Bekommt der Riedberg einen Sportpark mit Dreifeldhalle?

Erst waren’s die Feldhamster, die eine zweite Sportanlage am Riedberg verzögerten. Diese soll am nördlichen Ende der Altenhöferallee entstehen. Direkt gegenüber vom bisher einzigen Sportplatz in unserem stetig wachsenden Stadtteil. Vor zwei Jahren wurden dann endlich die Pläne für die neue Anlage vorgestellt und heuer sollte es langsam losgehen. Nun allerdings könnte es sein, dass sich der Bau nochmals um Minimum dreieinhalb Jahre verschiebt. Das ist die wenig erfreuliche Nachricht. Die weitaus positivere könnte lauten: Es gibt Überlegungen, dass die Anlage zu einem richtigen „Sportpark“ ausgebaut wird, zu dem auch ein Funktionsgebäude mit großer Dreifeldhalle gehört.

Sportdezernent Markus Frank (CDU) stellte bei der vergangenen Ortsbeiratssitzung die Hintergründe der Umplanungen dar und sprach von einem „Notruf“. Dann fügte er hinzu: „Und wir wollen helfen.“ Der Hilferuf kam von Schuldezernentin Sylvia Weber (SPD) und ist der Tatsache geschuldet, dass gerade am Riedberg der Mangel an Hallenkapazitäten besonders groß ist. Die dritte Grundschule, die im Sommer in einem Provisorium eröffnet, wird keine Sporthalle haben. Die IGS mit demnächst 300 Schülern vorerst auch nicht. Hinzu kommen weitere Grundschulklassen in Containern, für die die bestehenden Hallen bei weitem nicht ausreichen.

Sportdezernat betrachtet neue Pläne „als Chance“

Auch den Vereinen fehlen fast überall in der Stadt Hallenkapazitäten. Im Sportdezernat betrachtet man das Thema Multifunktionshalle deshalb „als Chance“. Gerade in Zeiten, wo Dezernate (endlich) mehr zusammenarbeiten, um Projekte besser und effizienter zu entwickeln. Frank machte im Laufe seiner Ausführungen klar, dass ihn „sehr gewundert“ habe, dass die Diskussion gerade hier am Riedberg sehr auf die örtlichen Vereine fokussiert war. In der Regel werden Sportanlagen zu rund 80 Prozent aus dem Stadtteil belegt, der Rest entfällt aber auf Vereine „über die Ortsgrenzen hinweg“ und teils auf Sportarten, für die nicht jede Anlage geeignet ist. Die Infrastruktur soll stadtweit angeboten werden.

So könnte der neue Sportpark aussehen

Nach ersten Plänen könnte der neue Sportpark folgendermaßen aussehen: 400-Meter-Bahn mit Fußballfeld innen, außen Weit-, Hochspung- und Kugelstoßanlage sowie zwei Mini-Spielfelder, ein kleines Kunstrasenfeld, ein Multifunktionsspielfeld und natürlich Parkplätze und Fahrradabstellplätze plus das zentrale Gebäude mit Umkleiden und Halle.

Hier könnte das Funktionsgebäude mit Umkleiden und Drei-Felder-Halle gebaut werden – wenn das Planungsdezernat den neuen Plänen zustimmt Grafik: Sportamt/ Stadt Frankfurt

Die große Frage ist, ob das planungsrechtlich überhaupt möglich ist. Man sei, so Dezernent Frank, mit den Kollegen vom Planungsreferat schon in guten Gesprächen und nähere sich an. Eine belastbare Auskunft gebe es aber noch nicht.

Ein „runder Tisch“ soll demnächst stattfinden

Das Ergebnis will man noch abwarten und außerdem Zeit in einen runden Tisch investieren. Vertreter von Ortsbeirat, Schulen und Sportvereinen sollen noch vor den Sommerferien zusammentreten, um die bisherigen Pläne zu diskutieren. Auch, um den verschiedenen Bedarf abzuklären. Schließlich wolle das Dezernat den Ortsbezirk nicht vor vollendete Tatsachen stellen. In einem Jahr könnte dann der Plan fertig sein, danach müsste die Bau- und Finanzierungsvorlage durch die städtischen Gremien. Es folgen die Ausschreibung und schließlich rund eineinhalb Jahre für den Bau. Finanziert wird das Projekt übrigens noch „zum großen Teil aus dem Topf der Hessenagentur“. Von so einem Sportpark würde man andernorts nur träumen.

Zurück zum Thema Zeit: Zuerst die Laufbahn samt Fußballfeld zu bauen und danach, wenn alle Genehmigungen vorlegen, den Hallen-Komplex – das „funktioniert leider nicht“, erklärt Markus Frank auf eine Anfrage.

Wie hoch wird das bis zu 47 mal 42 Meter große Funktionsgebäude mit Umkleidetrakt und Drei-Feld-Sporthalle? Wie ist die exakte Platzierung? Diese Fragen werden vermutlich auch die unmittelbaren Nachbarn interessieren. Zunächst aber liegt der Ball beim Planungsdezernat. Dort wird maßgeblich mitentschieden, für welche Hallen-Variante es grünes Licht gibt.

Foto oben: Das ist der aktuelle Plan des Sportamtes/ Stadt Frankfurt, der noch mit Schulen und Vereinen überarbeitet wird