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Extrem-Sommer bald jedes zweite oder dritte Jahr?

Angesichts der extremen Dürre dieses Sommers in Deutschland und anderen Ländern der Nordhalbkugel fragen sich vielen Menschen, ob diese Phänomene bereits Auswirkung des menschengemachten Klimawandels sind und mit welchen Extremwetter-Ereignissen in Zukunft noch zu rechnen ist. Joachim Curtius, Professor für experimentelle Erforschung der Atmosphäre am Campus Riedberg der Goethe-Universität, beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Wolkenbildung und warnt: „Solche extremen Bedingungen könnten ab der der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts sogar jedes zweite oder dritte Jahr auftreten, weil sich einerseits die Häufigkeitsverteilung als Ganzes hin zu wärmeren Temperaturen verschiebt, aber auch weil sich die Breite der Verteilung vergrößert und damit die extremen Hitzeereignisse noch zusätzlich zunehmen.“

Für Curtius und die meisten seiner Forschungskollegen steht außerdem fest, dass menschengemachte Auswirkungen einen wesentlichen Effekt auf das gegenwärtige Klima haben. „Die Situation ist bei uns ähnlich wie im Sommer 2003, der für West- und Mitteleuropa bereits als Jahrhundert- oder gar Jahrtausendsommer galt. Und bereits nach 2003 haben die Klimaforscher darauf hingewiesen, dass solche Sommer im vom Menschen beeinflussten Klima deutlich häufiger auftreten würden und dadurch immer neue Höchstwerte zu erwarten seien“, erklärt Curtius.

Atmosphärenforscher Joachim Curtius warnt vor deutlich mehr „Jahrhundertsommern“ ab 2050 Foto: Goethe-Universität / Uwe Dettmar

Inzwischen mache die Forschung auch Fortschritte darin, die natürlichen von den vom Menschen verursachten Effekten zu separieren, so Curtius: „In der Klimaforschung zu den Extremwetterereignissen gibt es die neue Forschungsrichtung der „attribution science“, die in den vergangenen Jahren riesige Fortschritte gemacht hat. Sie erlaubt es inzwischen, dass wir in Modellrechnungen vergleichen können, wie wahrscheinlich ein bestimmtes Wetterextrem in einer Region ist, einerseits im aktuellen, vom Menschen veränderten Klima und andererseits in einem Klima ohne zusätzliche Treibhausgase.“

Der renommierte Atmosphärenforscher sorgt sich jedoch nicht nur um die zunehmende Erderwärmung, sondern auch die Folgen auf die heimische Pflanzenwelt: An einzelne Trocken- oder Hitzeperioden seien die meisten Pflanzen bei uns durchaus angepasst und erholten sich längerfristig wieder. „Aber eine deutliche Häufung solcher Extremereignisse führt sicherlich auch zu dauerhaften Schäden bei vielen heimischen Pflanzenarten. Es gibt bereits umfassende Untersuchungen, welche Baumarten angepflanzt werden sollen, damit die Wälder bei uns auch in Zukunft mit längeren Phasen von Trockenstress und abnehmender Bodenfeuchte im Sommer zurechtkommen.“ Jedoch sei die Abschätzung, welche Pflanzen nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig für einen Standort passend seien, sehr schwer, „weil sehr viele weitere Faktoren eine Rolle spielen und die Bäume ja für Jahrzehnte bis Jahrhunderte mit ihrem Standort klarkommen müssen. In dieser Zeit können sich die Bedingungen stark verändern. Die Einzelheiten solcher Entwicklungen können wir nicht vorhersehen.“

Text: Goethe-Universität Frankfurt

Foto unten: Goethe-Universität / Uwe Dettmar

Foto oben: Archiv

Hat die alte Turnhalle eine Zukunft?

Diese – zugeben schon in die Jahre gekommene – Halle am Grubweg ist aus dem Kalbacher Vereinsleben eigentlich nicht mehr wegzudenken. Für Riedberger Gruppen und Vereine inzwischen übrigens auch nicht mehr. Umso größer war das Erstaunen bis Erschrecken, als vor den Ferien bekannt wurde, dass Anfang Juni der Mietvertrag bei der Stadt zum Jahresende gekündigt worden war. Dies erfolgte durch die Vorsitzende der Kalbacher Vereine und Gruppierungen, Gisela Stamm – angeblich ohne einen Beschluss des Vorstandes und der Mitglieder der Vereine. „Wir wussten definitiv von nichts““, bestätigt eine der Vereinsvorstände dem Stadtteilmagazin MAINRiedberg. Und Gaby Nagel, die Vorsitzende des Riedberger SV betont: „Unser Interesse am Erhalt haben wir mehrfach gegenüber dem Ortsbeirat und der Presse kundgetan.“

„Unser Stadtteil braucht so etwas“

Gaby Nagel weiter: „Unser Stadtteil braucht so etwas. Wenn die alte Turnhalle erst mal weg ist, wird vermutlich nie mehr etwas für Versammlungsräume und Sport-und Kulturangebote nachkommen. Denn ein Bürgerhaus oder ähnliches wird sicherlich mangels Geld nie kommen.“ Alleine neun Gruppen des RSV trainieren dort neun Monate im Jahr und drei Gruppen ganzjährig. Würde die Halle erhalten bleiben, könne man noch viel mehr anbieten. Das gilt auch in puncto Kulturangeboten anderer Gruppierungen. Privatpersonen könnte die Halle ebenso zur Verfügung gestellt werden.

Die alte Turnhalle in Kalbach ist dringend sanierungsbedürftig

Fakt ist aber auch: Die in den 20er Jahren gebaute Halle ist marode und sanierungsbedürftig. Das Amt für Bau und Immobilien ist schon länger damit beauftragt, eine Bestandsaufnahme zu erstellen, um den Sanierungsbedarf zu überblicken. Im Klartext: Es geht auch darum, ob sich eine Sanierung überhaupt noch lohnen würde.

Ist eine neue Halle theoretisch möglich?

Dieser Überblick über die Sanierungskosten steht noch aus. Der Ortsbeirat hat bereits diesbezüglich nachgefragt. In der nächsten Sitzung am Freitag bringen außerdem drei Fraktionen (FDP, Grüne, SPD) einen Antrag zur alten Turnhalle ein. Sie wollen den Magistrat bitten, auch im Falle der Neuerrichtung „eines für vergleichbare Nutzungen vorgesehenen Gebäudes an gleicher Stelle“ so eine Halle weiterhin geeigneten Institutionen und Vereinen in Eigenregie zu übertragen. Eine solche neue Halle könnte „Ausgleich für ein in den Stadtteilen Kalbach-Riedberg fehlendes Bürgerhaus“ sein.

Dabei müsste nach Meinung der Antragsteller auch ein Mietvertrag auf eine neue Basis gestellt werden. Denn die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass alleine aus den Mieteinnahmen der Halle umfangreiche Instandhaltungs-Maßnahmen nicht zu stemmen sind.

Die Kündigung gilt zum Jahresende. Zeit und Sanierungsbedarf drängen. Auch Vereinsvertreter haben sich für den Ortsbeirat angesagt.

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Die nächste Ortsbeiratssitzung findet heute um 20 Uhr in der Grundschule Riedberg, Zur Kalbacher Höhe 15, statt. Die Sitzung ist öffentlich.

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Fotos: MAINRiedberg

3 Schul-Themen im Ortsbeirat

Willkommen in der Schule! Heute war für mehr als 250 Mädchen und Jungen aus unserem Stadtteil Riedberg ein Tag, den sie wohl nie mehr im Leben vergessen werden. Während alle Kinder ab der zweiten Klasse bereits gestern den ersten Schultag nach den Sommerferien hatten, ging es heute auch für die Erstklässler endlich los. Übrigens auch für die Fünftklässler, die am Gymnasium Riedberg mit Gesang, Tanz, mit von Schülern programmierten Robotern und selbstverständlich von Schulleiter Helmut Kühnberger und den neuen Klassenlehrerinnen und Lehrern begrüßt wurden.

Wir wünschen eine tolle Schulzeit!

Auch MAINRiedberg möchte die Gelegenheit nutzen und nicht nur den kleinen „Neustartern“ in der Grundschule Riedberg und Marie-Curie-Schule viele neue Freunde, viel Neugier und eine tolle Schulzeit wünschen.

Doch das Thema Schule ist in unserem neuen Stadtteil auch nach der Gründung von nunmehr zwei Grundschulen, einer Integrierten Gesamtschule (IGS) und von einem Gymnasium noch nicht langfristig gelöst. Denn Riedberg wächst weiter – und die Schülerzahlen übersteigen die vorhandenen Kapazitäten. Noch bevor das gesamte Baugebiet bis voraussichtlich 2020 fertiggestellt ist. Bildungsdezernentin Sylvia Weber erläuterte bei ihrem Besuch im Ortsbeirat im Juni, welches „Gesamtkonzept“ mit Container-Anlagen und Neuplanungen gefunden wurde. Dennoch bleiben Fragen für Eltern und Ortspolitiker offen – mindestens drei Themen stehen auf der Tagesordnung der Ortsbeiratssitzung am nächsten Freitag.

Wer kommt in die dritte Grundschule?

Diese Nachricht sorgte für große Erleichterung im Stadtteil: Der Riedberg bekommt definitiv noch eine dritte Grundschule, eine Ganztagsschule bis 17 Uhr. Diese ist ab Sommer 2019 als Provisorium an der Hans-Leistikow-Straße geplant, in unmittelbarer Nähe der Marie-Curie-Schule. Zwei Jahre später soll diese dritte Grundschule in die Carl-Hermann-Rudloff-Allee wenige hundert Meter weiter umsiedeln, wenn die IGS ihrerseits von dort in ihr endgültiges Gebäude in der Nähe der U-Bahn-Station Riedberg zieht. Nun haben die Grünen einen Antrag eingebracht, dass bei der Festlegung der neuen Schulbezirksgrenzen von Anfang an der endgültige Standort maßgeblich werden soll. Auch eine „sinnvolle“ Geschwisterregelung soll – laut Antrag – umgesetzt werden.

Wann sind die Container für die Marie-Curie-Schule fertig?

Auf die Marie-Curie-Schule gehen ab sofort mehr als 600 Schülerinnen und Schüler  – statt der rund 500 Schüler, für die sie gebaut worden ist. Tendenz steigend, da die Bauarbeiten in diesem Teil des Riedbergs noch längst nicht beendet sind. Eigentlich sollten schon ab Schuljahresbeginn Holzmodule für vier weitere Klassenzimmer im Pausenhof bereitstehen. Zwischenzeitlich wurden, da es offenbar zu Verzögerungen bei der Auftragsvergabe kam, die Herbstferien anvisiert. Doch ist das immer noch realistisch? Auch dieses Thema ist wieder auf der Tagesordnung, eine Antwort seitens der Stadt steht aber noch aus.

Die Marie-Curie-Schule kann zwischenzeitlich im Jugendhaus Riedberg Räume für die Nachmittagsbetreuung nutzen. Doch das ist mehr als eine Notlösung. Die Zeit drängt.

Eltern gegen 400 Meter entfernte Container-Anlage

Auch die „erste“ Grundschule Riedberg plagen Platzprobleme. Die Schule an der Kalbacher Höhe ist nur für vier Klassen pro Jahrgang gebaut und soll auf fünf Klassen pro Jahrgang erweitert werden. Deshalb wird zum Schuljahr 2019/ 20 eine Pavillonanlage gebraucht. Nun prüft die Stadt, ob diese bergab an der Ecke Marie-Curie-Straße/ Zur Kalbacher Höhe, also sozusagen hinter dem Lidl-Markt, möglich ist.

Dieser Vorschlag hat bei Schulgemeinde und Elternschaft Unverständnis ausgelöst. Zum einen ist diese Erweiterung mit einem längeren Weg verbunden, Stichwort Schulwegsicherheit. Zum anderen ist dadurch nach Meinung der Eltern das Schulleben beeinträchtigt. Das veranlasste den Schulelternbeirat zur Formulierung eines offenen Briefes an die Schuldezernentin.

Die SPD stellt nun den Antrag, ob ergänzend oder alternativ zum Vorschlag der Schuldezernentin, die Container auf die gepflasterte Fläche zwischen der Grundschule und dem Baufeld Deutsche Wohnwert aufgestellt werden können. Diese Fläche ist fast doppelt so groß wie die von Seiten des Schuldezernates vorgeschlagene und schnell erreichbar – allerdings ist noch nicht bekannt, ob andere Argumente gegen diesen Standort sprechen.

Mehr Reinigungsintervalle für die Toiletten

In der vergangenen Ortsbeiratssitzung, wo die Bildungsdezernentin zu Gast war, kam auch ein Thema zur Sprache, das Kindern und Eltern der Marie-Curie-Schule sprichwörtlich stinkt. Die Anzahl und vor allem die Sauberkeit der Toiletten. Schon in den Fluren ist der beißende Geruch von Urin wahrzunehmen. Die Toiletten selbst sind häufig verdreckt. Eltern berichten, ihre Kinder würden schon das Trinken vermeiden, um nicht in der Schule aufs Klo zu müssen. Jetzt liegt ein Antrag vor, das zuständige Amt zu bitten, die Reinigungsintervalle zu erhöhen und diese gegebenenfalls zu erweitern. Die Begründung: Diese zweite Grundschule am Riedberg wurde für rund 500 Schülerinnen und Schüler gebaut. Jetzt sind es 600.

Mehr Toiletten wird es geben – aber erst, wenn die dringend benötigte Holzpavillon-Anlage für vier weitere Klassenzimmer im Pausenhof fertiggestellt ist. Die Aufträge für die Arbeiten sind allerdings erst Ende Juni 2018 vom Frankfurter Amt für Bau und Immobilien ausgeschrieben worden.

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Die nächste Ortsbeiratssitzung findet am Freitag, 10. August, um 20 Uhr in der Grundschule Riedberg, Zur Kalbacher Höhe 15, statt. Die Sitzung ist öffentlich.

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Fotos: Archiv

Tag der offenen Tür im 14. Polizeirevier

Mit der Zusammenlegung des 14. und des 15. Polizeireviers nahm am 20. November 2017 die zweitgrößte polizeiliche Liegenschaft innerhalb des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main den Dienst auf. Nach nunmehr fast neun Monaten öffnet das neue Schwerpunktrevier in der Marie-Curie-Straße 32 im Mertonviertel zum 12. August 2018 in der Zeit von 10 Uhr bis 16 Uhr seine Türen für interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Der Tag der offenen Tür wird durch Herrn Polizeivizepräsidenten Dr. Walter Seubert feierlich eröffnet. Anlässlich dieses besonderen Tages präsentiert die Polizei einen Querschnitt ihrer Arbeit und Ausrüstung an Informationsständen und auf Aktionsflächen.

Blick hinter die Kulissen

Hierbei haben die Besucher die Gelegenheit, sich über polizeiliche Themen zu informieren und im Rahmen einer Führung hinter die Kulissen des Polizeireviers zu schauen, übrigens der die modernsten polizeilichen Liegenschaft in der Stadt. Auch sind Einblicke in die Geschichte der ehemals zwei traditionsreichen Polizeireviere möglich.

Neben Diensthunden in Aktion hat man die Gelegenheit, die persönliche Reaktionsfähigkeit unter erschwerten Bedingungen zu testen sowie altersbedingte körperliche Einschränkungen mit Hilfe eines „Altersanzuges“ zu simulieren.

Infos über Betrugsphänomen „Skimming“

Es gibt Informationen über die technische Ausstattung eines Streifenwagens sowie über aktuelle Probleme wie das Betrugsphänomen „Skimming“ sowie über Geld- und Dokumentenfälschung. Näheres zum Waffenrecht ebenfalls. Außerdem sind sichergestellte Exponate zu sehen.

„Werfen Sie im Rahmen einer Führung einen Blick in unser Polizeigewahrsam oder schießen Sie ein Erinnerungsfoto in dem Raum, in welchem üblicherweise erkennungsdienstliche Behandlungen durchgeführt werden. Kommen Sie mit auf eine Zeitreise und verfolgen Sie den Wandel der Zeit anhand historischer Polizeiuniformen und Bilderreihen“, heißt es im Flyer zur Veranstaltung der Polizei.

Die Beamten klären über aktuelle Kriminalitätsphänomenen auf und darüber, wie man sich davor schützen können. Weitere Informationen gibt es auch zu den Serviceangeboten des 14. Reviers innerhalb der nördlichen Stadtteile oder für interessierte Berufseinsteiger – durch die Einstellungsberater der Polizei.

Spaß für kleine Gäste

Weiterhin können die kleinen Gäste ihre fahrerischen Fähigkeiten auf einem Kettcar-Parcours unter Beweis stellen und ihrer Kreativität am Stand des Polizeimalers freien Lauf lassen.

Für das leibliches Wohl ist ebenfalls gesorgt. Aus Sicherheitsgründen bittet die Polizei aber „um Verständnis, dass das Mitführen von Tieren, Glasflaschen, Waffen und anderer gefährlicher Gegenstände sowie größere Taschen nicht gestattet werden kann“.

Es gibt eine Fahrrad-Abstellfläche, allerdings können leider keine Kfz-Parkplätze vorgehalten werden können. Der Eintritt ist kostenfrei. Abhängig von dem Besucheraufkommen kann es am Eingang zu Wartezeiten kommen.

Informationen, Flyer und Foto: Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Die Besucherinfo mit dem Plan des neuen 14. Polizeireviers

Gewitter sorgt für Einsätze der Feuerwehr

Das kurze Gewitter mit Windböen bescherte der Feuerwehr am Samstagnachmittag gegen 16 Uhr mehrere Hilfeleistungseinsätze. Hauptsächlich davon betroffen waren die Stadtteile Niederursel und Heddernheim. An fünf Einsatzstellen waren Äste abgebrochen und auf die Fahrbahn gestürzt oder hingen instabil am Baum. Diese wurden von den Einsatzkräften abgesägt oder beiseite geräumt.

An einem Hochhaus im Gerhart-Hauptmann-Ring hatten sich Gerüstteile an einer Außenfassade im neunten Obergeschoss gelöst. Die Einsatzkräfte der Sondereinheit Höhenrettung konnten gesichert die losen Teile entfernen und nach unten bringen.

Golf-Caddy aus Ostparkweiher geborgen

Gegen acht Uhr am Sonntagmorgen wurde die Feuerwehr von der Polizei zum Ostpark angefordert. Im Ostparkweiher hatten die Schutzleute einen Elektropersonentransporter, auch als Golf-Cart oder Golf-Caddy bekannt, entdeckt. Die Feuerwehrkräfte konnten das Fahrzeug an der Seilwinde des Gerätewagen-Boot befestigen und an Land ziehen. Dort wurde es dem mittlerweile eingetroffenen Platzwart übergeben. Dieser konnte das Vehikel wieder in Betrieb nehmen und tuckerte damit davon. Wahrscheinlich haben unbekannte das Fahrzeug in der vergangenen Nacht in den Weiher geschoben.

Es ist noch nicht bekannt, wer dieses Golf-Cart in den Ostparkweiher schob

Informationen & Foto unten: Feuerwehr Frankfurt

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Foto oben: Archiv

Die großen Hitze-Probleme der U-Bahn – und so will man sie lösen

Acht Stunden lang ging am Montag auf der „A-Strecke“ zwischen Hügelstraße und Heddernheim, also auch von und in die City, für uns nichts mehr – die anhaltende Hitze war der Auslöser. Heute informiert die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) ausführlich, welche Probleme die Hitzewelle bereitet und welche Konsequenzen man zieht. Nur zur Erinnerung: Durch die ungewöhnlich hohen Sommertemperaturen hatte sich bei Heddernheim der Kupferdraht der Oberleitung gedehnt, was die mechanische Spannung gelöst hat. Eine U-Bahn beschädigte diese in der Folge, der Stromabnehmer der Bahn wurde dabei ebenfalls beschädigt. Und alles stand still.

Sonderschichten plus Tempo-Begrenzung gegen die Hitze

Der Oberleitungsbau der VGF fährt wegen der Hitze seit Wochenbeginn Sonderschichten. Auch Mitarbeiter aus der Verwaltung und dem technischen Büro wurden rekrutiert, um wieder auf der Strecke zu arbeiten. Drei Turmwagen sind mit ihrer drei Mann starken Besatzung Tag und Nacht im Einsatz, um die Oberleitung entlang des 65 Kilometer langen U-Bahnnetzes zu kontrollieren und bei Bedarf nachzujustieren. 14 Stellen im Oberleitungsnetz, an denen das nötig ist, hat die VGF kurzfristig lokalisiert. Alleine in der Nacht von 31. Juli auf 1. August erfolgten diese Arbeiten an sechs Punkten, wobei stark befahrene Abschnitte wie die „A-Strecke“ (U1, U2, U3 und U8) Priorität genießen. Im Laufe des 1. August werden diese Arbeiten abgeschlossen sein.

Zusätzlich zu diesen Kontrollen und Arbeiten hat die VGF vorsichtshalber die Höchstgeschwindigkeit der U- und Straßenbahnzüge auf 50 Kilometer pro Stunde begrenzt.

Der Gleisrost kann sich um wenige Zentimeter „verschieben“

Nicht nur der Fahrdraht dehnt sich, auch der Stahl der Gleise reagiert auf die anhaltende Hitze, nämlich mit einer „Gleisverdrückung“. Hierbei verschiebt sich der Gleisrost – also Gleis und Schwelle – um wenige Zentimeter. Ein 65 Kilometer langes Gleisnetz kann nicht gleichzeitig und flächendeckend überwacht werden, gemeldet wird das deshalb meist von Fahrerinnen und Fahrern, die die daraus resultierenden Beeinträchtigungen bemerken. Unmittelbarer „Feind“ des Gleises ist hier der Schotter um das Gleisbett. Der Basalt speichert in Folge der andauernden Sonneneinstrahlung die Wärme, was dazu führt, dass die VGF nachmittags Temperaturen von 55 bis 60 Grad im Gleis misst. Abhilfe in Form von Abkühlung schafft dann die Bewässerung der belasteten Gleisstelle durch ein Spezialfahrzeug, das die VGF am späten Nachmittag, wenn die Temperaturen am höchsten sind, einsetzt.

Der Gleisbau kennt die Stellen im Netz, die potentiell von einer Gleisverdrückung betroffen sein können und kontrolliert hier bevorzugt. Eine dieser Stellen ist die Kurve vor der Station Weißer Stein, aber diese ist zurzeit unauffällig. Anders als in Nähe der Station Fischstein, wo das Gleis gewässert werden muss.

Probleme auch bei Stellwerken

Auch andere betriebstechnische Einrichtungen sind von der Hitze betroffen, zum Beispiel die Stellwerke entlang der Strecken. Untergebracht sind sie in unauffälligen, schmucklosen Gebäuden, etwa von der Größe einer kleinen Garage. 26 Grad Raumtemperatur sind für die Server in diesen Stellwerken ideal. Die Geräte steigen bei höheren Temperaturen nicht automatisch aus, Ausfälle von Stellwerken wegen zu hoher Hitze gab es daher noch nicht. Trotzdem muss die VGF gewährleisten, dass das auch weiterhin nicht geschieht. Um die ideale Arbeitstemperatur auch bei anhaltender Hitze zu sichern, müssen einige Stellwerke mit Klimaanlagen nachgerüstet werden. Dieses Projekt läuft nicht erst seit diesem Sommer, sondern wurde schon früher aufgesetzt. Kurzfristig, Ende Juni, wurde ein Stellwerk an der Hauptwache nachgerüstet, eine weitere Nachrüstung steht für das Stellwerk in Bad Homburg Gonzenheim auf dem Programm.

Rechner der Straßenbahnweichen heizen sich auf

Straßenbahnweichen werden ebenfalls mit Rechnern gesteuert. Sie sind in kleinen Schränken untergebracht, die sich an mehreren Stellen im Stadtgebiet finden. Das Problem: Sie sind mitunter in edlem Dunkelgrau gestrichen und heizen so ordentlich auf. 60 Grad vertragen die Rechner im Inneren, an einzelnen Baugruppen hat die VGF aber mitunter 62 bis 63 Grad gemessen – trotz der vorhandenen Lüftung der Schränke. Daher werden sechs dieser Schränke entlang von Stresemannallee und Mörfelder Landstraße im Lauf des 2. August weiß gestrichen.

Fazit der VGF: Gänzlich verhindern lassen sich Einflüsse des Wetters auf den Betrieb von U- und Straßenbahnen nicht – weder im Sommer noch im Winter. Schon gar nicht, wenn es sich um extreme Wetterlagen handelt. Die eine oder andere Schwachstelle – etwa die für das Stadtbild schicke dunkle Farbe der Steuerschränke – hat sich auch erst im Zuge der anhaltenden Hitze gezeigt. Auch der Verlust der mechanischen Spannung der Oberleitung ist nicht Folge eines einzigen heißen Tages, sondern der kontinuierlichen Hitze. Etwa am Montag.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: MAINRiedberg

Das grüne Zimmer ist angekommen

„Mama, was ist denn das?“, fragt ein kleiner Junge mitten am Riedbergplatz. Denn dort steht seit gestern Nachmittag und auf Rollen das, was seine Mutter als „das grüne Zimmer“ bezeichnet. Reaktion des kleinen Riedbergers: „Aber da kann man doch nicht drinne wohnen…“

Das Zimmer, in dem man leider nicht drinnen wohnen kann, fällt sofort auf, wenn man über den noch relativ grauen Platz fast ohne Schatten geht. Die Stichworte „Staubfilter“, „Biodiversität“, „Lärmreduktion“, „Schatten“ sind zu lesen. Informationen zu den positiven Effekten von innerstädtischem Grün ebenfalls. Erdbeeren, Lavendel, Kräuter wie Thymian und Minze, dazu Stauden, Kiwi und Wein sind in die senkrechten Wand gepflanzt. Riechen, Schmecken und Fühlen ist ausdrücklich erlaubt. Die Bewässerung erfolgt über einen Wassertank im Boden. Auch punktuelle Abkühlung soll das so genannte „Mobile Grüne Zimmer“ bieten, das 2016 zum ersten Mal in Frankfurt im Zuge einer Aktionswoche zum Klimawandel zu Gast war und per Tieflader durch etliche EU-Mitgliedsländer tourte.

Aufgrund des großen Zuspruchs und der starken Nachfrage unter anderem aus unserem Ortsbeirat hat sich das Umweltdezernat dazu entschlossen, drei zusätzliche „Mobile Grüne Zimmer“ zu den vier bereits bestehenden zu beschaffen – eines davon für den Riedbergplatz. Die weiteren stehen bereits jetzt oder bald am Atzelbergplatz in Seckbach und dem Carlo-Schmidt-Platz in Bockenheim.

Die mobilen Oasen sind nicht billig. Laut FR kostet das Stück mehr als 60 000 Euro. Dazu kommen noch Kosten für den Unterhalt. Auch deshalb wird am Riedberg teils darüber diskutiert, ob das unterm Strich gerechtfertigt ist und dieser Betrag an anderer Stelle nicht sinnvoller investiert werden könnte.

Im zuständigen Dezernat weist man auf die anhaltende Sommerhitze hin. Das Wetter und die hohen Temperaturen der letzten Wochen geben uns einen Eindruck davon, was in Zukunft die Regel sein wird. Die Städte heizen sich immer weiter auf. Auf manchen Plätzen wird es tagsüber beinahe unerträglich heiß und auch nachts kann die Stadt nicht mehr richtig abkühlen. Die Straßen, Fassaden und Plätze speichern die Wärme des Tages. Die „Mobilen Grünen Zimmer“ seien gesamtstädtisch lediglich ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein. „Sie sind dennoch ein wichtiges Instrument, um für die Anpassungsmaßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels zu sensibilisieren.“ Zudem könne man sich auch Inspirationen für die Fassaden- oder Wandbegrünung des eigenen Hauses oder der eigenen Wohnung holen, die von der Stadt gefördert wird.

Fotos: MAINRiedberg

Hitzeschaden: Bis 0.15 Uhr kamen keine U-Bahnen aus der City

U-Bahnen blieben zeitweise auf der Strecke und direkt aus der Stadt nach Norden oder in umgekehrter Richtung ging stundenlang nichts mehr – die Hitze war’s! Die Stadt informiert heute konkret: In Folge der andauernden Hitze hatte sich das Material der Oberleitung ausgedehnt und die Fahrdrahtanlage so auf dem Abschnitt kurz vor der Station Heddernheim ihre mechanische Spannung verloren. Ein stadtauswärts fahrender Zug der Linie U1 hatte kurz nach 16 Uhr die nicht mehr optimal gespannte Oberleitung beschädigt, eine nachfolgende U8 war in die durchhängende Oberleitung gefahren und hatte sich dabei die Stromabnehmer von den Wagen gerissen. Der U-Bahnbetrieb auf der A-Strecke kam damit zum Erliegen, Fahrgäste kamen aber nicht zu Schaden.

Um 0.15 Uhr hatte die VGF die durchhängende Oberleitung repariert, der Strom konnte wieder zugeschaltet werden und nach einer Probefahrt wurde der Betrieb auf den fünf Linien bis Betriebsschluss wieder aufgenommen.

Für Riedberger und Kalbacher bedeutete dies unter anderem: Die U9 fuhr überhaupt nicht und zwar in beiden Richtungen. Die U8 war ausnahmsweise zwischen Ginnheim, dem Riedberg, Kalbach und Nieder-Eschbach unterwegs. Die U1 war zwischen Ginnheim und Nieder-Eschbach in Betrieb. Die U2 fuhr nur noch zwischen Riedwiese, Kalbach, Nieder-Eschbach und Bad Homburg/ Gonzenheim.

Die U-Bahnen Richtung City pendelten nur zwischen den Stationen Hügelstraße und Südbahnhof. Im Bereich der gesperrten Strecke war Ersatzverkehr eingerichtet.

Ohne Klimaanlage saßen Fahrgäste offenbar in den U-Bahnen fest

Um 16:08 wurde die Feuerwehr Frankfurt zur Hilfeleistung nach Heddernheim zum Betriebshof der VGF alarmiert. Hier war ein Spannseil der Oberleitung beschädigt und die Fahrdrähte hingen herunter bis in Bodennähe. Die Stromabschaltung und die Streckensperrung stadtein- und stadtauswärts waren bereits veranlasst und es galt nun liegengebliebene Züge der U-Bahnen 1, 2, 3 und 8 zu kontrollieren, ob noch Fahrgäste in den Zügen waren, auch wegen der nicht mehr funktionierenden Klimaanlagen bei der derzeitigen heißen Witterung. Den betroffenen Fahrgästen wurde beim Verlassen der Bahnen und der Bahnanlagen geholfen. Gegen 17:30 konnte dann gemeldet werden, dass alle Fahrgäste die betroffenen Bahnen verlassen hatten. Zwischenzeitlich hatte ein Arbeitstrupp der VGF damit begonnen die Oberleitung zu reparieren.

Ersatzverkehr mit Taxen „vollkommen überlastet“

Im Abschnitt Hügelstraße und Heddernheimer Landstraße war ein Ersatzverkehr mit Taxen eingerichtet, der laut Bericht eines MAINRiedberg-Lesers aber „vollkommen überlastet“ war und einer „Völkerwanderung“ glich. Das lag auch an den vielen Berufspendlern, die zu diesem Zeitpunkt nach Hause wollen.

Heute Morgen lief zum Glück schon wieder alles nach Plan…

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Informationen: VGF/ Feuerwehr Frankfurt/ Stadt Frankfurt

Foto: Archiv

NS-Vergangenheit: Diskussion um Adolf Messer Stiftung-Lounge

Das Präsidium der Goethe-Universität hat entschieden, dass der studentische Arbeitsraum auf dem Campus Riedberg fortan die Bezeichnung Adolf Messer Stiftung-Lounge – Diskursraum – Wissenschaft in Geschichte und Gesellschaft trägt. Diese Namenserweiterung wird im Eingangsbereich der Lounge auf zwei Tafeln unter folgenden Aspekten erläutert werden: der Würdigung des Engagements der Stiftung, der historisch-kritischen Einordnung der Person Adolf Messer sowie einer Skizzierung des Zusammenhangs von Wissenschaft und Gesellschaft. Die Benennung geschieht gegen den Protest von Studentenvertretern, da Adolf Messer NSDAP-Mitglied war, kriegswichtige Produkte herstellte und in seiner Frankfurter Firma Zwangsarbeiter beschäftigte.

„Für mich ist das schwer erträglich“

AStA-Vertreter sprachen schon vor Wochen von einer „Nazi-Ehrung“. Adolf Messer war seit 1933 in der NSDAP. In Gutachten wurde er als „Alltagsopportunist“ bezeichnet, verbrieft sind aber unter anderem die Errichtung eines Zwangsarbeiterlagers in der Hanauer Landstraße sowie die Zugehörigkeit zur NSDAP. Dieser trat er schon zu Beginn der NS-Diktatur bei. Renommierte Historiker würden ihn somit keineswegs „Parteimitglied wider Willen“ nennen. Ein Ortsbeirat erklärt MAINRiedberg zu diesem Thema: „Ich persönlich finde das schwer erträglich.“ Eine Umbenennung hätte ein deutliches Zeichen gesetzt. Auch vor dem Hintergrund der vielen Straßenschilder zum Gedenken an die NS-Opfer, die sich in unmittelbarer Nähe und generell in unserem Stadtteil befinden.

„Ergebnis eines intensiven Diskussionsprozesses“

In den offiziellen Informationen des Präsidiums kommt zum Ausdruck, dass die Entscheidung „das Ergebnis eines intensiven Reflexions- und Diskussionsprozesses“ ist. Das Präsidium nehme die Argumente von Senat und Studierenden gegen eine Benennung des Raumes nach der Adolf Messer Stiftung und damit für eine Umbenennung sehr ernst. 2014 wurde bei den Überlegungen, das langjährige Engagement der Stiftung für die Goethe-Universität mit einer Raumbenennung zu würdigen, übersehen, dass der Namensgeber der Stiftung, Adolf Messer, Mitglied der NSDAP war und als Unternehmer von der NS-Wirtschafts- und Rüstungspolitik profitierte. Dass dieser Sachverhalt Kritik hervorruft, kann das Präsidium nachvollziehen und wird die Argumente auch zukünftig in sein Handeln eingehen lassen.

Lounge soll universitätsweiter Diskussionsraum werden

Gleichwohl weist das Präsidium nochmals auf die Intention der damaligen Entscheidung hin, die der Würdigung der 1978 gegründeten gemeinnützigen Stiftung und nicht der Ehrung der Person ihres Namensgebers galt. Durch die seit 1993 bestehende, intensive Zusammenarbeit zwischen Stiftung und Universität haben beide längst eine gemeinsame Geschichte. Geboten sei Diskurs, nicht Tilgung.

Für die Goethe-Universität als Stiftungsuniversität bedeute dies, Verantwortung zu übernehmen, indem sie die begonnene Überarbeitung ihres „Stifterkodexes“ in diesem Sinne fortführen, die Anstrengungen zur Erforschung ihrer Geschichte, insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus, verstärken, und den vielfältigen Zusammenhang von Wissenschaft bzw. Wissenschaftssystem und Gesellschaft in einer Reihe von Veranstaltungsformaten thematisieren wird. Die Universität selbst wird an unterschiedlichen Orten den Diskursraum hierfür öffnen, heißt es in einer öffentlichen Information des Präsidiums. Das soll die Erweiterung des Raumnamens zu Adolf Messer Stiftung-Lounge – Diskursraum – Wissenschaft in Geschichte und Gesellschaft deutlich machen.

Informationen zur Benennung der Adolf Messer Stiftung-Lounge und Foto-Ausschnitt: Aktuelles / Uni Frankfurt

Studieren mit Nebenjob: Ist Regelstudienzeit noch zeitgemäß?

Starre Regelstudienzeiten scheinen immer weniger der Lebenswirklichkeit vieler Studierender an der Goethe-Universität zu entsprechen. Das ist ein Ergebnis einer umfassenden, repräsentativen Befragung, an der sich insgesamt rund 11.000 Studierende (24%) der Goethe-Universität beteiligten:

Zwei Drittel der an der Goethe-Uni Eingeschriebenen sind neben dem Studium erwerbstätig, sieben Prozent leisten familiäre Fürsorgearbeit – mit z.T. gravierenden Folgen für das Studium: So schätzt fast die Hälfte der Studierenden, dass sie gegenüber der Regelstudienzeit in Verzug ist (45 Prozent). Als häufigster Grund hierfür wird Erwerbstätigkeit neben dem Studium (49 Prozent) genannt. Immerhin 32 Prozent finden es belastend, die richtige Balance zwischen Studium und Erwerbsarbeit zu finden. Zur Sicherung ihres Lebensunterhalts müssen sie in einer teuren Stadt wie Frankfurt neben ihrem Studium durchschnittlich 13 Stunden pro Wochearbeiten. „Wir sollten zusammen mit der Politik überlegen, ob die Studienzeit noch ein sinnvoller Parameter für die Hochschulfinanzierung ist, oder ob man nicht besser auf aussagekräftigere Parameter für ein erfolgreiches Studium umsteigen sollte. Ist es wirklich noch sinnvoll, den Hochschulen Anreize zu setzten, die Studierende zu einem schnellen Studium drängen, wenn das weder zu deren überwiegenden Lebenssituation passt noch der Schlüssel zu einem guten Studienerfolg zu sein scheint?“

Der überwiegende Teil der Studierenden der Goethe-Universität ist mit dem Studium zufrieden (87 Prozent).90% würden die Goethe-Universität einem befreundeten Studieninteressierten weiterempfehlen. Fast 80% der Studierenden beurteilen Aufbau und Struktur ihres Studienfachs als „sehr gut“, „gut“ (54%) oder „befriedigend“ (25%).

Deutlich mehr Studierende mit Migrationshintergrund

Und noch ein interessantes Ergebnis liefert die Befragung: Der Anteil von Studierenden mit Migrationshintergrund ist in der aktuellen Befragung deutlich höher als vor fünf Jahren bei der ersten Studierendenbefragung (32 Prozent vs. 24 Prozent). Auch im bundesweiten Vergleich ist der Anteil von Studierenden mit Migrationshintergrund an der Goethe-Universität damit größer als an anderen Hochschulen.

Diese und viele weitere Ergebnisse helfen der Goethe-Universität, ihre Studienangebote und studienbegleitenden Dienstleistungen noch zielgruppenorientierter zu gestalten: „Die Qualitätskultur der Goethe-Universität setzt auf einen partizipativen, dialogorientierten Prozess, in dem die studentische Perspektive fest verankert ist. Um anhand der Ergebnisse die Weiterentwicklung von Studium und Lehre gezielt anzustoßen, führen wir in regelmäßigen Abständen universitätsweite Studierendenbefragungen durch“, betont Prof. Roger Erb, Vizepräsident für Studium und Lehre.

Neben den allgemeinen Faktoren eines Studiums und seiner Rahmenbedingungen bewerten die Studierenden auch die konkrete Situation ihres eignen Studiengangs. So nannten sie als studienbezogene Belastungsfaktoren vor allem Prüfungsdruck, Termin- und Zeitdruck sowie überfüllte Lehrveranstaltungen. „Insgesamt liefern die fachspezifischen Ergebnisse zur Studiensituation und Studienbedingungen unmittelbare Anhaltspunkte zur Weiterentwicklung der Studiengänge an der Goethe-Universität“, äußert sich Dr. Martin Lommel, Leiter der Abteilung Lehre und Qualitätssicherung.

Text: Pressestelle Goethe-Universität

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