Kategorie: Allgemein

Tag des Gedenkens an die Holocaust-Opfer

Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis an Juden, Sinti und Roma und anderen Verfolgten. Auschwitz ist Ausdruck des Rassenwahns und „Kainsmal der deutschen Geschichte“ – darauf weist unter anderem das Centre for Dialogue at Campus Riedberg  hin und lädt nächsten Sonntag ab 19 Uhr zu einer besonderen Begegnung mit unserer Geschichte, mit Dichtkunst und Theologie.

Der 27. Januar, der Tag der Befreiung von Auschwitz, ist kein Feiertag im üblichen Sinn. Es ist ein internationaler Tag der Reflexion. Gedichte von Paul Celan und theologische Textfragmente von Jan-Heiner Tück werden hier am Riedberg auf die Bühne gebracht. „Ziel ist innezuhalten und miteinander behutsam ins Gespräch zu kommen“, so die Veranstalter.

Veranstaltung: Sonntag, 27. Januar, von 19 bis 21 Uhr im Centre for Dialogue at Campus Riedberg in der Katholischen Kirche St. Edith Stein, Zur Kalbacher Höhe 56, Frankfurt-Riedberg.

Weitere Informationen unter www.cfd-frankfurt.de

Foto: Veranstalter

Minusgrade erschweren Biotonnen-Leerung

Die winterlichen Temperaturen derzeit stellen die Entsorgungsfachleute der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) vor eine Herausforderung: Besonders die braunen Biotonnen lassen sich nur schwer vollständig entleeren, weil Bioabfälle am Tonnenboden oder am Tonnenrand festgefroren sind.

Ideal wäre es, die Tonnen an einem frostsicheren Ort wie der Garage oder Keller abzustellen und erst kurz vor der Leerung bereitzustellen. Wo das nicht möglich ist, empfiehlt FES, den Tonnenboden mit Wellpappe oder Zeitungspapier auszulegen, damit diese die Flüssigkeit aufnehmen können. Speise-, Obst- und Gemüsereste sollten ebenfalls in Zeitungspapier eingewickelt werden. Besonders feuchte Abfälle wie Kaffeefilter oder Teebeutel sollten vorher gut abgetropft sein. Hilfreich ist es auch, den Abfall locker zu schichten und ihn nicht zusätzlich zusammenzudrücken. Friert der Biomüll doch mal fest, kann er mit Stock oder Spaten wieder gelockert werden.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Stadt Frankfurt/ Umweltamt

Fünf Fragen an Klimaforscher Mojib Latif

Prof. Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel hielt gestern während des Neujahrsempfangs der Stadt Frankfurt die Festrede mit dem Titel „Herausforderung Klimawandel“. Mit Mirco Overländer sprach Latif vorab über die Herausforderungen des Klimawandels und darüber, was Kommunen und jeder Einzelne unternehmen können, um die Umwelt zu schonen.

Herr Latif, Sie warnen seit Jahren vor den Folgen des Klimawandels. War der Hitzesommer 2018 in Ihren Augen ein Zeichen, dass der Klimawandel bereits in Deutschland angekommen ist?

PROF. MOJIB LATIF: Auf jeden Fall! Wir beobachten schon seit Jahrzehnten, dass die Temperatur in Deutschland ansteigt. 2018 hat einen neuen Temperaturrekord für Deutschland gebracht. Es war noch nie so warm seit Beginn der Messungen 1881. Und wir hatten 2018 in Frankfurt noch nie so viele Sommertage, also Tage, an denen die Temperatur mindestens 25 Grad erreicht.

Klimaskeptiker wie Donald Trump leugnen, dass der Mensch für die Veränderung des Klimas verantwortlich sein könnte. Ist diese These aus wissenschaftlicher Sicht hinnehmbar?

LATIF: Nein! Der menschliche Einfluss auf das Klima ist seit vielen Jahren nachgewiesen, Schon der Nobelpreisträger Svante Arrhenius hatte 1896 berechnet, dass die Temperatur der Erde steigen muss, wenn sich der CO2-Gehalt der Luft erhöht. Und der CO2-Gehalt der Luft ist inzwischen so hoch wie noch in der Geschichte des modernen Menschen.

Der Klimawandel ist ein globales und extrem vielschichtiges Phänomen. Was kann jeder Einzelne unternehmen, um seinen Teil zu einer besseren Umwelt beizutragen?

LATIF: Energie sparen, auf grünen Strom umsteigen, weniger Autofahren, mal das Fahrrad nehmen oder öffentliche Verkehrsmittel, weiniger Fleisch essen und vieles mehr. Dabei handelt es sich nicht um Verzicht, sondern um Gewinn! Um einen Gewinn an Lebensqualität. Wichtig ist aber auch, dass man sich einmischt. Es muss auch der Druck von unten kommen. Die Menschen müssen Klimaschutz einfordern. Dann wird er auch von der Politik umgesetzt werden.

In den 70er Jahren sprach man über das Waldsterben, später über das Ozonloch. Sehen Sie die Gefahr, dass Klimathemen gern als „Trend-Debatten“ instrumentalisiert werden?

LATIF: Das Waldsterben und das Ozonloch sind reale Probleme gewesen. Man hat aber, im Gegensatz zur Erderwärmung, gehandelt. Deswegen spricht niemand mehr vom Waldsterben oder Ozonloch. Die Wissenschaft hatte rechtzeitig gewarnt, es wurde von der Politik gehandelt und man hat die Probleme in den Griff bekommen. So sollte es auch beim Problem der Erderwärmung sein!

Auch in Frankfurt ist die Politik inzwischen für extreme Wetterlagen sensibilisiert. Was raten Sie Kommunen, um sich für die Folgen des Klimawandels zu wappnen?

LATIF: Der Klimawandel äußert sich einerseits durch extreme Hitze und Trockenheit, andererseits durch Starkniederschläge. Eine Stadt wie Frankfurt muss sich also auf beides vorbereiten. Um die Hitze zu mildern wären unter anderem mehr Beschattung, mehr Grün- und Wasserflächen notwendig. Und eine Belüftung muss sichergestellt sein. Um die Folgen von Starkregen abzufedern, sollte man die Flächenversiegelung stoppen oder zumindest zurückfahren. Flüsse müssen mehr Raum bekommen, die Kanalisation muss angepasst werden und Siele müssen frei sein. Grüne Dächer können ebenfalls helfen, um durch sie einen gewissen Verzögerungseffekt zu erzielen, in dem die Niederschläge nicht sofort auf die Böden treffen.

Text: Stadt Frankfurt

Foto: Archiv

Vorerst keine Fahrverbote in Frankfurt

Mit Freude und Erleichterung hat der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling den Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel von heutigen Dienstag zur Kenntnis genommen, wonach Fahrverbote für Frankfurt zunächst abgewendet sind. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hatte sowohl den Eilantrag der Deutschen Umwelthilfe DUH zum Sofortvollzug des Verwaltungsgerichtsurteil vom 5. September dieses Jahres abgelehnt als auch die Berufung gegen das Wiesbadener Urteil zugelassen.

Oesterling betonte aber, dass es die Pflicht der Stadt Frankfurt am Main bleibe, die Schadstoffbelastung, insbesondere den NOx-Ausstoß weiter zu senken, so dass auch im nun anstehenden Hauptverfahren Fahrverbote verhindert werden können.

Der Verkehrsdezernent sagte: „Ich danke ausdrücklich allen Beteiligten im Frankfurter Magistrat, vor allem aber meiner Kollegin Rosemarie Heilig sowie dem Frankfurter Rechtsamt, für die hervorragende Zusammenarbeit in dieser Frage. Ausdrücklich schließe ich darin auch die Landesregierung ein. Ich denke, unsere gut koordinierte Vorgehensweise hat dazu beigetragen, den VGH von der gemeinsamen Position der Stadt und des Landes zum Luftreinhalteplan zu überzeugen.“

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: SZ-Designs

Gymnasialzweig an der Otto-Hahn-Schule wird vergrößert

Rund 11,5 Millionen Euro investiert die Stadt Frankfurt in die Otto-Hahn-Schule in Nieder-Eschbach, die auch Kinder aus unserem Stadtteil besuchen. Das geht aus der Bau- und Finanzierungsvorlage hervor, die der Magistrat am Freitag beschlossen hat. Demnach wird ein Bauteil saniert und mit einer Erweiterung der Raumbedarf gedeckt, der durch die Vergrößerung des Gymnasialzweigs der Kooperativen Gesamtschule von drei auf fünf Züge entstanden ist. Der Beginn der Bauarbeiten ist für August 2019 vorgesehen. „Damit stärken wir die Schullandschaft im Frankfurter Norden weiter“, betont Baudezernent Jan Schneider. Jeweils rund die Hälfte der Kosten von insgesamt 11,5 Millionen Euro entfallen auf die Sanierung und auf die nötige Auslagerung von Räumen in eine temporäre Modulanlage.

Umfassend modernisiert wird Bauteil B, ein dreigeschossiges Gebäude in Stahlbeton-Skelettbauweise aus den 1960er Jahren. Geplant sind eine Verbesserung des energetischen Standards sowie eine Ertüchtigung des Brandschutzes. Saniert wird auch die Sichtbetonfassade, wobei das charakteristische Erscheinungsbild erhalten werden soll. Durch die Dämmung von Wänden und Dach, den Austausch der Fenster und des außen liegenden Sonnenschutzes sowie den Einbau einer Lüftungsanlage sinkt der spezifische Heizwärmebedarf um rund 70 Prozent. „Dadurch reduzieren wir auch die Kohlendioxid-Emissionen und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Schneider.

Während der Sanierung werden die Räume der Gebäudeteile A und B in eine zweigeschossige Anlage aus Raummodulen ausgelagert, die in einer Grünfläche neben dem 2003 errichteten Bauteil F aufgestellt wird. Sie ist so dimensioniert, dass sie im Zuge der Erweiterung des Gymnasialzweigs zwölf zusätzliche Klassen aufnehmen kann.

Geplant ist außerdem, den Raumbedarf dauerhaft durch einen Neubau zu decken, der an Stelle der Bauteile A und E entstehen soll. Dazu wurde bereits eine Machbarkeitsstudie erstellt und ein Raumprogramm beschlossen. Planungsmittel sind für den Haushalt 2019 angemeldet. Mit dem Bau könnte 2021 begonnen werden.

Für den Neubau der ebenfalls in die Jahre gekommenen Sporthalle 1 der Schule soll im nächsten Jahr mit der Planung begonnen werden. In Betrieb genommen wird sie voraussichtlich Mitte 2022, rechtzeitig zur 1250-Jahrfeier des Stadtteils Nieder-Eschbach. „Uns ist die Bedeutung der Turnhalle für das Jubiläum bewusst und wir werden alles daran setzen, dass sie für die Feierlichkeiten zur Verfügung steht“, betont Schneider.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Schwier

Trauer um Kalbacher Ortsältesten

Er galt als „unermüdlicher Sozial- und Stadtteilpolitiker“. Am 22. November ist der Kalbacher Ortsälteste Artur Pöhlmann im Alter von 93 Jahren verstorben, wie das Büro der Stadtverordnetenversammlung jetzt mitgeteilt hat. Am heutigen Donnerstag findet eine Trauerfeier statt. Zuletzt war er Ehrenvorsitzender der SPD in Kalbach, lange Jahre war er davor in Eschersheim aktiv.

Der Vorsitzende der SPD Kalbach-Riedberg, Oliver Schenke, erläutert hierzu, dass Artur Pöhlmann, der am 16. August 1925 in Frankfurt geboren wurde, bereits in jungen Jahren Erfahrungen mit den Nationalsozialisten gemacht hat. Er wurde von der Gestapo verhaftet, da er als junger Facharbeiter einem französischen Kriegsgefangenen mit einer warmen Hose hat helfen wollen.

Nach dem Krieg trat Artur Pöhlmann 1946 in die SPD ein. Beruflich kam er 1948 zur AOK Frankfurt am Main, bei der er bis zum Ruhestand 1987 hauptberuflich arbeitete.

Politisch hatte er viele Parteiämter inne. Er prägte zuerst die Stadtteilpolitik in Eschersheim und später in Kalbach maßgeblich mit, kämpfte bis in fortgeschrittene Alter als Sozialbezirksvorsteher für die Interessen in Not geratener Menschen. Ein Blick zurück: Der 1974 in Anwesenheit des damaligen Ministerpräsidenten Oswald eingeweihte Höllbergspielplatz wurde unter seiner Leitung in vielen Arbeitsstunden vieler Ehrenamtlicher errichtet. Er gab auch die entscheidenden Impulse für den damaligen Umbau des Eschersheimer Schwimmbads und setzte sich für die Eschersheimer Schulen ein. Auf seine Initiative wurde der Bonameser Wohnwagenplatz, damals ein Quartier für Obdachlose, mit Sanitäranlagen ausgestattet. Später wechselte er nach Kalbach und war dort viele Jahre in der Stadtteilpolitik und als Vorsitzender der AWO Kalbach aktiv.  Ein besonderer Erfolg jenseits der Stadtteilgrenzen war sein Einsatz für die Errichtung eines Dialysezentrums für Frankfurt am Main.

2005 erhielt Artur Pöhlmann von dem damaligen Sozialdezernenten Franz Frey eine Ehrung zu seinem 60-jährigen Dienstjubiläum im öffentlichen Dienst. Zudem ist er als Ehrenbeamter der Stadt Frankfurt am Main gewürdigt worden. 2010 erhielt Artur Pöhlmann auch die Ehrenbezeichnung Ortsältester.

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Die Trauerfeier findet am heutigen Donnerstag, 13.12.2019, um 12 Uhr in der Trauerhalle des Kalbacher Friedhofes statt.

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Foto: SPD

Besser nicht morgens tanken…

Hohe Spritpreise gehören bekanntlich zu den Lieblingsthemen der Autofahrer. Vor allem die Preiszyklen im Laufe eines Tages sind vielen ein Dorn im Auge. Wie es zu diesem eigenwilligen Auf und Ab der Spritpreise kommt, haben die Frankfurter Ökonomen Sascha Wilhelm und Steffen Eibelshäuser auf Grundlage spieltheoretischer Ansätze erforscht. Das Ergebnis: Demnach unterbieten sich Tankstellen im Laufe eines Tages immer schneller, bis die Preise so tief im Keller sind, dass einer der Anbieter wieder mit dem Preis hochgeht – die anderen ziehen dann nach. „Der Vorwurf, dass im Bereich der Spritpreise kein richtiger Wettbewerb herrsche und stattdessen Preisabsprachen getroffen würden, stimmt so nicht“, betont Steffen Eibelshäuser. Ihre Empfehlung lautet: Lieber nicht am frühen Morgen tanken; stattdessen wäre ein Besuch der Tankstelle am Mittag, kurz vor dem üblichen Preisanstieg, ein günstiger Moment. Weitere Erkenntnisse ihrer Forschung finden sich in der aktuellen Ausgabe des UniReport.

Wie Gesellschaft und Wirtschaft zusammenhängen, erforscht die Politologin Prof. Cornelia Woll. Die neue Alfred-Grosser-Gastprofessorin für Bürgergesellschaftsforschung forscht und lehrt an der Université Sciences Po in Paris. Ihr geht es um Wirtschaft als Objekt – diese analysiert sie aus sozialwissenschaftlicher Perspektive: „Man kann ökonomische Entwicklung nicht verstehen, wenn man nicht hinterfragt, wer dort überhaupt wirtschaftet und Entscheidungen fällen muss – Personen, Staaten, Unternehmen -, und auf welchem Niveau diese Prozesse beeinflusst und gesteuert werden – lokal, national, international“, betont Cornelia Woll im Interview mit dem UniReport. Wolls öffentlicher Vortrag zum Thema „Der Staat und die Banken im krisengeprüften Europa“ findet am 21. Januar um 19.00 Uhr im Hörsaalzentrum des Campus Westend statt.

Informationen: Pressestelle Goethe-Universität

Foto: Archiv

Stadtteil-Kalender mit den Bildern der Gewinner

Vor exakt einem Jahr waren die Riedbergerinnen und Riedberg eingeladen, unter dem Motto „Der Riedberg – Mein Ort“ Fotos von ihrem Lieblingsplatz im Stadtteil oder aus der schönsten Perspektive zu machen. Insgesamt 47 Teilnehmer reichten 219 Fotos beim 1. Riedberg-Fotowettbewerb ein, den der Culture Club Riedberg, das Familienzentrum Billabong und das Magazin MAINRiedberg ausgelobt hatten. Jetzt gibt es die schönsten Bilder im handlichen Kalender zum Preis von 9 Euro zu kaufen – beim Weihnachtsmarkt am 15. und 16. Dezember im Zelt des Culture Club oder ab sofort direkt via Mail über andreas.woitun@cultureclubriedberg.de

Maßgeblich organisiert hatte den Wettbewerb die Fotografin und CCR-Mitglied Ksenia Beizerova, die begeistert erklärte: „Wir haben so viele tolle Aufnahmen bekommen, dass uns die Entscheidung sehr schwergefallen ist. Es scheint, dass am Riedberg viel Kreativität zu Hause ist.“

Bei den Erwachsenen ging der erste Preis für eine Aufnahme des winterlichen Campus an Michael Scherbeck, Zweite wurde Ardiana Dacic. Bei den Jugendlichen überzeugte die Jury stimmungsvolle Nachtaufnahme, die von Laura Hartinger eingereicht wurde.

Hobby-Fotograf Scherbeck hatte die verschneite Passage an der Universität bei Nacht fotografiert und damit nicht nur die Jury überzeugt. Der Verkehrspilot nutzt auch die Wartezeiten zwischen seinen Flügen im Ausland regelmäßig, um mit seiner Kamera Land und Leute zu erkunden.

Mit diesem Foto überzeugte Michael Scherbeck die Jury

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Abbildung (oben): Culture Club Riedberg

Foto (unten): Michael Scherbeck

A5: Lkw kracht auf Stauende

Gestern Abend, 4. Dezember, gegen 0.30 Uhr fuhr eine Zugmaschine auf der A 5 auf ein Stauende auf. Der Fahrer und eine weiterer Beteiligter wurden verletzt. Zum Zeitpunkt der Kollision war die Autobahn in beiden Richtungen zwischen Bad Homburger Kreuz und Nordwestkreuz Frankfurt vollgesperrt. Den Rückstau bemerkte der 48-jährige Führer eines Lkw-Scania zu spät und stieß mit einem bereits stehenden Mercedes zusammen.

Bei dem Aufprall wurde der mutmaßliche Unfallverursacher schwer verletzt. Der 48-jährige Unfallgegner hatte mehr Glück und war nur leicht verletzt.

Informationen: Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Foto: Archiv

Wasserqualität in der Nidda belastet

Was können wir tun, um die Wasserqualität in deutschen Flüssen zu verbessern? Wie schaffen wir gute Lebensbedingungen für die dort lebenden Tiere und Pflanzen? Das hat ein interdisziplinäres Forscherteam unter Federführung von Wissenschaftlern der Goethe-Universität am Campus Riedberg in den vergangenen drei Jahren im Verbundprojekt NiddaMan untersucht. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Projekt über drei Jahre mit 2,4 Millionen Euro gefördert. Zu den wichtigsten Forderungen nach Projektabschluss gehört die Verbesserung von Kläranlagen.

Die Nidda in Hessen war für die Gewässerforscher ein ideales Untersuchungsobjekt. Neben naturnahen Bereichen im Oberlauf ist der Mittellauf in der Wetterau durch eine intensive landwirtschaftliche Nutzung gekennzeichnet. Am Unterlauf nahe der Metropole Frankfurt fließt der Fluss durch dicht besiedelte, urbane Gebiete, beispielsweise auch am Alten Flugplatz in Kalbach/ Bonames. Stoffeinträge erfolgen zudem durch Einleitungen aus Kläranlagen und sonstigen Entwässerungssystemen.

„Insbesondere in den niederschlagsarmen Sommermonaten ist der Anteil an gereinigtem Abwasser im Einzugsgebiet der Nidda hoch. Auch deshalb werden, allen wasserbehördlichen Bemühungen zum Trotz, die Qualitätskriterien der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie nicht eingehalten“, so Prof. Jörg Oehlmann, Leiter von NiddaMan und der Abteilung Aquatische Ökotoxikologie der Goethe-Universität am Campus Riedberg. Die Nidda ist dabei kein Einzelfall: Bei Projektstart im Jahr 2015 erreichten weniger als 10 Prozent der Gewässer in Deutschland den geforderten guten bis sehr guten ökologischen Zustand.

Neben stofflichen Einflüssen aus der Landwirtschaft wird die Nidda dauerhaft mit Spurenstoffen aus Kläranlagen belastet. Mancherorts sind sogar gesetzlich vorgeschriebene Umweltqualitätsnormen für einzelne Schadstoffe überschritten. „Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass bestehende Grenzwerte aquatische Lebensgemeinschaften nur unzureichend schützen“, erklärt Oehlmann. Bereits ab einem Anteil von circa 12 Prozent an konventionell gereinigtem Abwasser ändert sich die Zusammensetzung der Arten im Fließgewässer. Hinzu kommen die Einleitungen aus Mischwasserentlastungen, die dazu führen, dass bei starken Niederschlägen nicht gereinigtes Abwasser in die Gewässer gelangt. Deren Auswirkungen sind bisher noch wenig untersucht.

Obwohl Fische, im Gegensatz zu vielen Kleinstlebewesen wie Krebse und Schnecken, mobil sind und im Prinzip stark verunreinigte Gewässerabschnitte meiden können, leiden auch sie unter der schlechten Wasserqualität. Gewebeuntersuchungen der NiddaMan-Experten konnten krankhafte Veränderungen der Leber nachweisen, die zwar nicht direkt zum Tod der Fische führen, aber ihre Fitness und damit die Fortpflanzung beeinträchtigen. Das Fehlen gewässertypischer Fischarten, das bereits im Oberlauf der Nidda (Messstellen zwischen Eichelsdorf und Unterschmitten) zu beklagen ist, sehen die Forscher als Indiz dafür, dass es den Fischen an „Kraftreserven“ für die Fortpflanzung fehlt.

Um die Auswirkungen des hohen Anteils an gereinigtem Abwasser in den Flüssen des Nidda-Einzugsgebiets für die Organismen abzumildern, fordern die NiddaMan-Ingenieure Ertüchtigungsmaßnahmen von Kläranlagen, abhängig von gewässerspezifischen Indikatoren (z. B. Abwasseranteil, ökologische und ökotoxikologische Parameter). Dabei stehen nicht zwingend die großen Kläranlagen mit höheren Stofffrachten, sondern auch die kleinen Kläranlagen,die zwar geringere Frachten, aber hohe Stoffkonzentrationen im Gewässer verursachen, im Fokus der Betrachtung.

Das Forscherteam fand frühere Beobachtungen bestätigt, dass von Gewässerrenaturierungen, die bisher als der Königsweg zum guten ökologischen Zustand galten, oft nur im Uferbereich lebende Organismen und der Auenbewuchs profitieren, kaum jedoch die im Gewässer selbst lebenden Wasserpflanzen, Fische und vor allem Wirbellose. Als mögliche Ursachen sehen sie fehlende Schlüsselhabitate wie Totholz, oder eine zu große Entfernung von Quellpopulationen.

„Der Wille zur Veränderung ist da, doch häufig fehlt es bei den verantwortlichen Stellen wie Wasserbehörden und Kommunen an finanziellen und personellen Ressourcen, um Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität schnell und zielgerichtet umzusetzen“, fasst Oliver Schulz die Recherchen des Institut für sozialökologische Forschung (ISOE, Frankfurt) zusammen. Oftmals gibt es zudem Akzeptanzprobleme bei den Betroffenen, besonders dann, wenn Maßnahmen bestehende Nutzungsansprüche einschränken, zum Beispiel von Flächen am Gewässer. Offene Gespräche und die Beteiligung von Akteuren und der Bevölkerung haben während des Projekts vielerorts erst das Verständnis für Lösungen geschaffen, die alle gemeinsam tragen müssen. Auch nach Projektende ist die Arbeit hin zu einem besseren Zustand unserer Gewässer lange nicht beendet.

Über NiddaMan

Das Verbundprojekt „Entwicklung eines nachhaltigen Wasserressourcen-Managements am Beispiel des Einzugsgebiets der Nidda“ (NiddaMan) wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Teil der Fördermaßnahme „Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland“ im Rahmenprogramm “Forschung für Nachhaltige Entwicklung” (FONA) gefördert. Ein Abschlussbericht wird Ende Januar 2019 vorliegen.

Weitere Informationen zum Projekt unter https://niddaland.de

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Informationen: Goethe-Universität

Foto des Erlenbachs im Nidda-Einzugsgebiet: Simone Ziebart, Goethe-Universität.