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„Wassermengen wie an der Nordsee“

Kurz vor 15 Uhr begann das Donnergrollen auch am Riedberg. Manche Kinder, die schon alleine von der Grundschule nach Hause gehen dürfen, wollten noch schnell heimlaufen oder mit dem Rad fahren. Sie wurden zum Glück von den Betreuern abgehalten. Die Blitze kamen näher. Dann prasselte Sturzregen gegen die Fensterscheiben, drang teilweise durch geschlossene Fenster und Türen und auch in Neubauten. „Es sind hier Wassermengen wie an der Nordsee“, mailte ein Riedberger, der gerade von der Arbeit in der City nach Norden fahren wollte und mit seinem Auto in der Nähe des Palmengartens „bis zur Achse im Wasser und natürlich im Stau“ stand. Die Fotos entstanden an der Bockenheimer Landstraße.

Intensivpatienten wurden evakuiert

Im nahen Elisabethen-Krankenhaus im Frankfurter Stadtteil Bockenheim fiel wegen des Regens der Strom aus. Insgesamt elf Intensivpatienten mussten evakuiert und in andere Krankenhäuser verlegt werden. Die Feuerwehr konnte die Stromversorgung mithilfe eines mobilen Generators am Abend wieder herstellen. Eine Evakuierung aller Stationen war nicht nötig. Die Mainova berichtete von Stromausfällen in mehreren Stadtteilen, vor allem in Bockenheim und Sachsenhausen. Die Feuerwehr Frankfurt hatte bis zum Abend mehr als 400 Einsätze.

Das erlebte ein Riedberger auf der Heimfahrt von der Arbeit in der Bockenheimer Landstraße

Ampeln, Züge und mehr als 100 Flüge fielen aus

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach fielen vor allem in den westlichen Stadtteilen Frankfurts innerhalb weniger Minuten mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Ampeln in der City funktionierten unmittelbar nach dem Unwetter teilweise nicht mehr. Am Frankfurter Flughafen fielen laut Flughafenbetreiber Fraport mehr als 100 Flüge aus. Am Frankfurter Hauptbahnhof gab es durch starken Regen Wassereinbrüche im Tiefbahnhof, einige der S-Bahngleise wurden am Nachmittag aus Sicherheitsgründen gesperrt, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn hessenschau.de sagte. Es kam deswegen zu Verspätungen, S-Bahnen wurden umgeleitet oder mussten wenden. Noch dazu schlug ein Blitz am Bahnhof Höchst in ein Stellwerk ein, wie der RMV gegen 15 Uhr mitteilte. So kam es zu weiteren Ausfällen und Verspätungen.

Der J.P. Morgan-Lauf mit mehr als 63.000 Menschen konnte dennoch stattfinden. Start war um 19 Uhr.

Fotos: privat

Unfall: Radfahrer schwer verletzt

Schon wieder ein Unfall an der Kreuzung Altenhöferallee/Graf-von-Stauffenberg-Allee: Gestern Abend stießen ein Radfahrer und ein VW-Fahrer zusammen. Der Fahrradfahrer trug schwere Verletzungen davon und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Verletzungen sind aber glücklicherweise nicht lebensgefährlich. Es handelt sich laut Polizei unter anderem um Brüche.

„Das ist fast ein Wunder, es sah auf den ersten Blick nicht gut aus“, berichtet ein Anwohner, der kurz nach dem Unfall zur Kreuzung kam und Erste Hilfe leisten wollte. Es waren aber bereits andere Passanten dem am Boden liegenden Radfahrer zu Hilfe gekommen. Polizei und Krankenwagen waren bereits verständigt. Die Frontscheibe des VW war stark beschädigt. Der Autofahrer blieb unverletzt.

Der Unfallhergang: Gegen 18.15 Uhr wollte der 20-jährige Autofahrer von der Altenhöferallee nach links in die Graf-von-Stauffenberg-Allee abbiegen. Zu diesem Zeitpunkt fuhr ein 44-Jähriger auf seinem Fahrrad auf der Altenhöferallee in Richtung Riedbergallee. Dann kam es zum Zusammenstoß. Die genaue Unfall-Ursache und die Schuldfrage sind jetzt Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Diese Kreuzung ist ein Unfall-Schwerpunkt

Es ist nicht der erste schwere Unfall an dieser viel befahrenen Kreuzung, die auf dem direkten Weg zur Marie-Curie-Grundschule und zur Haltestelle der Busse Richtung Gymnasium Nord liegt. Viele Kinder sind hier unterwegs, der Zebrastreifen über die Altenhöferallee ist zudem schwer einsehbar. Im Februar wurde hier eine Schülerin des Gymnasiums Nord von einem Auto erfasst und zum Glück nur leicht verletzt. Im November war ein 16-jähriger Mofa-Fahrer an der Kreuzung schwer verletzt worden. Vor knapp zwei Wochen fand ein weiterer Unfall statt. Allerdings stand dabei einer der Unfallbeteiligten unter Alkoholeinfluss.

Im November war hier bereits ein 16-jähriger Mofa-Fahrer verletzt worden und im Februar eine Schülerin. Sie trug zum Glück nur leichte Verletzungen davon

Wann kommt die Ampel?

Seit fast drei Jahren versuchen Ortsbeirat, Anwohner und Eltern „gebetsmühlenartig“ auf die gefährliche Situation an der Kreuzung aufmerksam zu machen. Lange hieß es seitens der Stadt, das Verkehrs- und Fußgängeraufkommen sei zu gering. Inzwischen hat das Verkehrsdezernat die Errichtung einer Ampel an dieser Stelle zugesagt. Aufgrund der derzeitigen Haushaltslage kann jedoch noch kein genauer Zeitpunkt für die Installation genannt werden. Eine engagierte Mutter sagt mit Blick auf den jüngsten Unfall: „Es ist traurig…“

Fotos: Fotolia/ MAINRiedberg

Heute ist NIGHT OF SCIENCE

Heute heißt es wieder: „Es wird spät!“ Auch schlafen muss man in dieser Nacht zum Samstag nicht unbedingt – das raten zumindest die Organisatoren. Ab 17 Uhr sind wieder alle Interessierten herzlich eingeladen, den Uni-Campus Riedberg in einem ganz anderen Licht zu sehen. Zum zwölften Mal macht die NIGHT OF SCIENCE die Nacht zum Tag. Die Dozenten haben wieder Einiges auf sich genommen, um bis zum Morgengrauen spannende Themen aus ihrer Forschung präsentieren zu können, aber auch Alltagsphänomene zu erklären, die „man immer schon mal verstehen wollte“. Die Vorträge sind unterhaltsam und verständlich gestaltet, aber so, dass man schlauer geht, als man gekommen ist. Die jüngsten Besucher können sich auf dem beaufsichtigten Kinderspielplatz austoben. Für Schulkinder gibt es zahlreiche Experimentierstationen und spannend gestaltete Experimentalvorlesungen am frühen Abend.

Auf der Suche zu den ältesten Sternen

Dieses Jahr eröffnet Prof. Dr. Anna Frebel die Night of Science 2018 mit ihrem Vortrag:“Auf der Suche nach den ältesten Sternen“. Nach ihrem Studium der Physik in Freiburg promovierte Anna Frebel in Astrophysik am Mount Stromlo Observatory der Australian National University in Canberra und erhielt dort den Preis für die beste australische Doktorarbeit im Bereich Astronomie. Nach Forschungsstipendien in Austin, Texas und am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics ist sie seit 2012 Professorin am renommierten MIT in Cambridge, Massachusetts. Zudem wurde sie in den letzten Jahren mit einigen nationalen und internationalen Auszeichnungen prämiert.

Als Shooting-Star unter den Astrophysikern entdeckte die 2005 den eisenärmsten Stern des Kosmos, im Jahr 2007 gelang ihr ein erneuter Sensationsfund: einen ungefähr 13 Milliarden Jahre alten Stern, der zu den ältesten des Universums zählt. Dazu publiziert sie regelmäßig in den wichtigsten Fachjournalen, unter anderem „Nature“ und hat ein populärwissenschaftliches Buch über ihre Entdeckungen verfasst.

Das ist die diesjährige Leitfigur

Die diesjährige Leitfigur, Maria Mitchell, ist auf den ersten Blick zwar scheinbar unbekannt, aber eine der berühmtesten AstronomInnen ihrer Zeit und eine Pionierin für die Gleichberechtigung von Frauen in der Wissenschaft.

Vor genau 200 Jahren wurde Maria Mitchell am 1. August auf der Walfanginsel Nantucket geboren. Dank Ihrer Eltern genoss Sie eine gute naturwissenschaftliche Bildung und gründete mit 17 Jahren ihre eigene Mädchenschule. Schon früh kam sie mit der für den Walfang und Navigation auf der See notwendigen Astronomie in Kontakt und stellte eigene astronomische Beobachtungen an. Als der König von Dänemark einen Preis für die Entdeckung eines Kometen mithilfe eines Teleskops versprach, gewann Maria Mitchell diesen 1847 als erste Frau. Überall in den Vereinigten Staaten berichtete man über die Frau, die einen Kometen gefunden hatte. Sie war sowohl Mitglied der bis dahin ausschließlichen männlichen American Academy of Arts and Sciences sowie zahlreicher weiterer wissenschaftlicher Gesellschaften. In einer Anstellung bei der US Navy erstellte sie das astronomische Jahrbuch und war damit die erste professionelle Astronomin in den Vereinigten Staaten.

1861 wurde sie zur ersten Professorin für Astronomie am New Yorker Vassar College und Direktorin der ansässigen Hochschulsternwarte. Im Laufe der Jahre bildete sie dort viele hervorragende Wissenschaftlerinnen aus und setzte sich lebenslang für die Gleichstellung der Frau ein. Bis zu  ihrem Tod 1889 war es ihr Traum, das „Universum der Wahrheit“ jedem Menschen zugänglich zu machen.

Von Führungen bis Live-Bands – und Frühstück

In spannenden Führungen und Experimenten kann man auch in diesem Jahr Wissenschaft wieder hautnah erleben können. Und wie in den Vorjahren gibt es auch außerhalb der Hörsäle wieder einiges auf die Ohren. Verschiedene Live-Bands aus der Umgebung werden den Abend musikalisch abrunden. Zusätzlich ist für dieses Jar ein Science Slam auf unserer großen Bühne geplant. Für Speis und Trank ist zu Studentenpreisen gesorgt. Der dazu passende Kaffee wird übrigens an den Getränketheken die ganze Nacht über angeboten. Wer sogar bis in die frühen Morgenstunden durchhält, wird mit einem üppigen Frühstück belohnt…

Genauso wie in den Vorjahren bleibt der Eintritt zur gesamten Veranstaltung frei. Informationen zum Programm und Anmeldung für Führungen unter www.nightofscience.de

Mehr Schüler, weniger Hof und noch keine Turnhalle

Direktorin Dr. Susanne Gölitzer bedenkt jeden Satz und mag keine Übertreibungen. Sie betont auch, dass man in guten Gesprächen mit der Stadt sei. Andererseits war sie schon „höchst irritiert und nicht glücklich darüber“, dass bei der letzten Ortsbeiratssitzung der Antrag bezüglich eines größeren Pausenhofs und einer provisorischen Sporthalle für die IGS Kalbach-Riedberg verschoben wurde. Denn bis zu den Sommerferien sollte aus Sicht von Schulleitung und Elternbeirat etwas passieren. Zumindest ein erster, konstruktiver Schritt. Fakt ist: Ab Sommer wird die Gesamtschule, die ursprünglich nur für zwei Jahrgänge konzipiert war, um einen Trakt für zwei weitere Jahrgänge erweitert. Demnächst werden also 200 Schüler, im Schuljahr danach 300 Schüler und im Jahr darauf 400 Kinder hier zur Schule gehen. Der Pausenhof ist wegen der zusätzlichen Holzpavillons bald nur noch halb so groß – und Planungen für eine Turnhalle gibt es nicht.

Vorschläge – aber bisher keine Lösungen

Schon in der Bauphase ist der Pausenhof erheblich verkleinert. Rein rechnerisch scheint alles in Ordnung. Denn der Richtwert von etwa fünf Quadratmetern pro Kind ist eingehalten. Susanne Gölitzer: „Es bleibt aber nur ein schmaler Streifen. Wie sollen hier Kinder im Ganztag herumlaufen, springen und Ballspiele machen?“ Direkt an den Pausenhof grenzt eine große Streuobstwiese. Schule und Elternbeirat hätten sich gefreut, wenn man dieses Grundstück als Pausenhof oder zumindest auf Projektarbeitsbasis pflegen und nutzen könnte. Das ist wohl nicht möglich. Grünflächenamt und BUND haben bislang abgewunken. Die Wiese ist Landschaftsschutzgebiet.

Diese Streuobstwiese grenzt unmittelbar an den bisherigen Pausenhof – darf aber aus Naturschutz-Gründen wohl nicht als Erweiterung genutzt werden

Nach längerem Hin und Her hat die Schule vom Grünflächenamt nun ein Grundstück angeboten bekommen, das sich auf der anderen Seite der Schule in Richtung Rosa-Luxemburg-Straße befindet. Es ist verwildert und auch nicht eingezähnt. Die Kinder können nicht schnell dorthin gehen und spielen wie in einem Pausenhof. Dennoch wird es im Prinzip als Ausgleichsfläche begrüßt.

Partei-Disput im Ortsbeirat

Das eigentliche Problem wird so allerdings nicht gelöst. Bei der vergangenen Ortsbeiratssitzung gab es einen CDU-Antrag, der in einem Lageplan vier verschiedene Grundstücke für die Pausenhof-Erweiterung beziehungsweise eine provisorische Turnhalle vorschlug. Zu einer Abstimmung kam es nicht. Der Antrag wurde verschoben und zunächst wurde eine Ortsbesichtigung vereinbart. Der Standpunkt der SPD, der sich die Mehrheit des Gremiums anschloss: Auf dem Luftbild in der Anlage zum Antrag seien die entsprechenden Areale für die Pausenhof-Erweiterung nicht genau auszumachen.

In diesem Pausenhof wird ab Sommer nochmals ein Trakt für 200 Schüler gebaut – eine Ausgleichsfläche für die Kinder gibt es bisher nicht

Es kam in der Sitzung zu einigen Debatten. Ein Bürger aus dem Publikum sprach später von „parteipolitischem Geplänkel“, das niemandem nutze. Bereits im Januar hatte die Schule mehrere Vorschläge gemacht, wie der Pausenhof erweitert werden könnte. Die Stadt hat lange nicht reagiert. Der Ortsbeirat hat seine Initiative nun vorerst verschoben.

„Eine Turnhalle wird mindestens zehn Jahre gebraucht“

Fest steht, dass die Schule nicht vor 2021 in einen Neubau nahe der U-Bahn-Station Riedberg umziehen kann. Fest steht ebenso: Es existieren schon Pläne, die das bisherige Gelände im Westen nach dem Auszug der Gesamtschule als weitere und somit dritte Grundschule am Riedberg ausweist. Es ist abzusehen, dass die Holzmodule die nächsten zehn bis 15 Jahre stehen bleiben und benötigt werden. „In Anbetracht dessen wäre über eine Turnhalle auf einem der Grundstücken durchaus nachzudenken“, erklärt der Elternbeirat der Gesamtschule gegenüber MAINRiedberg.

Derzeit ist aus Sicht der Eltern „das Turnhallenproblem leider nur sehr unbefriedigend gelöst“. Zwei Klassen fahren mit einem Bus bis Nieder-Erlenbach. Hin- und Rückfahrt kosten Zeit, auch die Arbeitszeit der Lehrer. Wenn hier bald doppelt so viele Schüler wie bisher zur Schule gehen, ist die Organisation noch schwieriger. Direktorin Gölitzer: „Das kriegen wir hin und ist mit pädagogischem Aufwand und Geld-Aufwand zu schaffen“. Die Stadt sei diesbezüglich sehr hilfsbereit. Allerdings werden es im Schuljahr 2019/ 2020 bereits 300 und danach 400 Schülerinnen und Schüler sein. Das dürfte schwierig bis unmöglich werden.

Gibt es noch eine weitere Möglichkeit?

Neben den schon vorgeschlagenen Grundstücken möchte ein Vater auch eine Grünfläche etwas weiter vorne in der Graf-von-Stauffenberg-Allee ins Gespräch bringen. Die Fläche liegt schräg gegenüber der Marie-Curie-Schule. Auch die Grundschule wird erweitert, benötigt mehr Hallenkapazitäten und würde von einer solchen Turnhalle profitieren. Diskutiert wurde darüber noch nicht. Die Zeit drängt.

Fotos: MAINRiedberg

Tag des Mädchenfußballs

Jetzt wird gekickt: Am nächsten Samstag findet von 10 bis 14 Uhr beim SC Riedberg der „Tag des Mädchenfußballs“ statt. Die Frauenfußball-Sparte des SCR hatte sich dazu beim Hessischen Fußballverband beworben und einen Zuschlag bekommen. Bei vielfältigen Aktionen und Übungen gibt das Frauen-Team des SC Riedberg allen fußballinteressierten Mädchen im Alter von 5 – 16 Jahren die Möglichkeit, in die Sportart reinzuschnuppern. Veranstaltet werden verschiedene Aktionen wie ein Trainingsparcours sowie Eltern-Kind Spiele. Die Teilnahme ist kostenlos.

Der Tag des Mädchenfußballs ist seit Jahren ein fester Bestandteil im „Mädchenfußballkalender“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der Aktionstag soll insbesondere diejenigen Mädchen ansprechen, die bisher noch nicht in einem Verein aktiv sind. Diese sollen hier die Möglichkeit erhalten, die Sportart Fußball einmal ganz ungezwungen kennenzulernen und erste Bewegungserfahrungen mit dem Ball am Fuß zu sammeln.  Am Tag des Mädchenfußballs werden daher schwerpunktmäßig Angebote gemacht, die Mädchen dazu animieren, künftig im Verein Fußball zu spielen – wie etwa ein Schnuppertraining, ein Fußball-Turnier für „Neulinge“, das Ablegen des „DFB-Fußballabzeichens“ und vieles mehr.

Mehr Infos unter www.scriedberg.de/tag_des_maedchenfussballs

Gut in Frankfurt gelandet?

Für alle, die sich bald zuhause, schon zuhause oder immer schon zuhause hier in Frankfurt fühlen, hat das MAINRiedberg-Team zwei Lese-Tipps. Perfekt für freie Stunden und die Sommerferien, die endlich immer näherrücken. Aktuell liegt die erste Frankfurt-Ausgabe des ZEITmagazins der Wochenzeitung im Rhein-Main-Gebiet bei. In der Titelgeschichte erzählen 34 Menschen unter dem Motto „Gut Gelandet“, wie und wann sie in Frankfurt ankamen und warum sie geblieben sind – unter ihnen Hannelore Elsner, Kevin-Prince Boateng, Daniel Cohn-Bendit und Bodo Kirchhoff. Neu ist auch das Buch „Frankfurt für Anfänger“ des früheren FR-Lokalchefs Matthias Arning, das in der Edition Frankfurter Ansichten erschienen ist. Ein Blick gefällig?

Wo Alex Meier neben Goethe und Sabrina Setlur steht

Ums kurz zu machen: Zumindest meine Kinder hatten wenig Zeit für Cover und Titelgeschichte des Frankfurt-Magazins der Zeit. Da zählte vor allem die Bildstrecke mittendrin mit Frankfurter Ikonen von Alex Meier bis hin zu Sabrina Setlur. Goethe, Petra Roth, Marcel Reich-Ranicki, Onkel Otto und Josef Ackermann nicht zu vergessen. Heiteres Promi- und Beruferaten ist hier möglich, die Auflösung gibt’s dann auf der Rückseite. Auf weiteren Seiten verrät Anna von Münchhausen, Textchefin der ZEIT und seit 2001 in Frankfurt, in ihrer Kolumne „The Secrets Of Frankfurt“ Geheimnisse der Stadt. Es folgt eine „Ode an die schönsten Bäume am Main“. Der Frankfurter Rechtsmediziner Marcel A. Verhoff berichtet aber auch, warum so viele Morde in der Stadt unaufgeklärt bleiben.

„Mein Blick auf die Stadt hat sich im Laufe der Jahre verändert, aber auf gewisse Art bleibt man das Kind, das staunend durch die erste große Stadt des eigenen Lebens läuft und sie immer wieder neu entdeckt“, erzählt Christoph Amend, Chefredakteur des ZEITmagazins, selbst in Hessen geboren und aufgewachsen. Die dritte Stadtausgabe nach Hamburg und München soll deshalb kein Heft über Frankfurt, sondern ein Magazin für Frankfurterinnen und Frankfurter sein.

Der Riedberger Fleischautomat hat’s ins Buch geschafft!

„Frankfurt für Anfänger“ heißt das neue Buch des früheren FR-Lokalchefs Matthias Arning. Es soll eine Handreichung für Ankommende, neue Frankfurter und solche sein, die es werden wollen. Eine Liebeserklärung an eine Stadt und ein Leitfaden, um sich allmählich dem anzunähern, was dieses Frankfurt eigentlich ist und warum sich der Weg dorthin lohnt. Auch wenn sich die  Mär vom öden Ort hartnäckig hält. Autor Arning fordert die LeserInnen auf: „Bahnen Sie sich ihren ganz eigenen Weg durch dieses Buch, das sich Frankfurt aus allen Himmelsrichtungen annähert. Wer erst mal den Eisernen Steg überquert hat, ist schon mittendrin. Wie und wo Sie weiterlesen, entscheiden Sie. Ganz so, wie Sie wollen. Und etwa so, wie man in Frankfurt lebt.“

Man erfährt dabei natürlich auch: Es gibt durchaus Konventionen, denn zur Grünen Soße gehören nun mal sieben Kräuter und den Handkäs‘ isst man ohne Gabel. Aber Frankfurt ist stets ein Ort der Spontis gewesen, nichts für Dogmatiker. Man muss in dieser Stadt ankommen, Adorno einen Moment lang nachtrauern, am Fleischautomaten (bei uns!) im hohen Norden nachts einen Braten erwerben, in der Paulskirche die Demokratie retten und sich im Senckenberg-Museum die Verschiebungen der Erdplatten im Zusammenhang mit der Entstehung der Kontinente erklären lassen…

Neu erschienen ist auch das Buch „Frankfurt für Anfänger“ des früheren FR-Lokalchefs Matthias Arning

Weitere Informationen unter www.frankfurteransichten.net sowie www.zeit-verlagsgruppe.de

 

 

 

Live „on air“: Schüler machen Radio

Live „on air“ gehen, selbst moderieren, schneiden, Umfragen sammeln, alles mit der Hilfe von Radio-Experten und professionellem Equipment: Das können SchülerInnen des Gymnasiums Riedberg im kommenden Schuljahr bei dem Projekt „school.fm“ lernen und erleben. Zusammen mit dem Hessischen Rundfunk in Kooperation mit der Hessischen Lehrkräfteakademie bauen sie ihr eigenes Schulradio auf.

Neben dem Gymnasium Riedberg haben sich die Augustinerschule Friedberg, die Dietrich-Bonhoeffer-Schule Lich, die I.E. Lichtigfeldschule Frankfurt, die Kreisrealschule Bad Orb und die Mittelpunktschule Gadernheim für den Radiowettbewerb im kommenden Schuljahr qualifiziert. Lehrkräfte aus den ausgewählten Schulen besuchen zu Beginn des neuen Schuljahres den hr und bekommen eine Einführung in Technik & Co., um mit ihren Schülern am neuen Radioprogramm arbeiten zu können. Danach kommen die hr-Coaches an die Schulen und begleiten die Radio-Gruppen beim Planen, Aufnehmen, Schneiden und Senden. Für die Schülermoderatoren gibt es später sogar noch ein zusätzliches Moderationstraining im hr-Studio.

AG für die achten und neunten Klassen

Laut FR soll das Projekt zunächst in den künftigen achten und neunten Klassen als AG angeboten werden und langfristig etabliert werden. Hinzu kommt, dass im nächsten Jahr das zehnjährige Schuljubiläum ansteht. Wenn alles klappt, könnten die Mädchen und Jungs der Radio-AG eine Art Rückschau mit Interviews und Hintergrundberichten zum ersten Jahrzehnt des Gymnasiums liefern.

Und so geht’s erst mal los: Nach dem Coaching durch die Radio-Profis an den Schulen werden die Schüler eigene Sendungen vorbereiten und ihre Mitschüler regelmäßig über ihr Schulradio informieren und unterhalten. Die Inhalte können sie dabei komplett selbst bestimmen: Es wird gesendet, was die Schüler hören wollen. Unter allen selbstproduzierten Sendungen wählt die Schulradio-Gruppe eine aus, mit der sie am „school.fm“-Wettbewerb teilnimmt. Die Gewinner werden bei der Abschlussveranstaltung im Juni 2019 ausgezeichnet.

Informationen: hr

Foto: hr/ Franziskanergymnasium Kreuzburg/ school.fm

 

Made in Riedberg: Der Tatort zum Thema „Reichsbürger“

Münchner Tatort – made in Riedberg. Der Krimi mit dem Titel „Freies Land“ wird am nächsten Sonntag ausgestrahlt, als letzter Tatort vor der Sommerpause. Der neue Fall führt die Münchner Kommissare zu einem abgeriegelten Bauernhof im bayerischen Nirgendwo, zu einer Gruppe von „Reichsbürgern“, die sich hier als „Freiländer“ bezeichnet. Warum schreibt man ein Drehbuch über eine Szene, die Staat und Justiz ablehnt und sich eine eigene Welt mit eigenen Regeln und rechter Gesinnung schafft? MAINRiedberg sprach mit Autor Holger Joos, der bei uns im Stadtteil wohnt.

Drehbuchautor Holger Joos wohnt am Riedberg Bild: BR/Joos

Was hat Dich veranlasst, einen Tatort über die Reichsbürgerszene zu schreiben?

Holger Joos: Ich bin vor knapp drei Jahren im Netz über die Krönungszeremonie eines selbsternannten „Königs“ gestolpert, der dort sein eigenes Reich ausgerufen hatte. Die Idee, dass Menschen einen eigenen Staat gründen wollen, weil sie mit unserer Republik nicht mehr zufrieden sind, fand ich unglaublich spannend. Der Begriff „Reichsbürger“ oder die Szene dahinter war mir bis zu dem Zeitpunkt völlig unbekannt.

2016 hast Du mit der Entwicklung des Konzepts begonnen. Damals hat man beim Thema Reichsbürger noch gemeinhin abgewunken. Jetzt rechnet der Verfassungsschutz mit 18.000 Reichsbürgern in Deutschland. Die rechte Szene verschafft sich Gehör und Anhänger. Hast Du damit gerechnet, wie politisch aktuell dieser Tatort werden könnte?

Nein. Zu Beginn unserer Entwicklung war das Thema ein reines Boulevard-Thema, kein politisches. Dies hat sich aber leider grundsätzlich geändert. Wobei man natürlich aber auch anmerken muss, dass diese Szene nicht per se rechtsextrem oder gewaltbereit, sondern sehr heterogen ist.

Wie taucht man ein in eine Szene, in der die Bundesrepublik inklusive Polizei und Justiz strikt abgelehnt wird und sich Menschen eigentlich von nebenan eine eigene Welt schaffen, rechts und voller Abhängigkeiten?

Ich habe anfänglich versucht, mit ein paar von ihnen per Mail in Kontakt zu treten, doch leider war das nicht wirklich erfolgreich. Glücklicherweise ist diese Szene aber von einem gewissen Hang zur Selbstdarstellung geprägt und teilt ihre Ansichten und Überzeugungen ausführlich auf ihren eigenen sozialen Kanälen.

Apropos Menschen „von nebenan“: Auch der Mord, vermeintlich ein Suizid, erscheint ja am Anfang nicht spektakulär…

Nein. Aber er öffnet eine Tür in eine Welt, die den Ermittlern – und wahrscheinlich auch vielen Zuschauern – völlig fremd ist und in der die Autorität der Polizisten nicht anerkannt wird. Darin sahen wir die Gelegenheit, einen Tatort zu erzählen, der sich doch sehr von den sonstigen unterscheidet.

Dieser Tatort spielt in einem fiktiven Ort in Niederbayern. Könnte er auch in einer modernen Großstadt spielen? 

So, wie wir ihn erzählen, nein. Inzwischen hat sich diese Szene aber verändert und hat sich von den ursprünglich ländlichen Gegenden in die Großstädte ausgeweitet.

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Sendetermin: Tatort „Freies Land“, Sonntag, 3. Juni, um 20.15 Uhr in der ARD

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Ludwig Schneider (Andreas Döhler), der Anführer der Freiländer, verteilt beim Abendessen die Suppe

Interview: MAINRiedberg

Fotos: BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden

Junge Physik-Professorin in Venedig ausgezeichnet

Die theoretische Physikerin Hannah Petersen untersucht Materiezustände kurz nach dem Urknall – jetzt ist die junge Wissenschaftlerin in Venedig mit der Zimanyi-Medaille der Ungarischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet worden. Petersen leitet seit 2012 eine Helmholtz-Nachwuchsgruppe am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung am Campus Riedberg und lehrt als Professorin an der Goethe-Universität. Ihre Untersuchungen sind wichtig für die Arbeit am künftigen Beschleunigerzentrum FAIR, das derzeit hier entsteht.

Die Auszeichnung nahm Hannah Petersen bei der Quark-Matter-Konferenz in Venedig entgegen, bei der sie auch die neuesten Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe präsentierte. Die Quark-Matter-Konferenz ist mit über 800 Teilnehmern die größte Veranstaltung in diesem Bereich. Hannah Petersen ist das jüngste Mitglied des internationalen Beirats der Konferenz.

Mikrosekunden nach dem Urknall

Auf dem Gebiet der relativistischen Schwerionenkollisionen, die die Möglichkeit bieten, stark wechselwirkende Materie unter extremen Bedingungen zu untersuchen, arbeitet Professorin Hannah Petersen an neuen theoretischen Beschreibungen des Materiezustands kurz nach dem Big Bang. „Durch die Beschleunigung von Blei- oder Goldkernen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit und deren Kollision können Temperaturen und Dichten erreicht werden, wie sie im frühen Universum nur Mikrosekunden nach dem Urknall, dem Big Bang existiert haben“, erläuterte Hannah Petersen ihre Forschung. Bei so hohen Energiedichten sagt die grundlegende Theorie der starken Wechselwirkung, die Quantenchromodynamik, eine neue Phase der Materie voraus: das Quark-Gluon-Plasma, das sich unter extrem hohen Druck explosionsartig ausdehnt.

Hannah Petersen erkannte und untersuchte als eine der Ersten, dass und wie der Verlauf dieser Explosion von Dichte- und Temperaturschwankungen als Folge von Quanteneffekten beeinflusst wird. Über den Vergleich von Theorie und experimentellen Daten stellte die junge Forscherin ein vielzitiertes Hybrid-Modell auf, das die Dynamik des Plasmas und seine Viskosität in Abhängigkeit vom jeweiligen Anfangszustand der Quantenfluktuation abbildet.

Das künftige Beschleunigerzentrum FAIR wird den Forscherinnen und Forschern Bedingungen zur Verfügung stellen, wie sie sonst nur im Weltall herrschen. Die Arbeit von Hannah Petersen und ihrer Nachwuchsgruppe ist ein wichtiger Baustein, um aus den Experimenten wesentliche Schlüsse zu ziehen. Ihr Hauptziel ist es, einen Transportansatz für die dynamische Beschreibung von Schwerionenreaktionen bei FAIR mit modernsten Rechentechniken zu entwickeln. Der Wissenschaftliche Geschäftsführer von GSI und FAIR, Prof. Paolo Giubellino, zeigte sich sehr erfreut über die Auszeichnung für die junge Forscherin: „Mit ihrer Analysemethode legt Hannah Petersen wichtige neue Grundlagen für experimentelle Messungen an FAIR. Ihre Arbeit wurde nun zu Recht mit der höchsten Auszeichnung für junge theoretische Forscher in der Schwerionenphysik gewürdigt.“

Die Zimanyi-Medaille wird vom Wigner-Forschungszentrum für Physik der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest verliehen. Mit der Ehrung soll an den 2006 verstorbenen Kernphysiker József Zimányi erinnert werden. Die Medaille wird an theoretische Physikerinnen und Physiker verliehen, die jünger als 40 Jahre sind und deren Forschung auf dem Gebiet der theoretischen Hochenergie-Kernphysik wichtige internationale Anerkennung und Wirkung erlangt hat.

Bild-Info: Hannah Petersen und Tamás Sándor Bíró von der Zimanyi-Foundation bei der Preisverleihung in Venedig

Foto: Rosario Turrisi

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Informationen: Pressestelle Goethe-Universität

Beschwerden wegen Hundekot

Immer mehr Menschen fühlen sich am Riedberg zuhause. Indiz dafür ist auch, dass immer mehr Haustiere gehalten werden. Die Hinterlassenschaften von Hunden werden aber zunehmend zum Gesprächsthema und zum Ärgernis. Eine Mutter erzählt, dass ihre dreijährige Tochter schon zum wiederholten Mal in Hundekot getreten ist, unmittelbar neben einem Spielplatz. Aber auch auf den großen Wegen. Anwohner im Quartier Altkönigblick berichten, dass sich der noch relativ neue Ewald-Heinrich-von-Kleist-Platz mit dem hellen Gestein „in rasanter Geschwindigkeit zu einem Hundeklo entwickelt“. Eine Spaziergängerin beschreibt folgende Szene:  „Beim Drehscheiben-Spielplatz im Kätcheslachpark haben wir einen Hundebesitzer gesehen, der seelenruhig dastand, während sein Hund in die Senke unter dem Spielplatz gesch… hat.“ Als sie ihn darauf aufmerksam machte, sagte der Halter nur, dass in dem Matsch ohnehin kein Kind spielen würde. Die Spaziergängerin fassungslos: „Erstens spielen da garantiert Kinder und zweitens konnte ich es kaum glauben, dass dieser Mann auch noch meint, dass er im Recht ist und sein Hund das darf.“

Es drohen Bußgelder bis 150 Euro

Im Frankfurter Ordnungsamt sieht man das komplett anders. „Wir sind der Meinung, dass sich die Anzahl der Nichtwissenden doch sehr stark in Grenzen hält“, erklärt Michael Jenisch auf MAINRiedberg-Anfrage. „Gründe für die Verschmutzungen durch Hundekot sind Ignoranz, Bequemlichkeit und fehlendes Verantwortungsbewusstsein.“

Hundebesitzer müssen den Kot ihres Vierbeiners beseitigen, darüber werden sie auch beim Anmelden ihres Hundes informiert. Wer sich nicht daran hält, muss mit 90 Euro Regelgeldbuße plus 28,50 Euro Auslagen und Gebühren rechnen. In Grünanlagen wie hier am Riedberg kostet es 130 Euro Regelgeldbuße plus 28,50 Euro Auslagen und Gebühren. Spielplätze sind ohnehin tabu. Theoretisch. Denn die Stadtpolizei des Ordnungsamtes (siehe unten) kann nur aktiv werden, wenn Hund und Halter klar bestimmt werden können oder ein Zeuge Anzeige erstattet. In manchen Kommunen wird deshalb darüber diskutiert, ob man DNA-Tests für Hunde einführen soll. In Frankfurt ist das kein Thema. Die Auskunft des Ordnungsamtes: „Wir sehen diese Idee eher kritisch, da unrealisierbar und mit hohen Kosten- und Verwaltungsaufwand verbunden.“

Sind mehr Liegewiesen die Lösung?

Weil trotz aller eindeutigen Regelungen der Grünanlagensatzung Hunde frei herumlaufen und das Problem Hundekot zunimmt, möchte der Ortsbeirat Flächen in den Parks als Liegewiesen ausweisen. Dort sind Hunde verboten. Einem Antrag der Grünen wurde in der letzten Sitzung zugestimmt. Einer der Ortsbeiräte sieht das allerdings kritisch und sagt: „Die Hundekotverschmutzung wird sich so nicht lösen lassen.“ Die Sachlage sei klar, jeder Hundehalter muss den von seinem Hund verursachten Kot auch beseitigen. Es gibt zudem Beutelspender, die dafür genutzt werden können.

Wer zu diesem Thema Fragen hat, kann sich an die Stadtpolizei des Ordnungsamtes unter der Hotline 069/212-44044 wenden.

Fotos: MAINRiedberg/ Archiv