Kategorie: Allgemein

Wie groß sind Neutronensterne?

Die bisherigen Schätzungen lagen zwischen acht und 16 Kilometern Durchmesser. Astrophysikern der Goethe Universität und des FIAS ist es jetzt gelungen, die Größe von Neutronensternen bis auf 1,5 Kilometer genau zu bestimmen, indem sie einen aufwändigen statistischen Ansatz wählten und Daten aus der Messung von Gravitationswellen zuhilfe nahmen. Das berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe von Physical Review Letters.

Neutronensterne sind die dichtesten Objekte in unserem Universum. Ihre Masse ist weitaus größer ist als die unserer Sonne, zusammengeballt in einer vergleichsweise kleinen Kugel, deren Durchmesser mit dem der Stadt Frankfurt vergleichbar ist. Allerdings ist das nur eine grobe Abschätzung. Seit mehr als 40 Jahren gilt die Bestimmung des Radius‘ von Neutronensternen als eine der grundsätzlichsten Fragen der Astro- und Kernphysik, da aus dieser Größe wichtige Informationen über die fundamentalen Wechselwirkungen von dichter Kernmaterie abgeleitet werden können.

Einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Rätsels bieten die Daten aus der Detektion von Gravitationswellen (GW170817), die bei der Verschmelzung von zwei Neutronensternen entstanden sind. Ende letzten Jahres nutzten Prof. Luciano Rezzolla, Institut für Theoretische Physik der Goethe-Universität und FIAS, und seine Studenten Elias Most und Lukas Weih diese Daten bereits, um die maximalen Masse von Neutronensternen zu berechnen, bevor sie zu einem schwarzen Loch kollabieren. Das Ergebnis wurde fast zeitgleich von anderen Forschungsgruppen bestätigt. Nun hat dieselbe Gruppe zusammen mit Prof. Jürgen Schaffner-Bielich von Institut für Theoretische Physik der Goethe-Universität auch strenge Grenzen für die Größe von Neutronensternen ermittelt.

Die Crux des Problems ist, dass die Zustandsgleichung, welche die Materie in Neutronensternen beschreibt, nicht bekannt ist. Die Physiker entschlossen sich deshalb, einen anderen Weg zu gehen: Sie wählten statistische Methoden, um die Größe von Neutronensternen innerhalb enger Grenzen zu bestimmen. Hierzu berechneten sie mehr als zwei Milliarden theoretische Modelle von Neutronensternen, indem sie Einsteins Gleichungen numerisch lösten und diesen riesigen Datensatz mit den Daten der Gravitationswellendetektion kombinierten.

„Ein solcher Ansatz ist nicht unüblich in der theoretischen Physik“, sagt Rezzolla und fügt hinzu: „Wir können Unsicherheiten einschränken, indem wir die Ergebnisse für alle möglichen Werte der entsprechenden Parameter analysieren.“ So ist es den Wissenschaftlern gelungen, den Radius eines typischen Neutronensterns auf 1.5 Kilometer genau anzugeben: Er liegt zwischen 12-13.5 Kilometern- ein Ergebnis, das mit künftigen Detektionen von Gravitationswellen weiter verbessert werden kann.

„Das Ganze birgt allerdings noch eine Tücke, und zwar die Möglichkeit von Zwillingssternen“, kommentiert Prof. Schaffner-Bielich. Es ist nämlich möglich, dass bei extrem hohen Dichten ein Phasenübergang stattfindet. Die Materie hat dann plötzlich ganz andere Eigenschaften, so wie Wasser hart wird, wenn es zu Eis gefriert. Im Fall von Neutronensternen wird spekuliert, dass beim Phasenübergang gewöhnliche Materie in „Quarkmaterie“ umgewandelt wird. Bezieht man diese Möglichkeit ein, ist noch eine weitere Gleichgewichtslösung der Einsteingleichungen möglich: Ein exotischer Zwilling mit exakt dergleichen Masse und einem deutlich kleinerem Radius.

Obwohl es für die Existenz dieser zweiten Klasse von Neutronensternen keine Beweise gibt, sind sie zumindest theoretisch möglich. Das Team um Rezzolla und Schaffner-Bielich hat sie deshalb trotz der zusätzlichen Komplikationen, die mit der Berechnung von Zwillingssternen einhergehen, berücksichtigt. Diese Mühe wurde mit einem unerwarteten Ergebnis belohnt: Zwillingssterne sind statistisch gesehen sehr selten und können während der Verschmelzung zweier Neutronensterne nur wenig verformt werden. Dieses Ergebnis ist deshalb wichtig, weil es Wissenschaftlern durch künftige Beobachtungen erlaubt, die Existenz dieser Zwillinge potentiell auszuschließen. So wird sich mit zuküngftigen Gravitationswellenbeobachtungen auch zeigen, ob Neutronensterne tatsächlich exotische Zwillinge haben.

Informationen & Foto: Pressestelle Goethe-Universität

Wie erleben Eltern mit Baby Frankfurt?

„Zeig uns, was Du mit Deinem Baby in Frankfurt machst!“ Unter diesem Motto lädt das Frankfurter Kinderbüro Eltern dazu ein, einfach ein Foto mit Baby vom Lieblingsort zu schicken. Es winkt ein Dankeschön.

Das Willkommenspaket der Stadt Frankfurt erfreut sich großer Beliebtheit. Seit diesem Jahr gibt es ein neues Highlight: Das Handbuch für Familien „Frankfurt mit Kind“ von Bernd Buchterkirch und Julia Söhngen, unterstützt vom Societäts-Verlag. In Frankfurt gibt es mit Baby viel zu entdecken. Wer noch Anregungen braucht, findet sie im Buch „Frankfurt mit Kind“.

Ab Juni können Familien zeigen, was sie an Frankfurt toll finden: Einfach ein Foto mit Baby am Lieblingsort machen und auf der Website des Frankfurter Kinderbüros http://www.frankfurter-kinderbuero.de hochladen. Dafür bekommt jede Familie ein schönes Geschenk und die Einladung zu einer Babyparty am 22. August.

Das Frankfurter Kinderbüro beglückwünscht seit 2007 die frischgebackenen Eltern mit dem Willkommenspaket zu ihrem Nachwuchs und informiert sie zudem über die vielfältigen Angebote und Anlaufstellen in Frankfurt. Dazu Bildungsdezernentin Sylvia Weber: „In Frankfurt gibt es viele Angebote für Familien. Mit unserm Geschenkheft oder der Infobroschüre ,Frankfurt mein Zuhause-Wegweiser für das Leben mit Baby‘, die wir in verschiedenen Sprachen veröffentlicht haben, sind sie leicht zu finden“.

Und René Heinen, Verlagsleiter des Societäts-Verlags, ergänzt: „Wir vom Societäts-Verlag sind sehr froh darüber, Teil des Willkommenspakets der Stadt Frankfurt zu sein und so einen Beitrag zum Start junger Familien in Frankfurt zu leisten. Für Familien mit Babys oder jüngeren Kindern geben die Autoren jede Menge praktische Tipps, die Orientierung im neuen Lebensgefühl sowie in der neuen Stadt vermitteln.“

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Ramona Heim

News: 2 Schulfeste, mehr Farbe – aber keine Pavillons im Park

Von Improvisationstheater bis zum Sportprojekt Lacrosse, von Latin Vibes bis Jonglage, von Kunst, der Selbstverteidigung für Mädchen bis zum präventiven Fotoprojekt zum Thema „Drogen, Junkies, Polizei“ – die Projektwoche für 1500 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Riedberg war ein großer Erfolg. Heute ab 17 Uhr wird das diesjährige Sommerfest gefeiert, mit zahlreichen Darbietungen und der Vorstellung der Projekte.

In der IGS Kalbach-Riedberg ist morgen Sommerfest von 16 bis 20 Uhr. Eingeladen sind alle Kinder und Eltern des zukünftigen fünften und jetztigen fünften Schuljahrs. Am Anfang sind Präsentionen, ab 18 Uhr wird gefeiert.

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Mehr Farbe für den Riedbergplatz

Graue Wände, grauer Boden – unser zentraler Riedbergplatz ist ziemlich farblos. Deshalb hat der Ortsbeirat – wie berichtet – in der Sitzung im Mai beschlossen, dass Kinder und Jugendliche den Platz „ansprechend gestalten“ und verschönern können. Mit Graffiti, für die zuerst Entwürfe erstellt werden, die wiederum dem Ortsbeirat vorgelegt werden. In Zusammenarbeit mit Jugendhaus und Schulen. Der Kinderbeauftragte Ronald Bieber erklärte gestern: „Hier steht die Arbeit noch am Beginn.“ Nach einer ersten Information im Stadtteilarbeitskreis wird er sich als nächstes mit der Beauftragten der Stadt Frankfurt für Kunst im öffentlichen Raum treffen, um auch dort Erfahrungen einzuholen. Es ist davon auszugehen, dass der Riedbergplatz aufgrund der notwendigen Planungen erst im Laufe des Jahres 2019 bunter wird. „Auch die Finanzierung wird noch spannend werden“, sagt der Kinderbeauftragte.

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Der „Bauernhof“ ist fast fertig…

Sind Sie in letzter Zeit vom Kätcheslachpark Richtung Norden spaziert? Dann haben Sie sicher bemerkt, dass neben der Verlängerung des Parks mit Bänken und Liegewiese in der „Frischluftschneise“ Richtung Taunus auch ein Traktor mit Heuwagen plus Mühle Einzug hält. Aus Holz. Denn dieser Themenspielplatz soll das Highlight des Grünzugs werden. Landschaftsarchitekt Wilfried Baumgärtner spricht von „Spiel- und Aufenthaltsbereichen für Kleine und Große“. Und darauf kann man sich freuen: eine Doppelseilbahn mit Startrampe, die durch das natürlich abfallende Gelände zum Wettgleiten einlädt plus eine Kletterlandschaft, die einem Getreideland nachempfunden ist, und eine Windmühle mit einzelnen Stockwerken. Drinnen kann man sich wunderbar verstecken oder wie in einer Höhle fühlen – und über eine Rutsche geht’s dann wieder raus. Im Kleinkind-Spielbereich gibt es eine Sandfläche mit buntem Klettertrecker und einem Heuwagen. Bald kann es also losgehen…

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Stadt lehnt Pavillons in den Parks ab

Apropos Park: Der Ortsbeirat hatte in der Sitzung im März um die Aufstellung von Pavillons in Kätches- und Bonifatiuspark gebeten. Diese könnten Regen- und Windschutz bieten, mit Plätzen zum Verweilen, Plaudern oder auch, um mal in Schach zu spielen oder die Natur zu genießen. „Wir hatten die Pavillons nicht nur, aber auch gerade als Aufenthaltsmöglichkeit für Jugendliche gesehen“, erklärte gestern Jörg Rohrmann (SPD), dessen Fraktion den Antrag eingebracht hatte. Denn viele Aufenthalts-Möglichkeiten für Teenager gibt es im Stadtteil nicht. Der Magistrat indes hat in seiner Stellungnahme in dieser Woche den Antrag abgelehnt. Auf Grund der aktuellen Haushaltssituation muss das zuständige Fachamt bereits jetzt Einsparungen vornehmen und man sieht „keine Möglichkeiten, die gewünschten Pavillons aufstellen zu lassen“. Hinzu komme, dass diese Unterstände mit wetterfesten Tischen und Stühlen relativ kostenintensiv in der Unterhaltung sind. Neben der häufigeren Entsorgung von Müll werden Pavillons laut Stadt öfter durch Vandalismus beschädigt und müssen repariert werden. Jörg Rohrmann nennt diese klare Absage „enttäuschend.“

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Grafik oben: Gymnasium Riedberg

Fotos: Fotolia/ Archiv/ MAINRiedberg

Bus: Umleitungen am Wochenende

Am Freitag, 22. Juni, und Samstag, 23. Juni, werden die Buslinien 28 und 29 in Kalbach und am Ben-Gurion-Ring gleich zweimal behindert, in der Nacht auf Freitag auch die Nachtbuslinie n4.

Am Freitagabend muss traffiQ die Linie 29 wegen Kranarbeiten ab 22 Uhr und die Linie n4 in der Nacht auf Samstag umleiten. Sie verkehren zwischen den Haltestellen Rathaus und Hopfenbrunnen über die Lange Meile und die L 3019. Die Haltestellen Am Weißkirchener Berg und Schwalbenweg entfallen, die Haltestelle Rathaus wird an die Einmündung Lange Meile verlegt.

Am Samstag, 23. Juni, fährt der Bus 29 von 13 bis 16 Uhr wegen einer Veranstaltung eine Umleitung über Züricher und Berner Straße statt über den Ben-Gurion-Ring. Die Haltestellen Seniorenwohnanlage Bügel bis Ben-Gurion-Ring entfallen kurzzeitig.

Informationen: Stadt Frankfurt/ Foto: Archiv

Weltmeister wird …

Die deutschen Fußballfans sehnen sich nach einem weiteren Stern auf dem Trikot, was für den fünften Gewinn der Fußballweltmeisterschaft stünde. Doch nach der Prognose des Portals fussballmathe.de hat das Team Brasiliens die größten Chancen: Die Siegwahrscheinlichkeit Brasiliens liegt bei 25,67 Prozent, Deutschland folgt mit 17,84 Prozent, knapp dahinter Spanien mit 17,11 Prozent. Prof. Matthias Ludwig, Mathematik-Didaktiker an der Goethe-Universität, betreibt mit seinem Team seit sechs Jahren die Seite – und ermöglicht eine spannende Beschäftigung mit Statistik im schulischen Kontext, aber auch für andere Fußball-Fans. Der Didaktiker möchte mit dem Portal vor allem das Verständnis für die mathematischen Grundlagen der Statistik stärken, Fußball ist dafür ein geeigneter Anwendungsbereich.

Anhand dreier Parameter werden die fußballerischen Wahrscheinlichkeiten berechnet: historische Ergebnisse, die erreichten ELO-Punkte (ein Ranglistensystem) sowie der aktuelle Mannschaftswert fließen in die Prognose ein. Die aktuellen Spielergebnisse der Fußball-WM 2018 werden natürlich eingearbeitet. Die online abrufbaren und jeweils aktuellen Prognosen erfreuen sich auch bei wettfreudigen Zeitgenossen jenseits von Schule und Hochschule einer großen Beliebtheit. Matthias Ludwig rechnet während der WM mit gewaltigen Zugriffszahlen.

Informationen: Pressestelle Goethe-Universität

Foto: Thaut

Riedberger im Vorstand des Sportkreises Frankfurt

Der Sportkreis Frankfurt hat einen neuen Vorstand, dem ein Sport-Experte vom Riedberg angehört. Alex Markert, ehemals Vorsitzender und Gründungsmitglied des SC Riedberg, ist für den Bereich Marketing und Events zuständig. Gewählt haben die Frankfurter Delegierten der hessischen Sportverbände und der Sportvereine am vergangenen Freitag beim alle drei Jahre stattfindenden Sportkreistag. Neben den rund 120 Delegierten waren zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Sport und Politik gekommen, darunter der Präsident des Landessportbundes Dr. Rolf Müller sowie der Frankfurter Sportdezernent Markus Frank. Neben den Wahlen berichtete der Sportkreis-Vorstand über seine Arbeit der letzten drei Jahre und die Entwicklung des organisierten Sports.

Alter und neuer Vorsitzender des Sportkreises Frankfurt ist Roland Frischkorn, der zum siebten Mal gewählt wurde. Neben Frischkorn wurden auch zwei der Stellvertreter bestätigt: Im Amt bleiben sowohl Haci Hacioglu als Beauftragter für Integration sowie Alexander Markert. Neu im Gremium ist Dany Kupczik, die seit 2004 unter anderem als Trainerin beim TSV Bonames tätig ist. Vier weitere engagierte Vereinsvertreter gehören ebenfalls dem Vorstand an.

Das OCR-Team mit Klettermobil ist beim Museumsuferfest

Alexander Markert erklärte nach seiner Wiederwahl: „Ich bedanke mich ganz herzlich für das Vertrauen in mich und gratuliere auch ganz herzlich allen neu- und wiedergewählten im Vorstand des Sportkreis Frankfurt.“ Seine Schwerpunkte für die nächsten drei Jahre sind weiterhin die Sportweltarena auf dem Museumsuferfest, die Vortragsreihe „Spuren des Sports“, sowie die Arbeit und Unterstützung in den Frankfurter Bezirken Nieder-Eschbach, Harheim und Bergen-Enkheim. Übrigens: Auf dem diesjährigen Museumsuferfest im August sind auch unser Riedberger Verein Obstacle Course Race mit einem Klettermobil vertreten sein.

Im Bericht des Vorstands wurde die Entwicklung der letzten drei Jahre skizziert, aber auch die Herausforderungen der kommenden Amtszeit. Neben den Mitgliederzahlen der Frankfurter Vereine, die seit 2015 um rund 25.000 auf über 215.000 gestiegen sind, haben sich auch die Aktivitäten des Sportkreises ausgedehnt. Beispielsweise in der seit 2017 durch den Sportkreis betreuten Fabriksporthalle in Fechenheim, den hinzugekommenen Projekten im Bereich Sport und Integration oder Veranstaltungen wie der Europäischen Woche des Sports, an der der Sportkreis maßgeblich beteiligt ist.

Sportkreis fordert generell Dreifelderhallen

Die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen führte Frischkorn einmal mehr auf das große Engagement der Vereine zurück: „Unter den Vereinen sind vor allem diejenigen gewachsen, die vorhandene Sportinfrastruktur clever nutzen oder selber Flächen geschaffen haben.“ Sportflächen zu schaffen sieht Frischkorn denn auch als eine der zentralen Herausforderungen an, und adressierte Anregungen an die Stadt Frankfurt. So seien Schwerpunktzentren, wie sie für den Schwimmsport in Zusammenarbeit zwischen Stadt, den Frankfurter Bädern und der Goethe-Universität geplant seien, für weitere Sportarten wie beispielsweise Turnen sinnvoll. Auch sollten bei Schulneubauten generell Dreifelderhallen vorgesehen werden. Dadurch würde nicht nur der Schulsport ideale Bedingungen erhalten, sondern auch die umliegenden Vereine, die die Nahversorgung aller Bürgerinnen und Bürger mit Sport und Bewegung sicherstellten. Fakt ist aber auch: Viele Schulen haben veraltete Hallen oder zu wenig Hallen-Kapazität. Denn auch die Schülerzahlen steigen stetig.

Informationen & Foto: Sportkreis Frankfurt

Gibt es eine Gesamtlösung für Kitas und Schulen?

Der Riedberg wächst. Was Kinder betrifft, wesentlich stärker als prognostiziert. Die Zahl der Schüler in der gesamten Stadt Frankfurt wird sich von aktuell 61.000 auf 73.000 in sechs Jahren erhöhen. Hier im Stadtteil wird bereits jetzt die Situation in Kitas und Schulen immer angespannter. Insbesondere in der Marie-Curie-Schule, der zweiten Grundschule. Hier werden ab Sommer voraussichtlich mehr als 600 statt der rund 500 Schüler gehen, für die sie gebaut worden ist. Aber auch in der wachsenden IGS Kalbach-Riedberg gibt es mehr Schüler, weniger Pausenhof wegen neuer Holzmodule und derzeit noch keine Turnhalle (MAINRiedberg berichtete). Auch die Betreungsplatzsituation für Kleinkinder und in den Kindergärten ist angespannt. Deshalb wird Dezernentin Sylvia Weber (SPD) nächsten Freitag in den Ortsbeirat kommen, „um eine Gesamtlösung für die Kita- und Schulsituation vorzustellen“. Das hat eine Sprecherin des Dezernats für Integration und Bildung erklärt.

Wann werden die zugesagten Holzmodule in der Marie-Curie-Schule aufgebaut und benutzbar sein? Auch das werden Eltern der Grundschule fragen

„Sie alle wissen, wie angespannt die Situation in unserem Stadtteil ist. Daher sollten viele Eltern vor Ort sein, um Frau Weber durch Anwesenheit oder auch Wortmeldung zu demonstrieren, wie wichtig dieses Thema für uns ist“, heißt es in einem Brief des Elternbeirates der Marie-Curie-Schule an alle Eltern. Die Sitzung wurde extra eine Stunde vorverlegt, um Raum für eine ausführliche Erklärung sowie Fragen und Antworten in der Bürgersprechstunde zu lassen.

Mehr Fläche für IGS und die folgende 3. Grundschule

Das Thema Schule lässt auch die folgende Ortsbeiratssitzung nicht los. Es gibt einen Antrag der CDU bezüglich möglicher Erweiterungsflächen für die Integrierte Gesamtschule in Riedberg-West, der nach dem Umzug in einen Neubau nahe der U-Bahn voraussichtlich eine dritte Grundschule folgen wird. Die Grünen stellen den Antrag, für die Erweiterung des Pausenhofs und der Errichtung einer provisorischen Turnhalle Flächen unmittelbar südlich des Holzbaus zu erschließen. Dazu sind „Teilflächen der derzeitigen öffentlichen Grünfläche unter Erhaltung des alten Baumbestands und des schutzwürdigen Speierlingbaums einzubeziehen“, was bisher der Knackpunkt bei Gesprächen mit Grünflächenamt und Naturschutzbehörden war.

Diese Apfelbäume waren bisher der Grund dafür, dass der Pausenhof der Gesamtschule nicht erweitert werden konnte. Doch diese könnte man schützen und trotzdem der Schule mehr Raum bieten – sagen die Grünen

Verkehr und ein runder Tisch für Jugendliche sind weitere Themen

In der Vergangenheit wurde mehrmals die Polizei gerufen, weil Jugendlich sich draußen an den Spielplätzen trafen, laut unterhielten und feierten. Das geschah manchmal sogar, wenn die Teenager fernab der Bebauung am Kätcheslachweiher waren, wie ein Sprecher der Polizei gegenüber MAINRiedberg feststellte. „Ganz offensichtlich fehlt den Jugendlichen eine Rückzugsmöglichkeit nach deren Bedürfnissen“, heißt es bei der SPD. Deshalb wird beantragt, dass aus Vertretern der Ortsbeirats, dem Jugendhaus Riedberg, der Schülervertretung des Gymnasiums Riedberg und interessierten Jugendlichen aus dem Stadtteil ein runder Tisch einberufen werden soll, um den Belangen und Wünschen der Jugendlichen eine Plattform zu bieten.

Auf der Tagesordnung steht auch wieder das Thema Verkehr am Riedberg, der stetig zunimmt. Die Gefahr von Unfällen wächst, unter anderem durch die Tatsache, dass zu Stoßzeiten Autos direkt vor dem Riedbergzentrum wenden oder generell zu schnell fahren und Radfahrer und Fußgänger zu gefährden. Hier gibt es den Antrag der Christdemokraten, eine bauliche Trennung der Fahrbahnen zu überprüfen. Das Argument: Damit könnte die Verkehrssituation entschärft werden. Eine von mehreren Fragen dazu wird voraussichtlich sein, ob die Breite der Fahrbahn dafür genügt.

Die Ortsbeiratssitzung mit Bildungsdezernentin Sylvia Weber findet am Freitag, 15. Juni, ab 19 Uhr in der Grundschule Riedberg, zur Kalbacher Höhe 15, statt.

Fotos: Archiv/ MAINRiedberg

 

 

Unwetter: Feuerwehr-Einsatz in der Marie-Curie-Schule

Innerhalb weniger Minuten bis zu 40 Liter Wasser pro Quadratmeter, vollgelaufene Keller, Stromausfälle und zwei größere Brände – rund 1200 Einsätze mussten Feuerwehren und Polizei gestern bis in die Nacht abarbeiten. Der Riedberg blieb zum Glück weitgehend von großen Schäden verschont. Das Wasser drang allerdings bei Wohnhäusern durch Türen und Fenster, weil „die Dichtung es nicht packte“, wie eine Anwohnerin erklärte. Um 16 Uhr musste die Feuerwehr dann in der Marie Curie Schule anrücken. Kinder hatten noch Sportunterricht. Plötzlich kam das Wasser über den Keller bis in die Halle gelaufen. Kein Problem für die Einsatzkräfte. Doch die Kinder mussten die Halle verlassen – während Eltern inzwischen davon erfahren hatten, zur Schule fuhren und die Feuerwehreinfahrt leider offenbar zuparkten. Das bedeutet: Die Feuerwehr konnte anrücken, aber nur mit Verzögerung abfahren, obwohl noch zahlreiche weitere Einsätze warteten.

Ab 14:30 Uhr waren in der Zentralen Leitstelle Frankfurt die ersten Notrufe eingegangen. Dies sollte bis in die späten Nachstunden so weitergehen. Es wurde ein Vollalarm für alle Freiwilligen Feuerwehren in Frankfurt ausgelöst. Für die Teilevakuierung des Elisabethen Krankenhauses, über die MAINRiedberg bereits gestern berichtete, mussten Rettungsdiensteinheiten aus den Nachbarlandkreisen unterstützen.

Dachstuhl-Brand nach Blitzeinschlag

Zu den Unwettereinsätzen summierten sich noch 54 Brand-, 82 Hilfeleistungs- und 424 Rettungsdiensteinsätze im Stadtgebiet. In der Mörfelder Landstraße brannte ein Dachstuhl, nachdem dieser durch einen Blitz getroffen wurde.

Gegen 15.45 Uhr meldeten Zeugen Polizei und Feuerwehr, wie ein Blitz in den Dachstuhl des Wohnhauses einschlug und dieser daraufhin Feuer fing. Polizisten räumten das Mehrfamilienhaus und die Feuerwehr löschte die Flammen. Die Schadenshöhe wird auf etwa 200.000 Euro geschätzt. Durch den Brand wurde glücklicherweise niemand verletzt.

In dieses Haus in Sachsenhausen schlug der Blitz ein und der Dachstuhl fing Feuer

Für die Löscharbeiten musste die Mörfelder Landstraße zwischen der Oppenheimer Landstraße und der Schweizer Straße komplett für den Verkehr gesperrt werden, was zu einem großen Rückstau führte.

In den frühen Morgenstunden rückten die Einsatzkräfte dann in die Speyrer Straße aus. Dort brach aus unbekannter Ursache in einem Wohn- und Geschäftshaus ein Feuer aus. Parallel zu den Löschmaßnahmen wurde das betroffene Gebäude evakuiert. 29 Personen wurden vor Ort durch die anwesenden Kräfte betreut und versorgt. Zwei Personen erlitten eine Rauchgasvergiftung.

Informationen: Polizei und Feuerwehr Frankfurt am Main

Foto: Feuerwehr Frankfurt am Main

„Wassermengen wie an der Nordsee“

Kurz vor 15 Uhr begann das Donnergrollen auch am Riedberg. Manche Kinder, die schon alleine von der Grundschule nach Hause gehen dürfen, wollten noch schnell heimlaufen oder mit dem Rad fahren. Sie wurden zum Glück von den Betreuern abgehalten. Die Blitze kamen näher. Dann prasselte Sturzregen gegen die Fensterscheiben, drang teilweise durch geschlossene Fenster und Türen und auch in Neubauten. „Es sind hier Wassermengen wie an der Nordsee“, mailte ein Riedberger, der gerade von der Arbeit in der City nach Norden fahren wollte und mit seinem Auto in der Nähe des Palmengartens „bis zur Achse im Wasser und natürlich im Stau“ stand. Die Fotos entstanden an der Bockenheimer Landstraße.

Intensivpatienten wurden evakuiert

Im nahen Elisabethen-Krankenhaus im Frankfurter Stadtteil Bockenheim fiel wegen des Regens der Strom aus. Insgesamt elf Intensivpatienten mussten evakuiert und in andere Krankenhäuser verlegt werden. Die Feuerwehr konnte die Stromversorgung mithilfe eines mobilen Generators am Abend wieder herstellen. Eine Evakuierung aller Stationen war nicht nötig. Die Mainova berichtete von Stromausfällen in mehreren Stadtteilen, vor allem in Bockenheim und Sachsenhausen. Die Feuerwehr Frankfurt hatte bis zum Abend mehr als 400 Einsätze.

Das erlebte ein Riedberger auf der Heimfahrt von der Arbeit in der Bockenheimer Landstraße

Ampeln, Züge und mehr als 100 Flüge fielen aus

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach fielen vor allem in den westlichen Stadtteilen Frankfurts innerhalb weniger Minuten mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Ampeln in der City funktionierten unmittelbar nach dem Unwetter teilweise nicht mehr. Am Frankfurter Flughafen fielen laut Flughafenbetreiber Fraport mehr als 100 Flüge aus. Am Frankfurter Hauptbahnhof gab es durch starken Regen Wassereinbrüche im Tiefbahnhof, einige der S-Bahngleise wurden am Nachmittag aus Sicherheitsgründen gesperrt, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn hessenschau.de sagte. Es kam deswegen zu Verspätungen, S-Bahnen wurden umgeleitet oder mussten wenden. Noch dazu schlug ein Blitz am Bahnhof Höchst in ein Stellwerk ein, wie der RMV gegen 15 Uhr mitteilte. So kam es zu weiteren Ausfällen und Verspätungen.

Der J.P. Morgan-Lauf mit mehr als 63.000 Menschen konnte dennoch stattfinden. Start war um 19 Uhr.

Fotos: privat

Heute ist NIGHT OF SCIENCE

Heute heißt es wieder: „Es wird spät!“ Auch schlafen muss man in dieser Nacht zum Samstag nicht unbedingt – das raten zumindest die Organisatoren. Ab 17 Uhr sind wieder alle Interessierten herzlich eingeladen, den Uni-Campus Riedberg in einem ganz anderen Licht zu sehen. Zum zwölften Mal macht die NIGHT OF SCIENCE die Nacht zum Tag. Die Dozenten haben wieder Einiges auf sich genommen, um bis zum Morgengrauen spannende Themen aus ihrer Forschung präsentieren zu können, aber auch Alltagsphänomene zu erklären, die „man immer schon mal verstehen wollte“. Die Vorträge sind unterhaltsam und verständlich gestaltet, aber so, dass man schlauer geht, als man gekommen ist. Die jüngsten Besucher können sich auf dem beaufsichtigten Kinderspielplatz austoben. Für Schulkinder gibt es zahlreiche Experimentierstationen und spannend gestaltete Experimentalvorlesungen am frühen Abend.

Auf der Suche zu den ältesten Sternen

Dieses Jahr eröffnet Prof. Dr. Anna Frebel die Night of Science 2018 mit ihrem Vortrag:“Auf der Suche nach den ältesten Sternen“. Nach ihrem Studium der Physik in Freiburg promovierte Anna Frebel in Astrophysik am Mount Stromlo Observatory der Australian National University in Canberra und erhielt dort den Preis für die beste australische Doktorarbeit im Bereich Astronomie. Nach Forschungsstipendien in Austin, Texas und am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics ist sie seit 2012 Professorin am renommierten MIT in Cambridge, Massachusetts. Zudem wurde sie in den letzten Jahren mit einigen nationalen und internationalen Auszeichnungen prämiert.

Als Shooting-Star unter den Astrophysikern entdeckte die 2005 den eisenärmsten Stern des Kosmos, im Jahr 2007 gelang ihr ein erneuter Sensationsfund: einen ungefähr 13 Milliarden Jahre alten Stern, der zu den ältesten des Universums zählt. Dazu publiziert sie regelmäßig in den wichtigsten Fachjournalen, unter anderem „Nature“ und hat ein populärwissenschaftliches Buch über ihre Entdeckungen verfasst.

Das ist die diesjährige Leitfigur

Die diesjährige Leitfigur, Maria Mitchell, ist auf den ersten Blick zwar scheinbar unbekannt, aber eine der berühmtesten AstronomInnen ihrer Zeit und eine Pionierin für die Gleichberechtigung von Frauen in der Wissenschaft.

Vor genau 200 Jahren wurde Maria Mitchell am 1. August auf der Walfanginsel Nantucket geboren. Dank Ihrer Eltern genoss Sie eine gute naturwissenschaftliche Bildung und gründete mit 17 Jahren ihre eigene Mädchenschule. Schon früh kam sie mit der für den Walfang und Navigation auf der See notwendigen Astronomie in Kontakt und stellte eigene astronomische Beobachtungen an. Als der König von Dänemark einen Preis für die Entdeckung eines Kometen mithilfe eines Teleskops versprach, gewann Maria Mitchell diesen 1847 als erste Frau. Überall in den Vereinigten Staaten berichtete man über die Frau, die einen Kometen gefunden hatte. Sie war sowohl Mitglied der bis dahin ausschließlichen männlichen American Academy of Arts and Sciences sowie zahlreicher weiterer wissenschaftlicher Gesellschaften. In einer Anstellung bei der US Navy erstellte sie das astronomische Jahrbuch und war damit die erste professionelle Astronomin in den Vereinigten Staaten.

1861 wurde sie zur ersten Professorin für Astronomie am New Yorker Vassar College und Direktorin der ansässigen Hochschulsternwarte. Im Laufe der Jahre bildete sie dort viele hervorragende Wissenschaftlerinnen aus und setzte sich lebenslang für die Gleichstellung der Frau ein. Bis zu  ihrem Tod 1889 war es ihr Traum, das „Universum der Wahrheit“ jedem Menschen zugänglich zu machen.

Von Führungen bis Live-Bands – und Frühstück

In spannenden Führungen und Experimenten kann man auch in diesem Jahr Wissenschaft wieder hautnah erleben können. Und wie in den Vorjahren gibt es auch außerhalb der Hörsäle wieder einiges auf die Ohren. Verschiedene Live-Bands aus der Umgebung werden den Abend musikalisch abrunden. Zusätzlich ist für dieses Jar ein Science Slam auf unserer großen Bühne geplant. Für Speis und Trank ist zu Studentenpreisen gesorgt. Der dazu passende Kaffee wird übrigens an den Getränketheken die ganze Nacht über angeboten. Wer sogar bis in die frühen Morgenstunden durchhält, wird mit einem üppigen Frühstück belohnt…

Genauso wie in den Vorjahren bleibt der Eintritt zur gesamten Veranstaltung frei. Informationen zum Programm und Anmeldung für Führungen unter www.nightofscience.de