Kategorie: Billabong

Applaus in der Commerzbank-Arena

Was ist das für ein Gefühl, vor mehreren tausend Zuschauern auf einer Bühne in der Commerzbank-Arena zu tanzen? Die sechs Damen aus der „Adult Division“ des Riedberger Thom Hecht Ballettförderzentrums blieben jedenfalls bewundernswert konzentriert. Erst, als der Auftritt beim Festival4Family vergangene Woche vorbei war, huschte ein Lächeln über ihre Lippen. Der Gelbe Seiten Verlag Trifels engagiert sich als ein in Frankfurt ansässiges Familienunternehmen stark für Familien in der Region Rhein-Main und stellt jedes Jahr dieses Event für über 20.000 Zuschauer auf die Beine. Zum ersten Mal waren unsere Ballettelevinnen auf die große Eventbühne geladen. Dort, wo am gleichen Tag Shooting-Star und „Dein Song“-Gewinnerin Leontina und auch Magier André Sarrasani auftraten.

„Für uns ist das natürlich eine Ehre und auch erst der zweite öffentliche Auftritt des Förderzentrums außerhalb vom Riedberg“, berichtet Dr. Thom Hecht. Der erste, ein Auftritt der Inklusions-Ballettgruppe für Kinder, fand im Rahmen einer Preisverleihung in der Frankfurter Börse statt. Dass allerdings erwachsene Frauen in ihrer Freizeit Ballett nach einem professionellen Curriculum wie dem Examens-Repertoire des American Ballet Theatre erlernen wollen – „das ist eine absolute Ausnahme und einfach toll“, sagt Hecht, der im Rahmen des Billabong-Familienzentrums seine Kurse anbietet.

Festival4Family kl
hr3-Moderator Daniel Fischer kündigte galant „unsere“ Damen an

14 Ballettelevinnen (vom Riedberg, aber auch Tänzerinnen aus Bonames und dem Mertonviertel) fliegen im Oktober 2016 sogar nach New York, um im Headquarter des American Ballet Theatre, eines der größten Ballettkompanien der Welt, ein Ballettexamen abzulegen.

Beim Festival4Family gab es neben dem Bühnenprogramm des Ballettförderzentrums auch ein Ballettmitmachangebot für Kinder von drei bis acht Jahren und Ballerina-Basteln mit Julia Jung in Zusammenarbeit mit Billabong. Es wurden mehr als 200 Papier-Ballerinas gebastelt. Und auch die Ballett-Damen konnten noch das Festival genießen und vom großen Auftritt entspannen.

Ballerina klein
Auch diese kleine Ballerina tanzt! Das Bastelangebot des Familienzentrums Billabong war beim Festival4Family sehr beliebt.

Fotos: E. di Meo (2)/ J. Jung (1)

Die News der Woche

+++ Neue Läden am Riedberg +++ Polizei gibt Tipps gegen Einbrecher +++ Großes Sommerfest im Juni +++ Ortsbeirat stimmt gegen Blitzer +++ Initiative klagt weiter gegen Flüchtlingsunterkunft +++ Neue Fitness- und Wellnessangebote +++

Großes Sommerfest am 25. Juni

Nach diesem tollen Sonnentagen möchten wir auch die News der Woche mit einem schönen Termin beginnen, den Sie sich schon jetzt im Kalender notieren sollten: Am 25. Juni von 14 bis 23 Uhr findet das große Sommerfest am Riedberg statt. Mit einer Bühne plus Musik-Acts, einem Sponsorenlauf, Auftritten der kleinen und großen Balletttänzer(innen) unter Leitung von Dr. Thom Hecht, mit attraktiven Ständen und Angeboten verschiedenster Gruppen und Vereine, natürlich auch mit Essen und Getränkeangebot. Die Hessenagentur organisiert in diesem Jahr das Fest gemeinsam mit der IG Riedberg. „Es ist noch nicht ganz klar, ob das Fest schon im neuen Teil des Kätcheslachparks stattfinden kann, da wir schlicht noch nicht wissen, wie gut das Gras bis dahin angewachsen ist“, erklärt der IG-Vorsitzende Markus Schaufler. Falls das nicht klappt, wird vermutlich der Park-Teil östlich der Altenhöferallee zum Festplatz. Vereine, Kirchen und das Familienzentrum Billabong sind mit dabei. Wer noch Interesse hat, bei den Vorbereitungen zu helfen oder Ideen beizusteuern, kann sich gerne unter info@ig-riedberg.de melden.

Das große Sommerfest wird sozusagen auch ein „Abschiedsfest“ der Hessenagentur. Denn am 30.6.2016 endet deren Zuständigkeit für die „Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme“ am Riedberg. Danach liegt die Verantwortung bei der Stadt Frankfurt, die Haseg wird aber Projekte wie den Westflügel vollenden. Und (hoffentlich) auch die zweite Sportanlage, die derzeit durch Hamstervorkommen verhindert wird.

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Neu 1

Neu am Riederg: Delikatessen und ein Nagelstudio

Noch mehr Geschäfte und Dienstleistungen direkt vor Ort – das wünschen sich viele Riedberger. Mit der neuen Ladenzeile in der Altenhöferallee 29 (neben dem Riedbergzentrum) wird das Angebot in unserem Stadtteil größer. Bereits eröffnet hat das Nagelstudio „A. B. Nails“ von Le Phuong, das Montag bis Samstag von 10 bis 19 Uhr Maniküre, Pediküre und beispielsweise auch Nagelschmuck anbietet, jetzt auch zu Eröffnungskonditionen. Direkt daneben können sich Genießer auf „Luna Feinkost“ mit italienischen und französischen Spezialitäten freuen. Luna Feinkost startet am nächsten Samstag (14.5.), die Öffnungszeiten sind Mo. bis Fr. 7 – 19 Uhr und Samstag 8 – 16 Uhr.

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Polizei gibt Tipps gegen Einbrecher

Fast täglich gibt es am Riedberg Einbrüche oder Einbruchsversuche. Auch von Diebstählen war in den vergangenen Wochen häufig zu hören. Wie kann ich mein Eigentum besser schützen? Wie groß ist der Aufwand, Fenster und Türen nachzurüsten? Diese und viele weitere Fragen klärt Hauptkommissar Dirk Balzer von der Beratungsstelle der Polizei beim Informationsabend zum Thema Einbruchsprävention am heutigen Donnerstag, 12. Mai, um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Veranstalter ist die IG Riedberg. Der Informationsabend findet im Infobüro im Riedbergzentrum statt. (Symbolfoto: Mojzes/ Fotolia)

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Kein Baustopp für Flüchtlingsunterkunft

Am Alten Flugplatz gehen die Bauarbeiten für die geplante Flüchtlingsunterkunft weiter – trotz der Klagen der Bürgerinitiative „Pro Renaturierung des Alten Flugplatzes Bonames“. Nach dem Scheitern vor dem Frankfurter Verwaltungsgericht zogen die sieben Bürger vor den Hessischen Verwaltungsgerichtshof, um einen sofortigen Baustopp durchzusetzen. Auch dort scheiterten sie, da einer Initiative das Recht abgesprochen wird, einen Baustopp zu fordern. Das berichtet die „FAZ“ in der heutigen Ausgabe. Die Unterkunft, die ursprünglich schon am 24. Mai eröffnen sollte, ist wegen der Nähe zum Landschaftsschutzgebiet umstritten. Die Wohnmodule stehen allerdings am Vorplatz des ehemaligen US-Hubschrauber-Hangars und werden dringend benötigt für Flüchtlingsfamilien aus Syrien und Afghanistan, die ihre Notunterkünfte in Frankfurt verlassen müssen. Der Naturschutzbund NABU will lieber kooperieren als klagen. Auch die Naturschützer am Alten Flugplatz wollen sich einbringen.

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Ortsbeirat stimmt gegen Blitzer

Immer mehr Autofahrer sind an der Kalbacher Höhe mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs, die Lärmbelastung steigt. Besonders in den Nachtstunden, wenn die Ampelanlage an der ersten Grundschule ausgeschaltet ist. „Das stört die Anwohner in erheblichem Maße und beeinflusst die Verkehrssicherheit“, hieß es in einem Antrag der SPD, die sich bei der vergangenen Ortsbeiratssitzung für fest installierter Radaranlagen zwischen den Straßen „Zum Stulen“ und der Riedbergallee einsetzte. Die Ortsbeiratsmehrheit hat den Antrag abgelehnt, da man keine Notwendigkeit für einen Blitzer in einer 30er-Zone sieht. Ein Ortsbeirat argumentierte folgendermaßen: Die Autofahrer seien nur zu schnell unterwegs, würden aber niemanden gefährden. Betroffene Anwohner hatten sich in der Bürgerfragestunde nicht zu Wort gemeldet.

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Neue Fahrradständer an der Sporthalle

Gute Nachricht für Radfahrer am Riedberg: Schon bald gibt es mehr Fahrrad-Abstellmöglichkeiten in unserem Stadtteil. Präzise gesagt: Zwischen Gymnasium Riedberg, dem Jugendhaus und der großen Sporthalle. Das Amt für Straßenverkehr und Erschließung hat zugesagt, bis zum 30.6. dort Fahrradständer anzubringen. Denn bisher gibt es nur Abstellmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler am Gymnasium – aber nicht für all jene, die in der Halle Sport treiben oder das Jugendhaus bzw. das Familienzentrum Billabong besuchen. Das heißt: Räder stehen und liegen nicht selten irgendwo auf dem Platz vor der Sporthalle herum.

Eigentlich wollte sich der Ortsbeirat bei der vergangenen Sitzung für die Fahrradständer einsetzen, doch die scheidende Kinderbeauftragte Manuela Roll hatte bereits lange vorher bei den entsprechenden Stellen „angeklopft“ und das Anbringen von Fahrradständern angeregt. Nun also kam grünes Licht von der Stadt, der Antrag im Ortsbeirat wurde überflüssig. Und die Radfahrer profitieren.

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Kunstprojekt: Schüler gestalten Kita-Eingangsbereich

In den vergangenen Monaten haben Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Riedberg an einem ganz besonderen Projekt gearbeitet: Auf Initiative der HA Stadtentwicklungsgesellschaft und mit Unterstützung der Kinderbeauftragten Manuela Roll sowie dem Architekturbüro WerkStadt hat ein Kunstkurs unter Leitung von Maren Flößer Gestaltungsideen für den Eingangsbereiches einer neuen Kita am Frankfurter Riedberg erarbeitet. Es handelt sich um eine rund 50 Quadratmeter große Fläche, für die Jugendliche einer 9. Klasse Gestaltungsvorschläge entwickelt haben, die jetzt im Infobüro Riedberg ausgestellt werden. Die Ausstellung zeigt ein einzigartiges Spektrum kreativer Ideen sowie eine große Vielfalt und Individualität der Arbeiten. Ausstellungseröffnung und Preisverleihung ist am Donnerstag, 19. Mai, um 16 Uhr im Infobüro im Riedbergzentrum.

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Flohmarkt und Hüpfburgen-Festival

Am 21. Mai von 11 bis 13.30 Uhr ist Flohmarkt beim Familienzentrum Billabong auf dem Platz vor dem Jugendhaus. Jeder, der etwas verkaufen möchte, kann sich ab sofort unter info@billabong-family.de anmelden. Die Standgebühr beträgt 6 Euro, Aufbau ist ab 10.30 Uhr. Noch ein Tipp für Familien: Von 19. bis 29. Mai macht am noch unbebauten Grundstück am Ende der Altenhöferallee das „Fischerland Hüpfburgenparadies“ Station. Der mobile Freizeitpark ist täglich von 14 bis 18 Uhr, am Wochenende bereits ab 12 Uhr geöffnet.

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Neu: Outdoor-Fitness am Morgen und „Yoga XL“

Fitness für Frühaufsteher: Zu den neuen Sportangeboten im Stadtteil zählt ein einstündiges Ganzkörpertraining, das Fitnesstrainer Carsten Frowein ab 24.5. immer dienstags und donnerstags ab 6.45 Uhr anbietet. Outdoor – und bei jedem Wetter! Weitere Infos unter car.frowein@gmail.com oder 0176/42488917. Spannend ist auch folgendes Angebot im Familienzentrum Billabong: Dort bietet Adriana Richter einen Yoga-Kurs an, der auf die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit mehr Gewicht abgestimmt ist. Es ist ein Kurs für alle, die neue Kraft und Energie tanken und ein positives Körpergefühl erreichen möchten. Weitere Informationen zu Yoga XL unter adriana@lakshmi.yoga sowie www.billabong-family.de

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Deshalb wird Deutschland Europameister

Und noch interessante News der Goethe-Universität zum Schluss: In vier Wochen beginnt die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Die deutsche Nationalmannschaft tritt als amtierender Weltmeister an. Doch welche Chancen haben die Männer von Jogi Löw auf den begehrten Titel Europameister? Matthias Ludwig, Professor für Didaktik der Mathematik, und sein Mitarbeiter Iwan Gurjanow können bereits mit einer wissenschaftlich fundierten Prognose aufwarten: Statistisch betrachtet hat Deutschland die größten Chancen, Fußball-Europameister zu werden. Laut dem verwendeten Prognosemodell, das drei Faktoren berücksichtigt – historische Ergebnisse inklusive des Torverhältnisses zwischen den Mannschaften, die derzeitig erreichten FIFA-Punkte sowie den aktuellen Mannschaftswert -, gewinnt Deutschland mit einer Wahrscheinlichkeit von 15,84 Prozent den Titel. Spanien kommt knapp dahinter auf 15,57 Prozent, England auf 10,15 Prozent. Wir dürfen gespannt sein!

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TERMINE +++ TERMINE +++ TERMINE

Info-Abend der IG Riedberg zum Thema „Einbruchsprävention“ heute, 12. Mai, um 19 Uhr im Infobüro im Riedbergzentrum

Ausstellungseröffnung und Preisverleihung für das Kunstprojekt von Riedberger Schülern, die den Eingangsbereich der neuen Kita Westflügel gestalten konnten. Termin: Donnerstag, 19. Mai, um 16 Uhr im Infobüro Riedberg, Altenhöferallee 19

Flohmarkt beim Familienzentrum Billabong am 21. Mai von 11 bis 13.30 Uhr

– CDU-Bürgergespräch in Kalbach-Riedberg mit Staatssekretärin Dr. Bernadette Weyland am 24. Mai um 19 Uhr im Infobüro im Riedbergzentrum, Altenhöferallee 19.

– Zum Vormerken: Am 3. Juni von 17 bis 6 Uhr ist wieder NIGHT OF SCIENCE! Alle Infos unter www.nightofscience.de

Wie schreibe ich einen Roman?

Die Geschichte (m)eines Lebens, meiner Familie, ein Liebesroman, ein Agenten-Thriller – haben Sie insgeheim auch schon mal mit dem Gedanken gespielt oder davon geträumt, ein Buch zu schreiben? „Das kann man lernen“, ist die Riedberger Verlegerin, Lektorin und Dozentin Sandra Thoms überzeugt. Demnächst bietet sie im Familienzentrum Billabong ein Seminar für kreatives Schreiben an. MAINRiedberg hat sie in Kürze vorab verraten, „wie man einen verdammt guten Roman schreibt“. Aber lesen Sie selbst:

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass man, um einen Roman zu schreiben, begabt sein muss. Ein Quentchen Begabung kann nicht schaden, aber nur mit Talent kommt man nicht weit – wie bei allen künstlerischen Tätigkeiten besteht ein brillanter Roman an 60 % Handwerk, 30 % Übung und nur 10 % Genie.

Handwerk beim Schreiben bezieht sich nicht nur auf die Grammatik, sondern auch auf das Wissen, um erprobte Vorgehensweisen, Dinge dem Leser zu vermitteln. Wie beschreibe ich zum Beispiel das Äußere meiner Hauptfigur? Natürlich kann man sie einfach beschreiben – aber langweilt das beim Lesen nicht? Ich kann die Beschreibung auch weglassen – aber kann sich der Leser dann mit ihr identifizieren? Oder ich nutze den Blick von außen für die Beschreibung. Der Klassiker hierbei ist der „Spiegeltrick“. Das bedeutet: Die Hauptperson mustert sich, beispielsweise kurz bevor sie das Haus verlassen will, im Spiegel und sieht dabei ihre braunen Haare und blauen Augen usw. Richtig oder falsch gibt es in diesem Fall nicht. Es gibt nur unterschiedliche Herangehensweisen und sie zu kennen, hilft dabei, brillante Romane zu schreiben.

Die gute Nachricht an alle, die mit dem Gedanken spielen, einen Roman zu schreiben: Handwerk kann man lernen! Wer sich darauf einlassen möchte, ist herzlich bei dem Kurs „Wie schreibe ich einen Roman“ am 13. und 14. April ab 18.30 Uhr im Billabong Familienzentrum willkommen. Sandra Thoms, Verlegerin, Lektorin und Dozentin vermittelt an diesen beiden Abenden erste Grundlagen für das Handwerk des Schreibens als ersten Schritt zum eigenen Roman. Im Herbst ist bereits ein weiteres Seminar zum kreativen Schreiben geplant.

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Die Riedberger Verlegerin und Dozentin Sandra Thoms ist überzeugt: „Kreatives Schreiben kann man lernen!“

Übrigens: Der Leitsatz „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ ist vom amerikanischen Bestseller-Autor James N. Frey „geborgt“. Frey ist ebenfalls Dozent für kreatives Schreiben und sein aus diesen Kursen heraus entstandenes Buch „Wie schreibe ich einen verdammt guten Roman“ hat inzwischen für viele angehende und etablierte Autoren Kultstatus erreicht. (Das als Lesetipp am Rande…)

Weitere Informationen unter www.billabong-family.de

(Fotos: Peshkov/ Fotolia & Thoms)

Diese Kinder sind Gewinner

Clara greift nach Sophies Hand. Die beiden Mädchen sitzen im Rollstuhl. Auch die anderen Kinder, die zur Ballett-Gruppe von Dr. Thom Hecht gehören, hören aufmerksam zu. Sie sind zwischen drei und sieben Jahren alt und nur wenige Meter von der großen Bühne entfernt. Ein Mann hat sich zu ihnen gesetzt, erklärt, dass hier gleich ein Preis verliehen wird und sie auf diese Bühne dürfen. Um zu zeigen, was sie können. Er sagt: „Ich will, dass ihr Spaß habt, ich will aber nicht, dass ihr diese Treppe runterfallt.“ Dann fügt er hinzu: „Bitte passt auf! Ich wünsche euch eine tolle Show.“

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Vorbesprechung ….

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…vor dem Auftritt auf der großen Bühne

Später, auf der Bühne, werden sie wie ein Vogel fliegen. Mit ausgebreiteten Armen. Jedes Kind, wie es kann und möchte. Den Blick auf Thom Hecht gerichtet, bewusst oder unbewusst im Takt der Musik. Eines der Kinder hat ein Down-Syndrom. Auch andere haben wie erwähnt ein Handicap, aber längst nicht alle. Das Projekt gehört zu drei ausgewählten Wettbewerbsbeiträgen zum Thema Inklusion, die der Paritätische Wohlfahrtsverband bei einer Fachtagung in Frankfurt prämiert.

„Jedes Kind fühlt sich als Teil der Gruppe. Man spürt diese Verbundenheit. Die Kinder fühlen sich wohl. Sie wissen, hier kann ihnen nichts passieren“, sagt Tanzpädagoge Thom Hecht bei einem Vorgespräch im Familienzentrum Billabong e. V. Er lädt MAINRiedberg zu einer Ballettstunde ein, natürlich mit dem Einverständnis der Eltern.

Ein Junge würde am liebsten noch den Kuschel-Hund mitnehmen. Nur ganz am Anfang. Dann wird das Hündchen draußen warten. Ein Mädchen bleibt noch ein paar Minuten abseits, die Knie fest umklammert, bis es sich zu den anderen in den Kreis wagt. Thom wählt die Worte mit Bedacht. Er spricht nicht von „Aufstehen“ oder „Hinsetzen“ und macht Mut. Auch ein Kind mit einer geistigen und körperlichen Behinderung kann davon träumen, eine Fee zu sein. Die Hände weit nach oben strecken, während die anderen hochspringen. Und lächeln, wenn es angeschoben wird, wenn sie alle einen Zug spielen, der zur Musik durch den Multifunktionsraum des Jugendhauses rattert.

Thom Hecht (42) beschäftigte sich bereits vor und während seiner Promotion in den USA intensiv mit Women’s Studies. Mit Geschlechterrollen, Minderheiten, den Bedürfnissen von Menschen mit und ohne Behinderung. Sein Ziel ist es, „Ballett und Tanz für alle zugänglich zu machen“. Vom Inklusions-Ballett „Dance Inc“, einem vermutlich einmaligen Angebot im Frankfurter Raum, bis zum Ballett für gebrechliche und demenzkranke Senioren. Derzeit unterrichtet er Frauen, übrigens auch Männer und Kinder von „2 ½ bis 96 Jahren“. 14 Damen werden im Herbst sogar zu einer Prüfung nach New York fliegen, zum American Ballet Theatre. Die Vorbereitungen für diese Prüfung für den zweiten von acht international anerkannten Leveln sind bereits gestartet.

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Eine Preisverleihung macht richtig Spaß…

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…und auch hungrig!

Am vergangenen Dienstag aber standen Clara, Elina, Emma, Hannah, Lara, Lilo, Luca, Raphael und Sophie im Mittelpunkt. Kurz vor 17 Uhr hatte das Publikum entschieden. Das Ballett-Projekt von Thom Hecht und Billabong gewann den zweiten Preis. Ein inklusives Waldarbeits-Projekt im Naturpark Kellerwald-Edersee belegte Platz drei, die Integrations-Initiative des fib e. V. in Marburg siegte. Auch die Riedberger Ballett-Kinder durften zum Gewinner-Foto auf die Bühne. Sie winkten noch etwas scheu in die Kameras der beiden Fotografen.

Zum Abschied streckte Clara die Hand nach Sophie aus, bis sie trotz Rollstuhl irgendwie ihre Wange erreichte. Manchmal, so erzählen Eltern, geben sich die Mädchen der Gruppe nach der Ballettstunde auch Küsschen. Die Jungs, die zugegebenermaßen lieber mit dem Gymnastikreifen „Auto fahren“ als ruhig zu sitzen und sanft mit der Armen mit dem „Fliegenden Teppich“ zu schweben – auch sie hüpfen begeistert raus. Einer übt sogar zuhause manchmal tanzen.

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Das Siegerfoto mit Anja Hohmann (Mitte), Julia Jung (links unten im Bild) und Dr. Thom Hecht (rechts) vom Familienzentrum Billabong und allen Gewinnern

Weitere Informationen zu Ballett am Riedberg finden Sie ab sofort auf der neuen Facebook-Seite des Thom Hecht Ballettförderzentrums

https://www.facebook.com/ThomHechtBallett

Hier gibt es auch einen Link zum Kurzfilm der Riedberger Produktionsfirma treibholzfilm über „Dance Inc.“.

(Text/ Fotos: cd)

Neue Räume für Billabong

Mit einem „Stammtisch“ für Mamas und Kinder fing alles an. Mal in einer Privatwohnung, mal draußen. Dann hatte Billabong erste Kurse und Betreuungsangebote, durfte einen Baucontainer in der Konrad-Zuse-Straße nutzen. Später eine Mietwohnung und seit drei Jahren Räume des Jugendhauses. Jetzt, zehn Jahre nach der Gründung des Vereins, wurde die größte und wichtigste Veränderung publik: Das Familienzentrum könnte schon bald ein neues, viel größeres „Zuhause“ haben. Billabong soll Räumlichkeiten in einem Studentenappartement-Komplex in der Graf-von-Stauffenberg-Allee bekommen. Wenn alles perfekt läuft, bereits im Herbst 2017!

Bei der Mitgliederversammlung am Dienstag ging es zuerst um Kostenpläne und Haushaltdaten. Um 47 regelmäßige Kurse, zwei Offene Treffen, den Minikindergarten, 15 Kursleiter und eine Jahresbilanz, die sich von über 100.000 Euro im Jahr 2014 auf mehr als 200.000 Euro im vergangenen Jahr fast verdoppelt hat. Das trifft auch auf die Ausgaben zu. Simone Hoppe, die zum Billabong-Vorstand gehört, erklärte: „Wir haben uns etabliert. Billabong wächst und wird weiter wachsen. Man könnte fast sagen: Wir sind erwachsen geworden!“

Billabong veranstaltete auch Sprachkurse für Flüchtlinge, könnte mit einem Tanzkurs für Kinder mit und Handicap demnächst sogar einen Inklusions-Preis gewinnen. Beim Punkt „Verschiedenes“ wurde es, so eine Teilnehmerin, „aber erst richtig interessant“. Judith McCrory, Harriet Papastefanou und Simone Hoppe stellten die Pläne für das geplante Gebäude im Westflügel vor, wo Billabong rund 500 Quadratmeter mit Sporträumen, Multifunktionsraum und Kreativräumen mieten könnte. Die Billabong-Verantwortlichen fügten hinzu: „Es ist die einzige und letzte Chance für uns, da dies auch der letzte Teil des Riedbergs ist, der erst noch bebaut wird.“ Fast im gleichen Atemzug wurde betont: „Wir möchten, dass diese Räume dann auch anderen Vereinen und Gruppen zur Verfügung stehen.“ Die Raumnot für Vereine und Initiativen in unserem jungen Stadtteil hat schon viele Debatten bestimmt. Bislang war keine Lösung in Sicht. Das könnte sich jetzt (hoffentlich) ändern.

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Wenn alles nach Plan läuft, könnte Billabong diese Räume in der Graf-von-Stauffenberg-Allee ab Herbst 2017 mieten

In diesem Sommer könnte Billabong zehnjähriges Bestehen feiern. Doch die Verantwortlichen wollen lieber warten, bis die neuen Räumlichkeiten bezugsfertig sind „und dann feiern wir richtig schön unser Elfjähriges“. Vorher warten noch viel Vorbereitungsarbeit, Absprachen, Vereinbarungen mit Kursleitern sowie anderen Vereinen, Businesspläne und Kalkulationen. Simone Hoppe fasst das in die Worte: „Packen wir’s also an!“

Das Programm für die nächsten Wochen und Monate ist jedenfalls so umfangreich wie nie zuvor. Elternfrühstück und Ballettcafé werden immer beliebter, mehr Baby-, Kleinkind-, Fitness- und Kreativkurse plus Veranstaltungen wie ein „Romanseminar“ (im April!) kommen hinzu. Am 4. März holen der Dryas Verlag, Billabong und das Stadtteilmagazin „MAINRiedberg“ erstmals literarische Prominenz zu uns – Bestsellerautor Wolfgang Hohlbein wird im Jugendhaus aus seinem neuen Krimi „Mörderhotel“ lesen.

Bereits am nächsten Sonntag ist „Riedberger Kinderfasching“. In den Räumen von Billabong im Jugendhaus, von 15 bis 18 Uhr. Für Kinder und alle, die sich gern verkleiden. Kreppel, Spiele, DJ & Musik inklusive.

(Text & Fotos: cd/ MAINRiedberg)

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Strahlende Gesichter bei Mitgliedern und Vorstand des Familienzentrums Billabong. Der Verein möchte, dass die neuen Räumen „offen für alle Riedberger sind“