Alle Artikel in: Geschichte

Begegnung mit Zeitzeugin
Trude Simonsohn

Warum hab ich überlebt? Das ist der Titel eines TV-Porträts über Trude Simonsohn. Eine Frage, die sie sich selbst immer wieder stellte. In einem weiteren Gespräch hat die erste Ehrenbürgerin Frankfurts ebenso betont: „Ich habe kein Talent zum Hassen.“ Sie überlebte Auschwitz – und spricht darüber: Trude Simonsohn hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die Nazi-Gräuel zu informieren, damit sie niemals vergessen werden können. Dieser Aufgabe widmet sie sich, auch noch im Alter von 96 Jahren. So ist sie der Einladung der drei Riedberger Kirchen gefolgt. Am nächsten Mittwoch um 19 Uhr ist Begegnung und Gespräch mit der Holocaust-Überlebenden in der Katholischen Kirche St. Edith Stein an der Kalbacher Höhe am Riedberg möglich. Trude Simonsohn wuchs im heutigen Tschechien zweisprachig auf. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht wurde ihr als Jüdin eine Berufsausbildung verweigert. Ihr Vater wurde bereits 1939 verhaftet, in das KZ Buchenwald verschleppt und danach im KZ Dachau ermordet. Ihre Mutter wurde später im KZ Auschwitz ermordet. Im Juni 1942 geriet sie selbst, nach dem Attentat auf SS-Größe Reinhard Heydrich, wegen angeblichen …

Vortrag über Frankfurt
im 19. Jahrhundert

Hätten Sie gewusst, dass Frankfurt beinahe Hauptstadt der Bundesrepublik geworden wäre? Schließlich war Frankfurt schon im Mittelalter freie Reichsstadt, Kreuzpunkt der großen europäischen Handelsstraßen, über Jahrhunderte Krönungsort der deutschen Kaiser – und hier in der Paulskirche tagte auch das erste gesamtdeutsche Parlament. Dieses historische Ereignis und noch viele weitere interessante Fakten sind Thema des Vortrags „Frankfurt im 19. Jahrhundert“, der am nächsten Dienstag im Gymnasium Riedberg stattfindet. Referent ist Professor Dr. Ralf Roth vom Historischen Seminar der Universität Frankfurt. Veranstalter sind Culture Club Riedberg und das Gymnasium Riedberg. Nicht ohne Grund tagte das erste gesamtdeutsche Parlament in der Frankfurter Paulskirche: Frankfurt war neben er bedeutenden Rolle über Jahrhunderte hinweg geprägt von einem besonderen liberalen politischen Klima. Im 19. Jahrhundert hatte man nicht nur deshalb eine kritische Distanz zu Preußen – auch infolge der Annexion der stolzen Metropole und der Degradierung zur preußischen Provinzstadt. Die Industrialisierung, aber auch vermögende Frankfurter und umfangreiche Investitionen in soziale Maßnahmen, Kultur und Wissenschaft schufen eine in vielerlei Hinsicht als modellhaft angesehene Großstadt, die mehr noch als Berlin Stadtplaner aus dem …

Gedenken an
den Holocaust

Morgen ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des KZ Auschwitz-Birkenau. Mehr als eine Million Menschen starben im größten Vernichtungslagers des Nazi-Regimes, der italienische Chemiker und Schriftsteller Primo Levi konnte überleben. Zwei bemerkenswerte Schriften von Levi stehen morgen im Mittelpunkt einer Lesung mit anschließendem Austausch im Centre for Dialogue at Campus Riedberg, in den Räumen der katholischen Kirche St. Edith Stein. Der Schauspieler Christian Wirmer liest aus Primo Levis Autobiographie „Das periodische System“ und aus der philosophischen Schrift „Ist das ein Mensch?“. Hier beschreibt der 1987 verstorbene Wissenschaftler jüdischen Glaubens seine Erfahrungen in Auschwitz und verneint die Theodizee-Frage. Die Gesprächsleitung der Veranstaltung hat Prof. Dr. Harald Schwalbe vom Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie der Goethe Universität. Der Holocaust-Gedenktag wurde am 3. Januar 1996 durch Proklamation des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt. Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus: Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen …