Kategorie: Betreuung

Über 100 Kinder
haben keinen
Kita-Platz

Es ist die verzweifelte Schilderung einer Mutter, die das Problem am besten veranschaulicht: Als sich Freitagabend in der Ortsbeiratssitzung bereits mehr als 30 Minuten alles um den Mangel an Kita-Plätzen dreht, meldet sich Anja Martschei zu Wort. Ihr Sohn wird derzeit noch in einer Krippe betreut. Da er aber genau am Stichtag des Krippenjahres geboren ist, will die Stadt keine Verlängerung mittragen und die junge Familie hat ab 1. August weder eine Kita-Platz noch einen Vertrag. Trotz monatelanger Bemühungen. „Das heißt, wir haben dann ein unbetreutes Kind. Ich bin berufstätig und musste meinem Arbeitgeber wieder absagen“, berichtet sie.

Am Riedberg fehlen 114 Kita-Plätze für über Dreijährige, in Kalbach sind es 80. Also exakt in jenem Alter, wo es schon seit Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gibt. Das bestätigten Jetta Lüdecke, Sprecherin von Bildungsdezernentin Sylvia Weber, und Cornelia Suess vom Stadtschulamt. Die beiden sprechen von einem „exorbitanten Wachstum an Kinderzahlen“, das aus den bisherigen Statistiken nicht ersichtlich gewesen sei, zumal man die Kindertagesstätten am Riedberg ohnehin schon mit 105-prozentiger Auslastung geplant habe. Auch jetzt fehle es laut Sprecherin Lüdecke „weder an Geld, noch an politischem Willen, sondern an Flächen“.

In zwei Kitas fehlen Erzieher

Wie konnte es dazu kommen? Ursprünglich waren zwölf Kitas mit der Hessenagentur für den Riedberg vertraglich vereinbart worden. Über eine 13. Kita wurde nachgedacht, als die Zahl an Wohneinheiten im Laufe der Bebauung deutlich erhöht wurde.

Auf der Fläche für diese mögliche 13. Kita steht jetzt das Provisorium der neuen Gesamtschule, die im August eröffnet. Denn 2016 schien es, dass die Kinderzahlen im Neubaugebiet rückläufig sind. „Wir aber müssen uns an den Zahlen orientieren, die wir immer im März aus dem Einwohnermeldeamt bekommen“, erläutert Cornelia Suess. Deshalb wurde die Option der 13. Kita nicht gezogen. Deshalb wurden auch die Container, die die Kita Königsblick bis September gegenüber vom Sportplatz nutzte, abgebaut.

Hinzu kommt, dass ein Mangel an qualifiziertem Personal gibt, da landauf, landab Erzieher gebraucht werden – und Frankfurt als Wohnort (zu) teuer ist. Laut Nachfrage des Bildungsdezernats fehlen sowohl in der Kita Kairos in Uni-Nähe Erzieher als auch in der neuen dreisprachigen Kita Erasmus, wo deshalb 20 Kita-Plätze nicht besetzt werden können.

Ist eine Lösung in Sicht?

Als die Ortsbeiräte darauf hinwiesen, dass die Eltern weniger die Ursachen, als Lösungen interessieren dürfte, betonte Jetta Lüdecke, dass man „mit Hochdruck“ an diesen Lösungen arbeite. Im Herbst 2017 wird mit dem Bau der Kita Westflügel begonnen. Diese wird 63 der dringend benötigten Plätze für über Dreijährige haben, wird allerdings erst 2019 in Betrieb gehen. Und vorher? Im sogenannten „Kita-Sofortprogramm“ kann die Stadt Büroräume für die Betreuung anmieten. Doch diese zu finden sei nicht einfach, da auch ein Außengelände benötigt werde. Im Klartext: Derzeit sind solche Räume noch nicht vorhanden.

Die Ortsbeiräte wiesen auf folgende Möglichkeiten hin: Südlich der Konrad-Zuse-Straße, wo einst die Container des Gymnasiums standen, wird die Fläche der so genannten „Berghöfe“ erst 2020 bebaut. Ingo Warnebold (CDU) brachte die Fläche als Interims-Standort ins Gespräch. Die Stadt will das jetzt prüfen. Die Grünen betonten verwundert, dass sie bereits 2015 auf den sich anbahnenden Mangel an Betreuungsplätzen hingewiesen hätten und Susanne Kassold (SPD) schlug vor, die tagsüber leerstehende Sportanlage besser und dafür zu nutzen.

Dr. Thorsten Lieb von der FDP wies noch auf eine weitere Konsequenz hin: „Diese Kinder, die jetzt nicht unterkommen, kommen ja auch irgendwann in die Schule.“ Platznot herrscht in den Schulen im Stadtteil aber schon jetzt.

Nur wenige Mütter waren da

Die Ortsbeiratssitzung verfolgten nur knapp zehn Mütter aus Riedberg und Kalbach. „Ich hab’s extra noch einmal über die Riedberg Mamas gepostet. Es ist schon frustrierend, wie wenige hierher gekommen sind“, sagte später eine Mutter, die sich schon in der Vergangenheit für mehr Kita-Plätze eingesetzt hatte.

Anja Martschei, der anderen betroffenen Mama, legte eine der Expertinnen ans Herz, zur persönlichen Beratung in die Infobörse des Stadtschulamtes zu gehen. Auf MAINRiedberg-Nachfrage haben wir nun erfahren, dass ihr Sohn kurzfristig und noch vor diesem Gespräch einen Platz bekommen hat. Weil ein anderes Kind wegzieht. Aber auch, weil sie auf eine verständnisvolle Kita-Leitung getroffen war und sogar die Krippe ihres Sohnes die Suche unterstützte. Anja Martschei will jetzt weiter am Ball bleiben und hofft, „dass sich jetzt auch mehr Eltern gemeinsam mit uns einsetzen werden“. Denn es bleiben 113 Kinder ohne Kita-Platz. cd


Diese junge Mutter schilderte im Ortsbeirat, was es bedeutet, wenn über 100 Kita-Plätze im Stadtteil fehlen

(Fotos: MITO Images/ cd)

Bestürzung über
fehlende Kita-Plätze

Mütter machten bei der vergangenen Ortsbeiratssitzung darauf aufmerksam, dass es einen akuten Engpass bei Kita-Plätzen für über Dreijährige gibt. Trotz Rechtsanspruchs und 12 Kitas plus Uni-Kita am Riedberg. In angrenzenden Stadtteilen ist die Situation ebenfalls angespannt. Im Bildungsdezernat arbeitet man laut MAINRiedberg-Nachfrage „mit Hochdruck“ an einer Lösung. Zudem wollen auch die Ortsbeiräte, die die Problematik völlig überraschte, aktiv werden – und üben Kritik an den Planungen der Stadt.

Die CDU Kalbach-Riedberg spricht von „Erstaunen und Bestürzung“ darüber, dass Familien keinen Kindergartenplatz erhalten könnten. „Unbegreiflich“, meint CDU-Vorsitzender Stefan Müller, dass die Fachämter die Entwicklung nicht vorausgesehen haben, sei doch gerade Riedberg „der“ Familienstadtteil Frankfurts mit einer rasanten Bevölkerungsentwicklung. Erstaunlich ist das laut Müller auch, da der Magistrat noch 2016 mitteilte, die 13. Kita an Riedberg mangels Bedarfs nicht bauen zu wollen.


So berichtete MAINRiedberg am 28. April

Warum wurde das Provisorium der Kita Königsblick abgebaut?

Nicht nur Ortsbeiräte, auch viele Riedberger stellen sich folgende Frage: Wenn sich ein Engpass bereits abzeichnete – warum wurde dann vor wenigen Wochen das Provisorium der Kita Königsblick abgebaut? Exakt dort, wo die Sportplatz-Erweiterung nicht vor 2018 gebaut wird, wie die Ortsbeiratsvorsitzende Carolin Friedrich anmerkt. Das Provisorium stand zudem auf einem Parkplatz. Man hätte also trotz der zusätzlichen Übergangs-Kita mit dem Bau der Sportanlage beginnen können. 

Nächstes Problem: Betreuer fehlen

Nächstes Problem, auf das Eltern und auch die SPD aufmerksam machen, ist die Tatsache, dass Betreuer in den Einrichtungen fehlen. Konkret: Es sind Stellen unbesetzt. Würde man Betreuer finden, könnten auch mehr Kita-Gruppen eröffnet werden – mit Plätzen für mehr Kinder. Nicht nur am Riedberg.

Die CDU-Fraktion sieht „dringenden Handlungsbedarf“. Auch die SPD will sich verstärkt für mehr Betreuungsplätze engagieren – auch über die Römerfraktion. Die Grünen hatten bei der vergangenen Sitzung vor allem auf den Mangel an Hortplätzen in Kalbach aufmerksam gemacht. Am Wochenende ist Antragsschluss für die nächste Ortsbeiratssitzung am 19. Mai, wo die Betreuungssituation sicher eines der Hauptthemen sein wird.

Im Frankfurter Bildungsdezernat bestätigte man den „Engpass“ an Plätzen für über Dreijährige und betonte ausdrücklich: „Wir sind derzeit unter Hochdruck dabei, zusätzliche Alternativen zu prüfen.“

(Symbolfoto: MITO Images/ Repro: MR)

Platz für Kinderträume

Seit Tagen zum ersten Mal gab es blauen Himmel und Sonnenschein – gerade zum richtigen Zeitpunkt: Zur großen Eröffnungsfeier der neu erbauten Kita TraumBaum, der neunten von bis zu 13 geplanten Einrichtungen in unserem jungen Stadtteil. Vertreter von Stadt, Ortsbeirat, Hessenagentur, dem freien Träger IB Südwest plus insgesamt mehr als 100 Eltern, Kinder und Stadtteil-Akteure kamen am Samstag in den Annette-Kolb-Weg. Sie alle waren von den neuen Räumen und besonders auch von der zauberhaften Tanz-Darbietung der Ballettkinder begeistert. Zunächst zu den Fakten: Der rund 4,5 Millionen teure Bau ist seit Juli 2015 in Betrieb. Die Einrichtung bietet Platz für 99 Kinder in sechs Gruppen. Stadtrat und Reformdezernent Jan Schneider über die neue Kita: „Wir freuen uns über jedes Kind, das hier auf dem Riedberg auf die Welt kommt, das hier aufwächst und das hier in diese wunderbare Kita TraumBaum gehen kann.“

Mit bedarfsorientierten Öffnungszeiten von 7.30 bis 17.00 Uhr ist es möglich, auf die berufstätigen Eltern flexibel einzugehen. Was aber unterscheidet diese schöne Kita von den bereits bestehenden Einrichtungen am Riedberg? Das war wohl die meist gestellte Frage. Es ist das pädagogische Konzept, das den Early-Excellence-Ansatz verfolgt. Im Klartext: Jedes Kind hat seine individuellen Fähigkeiten. Diese zu erkennen und zu fördern, hat sich Kita-Leiterin Naomi Wille mit ihrem engagierten Team zur Aufgabe gemacht. Sei es durch Sprach- oder Bewegungsprogrammen, Musik, Theater- oder Rollenspiele. Oder einfach durch „Nichtstun“ in einem extra dafür eingerichteten Raum. Stolz ist man auch auf die Internationalität der Einrichtung. Nicht nur im Alltag, auch bei der Eröffnung. Somit gab es schon fast als Selbstverständlichkeit nach den Festreden ein großes Barbecue mit einem von den Eltern mitgebrachten Buffet. Die ausländischen Spezialitäten führten auch die Menschen zueinander.

Applaus für die kleinen Balletttänzerinnen

Einer der Höhepunkte des Festes war die Tanzdarbietung der kleinen Balletttänzerinnen. Die Auslöser der Eltern-Kameras klickten, als die Kinder mit hellblauen Röckchen schüchtern vors Publikum traten. Dann begann die Musik. Melody Movement Early Learning® ist ein kreatives Kindertanz-Konzept, das exklusiv in der KiTa Traumbaum durch das Thom Hecht Ballettförderzentrum angeboten wird. Bei „Dance along, Sing along, Listen along“ erfahren Kinder musikalische und tänzerische Früherziehung. Bereits ab 18 Monaten mit „Little Bear Feet“, einem Eltern-Kind-Tanzkurs. Ab circa 3 Jahren können Kinder dann „Tip Tap Toe“ besuchen, ein kombinierter Stepp- und Moderner Tanzkurs, in dem besonders viel Wert auf Kreativität und Rhythmus gelegt wirkt.

Traumbaum Ballett
Bezaubernd: Viel Applaus gab es für die kleinen Balletttänzerinnen und Lehrer Dr. Thom Hecht

Viel Platz und Passivhaus-Standard

Das zweigeschossige Gebäude der Kita TraumBaum erstreckt sich auf mehr als 2.600 Quadratmeter. Die insgesamt 99 Kinder teilen sich in drei Gruppen im Erdgeschoss (Kinderkrippe) und in drei Gruppen im 1. Obergeschoss (Kindergarten) auf. Die Räume der Krippenkinder bestehen jeweils aus einem Gruppen- und einem Schlafraum. Die Gruppennebenräume der drei Kindergarten-Gruppen sind thematisch eingerichtet. Es gibt einen Raum für Forschen und Werken, einen Raum für Rollenspiele und einen weiteren zur Sprachförderung. Auf insgesamt 1.500 Quadratmetern Nutzfläche bietet das wärmegedämmte Passivhaus außerdem Platz für einen großen Bewegungs- und Mehrzweckraum, einen Malort zum Ausdrucksmalen, einen Snoozle-Raum und mehrere Besprechungsräume, die zum Beispiel für Elterngespräche genutzt werden können. Zudem steht eine Dachterrasse und ein großes Außengelände zum Toben zur Verfügung. Riedberger Kinder werden hier noch viel Freude haben!

Information & Fotos: R. Ellger/ Kita TraumBaum

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Das sind die Personen auf dem großen Foto der Kita-Einweihungsfeier:

Von rechts nach links: Friedhelm Flug (Geschäftsführer der landeseigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hessen Agentur), Carolin Friedrich (Ortsvorsteherin Kalbach-Riedberg), Stadtrat und Reformdezernent Jan Schneider, Thiemo Fojkar (Vorstandsvorsitzender Internationaler Bund), Jürgen Feucht, Margot Karl (beide Geschäftsführer der IB Südwest gGmbH), Michael Dummert (sdks Architekten), Naomi Wille (Leiterin Kita TraumBaum), Ulrich Herrmann (Betriebsleiter IB Südwest gGmbH), Viorica Tatar (Leiterin Kindertageseinrichtungen Internationaler Bund in Frankfurt), Katharina Wallenborn (Wallenborn + Mende Architekten).

Die IB Südwest gGmbH für Bildung und soziale Arbeit bietet in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland eine große Vielfalt von gemeindenahen Bildungsangeboten, Wohn-, Beratungs- und Betreuungsformen an – und jetzt auch die Kita TraumBaum am Riedberg.

Neue Räume für Billabong

Mit einem „Stammtisch“ für Mamas und Kinder fing alles an. Mal in einer Privatwohnung, mal draußen. Dann hatte Billabong erste Kurse und Betreuungsangebote, durfte einen Baucontainer in der Konrad-Zuse-Straße nutzen. Später eine Mietwohnung und seit drei Jahren Räume des Jugendhauses. Jetzt, zehn Jahre nach der Gründung des Vereins, wurde die größte und wichtigste Veränderung publik: Das Familienzentrum könnte schon bald ein neues, viel größeres „Zuhause“ haben. Billabong soll Räumlichkeiten in einem Studentenappartement-Komplex in der Graf-von-Stauffenberg-Allee bekommen. Wenn alles perfekt läuft, bereits im Herbst 2017!

Bei der Mitgliederversammlung am Dienstag ging es zuerst um Kostenpläne und Haushaltdaten. Um 47 regelmäßige Kurse, zwei Offene Treffen, den Minikindergarten, 15 Kursleiter und eine Jahresbilanz, die sich von über 100.000 Euro im Jahr 2014 auf mehr als 200.000 Euro im vergangenen Jahr fast verdoppelt hat. Das trifft auch auf die Ausgaben zu. Simone Hoppe, die zum Billabong-Vorstand gehört, erklärte: „Wir haben uns etabliert. Billabong wächst und wird weiter wachsen. Man könnte fast sagen: Wir sind erwachsen geworden!“

Billabong veranstaltete auch Sprachkurse für Flüchtlinge, könnte mit einem Tanzkurs für Kinder mit und Handicap demnächst sogar einen Inklusions-Preis gewinnen. Beim Punkt „Verschiedenes“ wurde es, so eine Teilnehmerin, „aber erst richtig interessant“. Judith McCrory, Harriet Papastefanou und Simone Hoppe stellten die Pläne für das geplante Gebäude im Westflügel vor, wo Billabong rund 500 Quadratmeter mit Sporträumen, Multifunktionsraum und Kreativräumen mieten könnte. Die Billabong-Verantwortlichen fügten hinzu: „Es ist die einzige und letzte Chance für uns, da dies auch der letzte Teil des Riedbergs ist, der erst noch bebaut wird.“ Fast im gleichen Atemzug wurde betont: „Wir möchten, dass diese Räume dann auch anderen Vereinen und Gruppen zur Verfügung stehen.“ Die Raumnot für Vereine und Initiativen in unserem jungen Stadtteil hat schon viele Debatten bestimmt. Bislang war keine Lösung in Sicht. Das könnte sich jetzt (hoffentlich) ändern.

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Wenn alles nach Plan läuft, könnte Billabong diese Räume in der Graf-von-Stauffenberg-Allee ab Herbst 2017 mieten

In diesem Sommer könnte Billabong zehnjähriges Bestehen feiern. Doch die Verantwortlichen wollen lieber warten, bis die neuen Räumlichkeiten bezugsfertig sind „und dann feiern wir richtig schön unser Elfjähriges“. Vorher warten noch viel Vorbereitungsarbeit, Absprachen, Vereinbarungen mit Kursleitern sowie anderen Vereinen, Businesspläne und Kalkulationen. Simone Hoppe fasst das in die Worte: „Packen wir’s also an!“

Das Programm für die nächsten Wochen und Monate ist jedenfalls so umfangreich wie nie zuvor. Elternfrühstück und Ballettcafé werden immer beliebter, mehr Baby-, Kleinkind-, Fitness- und Kreativkurse plus Veranstaltungen wie ein „Romanseminar“ (im April!) kommen hinzu. Am 4. März holen der Dryas Verlag, Billabong und das Stadtteilmagazin „MAINRiedberg“ erstmals literarische Prominenz zu uns – Bestsellerautor Wolfgang Hohlbein wird im Jugendhaus aus seinem neuen Krimi „Mörderhotel“ lesen.

Bereits am nächsten Sonntag ist „Riedberger Kinderfasching“. In den Räumen von Billabong im Jugendhaus, von 15 bis 18 Uhr. Für Kinder und alle, die sich gern verkleiden. Kreppel, Spiele, DJ & Musik inklusive.

(Text & Fotos: cd/ MAINRiedberg)

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Strahlende Gesichter bei Mitgliedern und Vorstand des Familienzentrums Billabong. Der Verein möchte, dass die neuen Räumen „offen für alle Riedberger sind“

Die News der Woche

Flüchtlinge werden Turnhalle verlassen

Hessen will die Flüchtlinge aus den Notunterkünften in Landeseinrichtungen verlegen. „Das bedeutet, dass wir die Sporthallen in Kalbach, Fechenheim und an der Sport-Uni wieder den Vereinen, Schulen und Studenten zurückgeben werden“, erklärte am Freitag Frankfurts Stadträtin Daniela Birkenfeld. Zurzeit sind an den drei Standorten 450 Flüchtlinge untergebracht, die auf ihre Erstaufnahme warten. Der exakte Zeitpunkt für den Umzug in eine Landeseinrichtung und die Übergabe der geräumten Hallen steht noch nicht fest. „Die Stabsstelle Flüchtlingsmanagement plant unter Hochdruck mehrere Großprojekte und mein Ziel bleibt es, die Turnhallen so schnell wie möglich wieder ihrer Bestimmung zu übergeben“, sagt Birkenfeld. Es bleibt aber abzuwarten, ob – bei steigenden Flüchtlingszahlen – eventuell wieder Turnhallen benötigt werden.

In den vergangenen Monaten haben sich in Kalbach und Riedberg zahlreiche Ehrenamtliche für die Flüchtlinge engagiert, die mehrheitlich aus Syrien und Afghanistan stammen. Das Riedberger Familienzentrum Billabong bietet beispielsweise zwei Mal pro Woche Deutschunterricht für Frauen und Mädchen inklusive Kinderbetreuung im Infobüro des Riedbergzentrums an. Die Uni bot vor Weihnachten „Wissenschaft für Flüchtlinge“. Die Diakonie, die die Flüchtlinge in Kalbach betreut, suchte zuletzt immer noch freiwillig Engagierte zur Unterstützung beim Betrieb der Flüchtlingsunterkunft. Kontakt: Diakonisches Werk für Frankfurt am Main des Evangelischen Regionalverbandes, Telefon 069 2475149-5004/-5008 oder E-Mail: fluechtlingshilfe@diakonischeswerk-frankfurt.de

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Wichtige Themen im Ortsbeirat

Könnte man in der geplanten Gesamtschule am Riedberg öffentlich zugängliche Räume für Vereine & Co. bauen? Wie ist der Sachstand bezüglich Verkauf, Insolvenz und Weiterbetrieb der Kita Weltraum? Bei der Ortsbeiratssitzung am kommenden Freitag ab 20 Uhr in der Grundschule Riedberg (Zur Kalbacher Höhe 15) geht es aber auch um die Themen mehr Verkehrsüberwachung und die Planung neuer Grünflächen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind zur öffentlichen Sitzung herzlich eingeladen. Zur Debatte steht auch, ob im nächsten Winter vielleicht eine Eislaufbahn am Alten Flugplatz angeboten werden kann – wie vor einigen Jahren auf dem Riedbergplatz.

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Glocken-Bäckerei und Rewe bauen um

Sitzbänke aus Leder, Tische und Stühle für einen gemütlichen Kaffeeplausch, Holzoptik und auch noch ein neuer Außenbereich – die Glocken-Bäckerei im Riedbergzentrum hat umgebaut und hat seit Freitag wieder geöffnet. Zum Start des Wochenendes waren die neuen Sitzplätze schon sehr begehrt. Auch bei Rewe werden während der Öffnungszeiten und noch bis 2. Februar Veränderungen vorgenommen, Regale und Lebensmittelbereiche neu geordnet – damit auch noch mehr Waren und eine größere Auswahl angeboten werden können.

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Info-Abend zum neuen Gymnasium

Neues Gymnasium für Frankfurts Norden: Nach den Sommerferien eröffnet das neue Gymnasium NORD und bietet Plätze für 240 Fünftklässler. Zunächst am Standort Westhausen, letztlich aber voraussichtlich im Neubaugebiet Bonames-Ost. Das neue Gymnasium setzt auf Englisch und Mathematik sowie bilingualen Unterricht. Am Montag (18. Januar) um 19 Uhr findet in der Liebigschule (Kollwitzstr. 3) ein Informationsabend zum neuen Gymnasium statt.

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95 neue Wohnungen für Studenten

Nur zwei, höchstens drei Minuten bis zum Hörsaal benötigen 95 Studenten, die im am Freitag offiziell eröffneten Studentenheim in der Max-von-Laue-Straße wohnen. Jeder Student hat 21 Quadratmeter, kleine Küche und Bad inklusive, hinzu kommen ein Musikzimmer mit Klavier und ein Fitnessraum für alle. 350 Euro im Monat kosten die neuen Wohnungen. Schon im November waren die ersten Studenten eingezogen. Im vergangenen Jahr wurden in Frankfurt 700 neue Wohnheimplätze geschaffen.

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Begeisterte ChorsängerInnen gesucht

Singen im Riedbergchor bringt Spaß und gute Leute und neue Kontakte – mit dieser Botschaft wenden sich die Initiatoren des Chors an alle RiedbergerInnen, die von Klassik bis Spirituals, Pop und Jazz Musik aus aller Welt lieben. Treffpunkt ist ab sofort jeden Donnerstag von 20 bis 21.30 Uhr (außer in den Ferien) in der evangelischen Kirche, Riedbergallee 61. Kontakt unter: burcublk@hotmail.com oder www.riedbergchor.de

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Wir haben einen neuen „Schutzmann vor Ort“

Der Riedberg hat einen neuen „Schutzmann vor Ort“. Vergangene Woche wurde der 36-jährige Polizeioberkommissar Adrian Homeier, ein erfahrener Beamter des 14. Reviers, vorgestellt. Er folgt auf Jürgen Proschinger, der im vergangenen Juni völlig unerwartet verstarb und eine große Lücke hinterließ. Wie auch sein Vorgänger wird Homeier für Riedberg, Kalbach, Niederursel und Praunheim Ansprechpartner bzw. Verbindungsperson für Bürgerinnen und Bürger sowie die örtlichen Institutionen sein. Sprechzeiten sind: dienstags von 10.15 bis 12.15 Uhr im Gemeindehaus der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in der Thomas-Mann-Straße 10, mittwochs von 09.30 Uhr bis 11.30 Uhr im Pflegeheim Praunheim in Alt-Praunheim 48 und donnerstags von 13 Uhr bis 15 Uhr in der Senioren Selbsthilfe im Weißkirchener Weg 7. Zudem wird der „Schutzmann vor Ort“ zukünftig auch bei Straßenfesten und auf Wochenmärkten präsent sein. (Quelle: Polizei Frankfurt)

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Mehr Verkehrskontrollen vor Schulen

Die Stadt lässt in den ersten beiden Schulwochen nach Weihnachten verstärkt an rund 90 Schulwegen in der Stadt die Geschwindigkeits-Kontrollen durchführen – natürlich zum Schutz der Kinder. Außerdem sollen Autos abgeschleppt werden, die auf Schulwegen verkehrsbehindernd parken. Das erklärte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Die Grünen). Er forderte zudem alle Verkehrsteilnehmer zu gegenseitiger Rücksichtnahme auf. Bei Kontrollen in den Vorjahren hatte sich herausgestellt, dass Autofahrer (auch manche Eltern) viel zu oft die erlaubte Geschwindigkeit überschritten. Auch das Falschparken gefährdet die Schüler.

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Neue Gruppe für junge Imker

Junge Hobby-Imker gesucht: Die IG Riedberg lädt morgen, Sonntag, um 11 Uhr ins Infobüro im Riedbergzentrum Interessierte zwischen zehn und 14 Jahren, die ein spannendes neues Hobby entdecken wollen. Dieses erste Treffen ist eine Vorbesprechung. Wenn sich genügend Teilnehmer finden, werden sie zunächst einmal im Monat theoretisch etwas über Bienen erfahren und praktisch mit den Imkerwerkzeugen umgehen lernen. Diese Termine sind am 31.Januar, 28. Februar, 13. März 2016 auch immer um 11 Uhr im Riedbergzentrum. Ab April geht es laut IG Riedberg „dann praktisch an einem Bienenvolk weiter“. Weitere Infos unter www.ig-riedberg.de
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Die neue Hitliste der Vornamen

Stadträtin Daniela Birkenfeld hat die Vornamensstatistik des Standesamtes für 2015 herausgegeben. Alexander hat es nach dreijähriger Pause vor Maximilian wieder auf den ersten Platz geschafft. 157 Neugeboren bekamen den Namen Alexander. Auf Platz 3 folgt David. Bei den Mädchen war Sophie (214 Neugeborene) am beliebtesten, danach folgen Marie, Maria und Sophia. Die Bundessieger Mia und Ben belegen in Frankfurt im Jahr 2015 nur die Plätze 10 (Mia mit 82 Nennungen) und 15 (Ben mit 60 Nennungen).

Ein Trend, seinen Kindern eine zunehmende Anzahl von Vornamen zu geben, ist auch weiterhin nicht zu erkennen. Knapp 51 Prozent der Eltern gaben ihren Kindern 2015 einen einzigen Vornamen und gut 42 Prozent suchten zwei Vornamen für ihr Kind aus. Lediglich etwa sieben Prozent der Eltern waren ein oder zwei Vornamen zu wenig für ihren Nachwuchs; da sollten es drei und mehr sein. Die vollständige Vornamenshitliste kann man im Internet unter http://www.frankfurt.de beim Standesamt, Stichwort „Vornamensstatistik aktuell“ einsehen. Übrigens: Bei den Nachbarn in Wiesbaden wurde der Name „Frank-Furt“ für ein Neugeborenes abgelehnt. Mama und Papa, beide glühende Eintracht-Fans, mussten sich einen neuen Namen für den Nachwuchs überlegen…

Kita-Anmeldung nur noch online

Hunderte Mütter und Väter am Riedberg kennen das: Sie gehen von Kita zu Kita, um bei jeder Einrichtung die oft identischen Anmeldebögen für ihre Kinder auszufüllen. Dann heißt es warten, bis man in einer der Wartelisten nach oben rutscht. Bisweilen sollen Eltern schon Kuchen und ähnliche Aufmerksamkeiten gebracht haben, um ihr Anliegen zu untermauern. Ab heute ist all das Vergangenheit. Ab sofort gibt es erstmals eine zentrale Online-Plattform in Frankfurt, in der die Angebote von über 200 Trägern von Krippen, Kindergärten, Horten, der erweiterten schulischen Betreuung (ESB) und bei Tagespflegepersonen gebündelt sind. Betreuungsplätze des Pakts für den Nachmittag wie an der Grundschule Riedberg I und der Marie-Curie-Schule sind nach Informationen von MAINRiedberg nicht betroffen. Dennoch geht es um nicht weniger als 45.000 Plätze für Kinder von 0 bis 12 Jahren im gesamten Stadtgebiet. Wenige Klicks auf www.kindernetfrankfurt.de genügen, um sich künftig bei den bevorzugten Betreuungseinrichtungen vorzumerken. Die Stadt verspricht sich davon auch, dass die Platzvergabe schneller und transparenter funktioniert. „Das ist deutschlandweit einmalig“, sagt Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne).

„Sobald Sie sich entschieden haben, welches Betreuungsangebot für Sie in Frage kommt, geben Sie Ihre Daten ein“, heißt es im Flyer der neuen Plattform. Dazu zählen: Persönliche Informationen zu Eltern und Kind, die Wünsche bezüglich Einrichtung, Betreuungsform und Betreuungsbeginn, bei Bedarf ergänzende Angaben und Besonderheiten. Die Experten des Kindernets empfehlen, vorab die Tage der offenen Türe der Einrichtungen zu nutzen und sich dann für drei bis fünf Angebote zu entscheiden. Daten und Vormerkungen kann man anschließend ausdrucken. Sobald ein passendes Angebot für das Kind vorliegt, erhalten die Eltern eine einsprechende Mail. Mütter und Väter ohne Zugang zum Internet können sich direkt bei der Infobörse Tagesbetreuung des Stadtschulamts unter 069/21236564 melden. Dort wird auch ihnen weitergeholfen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Stadt und Träger auch einen Überblick über freie Kapazitäten jenseits von Stadtteilgrenzen erhalten und diese viel konsequenter nutzen können. Vergeben werden die Plätze weiterhin von der Kita selbst. Auch Kriterien wie alleinerziehend, berufstätig oder der Bezug von Sozialleistungen wird weiterhin abgefragt und berücksichtigt.

„Wir Frankfurter Kinderbeauftragten haben uns dafür auch eingesetzt“, erklärt Manuela Roll, Kinderbeauftragte des Riedbergs. Die zentrale Anmelde-Plattform und das neue Vergabe-Verfahren versprechen „mehr Transparenz für beide Seiten“, Eltern einerseits und die Einrichtungen andererseits.

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Alle Informationen zur neuen Online-Plattform für Kita-Anmeldungen finden Sie unter www.kindernetfrankfurt.de

(Fotos: highwaystarz/ Fotolia// Kindernet Frankfurt)