Kategorie: Aktueller Artikel

Neue Ausstellung im Bettinahof

Eine wunderbare Ausstellung – offen für alle interessieren Menschen im Stadtteil. Vergangene Woche war Vernissage für ein ungewöhnliches Projekt der Betreuungs-Einrichtung Bettinahof mit der Freien Kunstakademie Frankfurt. Die Künstlerinnen Solveig Kulas, Gabriella Lipkau und Manuela Otto stellen bis Ende April ihre Bilder im Erdgeschoss aus. „Wir freuen uns sehr auf die Vernissage. Die Bewohner waren von den ersten beiden Ausstellungen sehr begeistert und freuen sich auf die neuen Bilder“, erklärt Alexandra Leidig vom Sozialdienst des Hauses.

Sind Sie neugierig geworden? Hier einige Informationen über die Künstlerinnen:

Gabriella Lipkau

…sucht ihre Themen in ihrem direkten Umfeld. Sei es der Blick aus dem Fenster, eine Reiseimpression, ein Ausschnitt zwischen Tür und Angel, oder das Beobachten von Kollegen bei der Arbeit. Wichtiger als das Thema ist ihr die Frage nach der Farbsetzung. Wo das Licht, wo der Schatten, wie stehen die Farben zueinander? Das Ergebnis hat nicht den Anspruch, eine Repräsentation der Wirklichkeit zu sein, ganz im Gegenteil, es entwickeln sich eigene Orte oder Räume.

Solveig Kulas

Nach dem Ende meiner beruflichen Laufbahn beschäftige ich mich seit einigen Jahren mit Fotografie. Ich bin Autodidaktin und bilde mich intensiv durch verschiedene Workshops weiter. Besonders der Charme verblühter Blüten zieht mich immer wieder in ihren Bann. Daneben experimentiere ich gern und widme mich der abstrakten und malerischen Fotografie. Beim Druck der Fotos arbeite ich mit externen professionellen Dienstleistern zusammen, um meine Ansprüche an ästhetisch schöne Bilder realisieren zu können.

Die Webseite der Künstlerin lautet www.kulas-fotografie.de

Manuela Otto

Die Malerin lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Sie besucht seit 2015 intensiv Kurse an der Freien Kunstakademie Frankfurt. In ihren Bildern setzt sie sich mit Licht (und Schatten), Farbe und Abstraktion auseinander. Sie malt Räume und Orte, in denen Menschen ihre Spuren hinterließen. Dann richtet sich der Blick auf die scheinbar leeren Räume. Die Webseite der Künstlerin lautet errorproperties.com

Was ist die Freie Kunstakademie Frankfurt?

Die Freie Kunstakademie Frankfurt  besteht seit nunmehr fünf Jahren und steht für den Dialog zwischen Künstlern und Laien aller Altersstufen, Anfänger wie Fortgeschrittene.

Claudia Himmelreich, Leiterin der Akademie, erklärt: „Das Besondere der FKaF ist das Spektrum und die Qualität der Dozenten, die den Unterricht prägen. Die Künstlerinnen und Künstler, die bei uns unterrichten, haben an Kunsthochschulen wie der Städelschule, der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, der Kunstakademie Düsseldorf, München oder Dresden studiert und sind mit ihren Werken in Museen und Ausstellungen präsent.“ Jeder der lehrenden Dozenten habe einen „eigenen Schatz an Fähigkeiten“, an dem sich die Teilnehmenden bilden und entwickeln können. 

www.fkaf.de

Die Ausstellung im Haus der Betreuung und Pflege Bettinahof, Altenhöferallee 74-78, ist täglich von  8 Uhr bis 16 Uhr bis Ende April zu besichtigen. Der Stadtteil ist herzlich dazu eingeladen.

Auch diese Impressionen sind bis Ende April im Bettinahof zu sehen

(Bilder: Solveig Kulas/ Manuela Otto/ Freie Kunstakademie Frankfurt)

Endlich Tempo 30 am Sportplatz

Mehr Sicherheit vor der Sportanlage in der Altenhöferallee: Es wurde schon lange von Eltern, Vereinsvertretern und auch dem Ortsbeirat gefordert – jetzt ist es Realität. Rechtzeitig zum Trainingsauftakt nach der Winterpause hat die Stadt Frankfurt eine Tempo-30-Zone am Sportplatz eingerichtet. Diese umfasst einen Bereich von hundert Metern und damit auch die beiden Bushaltestellen sowie die Ein- und Ausfahrt zur Sportanlage. So können nicht nur Sportler und damit auch viele Kinder besser geschützt werden, sondern auch alle, die hier die Busse nutzen. Hinzu kommt, dass die neue Verkehrsregelung (hoffentlich) bewirkt, dass Autofahrer bei der Einfahrt in den Stadtteil schneller das Tempo reduzieren als bisher.

Olaf Emmerich schreibt auf der Homepage des SC Riedberg: „Unser Dank gilt allen, die sich hierfür eingesetzt haben – Ortsbeirat, Parteien und Vorstand.“

Die Tempo-30-Zone gilt ab sofort auf einem Abschnitt von 100 Metern im Bereich der Ein- und Ausfahrt zur Sportanlage und den beiden Bushaltestellen 

(Fotos: cd)

„Ich habe einen Spender“

Ihr Schicksal bewegt viele Menschen, auch weit jenseits unseres Stadtteils. Anfang Januar haben wir über eine dreifache Mutter berichtet, die Ende Oktober erfahren musste, dass sie Leukämie hat. Claudia (42) schrieb auf Facebook und in einem Link zu einem Video der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS)„Mein einziger, jedoch wichtigster Vorsatz für 2018 ist, zu LEBEN!“ Sie appellierte auch an die Menschen „da draußen“, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Um ihr und anderen Krebspatienten eine Chance auf Leben zu geben. Jetzt lautet die erste, gute Nachricht: „Ich habe einen Spender.“

Der Online-Aufruf hat viele Riedberger erreicht, der passende Spender wurde in Claudias Fall aber in Israel gefunden. „Er hat sich bereit erklärt, mir ein neues Leben zu schenken.“ Der Spender hat bereits alle Untersuchungen bestanden, sein Einverständnis gegeben und ist nun für sie reserviert. Das bedeutet konkret: Zunächst werden Leukämiepatienten wie Claudia mit Hilfe einer hochdosierten Chemotherapie so intensiv behandelt, dass das gesamtes Knochenmark und im Idealfall auch alle erkrankten Zellen zerstört werden. Anschließend werden ihr gesundes Knochenmark oder gesunde Stammzellen von dem geeigneten Spender wie bei einer Bluttransfusion in die Vene übertragen. Diese siedeln sich in den Knochen an und sollen neue funktionstüchtige Blutzellen bilden. In der Regel dauert es durchschnittlich drei Wochen, bis das fremde Knochenmark angewachsen ist und sich die Blutwerte erholt haben.

Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland nach Angaben der Deutschen Knochenmarkspenderdatei ein Mensch neu an Leukämie. Weltweit hoffen Tausende auf einen passenden Stammzellspender.

Wenn die Transplantation erfolgreich ist, kann man dauerhaft geheilt sein. Das wünschen wir Dir von Herzen, liebe Claudia!

(Informationen: Deutsche Krebsgesellschaft/ Foto: privat)

Gesucht: die schönsten Riedberg-Bilder

Nur noch zwei Tage Zeit haben begeisterte (Hobby-)Fotografen, um am ersten Riedberger Fotowettbewerb teilzunehmen. Der Culture Club sucht noch bis zum Ende des Jahres unter dem Motto „Der Riedberg – Mein Ort“ die schönsten Bilder aus Frankfurts jüngstem Stadtteil. Bisher sind die unterschiedlichsten Bilder vom Riedberg angekommen, von Detailaufnahmen von Bauarbeiten über grüne Parks bis zu älteren Fotos, als hier fast noch keine Häuser standen.

Extra-Wertung für Jugendliche – und tolle Preise!

„Was uns allerdings immer noch fehlt, sind Einsendungen von Jugendlichen“, erklärt CCR-Vorstand Sandra Thoms. Beim Kulturverein hofft man, dass im Wettbewerbs-Endspurt (und in Tagen, wo Riedberger Teens vielleicht etwas Zeit zum Raussuchen und längere Weile haben) noch Fotos von Jugendlichen und Kindern eintreffen. Denn für diese gibt es eine Extra-Wertung und Extra-Preise. Etwa einen Bluetooth-Lautsprecher, gesponsert vom Media Markt.

Am 31. Dezember ist Einsendeschluss. Anschließend wählt eine Jury die besten Bilder aus. Diese werden in einer Ausstellung in den neuen Räumen des Familienzentrums Billabong in der Graf-von-Stauffenberg-Allee präsentiert.

Organisatoren des Fotowettbewerbs sind der Culture Club Riedberg, das Familienzentrum Billabong, das Stadtteilmagazin MAINRiedberg und die Fotografin Ksenia Beizerova. Hier hat sie uns verraten, was unseren Stadtteil für sie ganz persönlich so besonders macht:

„Jeder Riedberger sieht den Stadtteil aus einer ganz eigenen Perspektive und für jeden ist er etwas ganz Besonderes. Für mich als Fotografin ist der Stadtteil so facettenreich, dass ich beim Spazieren so viele Bildideen entdecke, dass ich sie nicht ansatzweise alle festhalten kann. Deshalb möchte ich meine Leidenschaft zur Fotografie und meine Liebe zu unserem Stadtteil mit allen Riedbergern teilen und den Gemeinschaftsgeist und Kreativität der Bewohner in einem spannenden Fotowettbewerb herausfordern.“
Ksenia Beizerova, Fotografin

Einsendung der Fotos bitte an folgende E-Mail Adresse: foto@cultureclubriedberg.de

Mehr Infos und die Teilnahmebedingungen gibt es hier: www.cultureclubriedberg.de/fotowettbewerb/

Mein Marathon – und das Treffen mit Joey Kelly

Sturmböen waren befürchtet worden – kalt, windig, aber gute bis sehr gute Verhältnisse für die LäuferInnen sind’s zum Glück: Kurz vor dem Start des Frankfurt-Marathons heute Morgen hat Langstrecken-Läufer Igor Sluga vom Riedberg uns Folgendes gepostet

Kleines Update. Heute morgen erst einmal mit den mir schon bekannten und üblichen Phantom-Schmerzen im Rücken aufgewacht und zum Marathon Event gefahren. Dort gab es ein Meet and Greet mit Joey Kelly, der den Marathon um die vier Stunden laufen will. Wirklich netter Mensch. Ich wünsche ihm auf jeden Fall viel Erfolg und Spaß in Frankfurt. Wenn wir Glück haben, bleibt es trocken, dafür aber auch windig. Bei Kilometer 10 werde ich einen kleinen Stop einlegen, um einem Bekannten zum Geburtstag zu gratulieren, der dort als Streckenposten positioniert ist. So jetzt noch den Kleidersack abgeben und noch eine halbe Stunde relaxen. Schauen wir mal wie es heute 🏃 wird. LG Igor

Und diese Nachricht bekamen wir von Igor kurz vor und kurz nach dem Zieleinlauf:

Last but not least: das Treffen mit Joey Kelly war schon ein echtes Highlight. Habe mir gleich noch ein Autogramm auf der Startnummer geholt und festgestellt, dass wir vor zwei Jahren schon zusammen beim Paderborner Osterlauf gelaufen sind. Es gab noch ein Gruppenfoto und dann ging es auch schon zur Messehalle.


Das ist das Autogramm von Joey Kelly – auf Igors Startnummer

Jetzt sind es noch sieben Minuten bis zum Start und ich mache mich auf um in den richtigen Startblock zu kommen. Erschreckend muss ich feststellen, dass es dieses Mal total voll ist und man gar nicht in den Startblock kommt. Gefühlt viel voller als in den letzten Jahren. Nun gut, Geduld ist angesagt. Und schon geht es los. Wenn es so voll ist, dann fange ich es heute Mal langsam an. Ist normalerweise sowieso die bessere Taktik. Die Stimmung in der Innenstadt ist wieder spitze. Und das ist es auch was so einen Lauf auszeichnet. Die Anstrengung, ans Limit gehen und die wahnsinns Stimmung. Marathon pur👍.

Leider ist es gefühlt auch bei Km 21 immer noch voll und zeitweise scheint bzw. brennt die Sonne, so dass ich einen Getränke-Stopp mehr einlege. Kostet wohl Zeit, muss aber sein. Immer wieder gibt es Bands, begeisterte Zuschauer, die motivierend meinen Namen rufen (vielen Dank dafür 👍). Die letzten sechs Kilometer sind mal wieder sehr anstrengend, aber, gut, man hat jetzt nur noch das Ziel vor Augen. Und das wollte ich heute so relaxed es geht (😬) erreichen. Nach 3:29:09 habe ich die 42.195 Meter geschafft und bin doch sehr erschöpft aber glücklich im Ziel angekommen.

Meine mir gesetzte Zeit von unter 3:30:00 habe ich erreicht (auch wenn ich damit nicht an die Zeit vom letzten Jahr anknüpfen kann) und bin damit sehr zufrieden. Abschließend gibt es noch Folgendes zu sagen: Nach dem Marathon ist vor dem Marathon. Ich bin 2018 wieder dabei und würde mich freuen. wenn viele Riedberger dabei sind 👍.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!

Foto: Igor Sluga

U8 fährt nachts ohne Pause – bis Heddernheim

Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 können sich Nachtschwärmer auf eine Neuerung freuen: Erstmals gibt es auf den U-Bahnlinien U4 und U8 keine Betriebspause, beide fahren auf Teilabschnitten durch die Nacht.

Die Linie U4 wird von Dezember an in den Nächten von Freitag auf Samstag, Samstag auf Sonntag sowie vor Feiertagen auf dem Abschnitt Seckbacher Landstraße und Bockenheimer Warte verkehren. „Unsere“ U8 fährt zwischen Südbahnhof und Heddernheim – und damit leider nicht bis zum Riedberg. Beide U-Bahnen fahren im 30-Minuten-Takt.

Oberbürgermeister Peter Feldmann sagte zu dem Angebot: „Frankfurt ist eine pulsierende Großstadt mit einem attraktiven Nachtleben, das viele Menschen in den zwei Nächten des Wochenendes nutzen. Das wollen viele mit den öffentlichen Verkehrsmitteln tun und sollen es auch. Denn dann gibt es keine Parkplatzsorgen und das Thema ‚Alkohol am Steuer‘ erledigt sich auch von selbst. Die Nachfrage ist also da, jetzt wollen wir sie mit dem entsprechenden Angebot auch befriedigen.“

Der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsbunds (RMV), Prof. Knut Ringat, führte aus: „Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember startet der Nachtverkehr auf den ersten S-Bahnen und Regionalbahnlinien. Dass in Frankfurt dieses Angebot um die U-Bahn ergänzt wird, freut uns sehr. Damit wächst unsere Region noch ein Stück weiter zusammen.“

„Wir haben uns für den Start des Angebots auf zwei U-Bahnlinien konzentriert, die die am stärksten nachgefragten Abschnitte auf der Ost-West- und der Nord-Süd-Strecke abdecken. Mit U4 und U8 wollen wir das schon vorhandene und gut genutzte Nachtbus-Angebot attraktiv erweitern“, ergänzte VGF-Geschäftsführer Thomas Wissgott im Rahmen einer nächtlichen Straßenbahn-Fahrt vor wenigen Tagen (siehe Foto oben).

Nach derzeitiger Planung soll das Angebot auf der Schiene zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 nochmals ausgeweitet werden. Vorgesehen sind bis jetzt die Linie U4 zwischen Bockenheimer Warte und Seckbacher Landstraße, die Linie U7 zwischen Heerstraße und Enkheim, die Linie U8 zwischen Südbahnhof und Riedberg und Nieder-Eschbach die Linie 11 zwischen Zuckschwerdtstraße und Schießhüttenstraße, die Linie 12 zwischen dem Abschnitt Rheinlandstraße und Konstablerwache, die Linie 16 zwischen Ginnheim und Offenbach Stadtgrenze und die Linie 18 zwischen dem Abschnitt Konstablerwache und Gravensteiner-Platz. Diese Angaben sind noch ohne Gewähr, da sich Liniennummern und Umfang des Angebots im kommenden Jahr noch ändern können.

In Frankfurt und Umgebung sind zurzeit 26 Nachtbuslinien im Einsatz. Auf U- und Straßenbahn-Linien besteht wiederum bis jetzt eine nächtliche Betriebspause, die zwischen den letzten und den ersten Zügen zwischen 1.30 Uhr und 3.30 Uhr liegt. Diese Pausen konnte die VGF bis jetzt für Instandsetzungen und andere Arbeiten nutzen, ohne den Betrieb zu behindern, was insbesondere auf den stark frequentierten Tunnelabschnitten von Vorteil war. VGF-Geschäftsführer Thomas Wissgott sagte dazu, dass diese Arbeiten künftig anders organisiert und terminiert würden, um sie trotzdem erledigen zu können.

Informationen und Foto: Presse-Info Stadt Frankfurt

Billabong hat Schlüssel in die Zukunft

Vor der Eingangstür mit der Hausnummer 46 b werden noch die Wege gemacht, drinnen sind keine Bauarbeiter mehr zu sehen. In wenigen Momenten wird Judith McCrory von Billabong Family davon sprechen, dass „diese Räumlichkeiten ein Geschenk sind“. Diese Räume – das sind fast 600 Quadratmeter im Erdgeschoss eines Neubaus in der Graf-von-Stauffenberg-Allee. Diese Räume – das ist das neue Zentrum des Vereins, der bisher das Jugendhaus Riedberg mitnutzen konnte. Und mit dem umfangreichen Angebot für Jung und Alt vor allem an räumliche Grenzen gestoßen war.

Hier aber wird es demnächst ein Café mit offener Küche, Kinderspielecke und mehr als 30 gemütlichen Sitzgelegenheiten geben, einen Multimedia-Raum, einen Kreativ- und Werkraum, einen großen Raum für Sport und Fitness plus einen speziellen Bereich für Tanz und Ballett. Das Café ist kein Lokal im eigentlichen Sinne, sondern für Treffen, zum Verweilen und auch für spezielle Angebote wie Koch-Workshops gedacht. Ab Frühjahr nächsten Jahres wird es die Möglichkeit geben, Räume zu mieten. In den nächsten Wochen wollen die Billabong-Verantwortlichen Stück für Stück Umzug und Einrichtung managen. Der Mietvertrag mit der Mondial Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH, die nebenan 266 Studenten-Apartments vermietet, steht. Das Konzept für den Weg Richtung Mehrgenerationenhaus ebenfalls.

Gestern, am 28. September um exakt 14.04 Uhr, war Schlüsselübergabe. Sabine Fiedler, Judith McCrory, Anja Hohmann und Harriet Papastefanou von Billabong wurden von Projektleiter Oliver Müller von der Bau-Unternehmensgruppe Lupp herzlich begrüßt und erhielten dann auch die echten Schlüssel, die etwas kleiner als der symbolische Schlüssel aus Wolle und Goldglitter auf dem Foto oben, aber unwesentlich zahlreicher waren.

Ein Blick in die Historie: Das Billabong Familienzentrum wurde 2006 von Müttern aus dem damals neu errichteten Riedberg gegründet. Man wollte von Anfang an einen Treffpunkt für alle Menschen im Stadtteil zu schaffen. Deshalb auch der Name Billabong. So, wie die Aborigines in Australien die für sie lebenswichtigen Wasserstellen in der Wüste nennen. Der Vorstand des Vereins arbeitet immer noch ehrenamtlich, wird inzwischen unterstützt von zwei festangestellten Mitarbeiterinnen und weiteren engagierten Helfern.

Judith McCrory erinnerte gestern auch an den Mann, der an den neuen Entfaltungsmöglichkeiten großen Anteil hat. Es ist Werner Hackermeier, der im Auftrag der Hessen Agentur die städtebauliche Entwicklung des Riedbergs prägte, und im Juli an Krebs verstorben war. Er wusste, wie lange der Verein schon nach Räumlichkeiten suchte, die mit einem guten Konzept finanzierbar waren. „Werner kam eines Tages zu uns und sagte: ,So, jetzt hab‘ ich was für Euch!“, erzählt die Billabong-Lady und fügt hinzu: „Wir würden so gerne Danke sagen, aber das können wir leider nicht mehr.“

Von nun an geht der Blick nach vorne. Denn es gibt viel zu tun. Ein Namensschild am Briefkasten gibt es übrigens schon.


Das ist bald das Café, der zentrale Treffpunkt mit Theke, offener Küche, Kinderspielecke und gemütlichen Sitzgelegenheiten


Sport und Fitness first! Das ist der 85 Quadratmeter große Sportraum mit Schwingboden. Nebenan ist ein spezieller Tanzraum, insbesondere für das Ballettförderzentrum von Thom Hecht. Die Trennwand dazwischen kann man öffnen


Die Billabong-Verantwortlichen wissen schon genau, wie jede Ecke am besten genutzt werden soll


…und haben trotz jeder Menge Arbeit auch viel Spaß. Harriet Papastefanou freut sich insbesondere auf den neuen Kreativraum. Hier will sie auch Angebote zum „begleiteten Malen“ machen, wo jeder kreativ sein und sich verwirklichen kann


Auch der Innenhof der Gebäude mit dem neuen Billabong-Zentrum und mehr als 250 Studenten-Apartments wird anspruchsvoll gestaltet. „Nachts wird das aussehen wie eine Landebahn“, verspricht der Polier des Bauunternehmens, der auch kurz zur Schlüsselübergabe gekommen ist

(Fotos: cd/ Adolf Lupp GmbH + Co KG )

So hat Riedberg gewählt

Die gute Nachricht vorweg: In Riedberg und Kalbach liegt die Wahlbeteiligung bei über 82 Prozent – und dabei klar über dem Bundesdurchschnitt. 102 Seiten dick sind die Frankfurter Wahlanalysen, die Mitglieder des Bürgeramts, Statistik und Wahlen inzwischen unter www.wahlen.frankfurt.de veröffentlicht haben. Da kann man herauslesen, dass in den neun Wahllokalen in unserem Stadtteil plus bei der Briefwahl in Riedberg und Kalbach folgendermaßen gewählt wurde:

Ergebnis der Zweitstimmen

Summe der Wähler: 9.019 (Wahlberechtigte: 10.946)
CDU 33,6 %
SPD 16,9 %
Grüne 12,8 %
Linke 7,2 %
AfD 7,4 %
FDP 18,3 %

Das sind die Hochburgen der Parteien

Besonders hoch war der Anteil der CDU bei den Briefwählern sowie in der Grundschule Kalbach. Die SPD blieb überall unter 20 Prozent, schnitt aber besonders schlecht in der Grundschule Riedberg ab. Grün wurde wiederum verstärkt an der Marie-Curie-Schule und per Briefwahl gewählt. Fast zehn Prozent für die Linke gab es im Gymnasium Riedberg. Fast zehn Prozent für die AfD allerdings auch an der Grundschule Kalbach.

Die FDP ist zweitstärkste Kraft

Mit Abstand am meisten Grund zum Feiern hat aber die FDP in unserem Stadtteil, der somit zu den Hochburgen der Liberalen in Frankfurt zählt. Besonders viele Briefwähler wählten FDP und in vier von sechs Wahllokalen am Riedberg landeten die Liberalen bei plus/minus 20 Prozent.

Mit dem Blick auf das Gesamt-Ergebnis in Frankfurt kann man sagen: Der typische AfD-Wähler hat vorher CDU gewählt oder war bislang Nichtwähler. Nicht wenige frühere Unionswähler wechselten aber auch zur FDP. Die SPD war nur noch in vier Bezirken stärkste Kraft, die Grünen siegten im östlichen Nordend. AfD wählte man vor allem in Zeilsheim, Sossenheim, Sindlingen und am Riederwald.

Die „Stadtteilkarten“ von CDU, SPD, FDP und Grünen


Kalbach/ Riedberg gehört immer noch zu den „Hochburgen“ der CDU in Frankfurt. Allerdings verlor die Union hier fast zehn Prozent


Die SPD allerdings erreichte nur noch 16,9 Prozent und verlor mehr als fünf Prozentpunkte.


Die Grünen konnten mit 12,8 Prozent ein wenig hinzugewinnen.


Grund zum Feiern haben aber eigentlich nur die Liberalen. Die FDP erreichte 18,3 Prozent, in einigen Wahllokalen sogar über 20 Prozent.

Statistiken und Karten: Bürgeramt, Statistik und Wahlen/ Stadt Frankfurt

Debatte um
besseren U-Bahn-Takt

Was wird geschehen, wenn der Westflügel fertig ist, nochmals 4000 Einwohner mehr am Riedberg leben – und noch mehr Menschen die U-Bahn nutzen müssen und wollen? Die Tatsache ist laut einiger Ortsbeirats-Mitglieder „nicht von der Hand zu weisen“, dass schon jetzt die U-Bahnen morgens und abends voll sind, eine barrierefreie Nutzung oder die Nutzung mit Kinderwagen dann nur eingeschränkt möglich ist und diese Situation nicht zur Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehrs beiträgt. Also ein Argument wäre, aufs Auto zu verzichten. Was aber kann man tun, welche Lösung ist realistisch? Diese Fragen standen im Zentrum einer Debatte in der Ortsbeiratssitzung am vergangenen Freitag.

Die Trasse Richtung Hauptwache und Südbahnhof ist die meistbefahrene U-Bahn-Strecke Frankfurts. Das betrifft die Linien U1, U2, U3 und auch „unsere“ U8. An normalen Werktagen fahren hier bis zu 100.000 Menschen. Ab Heddernheim ist kein weiterer Verkehr möglich. SPD und FDP hatten dennoch einen Antrag auf Erhöhung der Taktung der Linie U8 in den Hauptverkehrszeiten gestellt. Das sollte so aussehen: Die Schnelligkeit, in die Stadt zu kommen, könne laut des Antrags verdoppelt werden, indem man bis Heddernheim mehr Züge einsetzt. Diese sollen dann statt des aktuellen 15-Minuten-Takts alle sieben bis acht Minuten fahren. Die zusätzlichen Verbindungen sollten auf einem Bahnsteig in Heddernheim enden. Die Fahrgäste könnten von dort in andere U-Bahnen umsteigen. Die bisherigen Verbindungen aber sollten durchgehend bis Sachsenhausen bleiben.

Die Antragsteller sprachen von einem „Signal“ für einen besseren Anschluss von Riedberg und Kalbach. CDU und Grüne hielten den Vorstoß für nicht durchsetzbar, teuer und sahen „keinen Vorteil“. Zudem könne das Umsteigen in Heddernheim gefährlich werden, wenn Fahrgäste in Eile die „Abkürzung“ über die Gleise nehmen wollen. Der Antrag wurde mit zehn Nein-Stimmen zu sieben Ja-Stimmen abgelehnt.

Kommt doch noch die Strecke über Bockenheim?

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass in Frankfurt seit einiger Zeit wieder der Ausbau der so genannten „D-Strecke“ diskutiert wird. Ein Blick in die Geschichte: Schon in den 1970er Jahren standen die Pläne für eine Verbindung des Uni-Campus in Bockenheim mit dem schon damals absehbaren Campus auf dem Riedberg zur Diskussion. 2004 beschlossen die Stadtverordneten den Bau. 172,5 Millionen Euro sollte die Verlängerung der U4 von der Bockenheimer Warte nach Ginnheim kosten. Die Grünen sprachen sich dagegen aus und mit dem Regierungswechsel 2006, der zur schwarz-grünen Koalition führte, kam das Aus.

Stattdessen erschloss die Stadt den Riedberg über die aktuelle Strecke, mit den inzwischen bekannten Problemen. Falls irgendwann dennoch die zusätzliche Verbindung über Bockenheim kommt, würde das für die Menschen in Riedberg und Kalbach viele Vorteile bringen. Und eine doppelt so gute Anbindung.

(Text/ Foto: cd)

„Wir erwarten, dass
Wetterextreme zunehmen“

Der Hurrikan „Irma“ wird von nicht wenigen Beobachtern bereits als Ergebnis des menschengemachten Klimawandels angesehen. Der gewaltige Sturm hat ganze Regionen in Lateinamerika und den USA zerstört und auf seinem Weg von den Kapverden in den Süden der USA mehrere Wetterrekorde gebrochen. Auch in unseren Breiten scheinen die Extremwetterereignisse deutlich zuzunehmen. Für den renommierten Klimaforscher Prof. Joachim Curtius vom Institut für Atmosphäre und Umwelt am Campus Riedberg ist das Anlass genug, sich erneut öffentlich zu den Folgen des menschengemachten Klimawandels zu Wort zu melden: „Wir erwarten, dass im Zuge des Klimawandels einige Arten von Wetterextremen zunehmen. Bei Ereignissen wie Hitzewellen und Dürren in einigen Regionen oder auch bei Extremniederschlägen sind sich die Klimaforscher sehr sicher“, so Curtius.

Es gebe aber auch „klare Indizien, die es plausibel erscheinen lassen, dass der menschgemachte Klimawandel auch bei Hurrikanen einen Einfluss hat. Insbesondere wissen wir, dass sich die Ozeanoberfläche durch den Klimawandel erwärmt und damit die Gebiete größer werden, in denen das Wasser warm genug ist, so dass sich ein tropischer Wirbelsturm bilden kann. Wir wissen auch, dass je größer der Temperaturunterschied zwischen Ozeanoberfläche und oberster Troposphäre ist, desto höher sind auch die maximal möglichen Windgeschwindigkeiten im Hurrikan. Insofern ist es plausibel, dass durch Klimawandel Hurrikane noch zerstörerischer werden und dass Hurrikane in Gebieten auftreten können, wo es bisher keine Hurrikane gab. Irma hat einige Rekorde für Hurrikane im Nordatlantik aufgestellt mit maximalen Windgeschwindigkeiten von rund 300 km/h über anderthalb Tage hinweg.“

Deshalb war „Irma“ so gewaltig

Die gewaltige Ausdehnung des Hurrikans Irma stellt auch den Atmosphärenforscher vor ein Rätsel: „Wieso gerade Irma so groß geworden ist und vor allem so extrem viel Energie aufgenommen hat, ist nicht leicht zu beantworten. Es lagen für die Entstehung und das Anwachsen perfekte Bedingungen vor: der Atlantik ist auf Höhe der Kapverden, wo Irma entstand, derzeit sehr warm. Hinzu kommt, dass die Windscherung schwach war, das heißt die Unterschiede in Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe waren gering. Irma hat sich über mehrere Tage aufgebaut und dabei ständig an Intensität gewonnen. Warum es aber gerade in diesem Jahr bei diesem Sturm zu diesen besonderen Bedingungen gekommen ist, ist schwer zu sagen.“

Curtius sieht in Zukunft gravierende Folgen für die Bewohnbarkeit ganzer Regionen als Folge von Extremwetter-Ereignissen: „Der Pazifik hat allgemein die schlimmsten Tropenstürme zu befürchten, weil dort die extremsten Bedingungen vorliegen und in vielen betroffenen Regionen die Bevölkerung zu arm ist, um sich zu schützen. Es wird aber auch erwartet, dass in Zukunft Hurrikane in Regionen auftreten, wo es diese bisher überhaupt nicht gibt, zum Beispiel im Südatlantik vor der Küste Brasiliens. Das würde die Bevölkerung überraschen und könnte auch zu großen Schäden und Opferzahlen führen, weil man bislang kaum darauf vorbereitet ist.“ Die materiellen Schäden seien, so Curtius, bei solchen Naturkatastrophen in jedem Fall enorm.

Zahlreiche Mega-Städte sind jetzt in Gefahr

„Viele der Megastädte der Erde liegen direkt an der Küste in Regionen, die von Hurrikanen bedroht sind. Selbst wenn es gelingt, mehrere Millionen Menschen rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, dann bringen Hurrikane auch immer wieder gigantische wirtschaftliche Verluste.“ Hurrikan Katrina habe Schäden über 100 Milliarden Dollar verursacht. Wolle man solche Schäden in Zukunft vermeiden, dann müsse man sicherer und vor allem nicht mehr zu nah an der Küste bauen.

Die Empfehlung des Wissenschaftlers an die Politik lautet: „Eine kluge Politik sollte immer versuchen, die eigene Bevölkerung mit Weitsicht zu schützen. Dies allein sollte als Argument für besseren Klimaschutz und respektvolleren Umgang mit Natur und Rohstoffen schon ausreichen, selbst wenn es beispielsweise höhere Energiekosten mit sich bringt. Der wichtigste Rat ist wahrscheinlich, dass wir noch stärker berücksichtigen müssen, dass die meisten der jetzt angestoßenen Veränderungen des Klimas sich nicht wieder rückgängig machen lassen, wenn wir feststellen, dass die Folgen für uns sehr schädlich sind.“

Auch Hurrikan Katrina habe 2005 eine große Debatte ausgelöst und das Thema Klimawandel damit wesentlich ins Bewusstsein vieler Menschen gerückt. Ich nehme an, dass man sich auch nach Harvey und Irma wieder intensiver in der Öffentlichkeit mit dem Thema auseinandersetzt und feststellt, wie dringend es ist, die Ursachen des Klimawandels zu bekämpfen, um zu vermeiden, dass Klimaextreme immer zerstörerischer werden.“

Text & Foto: Pressestelle Goethe-Universität