Kategorie: Aktueller Artikel

Zehnjähriger Junge bei Unfall schwer verletzt

Ein Pressesprecher der Polizei beendet die Informationen über den gestrigen Unfall mit den Worten: „So, wie es bis jetzt aussieht, hatte der Junge ganz großes Glück im Unglück.“ Was war passiert? Es ist früher Dienstagabend, 17.45 Uhr, als ein Zehnjähriger mit einem Scooter auf dem Gehweg der Gräfin-Dönhoff-Straße unterwegs ist. Er fährt gemeinsam mit einem Freund, entgegen der Fahrtrichtung. Plötzlich wechselt er auf die Fahrbahn, als zeitgleich ein 45-jähriger Smart-Fahrer herannaht. Der Junge und das Auto kollidieren frontal in der Tempo-30-Zone.

Polizei und Krankenwagen sind schnell vor Ort. Das Unfallopfer kommt schwerverletzt ins Krankenhaus. Aber der Helm, den er trug, schützte ihn offenbar vor schlimmeren Verletzungen. Derzeit geht man davon aus, dass er „nur“ eine Gehirnerschütterung erlitten hat.

„Schwerverletzt bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Zehnjährige zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben musste“, heißt es bei der Polizei. Lebensgefahr besteht momentan nicht. Warum der Junge mit seinem Roller auf die Straße gefahren ist, sowie der genaue Unfallhergang ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Nur eines scheint festzustehen: Dass er einen Helm trug, war sein großes Glück.

Foto: Archiv

Ortsbeirat will Skatepark-Initiative unterstützen

Was machen drei Jungs im Alter von 11 Jahren am Freitag Abend, vier ziemlich zähe Stunden lang? Sie besuchen die Sitzung des Ortsbeirates Kalbach/ Riedberg, verfolgen in der ersten Reihe im Publikum die Debatte um Kita- und Hortplätze im Stadtteil. Als diese immer länger dauert, gehen sie mehrmals leise nach draußen. Um ein paar Tricks mit ihren BMX-Rädern zu machen. Aber auch, um auf dem Handy das aufzuschreiben, was sie später in der Bürgersprechstunde vorbringen wollen. Übrigens so klar und eindringlich, dass Sebastian Reißmann, der Initiator der Petition für einen Skatepark am Riedberg, danach gefragt wird, ob er sich nicht irgendwann mal das Engagement in einer Partei vorstellen könnte. Die Botschaft von Sebastian, Dustin und Vincent ist: Es muss mehr Orte für ältere Kids und Jugendliche am Riedberg geben. Ihr konkretes Anliegen: Sie wollen sich für einen Skatepark im Stadtteil einsetzen. Für Skateboarder, Skater, begeisterte BMX-Biker wie sie selbst. Aber auch für alle meist Kleineren, die lieber mit dem Scooter über alles drüberflitzen.

„Die große Frage ist: Wo ist Platz für Jugendliche?“, erklärt Sebastian, als er nach 22 Uhr ans Mikrophon treten kann. „Alle Kinder werden auch irgendwann älter. Da reichen die 19 Spielplätze, die es hier gibt, nicht aus.“ Im Gegenteil: Wenn sie sich dort treffen, führt das nur zu Konflikten. Bei einem Skatepark aber „sind die Jugendlichen an der frischen Luft, machen Sport und stehen nicht an der Spielekonsole und zocken“.

Das Problem ist bekannt – jetzt wird auch der Ortsbeirat aktiv

Aktuell sind am Riedberg 2087 Mädchen und Jungen zwischen 6 und 14 Jahre sowie 391 zwischen 15 und 18 Jahre. Tendenz stark steigend. Immer wieder machen Jugendliche darauf aufmerksam, dass „Rückzugsorte“ für sie fehlen. Es gibt das Jugendhaus, mit eingeschränkten Öffnungszeiten, das Basketball-Feld im Kätcheslachpark, die freie Wiese daneben, einen Bolzplatz hinter dem Familienzentrum Billabong, „aber danach wird es auch schon dünn“, wie der Kinderbeauftragte Ronald Bieber (Grüne) bemerkt. Ein Antrag auf einen Pavillon im Kätcheslachpark, den Jugendliche und auch alle anderen Bürgerinnen und Bürger nutzen könnten, wurde vergangene Woche vom Magistrat abgelehnt.

Am Freitag haben – mit einer Ausnahme – alle Ortsbeiräte für den SPD-Antrag für einen „Skater-Parcours“ am Riedberg gestimmt. Umstritten waren nur einzelne Formulierungen sowie die Frage, ob man mögliche Standorte nennen und präzisieren sollte. Letztlich wurden als „Beispiel“ einer Fläche direkt hinter dem Familienzentrum Billabong in der Nähe des Lärmschutzwalls zur A5 sowie eine Fläche nördlich der U-Bahn-Trasse und des Uni-Geländes genannt.

Fakt ist: Es gibt seit 2015 einen Skatepark in unserem Bezirk, der vielen Riedberger Kids und Jugendlichen kaum bekannt sein dürfte und kurioserweise ziemlich abseits liegt. Mitten im Gewerbegebiet Kalbach hinter dem Frischezentrum. Aber das ist für Kinder aus unserem Stadtteil schwer bis gar nicht erreichbar. „Deswegen ist man dort oft einsam und fühlt sich nicht wirklich sicher“, wie Sebastian Reißmann sagt.

Seine öffentliche Petition für einen Skatepark am Riedberg hat auf der Plattform „FFM – Frankfurt fragt mich“ bereits das notwendige Quorum von 200 Unterstützern erreicht. Sieben Tage vor Ende des Aufrufs. Die Stadt wird sich also mit dem Anliegen beschäftigen. Jetzt will auch der Ortsbeirat aktiv werden.

Foto: MAINRiedberg

Spendenaktion für Kirchenglocken

Vor drei Jahren, exakt am 3. Juli 2016, wurde die katholische Kirche St. Edith Stein feierlich geweiht und damit auch das „Centre for Dialogue at Campus Riedberg“, das Edith Stein Zentrum, dort eröffnet. „Die katholischen Bürger in Frankfurt/Riedberg haben eine Heimat gefunden“, wie der Kirchbauförderverein betont. Der moderne Bau an der Kreuzung Riedbergallee/ Kalbacher Höhe, direkt gegenüber der evangelischen Riedberggemeinde, ist weithin sichtbar. Nur eines fehlt bis heute: Der Turm der Kirche ist leer. Es gibt keine Kirchenglocken, die zum Gottesdienst oder anderen Feierlichkeiten läuten.

Das will der Kirchbauförderverein der Gemeinde nun ändern, mit viel Engagement und einer Spendenaktion. „Die Finanzierung der Glocken ist das bisher größte und ehrgeizigste Projekt in der Vereinsgeschichte“, erklärt Sabrina Geller vom Förderverein gegenüber MAINRiedberg.

Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, St. Edith Stein materiell und ideell zu fördern. Dazu gehören zum Beispiel die Anschaffung von liturgischen Gegenständen aber auch die Durchführung verschiedener religiöser, musischer und kultureller sowie wissenschaftlicher Veranstaltungen. Unter anderem wurde zusätzliche Stühle für die Gottesdienste, und ganz aktuell ein neues Keyboard zur Begleitung der Gottesdienste angeschafft. Der Kirchbauförderverein beteiligt sich für die Gemeinde traditionell am Riedberger Weihnachtsmarkt und führt in Zusammenarbeit mit dem Centre für Dialogue at Campus Riedberg jährlich einen Edith-Stein-Tag, die Namenspatronin der Gemeinde, sowie andere wissenschaftliche Veranstaltungen durch.

Die Räumlichkeiten der Gemeinde, eine Kapelle mit einem zuschaltbaren, multifunktionalen Saal, ein großzügiges Foyer, Büros und Gruppenräume, werden daher gut genutzt. „Unvollendet ist jedoch nur unser Glockenturm. Es fehlen drei Glocken, damit der Bau vollendet werden kann“, erklären die Vertreter des Fördervereins – und hoffen auf die Unterstützung hier im Stadtteil und auch über die Gemeindegrenzen hinaus.

Das Bistum Limburg hat der Gemeinde die Kostenübernahme für die Anbringung und Einrichtung des Geläuts sowie die Verschalung des Glockenturms zugesagt. Die Anschaffung der Glocken obliegt, wie üblich, der Gemeinde. Die Kosten liegen bei rund 30.000 Euro inklusive Material- und Transportkosten.

Spenden für die Kirchenglocken können auf folgendes Konto überwiesen werden: Kirchbauverein Edith Stein, IBAN: DE 16 5005 0201 02006114 70 (Spendenquittungen können erstellt werden)

Weitere Informationen unter info@kirchbauverein-edith-stein.de  sowie  https://www.sankt-katharina-frankfurt.de/gemeinden/st-edith-stein/

Foto: MAINRiedberg

Zehntausende Nichtwähler mobilisiert

Auch in Frankfurt haben sich mit der Europawahl am 26. Mai – ähnlich wie bundesweit – die Größenverhältnisse der sechs stärksten Parteien im Vergleich zur Europawahl 2014 deutlich geändert. „Die Präferenzen der Frankfurter Wahlberechtigten verschoben sich, weg von den bisher größten Parteien, SPD und CDU, aber auch weg von der AfD“, skizziert Stadtrat Jan Schneider, der für die Frankfurter Statistik zuständige Dezernent, die Entwicklung.

Zugleich mobilisierten die Grünen in bisher ungekanntem Maße – insbesondere Nichtwähler. Durch die hohe Wahlbeteiligung profitierten auch die anderen Parteien – wenngleich in deutlich geringerem Umfang – vom Zustrom aus der Gruppe derer, die 2014 nicht an die Urnen gingen.

Mit rund 37000 Stimmen geht fast die Hälfte des Grünen-Ergebnisses auf den Zulauf von Nicht- oder Erstwählern zurück. Und auch von rund 9000 zusätzlichen Stimmen aus der ehemaligen SPD-Wählerschaft profitierten die Grünen, was zum guten Abschneiden der Grünen führte.

Die Abwanderung zu den Grünen machte fast ein Fünftel der ehemaligen SPD-Wählerschaft aus. Rund 4100 Wahlberechtigte, die 2014 SPD gewählt hatten, gingen zu den Sonstigen. Die Linke hingegen wurde nur von etwa 2500 ehemaligen SPD-Wählern als Alternative gesehen.

Durch die höhere Wahlbeteiligung und das starke Bevölkerungswachstum der Stadt konnte die CDU im Vergleich mit 2014 – trotz ihres gesunkenen Stimmenanteils – absolut gesehen Stimmen hinzugewinnen. Unter ihren früheren Wählern verlor sie hingegen deutlich an Zuspruch. Ihre Anhängerschaft von 2014 wanderte vor allem zur FDP, zu den Sonstigen und den Grünen. Von der AfD hingegen konnte die CDU im Saldo 1300 Stimmen hinzugewinnen.

Mit Blick auf ihre frühere Anhängerschaft schnitt die AfD am schlechtesten ab. Nur etwas mehr als zwei von fünf ehemaligen AfD-Wählern wählte die Partei erneut.

Die Wählerwanderungsanalyse basiert auf einem wissenschaftlich evaluierten Kalkulationsmodell. Stadtrat Schneider erklärt: „Es geht – vereinfacht dargestellt – von folgender Annahme aus: Hat eine Partei bei der aktuellen Wahl im Vergleich zur vorhergehenden Wahl in Wahlbezirken mehr, dafür aber eine andere Partei weniger Stimmen erhalten, so ist es wahrscheinlich, dass zwischen diesen Parteien eine Wählerwanderung stattfand. Mit den Ergebnissen aus 373 allgemeinen Wahlbezirken erhalten wir so eine recht valide Analyse.“

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Archiv

Sommercamp für Basketball-Kids

So werden Ferien garantiert nicht langweilig – und jede Menge Sport und Spaß ist ebenso garantiert! Der SC Riedberg veranstaltet wieder ein Basketball Sommercamp in der letzten Ferienwoche, von 5. bis 9. August, täglich von 9 – 16 Uhr in der Sporthalle der Marie-Curie-Schule. Teilnehmen können Mädchen und Jungen von Jahrgang 2003 bis 2011. Camp-Inhalte sind: Techniktraining, Taktik, Wettbewerbe, Spiele. „Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer“, sagt Spartenvorstand Sylvia Pölle, die auch mehrere Jugendmannschaften trainiert. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, entscheidet die Reihenfolge der Anmeldungen, die bis spätestens 20. Juli abgegeben werden sollten

Basketball am Riedberg boomt

Bereits jetzt gibt es 13 Basketball-Mannschaften im Stadtteil, zehn davon im Ligabetrieb. Basketball boomt. Bei Mädchen und Jungs gibt es Teams von U12 bis U18, jüngere Jahrgänge trainieren noch gemixt. „Wir suchen noch Spielerinnen und Spieler für unser U8 und U10“, informiert Sylvia Pölle. Übrigens: Einige Jugendliche, die schon jahrelang beim SC Riedberg spielen, sind nun zudem als Co-Trainer aktiv – und geben weiter, dass Sport sehr viel Spaß machen kann.

Sommercamp Basketball. Zeitraum: Montag 05.08.2019 – Freitag 09.08.2019, täglich von 9.00 – 16 Uhr Ort: Marie-Curie Schule, Graf-von-Stauffenberg Allee 55, 60438 Frankfurt. Anmeldung unter www.scriedberg.de

Weitere Informationen unter www.scriedberg.de

Foto: MAINRiedberg

Mehr als Bücher und Erinnerungen: die Welt der Anne Frank

Am Mittwoch, 12. Juni, findet wieder der Anne Frank-Tag in Frankfurt statt. Das Jüdische Museum präsentiert zu diesem Anlass eine Pop-Up-Ausstellung im Museum Judengasse. Im Zentrum der eintägigen Präsentation stehen die materiellen Dinge aus dem Besitz der Familie Frank und Elias und mit ihnen die physischen Spuren von Anne Frank.

Gezeigt werden Objekte aus der Lebenswelt des heranwachsenden Mädchens, das an diesem Tag vor 90 Jahren geboren wurde: Bauklötze, mit denen sie und ihre Schwester Margot spielten, ein Poesiealbum, in dem Anne einen Eintrag für ihre Klassenkameradin hinterließ, und – ein besonderes Highlight – ein von ihr bestickter Beutel, in dem sie in Amsterdam ihr Nachthemd verwahrte. Hinzu kommen Alltagsgegenstände aus dem Besitz ihrer Eltern und Großeltern, in denen das Interesse an Bildung und Kultur der Familie deutlich werden: Bücher, die Annes Vater Otto Frank in seiner Kindheit und Jugend las, Spiele, die er und seine Geschwister mit den Eltern spielten, und kurze Reime, die sich die Familienmitglieder untereinander widmeten.

Einige der Objekte wurden noch nie öffentlich gezeigt. Viele von ihnen haben persönliche Geschichten, die – sozusagen als Geburtstagsgeschenk – an dem Tag von den Kuratoren und Vermittlern des Jüdischen Museums vor Ort mit den Besuchern geteilt werden.

Die Pop-Up-Ausstellung gibt einen Einblick in das zukünftige Familie Frank-Zentrum: in die permanente Ausstellung zur Familie, die im neuen Jüdischen Museum mit weitaus mehr Gegenständen aus Familienbesitz zu sehen sein wird, oder in die Dokumente, die man zukünftig in der neuen Bibliothek zur Familiengeschichte einsehen kann. Die Ausstellung umfasst mehrere partizipative Stationen, etwa einen Prototypen des zukünftigen interaktiven Multi-Touch-Tischs zur Familiengeschichte und verschiedene Feedbackmöglichkeiten. Darüber hinaus finden vor Ort Führungen zu den Spuren der Familie im Museum Judengasse sowie eine Filmpräsentation statt, in welcher der Cousin von Anne Frank, Buddy Elias, porträtiert wird. Buddy Elias ist der Gründungsvater des Familie Frank Zentrums: Er sprach sich dafür aus, die Dinge aus dem Besitz der Emigrantenfamilie Frank und Elias dem Jüdischen Museum Frankfurt anzuvertrauen.

Termin: Mittwoch, 12. Juni, ab 10 Uhr. Veranstaltungsort: Museum Judengasse Frankfurt, Battonnstrasse 47, 60311 Frankfurt am Main. 

Weitere Informationen unter www.juedischesmuseum.de  sowie zum Programm des Anne-Frank-Tags unter www.bs-anne-frank.de

Informationen: Stadt Frankfurt

Grafik: Jüdisches Museum Frankfurt

 

Urbane Kontexte – Neue Ausstellung im KunstraumRiedberg

Nur in der Nacht scheint Ruhe einzukehren auf den Straßen. Unter den Lichtkegeln der Straßenlaternen werden parkende Autos und Teile der Häuserfassaden erleuchtet. Der Mond bleibt unsichtbar, man kann ihn hinter den Dächern der mehrstöckigen Mietshäuser höchstens als schemenhaftes Licht erahnen. Oder stammt der hellgelbe Schimmer doch nur von einer Leuchtreklame?

Die vier Künstler in der neuen Gruppenausstellung im Kunstraum Riedberg haben sich mit Stadtlandschaften und dem Leben in der Stadt auseinandergesetzt. Unter dem Titel „Urbane Kontexte“ zeigen die aus Frankfurt und Wiesbaden stammenden Künstler Petra Johanna Barfs, Katja Grandpierre, Andrea Interschick und Stefan Stichler ganz verschiedene Techniken: Malerei, Collagen und Linoldrucke. Die Ausstellung wurde gestern Abend eröffnet.

Die Stadt – und die bunten Farben der Nacht

Die Stadt bei Nacht, dieses Motiv hat es allen angetan. In Andrea Interschicks Bildern wird die Nacht nicht etwa grau, sie nutzt eine knallbunte Farbpalette, um die veränderte Lichtwirkung darzustellen. Auch ihr grober Strich mit Pinsel und Spachtel erinnert an Werke aus dem Expressionismus.

Andere Bilder setzen sich mit der Vereinsamung in den Städten auseinander. Katja Grandpierre malt vorbeihastende Schatten in der U-Bahn, umrahmt von Neonlicht und den Spiegelungen an der Rolltreppe. An S-Bahnhöfen stehen wartende Menschen, im Vorbeirauschen der Bahn verwischt, ebenso wie die Straßenschlucht zwischen mehreren Hochhäusern in einem anderen Bild. Die Geschwindigkeit und die flüchtige Wahrnehmung im schnellen Vorbeiziehen bei Tag sind vor allem bei Grandpierre spürbar. Stefan Stichlers Arbeiten sind stiller, er zeigt vor allem Linoldrucke, die passend zur Technik mit Hell-Dunkel-Kontrasten spielen.

Petra Johanna Barfs kleinformatige Collagen beschäftigen sich mit Geometrie und Architektur. Sie findet die Teile ihrer Collagen häufig in alten Reisebildbänden und kombiniert sie zu neuen Motiven.

Alle Werke können übrigens auch käuflich erworben werden.

Die Ausstellung ist bis 30. September, Mo-Fr von 9 – 17 Uhr zu sehen. Eintritt ist frei. Ort: KunstraumRiedberg, Biozentrum, Gebäude 101, Max-von-Laue-Straße 9

www.kunstraum.uni-frankfurt.de

 

Faszinierend: Die Bilder von Katja Grandpierre
Bei Andrea Interschicks Bildern wird die Nacht nicht etwa grau, sie nutzt eine knallbunte Farbpalette, um die veränderte Lichtwirkung darzustellen

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TEXT & Fotos: Ann Wente-Jaeger


„Nachrücker“ für beliebten Käse-Stand

Am Käsestand von Erich Rohrmann einzukaufen war wie eine Reise in die Vergangenheit. Ein kleiner, nicht mehr ganz taufrischer Verkaufswagen auf dem Riedberger Wochenmarkt. Voll mit mehr als 100 verschiedenen Käsesorten, die man schon einige Meter entfernt riechen konnte und zu denen „Käse-Erich“ fast ausnahmslos eine Geschichte erzählen konnte. Einen Ziegenkäse mit Chili lobte er mit den Worten: „Der ist hammerhart!“ Der Kümmelkäse daneben soll „gut für den Magen“ sein. Ein spezieller Hartkäse aus dem Südtiroler Pustertal wird immer noch hoch oben am Berg und nur von drei Sennereien produziert. Dazu noch der von ihm und seiner Familie selbst gemachten Kochkäse. Am Ende durften alle, die in der Schlange standen, probieren.  

Seit einigen Wochen aber fehlte der beliebte Verkaufswagen mit den Käsespezialitäten am Markt, der jeden Samstag von 9 bis 16 Uhr auf dem Riedbergplatz stattfindet. Zunächst lautete die Auskunft: wegen Krankheit. Jetzt teilte Michael Lorenz vom Management für Hafen und Markt in Frankfurt MAINRiedberg auf Nachfrage mit: „Der Standplatz am Wochenmarkt in Frankfurt Riedberg wurde vakant. Um das Warenangebot wieder zu besetzen, wurde ein vergleichbarer Anbieter ausgewählt.“

Seit vergangenem Wochenende bereits hat ein Verkaufswagen mit Käsespezialitäten von Molkereiprodukte Wissmann aus Maxdorf (Rheinland-Pfalz) den Platz übernommen. Die Käse-Experten sind von Frankfurt bis Worms auf zahlreichen Wochenmärkten vertreten. Ebenfalls mit Charme und Fachwissen, wie Käufer am Samstag betonten.

Die Standplätze auf den öffentlichen Frankfurter Wochenmärkten werden nach einem festgelegten Bewerbungsverfahren zugeteilt. Entsprechend wird eine Interessenten- und Bewerberliste geführt, aus der sogenannte „Nachrücker“ ausgewählt werden.

Beim Management für Hafen und Markt hat man offenbar wiederholt versucht, Kontakt zum Betrieb von Erich Rohrmann aufzunehmen. Diese Kontaktaufnahmen „blieben zuletzt vollständig reaktionslos“. Dazu muss man wissen, dass „Käse-Erich“ weder über eine Webseite noch ein Facebook-Account verfügte und auch seine Familie, die im Verkauf ebenso engagiert war, schwer bis kaum auf anderem Wege erreichbar ist. Wie in längst vergangenen Zeiten vor Internet & Co. Zum Verbleib des Standes Rohrmann liegen laut Michael Lorenz vom Hafen-Management „leider keine Informationen vor“. 

Foto oben: So berichteten wir im ersten MAINRiedberg-Magazin von Sommer 2015

Die Burger-Meister

Endlich Sonne. Wärmere Temperaturen. Grill-Zeit! Als er dann noch einen Testbericht zu Hamburger-Patties von Edelrindern gelesen hatte, ging ein Riedberger mit einer ziemlich guten Idee rüber zum Einkauf nach Kalbach. „Er meinte, das wäre genau das, was hier noch fehlen würde, bei all den Grillbegeisterten ringsum.“ Metzgermeister Andreas Kaiser muss fast lachen. Denn keiner hätte gedacht, dass ihre handgemachten Patties von den eigenen Galloway-Rindern „einschlagen wie eine Bombe“.

Kunde Fabian Obergföll hat ein Faible für hochwertige Fleisch-Produkte. Er hatte den Tipp gegeben, vor fast exakt einem Jahr. Inzwischen gehört der Hamburger mit den „Buns“ von einem Spezialisten aus Österreich zur Wärme-Theke im Geschäft der Kaisers. Und das rohe Patty wurde schon „im fünfstelligen Bereich“ verkauft, lautet die Auskunft. Nicht ohne Stolz.

Handarbeit: Das ist die Burger-Presse der Metzgerei Kaiser. Die Idee mit den Patties vom Fleisch ihrer Galloway-Rinder hat „eingeschlagen wie eine Bombe“

Andreas Kaiser hat sich „einfach ein Rezept ausgedacht“ und eine amerikanische Burger-Presse besorgt. „Dann nehme ich immer 150 Gramm vom Galloway-Hackfleisch, forme ein Bällchen, lege das auf eine Folie in die Presse, drücke per Hand die Presse runter.“ Das war’s.

Die Brüder Andreas und Alexander Kaiser führen nicht nur den Familienbetrieb nahe der Kalbacher Hauptstraße. Einer der beiden ist beim Catering sehr aktiv – und der Ältere, Andreas, hat 2007 mitten in Hessen mit der Zucht der schottischen Rinder begonnen. Inzwischen sind es rund 100 Tiere, die außerhalb Frankfurts, in den Nidda-Auen bei Karben, grasen.

So schmeckt’s am besten!

Übrigens: Der Kunde mit dem Faible für gute Hamburger genießt die am liebsten pur, vielleicht noch mit Zwiebeln, etwas Chutney, auch mal mit Käse oder Bacon. Er spricht auch das Thema Nachhaltigkeit und regionale Produkte an. Doch wie werden die Patties perfekt gegrillt? „Wir bereiten sie in jeder gewünschten Größe zu“, schickt Metzger Kaiser vorweg. Die gewählten 150 Gramm aber passen prima für die beliebtesten Burger-Kreationen und sind noch dazu einfach zuzubereiten. Am besten drei Minuten von jeder Seite grillen. Ähnlich klappt auch das Braten in der Pfanne. Oder sieben Minuten bei 180 Grad ab in den Backofen. Medium ist ebenfalls möglich, „es ist ja das Fleisch von unseren Rindern“. Die Grill-Saison hat gerade erst begonnen…

Fabian Obergföll hat ein Faible für hochwertiges Fleisch – und brachte Alexander Kaiser (im Bild links) und seinen Bruder auf die Idee mit den Hamburger-Patties

Fotos: MAINRiedberg

Sperrung der Graf-von-Stauffenberg-Allee

Wegen Kanalbauarbeiten für die IGS Kalbach-Riedberg wird die Zufahrt zur Graf-von-Stauffenberg-Allee in Schulnähe von Montag, 13. Mai, bis Ende Mai voll gesperrt.

Es wird über Rosa-Luxemburg-Straße, Am Weißkirchener Berg und Altenhöferallee beziehungsweise Rosa-Luxemburg-Straße, Marie-Curie-Straße, Altenhöferallee, Riedbergallee und Carl-Herrmann-Rudloff-Allee umgeleitet.

Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle passieren. Weitere aktuelle Verkehrsinformationen finden sich unter http://www.mainziel.de im Internet.

Foto: Archiv