Beamter des 14. Reviers, vorgestellt. Er folgt auf Jürgen Proschinger, der im vergangenen Juni völlig unerwartet verstarb und eine große Lücke hinterließ. Wie auch sein Vorgänger wird Homeier für Riedberg, Kalbach, Niederursel und Praunheim Ansprechpartner bzw. Verbindungsperson für Bürgerinnen und Bürger sowie die örtlichen Institutionen sein. Sprechzeiten sind: dienstags von 10.15 bis 12.15 Uhr im Gemeindehaus der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in der Thomas-Mann-Straße 10, mittwochs von 09.30 Uhr bis 11.30 Uhr im Pflegeheim Praunheim in Alt-Praunheim 48 und donnerstags von 13 Uhr bis 15 Uhr in der Senioren Selbsthilfe im Weißkirchener Weg 7. Zudem wird der „Schutzmann vor Ort“ zukünftig auch bei Straßenfesten und auf Wochenmärkten präsent sein. (Quelle: Polizei Frankfurt)

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Mehr Verkehrskontrollen vor Schulen

Die Stadt lässt in den ersten beiden Schulwochen nach Weihnachten verstärkt an rund 90 Schulwegen in der Stadt die Geschwindigkeits-Kontrollen durchführen – natürlich zum Schutz der Kinder. Außerdem sollen Autos abgeschleppt werden, die auf Schulwegen verkehrsbehindernd parken. Das erklärte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Die Grünen). Er forderte zudem alle Verkehrsteilnehmer zu gegenseitiger Rücksichtnahme auf. Bei Kontrollen in den Vorjahren hatte sich herausgestellt, dass Autofahrer (auch manche Eltern) viel zu oft die erlaubte Geschwindigkeit überschritten. Auch das Falschparken gefährdet die Schüler.

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Neue Gruppe für junge Imker

Junge Hobby-Imker gesucht: Die IG Riedberg lädt morgen, Sonntag, um 11 Uhr ins Infobüro im Riedbergzentrum Interessierte zwischen zehn und 14 Jahren, die ein spannendes neues Hobby entdecken wollen. Dieses erste Treffen ist eine Vorbesprechung. Wenn sich genügend Teilnehmer finden, werden sie zunächst einmal im Monat theoretisch etwas über Bienen erfahren und praktisch mit den Imkerwerkzeugen umgehen lernen. Diese Termine sind am 31.Januar, 28. Februar, 13. März 2016 auch immer um 11 Uhr im Riedbergzentrum. Ab April geht es laut IG Riedberg „dann praktisch an einem Bienenvolk weiter“. Weitere Infos unter www.ig-riedberg.de
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Die neue Hitliste der Vornamen

Stadträtin Daniela Birkenfeld hat die Vornamensstatistik des Standesamtes für 2015 herausgegeben. Alexander hat es nach dreijähriger Pause vor Maximilian wieder auf den ersten Platz geschafft. 157 Neugeboren bekamen den Namen Alexander. Auf Platz 3 folgt David. Bei den Mädchen war Sophie (214 Neugeborene) am beliebtesten, danach folgen Marie, Maria und Sophia. Die Bundessieger Mia und Ben belegen in Frankfurt im Jahr 2015 nur die Plätze 10 (Mia mit 82 Nennungen) und 15 (Ben mit 60 Nennungen).

Ein Trend, seinen Kindern eine zunehmende Anzahl von Vornamen zu geben, ist auch weiterhin nicht zu erkennen. Knapp 51 Prozent der Eltern gaben ihren Kindern 2015 einen einzigen Vornamen und gut 42 Prozent suchten zwei Vornamen für ihr Kind aus. Lediglich etwa sieben Prozent der Eltern waren ein oder zwei Vornamen zu wenig für ihren Nachwuchs; da sollten es drei und mehr sein. Die vollständige Vornamenshitliste kann man im Internet unter http://www.frankfurt.de beim Standesamt, Stichwort „Vornamensstatistik aktuell“ einsehen. Übrigens: Bei den Nachbarn in Wiesbaden wurde der Name „Frank-Furt“ für ein Neugeborenes abgelehnt. Mama und Papa, beide glühende Eintracht-Fans, mussten sich einen neuen Namen für den Nachwuchs überlegen…

Wissenschaft für Flüchtlinge

Am Anfang ist nur heller, grauer Dampf. Kinder versuchen, danach zu greifen. Dann gießt einer der Studenten mehr von der geheimnisvollen Flüssigkeit aus dem Behälter und bittet, Abstand zu halten. Der Stickstoff verdampft wie auf einer Herdplatte. Bläschen blubbern über den Tisch. Michael Wiebusch und Philipp Beloin vom Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) erklären, dass flüssiger Stickstoff bereits bei – 196 Grad siedet. Sie zeigen, wie man mit Hilfe von Stickstoff Magneten schweben lassen kann. Wissenschaftler hoffen, durch diesen „Supraleitungs“-Effekt eines Tages Strom billig und Ressourcen schonend über weite Strecken zu transportieren. Am Versuch aber stehen nicht Kommilitonen, sondern Flüchtlinge aus der Notunterkunft in Kalbach. Sie sind eingeladen, „Wissenschaft zum Anfassen“ zu erleben.

Über 40 Flüchtlinge kommen zu Fuß aus Kalbach

„Wir wollen spielerisch zeigen, dass Wissenschaft etwas Tolles ist“, hat Dr. Sascha Vogel, Leiter und Initiator der Ausstellung vorab erklärt. „Notfalls mit Händen und Füßen und ohne Zeitlimit“ will sein Team an sechs Versuchsstationen die Neugier der Flüchtlinge wecken und Abwechslung zum Alltag und der Enge in der Turnhalle bieten.

Man ist überrascht und begeistert, als mehr als 40 Flüchtlinge, darunter nicht wenige Kinder, zum Uni-Campus kommen. Zur Gruppe gehört die 13-jährige Saba. Sie ist mit ihren Eltern und den zwei kleineren Brüdern aus Afghanistan geflohen. Mutter Shakila (29) und sie hatten schon in den Herbstferien an einem Sprachkurs des Familienzentrums Billabong für Frauen und Mädchen teilgenommen. Beide sprechen Englisch, obwohl die Mutter nach eigenen Aussagen „nie eine Schule besucht“ hat. Saba versteht inzwischen auch etwas Deutsch, versucht möglichst oft in der neuen Sprache zu antworten. „Ich habe das aus Büchern gelernt“, erzählt sie, während die Dame neben ihr Auskunft darüber gibt, dass in der Turnhalle am Martinszehnten nur zwischen 10 und 11 Uhr für mehrheitlich afghanische Flüchtlinge und zwischen 11 und 12 Uhr für Syrer Deutschunterricht angeboten werden kann.

Der spektakuläre Schokokuss-Versuch

Die Ethnologin Sabine Kalinock ist für die Diakonie tätig. Sie beherrscht Arabisch und Persisch und hilft beim Übersetzen. Etwa beim spektakulären Schokokuss-Versuch, wo die Bedeutung von Vakuum erklärt werden soll. Wird nämlich der Glasglocke mit dem Schokokuss die Luft entzogen, bläht sich der süße Schaum auf. Innen drinnen sind Luftbläschen. Fehlt der Druck von außen, wird der Innendruck immer größer. „Wer Dreck macht, muss aufräumen“, hatte Sascha Vogel als Parole ausgegeben. Sprich: Die Studenten und Doktoranten verzichten lieber darauf, den Schokokuss zum Explodieren zu bringen. Danach sind noch Schaumküsse übrig. Zum Vernaschen.

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Vorsicht „Explosionsgefahr“: Der Schokokuss im Vakuum gefiel vielen Flüchtlingen am besten

Dr. Vogel und sein Team haben das Projekt bereits in Schulen, bei Veranstaltungen des Landes Hessen und im Bundesrat vorgestellt. Teil des Teams ist auch ein Mathe- und Physikstudent, der in Syrien geboren und aufgewachsen ist. Er erklärt die Versuche in seiner Muttersprache. Für alle, die den englischen Erklärungen der anderen Nachwuchswissenschaftler nicht ganz folgen können.

Das Mädchen Saba braucht kaum Übersetzungshilfe. Sie berichtet, dass sie Ärztin werden will. Ihre Mutter möchte Schneiderin lernen, und Mehran, ihr zwölfjähriger Bruder, will „Ingenieur werden“.

Sprachkurse beim Familienzentrum Billabong

Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die derzeit rund 130 Flüchtlinge die Notunterkunft in Kalbach demnächst verlassen und neu eingereiste Flüchtlinge an den Martinszehnten kommen. Auch am Riedberg ist man darauf vorbereitet. „Wir werden ab Mitte Januar wieder einen Sprachkurs machen“, erklärt Anja Hohmann vom Familienzentrum Billabong. Immer montags und donnerstags wird ein pensionierter Sonderschullehrer in den Räumen der Riedberg-Information Deutschunterricht geben.

Sabas Familie weiß nicht, was auf die Notunterkunft folgt. Mutter und Tochter möchten nicht fotografiert werden. Wie beim ersten Zusammentreffen im Herbst. Aus Glaubensgründen und Scheu. Anders als vor ein paar Wochen aber wollen sie sprechen. Die 13-jährige Saba sagt, dass sie noch viel mehr lernen will, und ihre Familie hofft, Asyl und Arbeit zu bekommen.

Hoffen auf Asyl

Derzeit erhalten nur 43 Prozent der ankommenden Afghanen in Deutschland Asyl. Trotz des Wiedererstarkens der Taliban wird über verstärkte Abschiebungen diskutiert. Saba, das Mädchen, das Ärztin werden möchte, will nicht über Politik sprechen. Sie möchte weiter, zu einem der Versuche, die sie noch nicht gesehen hat.

(Text/ Fotos: cd)

Die NEWS der Woche

Mehr Haltestellen für den Riedberg

Immer mehr Menschen leben am Riedberg. Deshalb fährt die Buslinie 29 demnächst fünf neue Haltestellen an. Die Haltestellen entlang der Graf-von-Stauffenberg-Allee sowie der Carl-Hermann-Rudloff-Allee lauten: „Hans-Leistikow-Straße“, „Ernst-Balser-Straße“, „Hans-Poelzig-Straße“ und „Lucy-Hillebrand-Straße“. Neu ist auch die unmittelbar an der U-Bahn-Station liegende Haltestelle „Uni Campus Riedberg“. Durch den neuen Weg der Linie 29 entfällt die Haltestelle Annette-Kolb-Weg. Allerdings wird diese weiterhin von der Linie 251 sowie an Schultagen von der Linie 28 bedient.

Bereits ab sofort werden zu Schulbeginn und auch mittags mehr Busse der Linie 28 eingesetzt. Das soll die Verbindung zum „Schulstandort Riedberg“ verbessern. Weitere gute Nachricht für Schüler: Die U9 wird bei den besonders nachgefragten Fahrten um 7.18 Uhr und 7.33 Uhr von Nieder-Eschbach verlängert. Es wird jeweils ein Wagen angehängt. Ob diese Maßnahmen aufgrund der wachsenden Schülerzahlen am Riedberg ausreichen, wird noch geprüft.

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Scheitert das neue Gymnasium?

Mehr als 270 Plätze an weiterführenden Schulen fehlen im Norden Frankfurts. Das neue Gymnasium in Westhausen soll bereits ab dem nächsten Schuljahr für Entlastung sorgen. Zunächst am provisorischen Standort in Westhausen. Als endgültiger Standort ist Bonames im Gespräch. Jetzt scheint sogar das Provisorium wieder infrage zu stehen. Wie Susanne Kassold (SPD) in der Ortsbeiratssitzung am Freitag mitteilte, gibt es derzeit „weder ein endgültiges Bodengutachten, ab die Schule auf dem Gelände der Ziegelei entstehen kann, noch gibt es ein Verkehrskonzept“. Das wurde im direkt betroffenen Ortsbeirat 7 bekannt. Die mangelhafte RMV-Anbindung von Stadtteilen wie dem Riedberg stand bereits in der Kritik. In der Nähe des Grundstücks befinden sich die Französische Schule und drei Kitas. Anwohner befürchten einen „Verkehrskollaps“, falls das neue Gymnasium kommt.

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Müll-Initiative, aber keine Öffnung für Vereine

Der Ortsbeirat will die Müllprobleme am Riedbergzentrum in den Griff kriegen und die FES bitten, „für eine bessere Müllentsorgung“ zu sorgen. Pizzakartons, Verpackungen von Take-away-Gerichten und auch der Müll der Marktbeschicker am Samstag stapeln sich hier, teils auch neben den Mülleimern. Der Antrag dazu kam von der CDU, die spezielle Müll-Container für den Abfall des Wochenmarktes ins Gespräch bringt. Ein Antrag der SPD, auf den die Vereine am Riedberg hofften, wurde indes abgelehnt. Es stand zur Debatte, dass die Schulaula des Gymnasiums – in Absprache mit dem Direktorat – abends „für die vereinsinterne Nutzung“ zugänglich gemacht werden soll. Der Antrag fand keine Mehrheit.

Eine interessante Nachricht aus den Nachbarstadtteilen: Bei einer von der Stadt initiierten Ideenplattform sprachen sich die Bürger gegen eine erneute Erweiterung der Europäischen Schule aus – man möchte so die Ernst-Reuter-Schulen am Nordwestzentrum stärken.

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„Stadtteil-Akteure“ dürfen ins Infobüro!

Eine gute Nachricht beim Thema Raumnot am Riedberg gibt es aber doch: Die Hessenagentur wird das Infobüro im Riedbergzentrum „verstärkt lokalen Akteuren öffnen“ – das teilte Pressesprecher Wilfried Körner dem Stadtteilmagazin MAINRiedberg mit. Der Hintergrund: Immer weniger Interessenten möchten sich direkt im Infobüro der Hessenagentur über Projekte am Riedberg beraten lassen, die Hessenagentur übergibt Teile ihrer Zuständigkeiten ohnehin im Laufe des nächsten Jahres an die Stadt. Die Räume des Infobüros stehen aber noch bis Ende 2016 zur Verfügung – und jetzt auch verstärkt Riedberger Vereinen und Initiativen offen. Den Anfang machten öffentliche Lesungen von „Kultur in der Aula“. Weitere Interessenten können sich direkt an die Hessenagentur wenden.

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Bestsellerautor liest am Riedberg

Er ist Bestsellerautor mit einer Gesamtauflage von 35 Millionen Büchern, liebt Fantasy-Romane, Krimis und seine Harley. Doch die vielleicht beste Nachricht ist: Wolfgang Hohlbein („Märchenmond“, „Der Hexer“) kommt 2016 nach Frankfurt-Riedberg. MAINRiedberg und der Dryas Verlag holen damit zum ersten Mal literarische Prominenz in unseren jungen Stadtteil. Am 4. März liest Wolfgang Hohlbein aus seinem neuesten Roman „Mörderhotel“. Unterstützt wird der Termin vom Familienzentrum Billabong und dem Jugendhaus Riedberg, wo die Lesung stattfinden kann. Die exakten Daten:

Die Lesung aus „Mörderhotel“ von und mit Wolfgang Hohlbein findet am
4. März 2016 um 20 Uhr im Jugendhaus Riedberg, Friedrich-Bergius-Weg 2, statt.

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Karten kosten 8 Euro, im Vorverkauf 6 Euro.

Bereits am 29. Januar 2016 um 20 Uhr kommt der Frankfurter „Lokalmatador“ Meddi Müller mit seinem neuesten Krimi „Frankfurt muss brennen“. Müller liest im Infobüro/ Riedbergzentrum. Die Lesung findet in Zusammenarbeit der Riedberger Initiative „Kultur in der Aula“ statt. Karten kosten 4 Euro, im Vorverkauf 3 Euro.

Karten-Reservierungen für Bestsellerautor Wolfgang Hohlbein und den Frankfurter Krimi-Autor Meddi Müller sind ab sofort unter mail@main-riedberg.de sowie unter kontakt@dryas.de möglich.

Weitere Informationen unter www.main-riedberg.de Stichwort riedbergKULTUR.

(Foto: Wolfgang Hohlbein)

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Neues Wohngebiet am Ben-Gurion-Ring

Am nordöstlichen Rand des Ben-Gurion-Rings in Nieder-Eschbach wird ein neues Wohngebiet ausgewiesen. „Auf dem Areal können circa 340 Wohnungen für rund 850 Menschen entstehen“, teilt Bürgermeister Olaf Cunitz mit. „Damit fangen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir ermöglichen zusätzlichen Wohnungsbau, ohne unbebaute Flächen in Anspruch zu nehmen. Die Umnutzung dieses früher gewerblich genutzten Areals ist ein Beitrag zum schonenden Umgang mit unseren Flächenressourcen.“ Das rund 3,3 Hektar große Gebiet liegt fußläufig zur Stadtbahnstation Bonames-Mitte, an der die Linien U2 und U9 verkehren. Zudem ist es mit einer städtischen Buslinie erschlossen. Bereits im vergangenen Jahr wurde mit dem Baulandentwickler geregelt, dass eine öffentliche Grünfläche und Kindertagesstätte mit 66 Plätzen entstehen werden. Außerdem wird 30 Prozent der entstehenden Wohnbaufläche im geförderten Wohnungsbau errichtet.

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Lust auf Frankfurter Geschichte?

Hannes Pflügner führt am Donnerstag, 17. Dezember, um 17 Uhr durch das staufische Frankfurt. Frankfurt verdankt seine Tradition als Handels- und Kaiserstadt den Stauferkaisern wie Friedrich Barbarossa oder Friedrich II. Im 12. Jahrhundert wurde Frankfurt zum Wahlort deutscher Könige. Noch heute finden sich in der Stadt Spuren der königlichen Vergangenheit, wie zum Beispiel in der Saalhofkapelle. Hier befinden sich auch die Kopien der mittelalterlichen Reichsinsignien – Krone, Zepter und Reichsapfel. Und ein großes Modell zeigt die Entwicklung des stauferzeitlichen Frankfurts. Die Kosten für den Stadtgang betragen sechs Euro, Treffpunkt ist das Foyer im Historischen Museum.

Friedrich, F. u. Preuss, K. Foto und Verlag, Ansicht des Saalhofs vom Main her, 1869

Friedrich, F. u. Preuss, K. Foto und Verlag, Ansicht des Saalhofs vom Main her, 1869

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Es gibt wieder das RMV-Weihnachtsticket

Auch in diesem Jahr bietet der RMV seinen Kunden wieder ein Weihnachtsangebot: Wer eine RMV-Tages- oder Gruppentageskarte im Zeitraum vom 24. bis 26. Dezember kauft, kann diese während der gesamten Feiertage für beliebig viele Fahrten nutzen. Eine gute Idee, findet der RMV-Aufsichtsratsvorsitzende, Oberbürgermeister Peter Feldmann. Gespart werden somit bis zu zwei Drittel der regulären Fahrtkosten. Das RMV-Weihnachtsticket gibt es in allen RMV-Mobilitätszentralen, als Handy-Ticket, an allen Fahrkartenautomaten und unter www.rmv.de

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Ideen für Last-Minute-Geschenke

Für alle Spätkäufer und Kurzentschlossene öffnet das Stadtteilbüro Bahnhofsviertel am Donnerstag, 17. Dezember, von 17 bis 21 Uhr seine Pforten und präsentiert die Produkte von Bahnhofsviertel-Kreativen. Die Palette reicht von Schmuckdesigns zu tragbaren Zeichnungen und witzigen Kalendern, nicht ausschließlich weihnachtlichen Malbüchern und Comics, fluoreszierenden Weihnachtskarten mit Rentieren und Füchsen bis hin zu schönen Dingen mit hohem Unterhaltungswert. Die kreativen Künstler und Köpfe hinter den Produkten sind: Sylvain Merot, Schau Chung Shin, Dreilettercode, Diana Ninov, Christopher Tauber, Christine Fiebig und Birgit Arp. Weitere Infos: Art Shop im Advent – Stadtteilbüro Bahnhofsviertel, Gutleutstraße 16a.

Die Riedberger Verlegerin Sandra Thoms hat auch noch einen besonderen Buchtipp für Last-Minute-Schenker: Sie empfiehlt (insbesondere als Geschenk für Frauen und Hundeliebhaber) „Kein Mops ist auch keine Lösung“ von Tina Voss. Die Autorin hatte übrigens Ende November eine erfolgreiche Lesung am Riedberg. Das Buch ist ein witziger Roadtrip nach Schweden, auf dem das skurrile Duo mit Mops jede Menge ebenfalls skurrile  Gestalten trifft. Autorin Tina Voß hat selbst einen Mops, das merkt man beim Lesen. Aber auch Nicht-Mops-Besitzer kommen auf ihre Kosten, denn die Autorin beschreibt liebevoll und amüsant die unterschiedlichsten Charaktere. Weitere Infos unter www.dryas.de

Voß Flyer vorne

Frauen können mehr!

Diese Frau weiß, was sie will: Martina Peukert (39), Mutter eines einjährigen Sohnes, arbeitet seit 15 Jahren im Bereich Unternehmensberatung, Media-Training und Coaching. Eines der Spezialgebiete der Neu-Riedbergerin ist das „Training von Frau zu Frau“. Ihre Arbeit beginnt mit dem Auffrischen von Computerkenntnissen und endet auch nicht bei Bewerbungs-Tipps oder Präsentationen. Was reizt sie an dieser Aufgabe? Anders ausgedrückt: Was müssen wir Frauen noch lernen?

Was möchten Sie den Frauen, die zu Ihnen kommen, mit auf den Weg geben?

Peukert: „Ich möchte die Hemmschwelle abbauen, dass man vermeintlich nichts mehr weiß und kann, und ich möchte Selbstvertrauen aufbauen. Ich helfe bei Bedarf auch aktiv dabei, einen neuen Job zu finden. Viele halten nur an ihrer alten Stelle fest, weil sie glauben, eine bessere würden sie nicht bekommen.“

Warum ist der Wiedereinstig in den Beruf oft so schwer – und warum lohnt es trotzdem, sich durch die harte Anfangsphase durchzukämpfen?

„Da ist natürlich der Geld-Aspekt und das Bewusstsein, auf eigenen Beinen zu stehen. Man fühlt sich auch besser, fühlt sich anerkannt. Seit ich wieder arbeite, bin ich ausgeglichener, übrigens auch meinem Kind gegenüber. Man lernt als Mutter auch loszulassen. Und es macht richtig Spaß, wieder loszulegen.“

Warum zögern dennoch viele Frauen? Was müssen wir noch lernen?

„Viele Frauen sagen zu schnell: ,Das kann ich nicht.’ Anstatt zu sagen: ,Ich erfülle vielleicht nicht alle Anforderungen für den Job. Aber ich suche mir Hilfe und versuche es trotzdem!’ Wir Frauen müssen lernen, mehr zu wagen und uns besser zu verkaufen. Was hat man denn zu verlieren? Ich sage: Man kann doch eigentlich nur gewinnen!“ cd

Mehr Informationen über die Riedberger Expertin finden Sie unter www.erfolgreich-als-frau.de

Hab keine Angst

Auf ihrer Visitenkarte steht: Dr. med. Zahide Özkan-Rashed, Ärztin für Kardiologie und Innere Medizin. Auf dem Buch, das sie mitgebracht hat und aus dem sie am Mittwoch im Familienzentrum Billabong vorlesen wird, steht der Halbsatz: „Hab keine Angst“. Die 53-Jährige hat es selbst verfasst, basierend auf Tagebuch-Aufzeichnungen und Erinnerungen. Es ist die Geschichte eines Mädchens, dem sie den Namen Feride gab. Es kommt im Alter von zwei Jahren aus einem kleinen, türkischen Dorf am Marmarameer nach Deutschland, in eine Stadt im Rhein-Main-Gebiet. Die Eltern arbeiten hart, um den Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Sie wohnen zu fünft in einer Zweizimmer-Wohnung. Der Papa wurde als „Gastarbeiter“ angeworben. Die Mama hat nie eine Schule besucht, legt aber großen Wert darauf, dass sich die Kinder anstrengen. So gut sie nur können. Feride lernt und muss lernen, mehr als andere, und hat bald einen großen Traum: Sie will Ärztin werden!

Zahide Özkan-Rashed, die Autorin des Buches, wohnt hier am Riedberg. Sie hat in einer Radiosendung über ihr autobiografisches Debütwerk gesprochen, wurde in Zeitschriften und Online-Portalen dazu interviewt. Der Text wird als „Emazipationsgeschichte einer jungen Türkin in Deutschland in den 60er Jahren“ gefeiert. Einer jungen Frau, die hin- und hergerissen zwischen zwei Welten war. Die wusste, dass aus Sicht ihrer Eltern Kontakte mit Jungen vor der Heirat tabu sind. Die später im Deutsch-Unterricht unbedingt eine Erörterung zur Aussage jenes Politikers schreiben wollte, der eine Sterilisierung ausländischer Frauen vorschlug, um Kindergeldzahlungen zu reduzieren. Und die heute noch sagt: „Für mich war es immer ganz wichtig, korrekt und ohne Fehler zu sprechen. Ich wollte nicht als Ausländer auffallen und Anlass zur Diskriminierung geben.“ Wenn sie frei sprechen sollte, hat ihr Herz „ganz stark geklopft“.

Sie möchte weitergeben, was Ab- und Ausgrenzung, aber auch Hilfsbereitschaft und Empathie bewirken können. Sie erzählt von „Schlüsselerlebnissen“, die ihr Halt und Selbstvertrauen gaben. Als sie in der ersten Klasse im Diktat nur einen Fehler hatte, lobte die Lehrerin Zahide vor versammelter Klasse. Wenn sie Probleme mit den Hausaufgaben hatte, durfte sie bei einem älteren Nachbars-Ehepaar anklopfen. In der Förderstufe, der 5. und 6. Klasse, arbeitete sie sich in den Hauptfächern Schritt für Schritt nach oben. Mit viel Ehrgeiz und Fleiß. „Ich wollte ja unbedingt aufs Gymnasium.“ Jahre später war ihr Abi-Schnitt so gut, dass sie in Frankfurt Medizin studieren konnte. So, wie sie es sich immer erträumt hatte.

Am Schluss des Buches ist eine Kinderzeichnung abgedruckt. Ein Bild, das eine der beiden Töchter von Zahide Özkan-Rashed gemalt hat. Mama, Papa und ein Kind sind dort zu sehen. Über den Köpfen schweben Flaggen. Über Mama ist es die türkische Fahne, über dem Vater die seiner alten Heimat Ägypten. Über sich selbst hat die Tochter die Deutschland-Fahne gemalt.

Letzte Frage: Welche Ratschläge würde sie allen geben, die trotz scheinbar unüberwindbarer Hindernisse ihren Traum nicht nur träumen, sondern verwirklichen wollen?

Die 53-Jährige zögert kurz und fasst dann zusammen:

1. Glaube an Dich und lass’ Dir nicht nicht einreden, dass Du etwas nicht schaffen kannst!
2. Öffne Dich, geh’ auf andere zu – auch wenn Du Dich noch nicht richtig zugehörig fühlst, oder andere Dich das glauben lassen!
3. Nimm Hilfsangebote und Ratschläge an – und gebe nie auf!

Nach diesen Sätzen schweigt Zahide Özkan-Rashed, lächelt nur. Zurückhaltend und in sich gekehrt. Es ist das Lächeln einer Frau, die wie das Mädchen aus dem Buch oft genug „zwischen allen Stühlen“ war. Ihren Platz im Leben, in dieser Gesellschaft, inklusive Freunde, Glück, Zufriedenheit und Liebe hat sie gefunden.

C. Detsch

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Die Lesung von Zahide Özkan-Rashed findet am nächsten Mittwoch, 2. Dezember, um 19.30 Uhr im Familienzentrum Billabong, Friedrich-Bergius-Weg 2 (Jugendhaus Riedberg), statt.

Zahide
Das Buch ist erhältlich in der Buchtruhe/Spieltruhe im Riedbergzentrum, der „Bücherstube Wildhage“ in Oberursel, bei „Bücher vor Ort“ in der Martin-Böff-Gasse, 60386 Frankfurt, sowie im Internet.

Das neue MAINRiedberg ist da

Haben Sie es schon in Ihrem Briefkasten entdeckt?

Das neue MAINRiedberg ist da! Das Magazin für Frankfurts jüngsten Stadtteil kam gestern frisch aus der Druckerei und wird ab sofort verteilt. MAINRiedberg ist umwerfend anders, weltoffen und innovativ – wie die über 10.000 Riedbergerinnen und Riedberger, die hier leben. Entdecken Sie mit uns den Riedberg neu! Das Magazin erscheint drei Mal pro Jahr. Ständig aktualisierte Informationen, News und Terminhinweise finden Sie auch auf unserer Website www.main-riedberg.de.

Übrigens: Wenn Sie hier am Riedberg wohnen und bis Sonntag kein Exemplar von MAINRiedberg erhalten sollten, können Sie sich gerne an uns wenden. Dann lassen wir Ihnen umgehend – und selbstverständlich kostenlos – die zweite Ausgabe unseres Magazins zukommen. Mail an

mail@main-riedberg.de

genügt. Bitte Adresse nicht vergessen!

*** Wir freuen uns auch über Feedback und Anregungen unserer Leser. Denn MAINRiedberg ist das neue Magazin für ALLE Riedberger ***

Initiative für mehr Schulplätze

Wie viele Plätze an weiterführenden Schulen fehlen wirklich? „Mehr als 270 im Frankfurter Norden“, warnen Elternvertreter. Keine mehr – argumentiert das für den Schulentwicklungsplan zuständige Stadtschulamt. Schließlich wächst zum nächsten Schuljahr das Angebot an Gesamtschulen und Gymnasien im Stadtgebiet. Das Landesschulamt, zuständig für Platzvergabe und Verwaltung, hält Distanz zu dieser Debatte, weiß aber um die Brisanz der Thematik. Ein leitender Direktor des Amtes kam kürzlich persönlich zu einem Info-Abend an den Riedberg. Auch im Ortsbeirat Kalbach/ Riedberg heißt es unzweideutig: „Wir wissen, dass die Plätze nicht ausreichen.“ Deshalb hat man – einstimmig – in der jüngsten Sitzung eine Initiative für mehr Schulplätze gestartet. An der Otto-Hahn-Gesamtschule im nahen Nieder-Eschbach sollen in einem „Erweiterungsbau in Containermodulbauweise“ weitere Unterrichtsräume geschaffen werden. Da Erweiterungsflächen bereits ausgewiesen sind, könnte langfristig sogar ein fünfzügiger Ausbau des Gymnasialzweigs erfolgen.

„Die Ortsbeiräte 14 und 15 haben Anträge mit dem gleichen Tenor gestellt“, informiert Ortsvorsteherin Carolin Friedrich. Auch der zuständige Bildungsausschuss habe positiv votiert. Drei Monate hat das Stadtschulamt nun Zeit, darauf zu reagieren.

Apropos Bildung und Betreuung: Ulrike Gauderer von den Grünen hat festgestellt, dass im Grundschulbezirks Riedberg I teils Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren fehlen. Im Bereich der entstehenden „Berghöfe“ in der Konrad-Zuse-Straße liegt der Versorgungsgrad bei nur 19 Prozent – während die Stadt eine Quote von 50 Prozent anstrebt und Mütter wie Väter auf dem Riedberg meist berufstätig sind. Der Ortsbeirat votierte deshalb für eine „Erweiterung der Betreuungsangebote“. Ursprünglich hatte die ABG, die dort Wohnungen baut, eine Einrichtung für Kinder unter drei Jahren geplant. Die Ortspolitiker wollen aber demonstrativ nachhaken, weil sie nicht wissen, ob diese Planungen noch aktuell sind.

Ferner bittet der Ortsbeirat per Antrag, dass der nördliche Fahrradweg entlang der Marie-Curie-Straße repariert werden soll sowie im Bereich der Sportanlage des SC Riedberg mehr Fahrradständer aufgestellt werden.

Mehr Sicherheit für Kinder und Fußgänger

Dann gab es noch eine Tischvorlage zu einem Thema, das viele Eltern betroffen macht: Ende Oktober wurde ein Kind am Kreisverkehr Zur Kalbacher Höhe/ Am Bonifatiusbrunnen angefahren. Der Junge ging gerade über den Zebrastreifen und wurde zum Glück nur leicht verletzt. Bereits bei der letzten Ortsbeiratssitzung wurde beschlossen, dass am Kreisel das Pflaster so verändert werden soll, dass die Autos langsamer fahren müssen. Eigentlich gilt Tempo 30, auch die Zebrastreifen sind deutlich markiert. Doch viele Autofahrer fahren trotzdem viel zu schnell und unachtsam – vielleicht auch, weil die Verkehrsschilder vor dem Kreisel teils überwuchert und nur noch spät zu erkennen sind. Auf einen Antrag der SPD hin wird jetzt die Stadt gebeten, dass Straßenverkehrsamt und/ oder Grünflächenamt die Schilder möglichst bald wieder „besser einsehbar machen“. Zudem soll der Magistrat weitere Maßnahmen zu prüfen, „die geschwindigkeitsreduzierend wirken können“.

(Text/ Foto: cd)