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Tag des Gedenkens an die Holocaust-Opfer

Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis an Juden, Sinti und Roma und anderen Verfolgten. Auschwitz ist Ausdruck des Rassenwahns und „Kainsmal der deutschen Geschichte“ – darauf weist unter anderem das Centre for Dialogue at Campus Riedberg  hin und lädt nächsten Sonntag ab 19 Uhr zu einer besonderen Begegnung mit unserer Geschichte, mit Dichtkunst und Theologie.

Der 27. Januar, der Tag der Befreiung von Auschwitz, ist kein Feiertag im üblichen Sinn. Es ist ein internationaler Tag der Reflexion. Gedichte von Paul Celan und theologische Textfragmente von Jan-Heiner Tück werden hier am Riedberg auf die Bühne gebracht. „Ziel ist innezuhalten und miteinander behutsam ins Gespräch zu kommen“, so die Veranstalter.

Veranstaltung: Sonntag, 27. Januar, von 19 bis 21 Uhr im Centre for Dialogue at Campus Riedberg in der Katholischen Kirche St. Edith Stein, Zur Kalbacher Höhe 56, Frankfurt-Riedberg.

Weitere Informationen unter www.cfd-frankfurt.de

Foto: Veranstalter

Jugendliche bedroht und Bargeld gefordert

Wie erst jetzt bekannt wurde, haben unbekannte Jugendliche hier am Riedberg in zwei Fällen mehrere Jungen bedroht und Bargeld erpresst. Ein Junge wurde sogar mehrfach geschlagen und verletzt. Die Polizei spricht von räuberischer Erpressung und ermittelt.

Es geschieht am 13. Januar, am letzten Sonntag der Ferien, gegen 19 Uhr. Vier 15- und 16-jährige Freunde sind vor dem Gymnasium Riedberg unterwegs und werden von etwas älteren Jugendlichen angesprochen. Schnell wird klar, dass es sich um keine „normale“ Unterhaltung handelt. Die Angreifer fordern Geld. Als einer der Jungen nichts aushändigen will, „wird er mehrfach körperlich angegangen“, so die Polizei. Die Schläge treffen ihn auch ins Gesicht, er erleidet eine Risswunde und Prellungen. Erst als die Täter eine kleine Menge Bargeld ausgehändigt bekommen, fliehen sie in Richtung Sporthalle. Einer soll laut Polizei ein europäisch/ deutsches Erscheinungsbild haben, der andere ein nordafrikanisches. Die Ermittlungen dauern an.

Bereits am 11. Januar kam es zu einem weiteren Vorfall im Stadtteil. Auch hier haben Unbekannte zwei Jungen bedroht, Bargeld gefordert und flüchteten.

Foto: Archiv

Tag der offenen Tür bei den weiterführenden Schulen

Wo werde ich ab dem nächsten Jahr zur Schule gehen? Es gibt wohl kaum eine Frage, die Viertklässler und Eltern derzeit mehr beschäftigt. Die Antragsformulare haben alle bereits erhalten. Bis 5. März müssen diese in den Grundschulen abgegeben werden. Zwei konkrete Wünsche plus Schulform und eine kurze persönliche Bemerkung kann jeder angeben. In den nächsten Tagen und Wochen stellen sich deshalb die weiterführenden Schulen vor. Hier die wichtigsten „Tage der offenen Tür“ bei den Schulen vor Ort sowie bei beliebten Schulen in angrenzenden Stadtteilen.

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Gymnasium Riedberg

Das Gymnasium Riedberg besteht seit dem Schuljahr 2009/10, bietet die Jahrgangsstufen 5 – 12 an, hat inzwischen aber ein G9-Profil. Das Logo das Gymnasiums ist der Satz des Pythagoras, verbunden mit den Worten „bilingual, naturwissenschaftlich, international“. Naturwissenschaftlich ist der Schwerpunkt der Schule, bilingual und international stehen für teils bilingualen Unterricht und beispielsweise Angebote für Schüleraustausch in europäische und nicht-europäische Länder.

Tag der offenen Tür ist am 16. Februar von 9  bis 12 Uhr. Um 9.30 Uhr und um 11 Uhr wird Direktor Helmut Kühnberger in einem Vortrag das Konzept der Schule vorstellen.

Adresse: Friedrich-Dessauer-Str. 2 , Frankfurt-Riedberg, www.gymnasium-riedberg.de

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IGS Kalbach-Riedberg

Schulleiterin Susanne Gölitzer nennt es „eine andere Art des Lernens“. Denn an der 2017 gegründeten IGS Kalbach-Riedberg gibt es beispielsweise „Fachbüros“, wo die Kinder eigenverantwortlich in Gruppen in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch arbeiten, und es gibt teilweise jahrgangsgemischten Unterricht und inklusive Beschulung, Sitzsäcke, Bücher und das Lernen in großen Flurbereichen. Die IGS ist eine Ganztagsschule und Teamschule mit dem Schwerpunkt „Sprache und Kommunikation“.

Tag der offenen Tür ist am 26. Januar 2019 von 10 bis 14 Uhr

Vorläufiger Standort: Carl-Hermann-Rudloff-Allee 11, Frankfurt-Riedberg, www.igs-kalbach-riedberg.de

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Gymnasium Nord

Das Gymnasium Nord (G9) ist eine Ganztagsschule und bietet Unterricht unter besonderer Berücksichtigung der Sprachen und des mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereichs. Die Schule fördert die Talente der Schüler/Innen in Profilklassen und Arbeitsgemeinschaften und legt großen Wert auf die Persönlichkeitsentwicklung durch soziales Lernen.

Tag der offenen Tür ist am 26. Januar von 10 bis 13 Uhr. 

Die Zufahrt zur Schule sowie zur Siedlung Westhausen sind gesperrt. Bitte die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

Vorläufiger Standort: Muckermannstr. 1, Frankfurt/ Westhausen, www.gymnasium-nord.de

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Weitere Schulen in angrenzenden Stadtteilen

Wöhlerschule, Dornbusch, Mierendorffstraße 6, www.wohlerschule.de Die Schule ist ein G9-Gymnasium und eine zertifizierte MINT-Schule mit musikalischem Schwerpunkt. Tag der offenen Tür am 8. Februar von 16 bis 19 Uhr

Ziehenschule, Eschersheim, Josephskirchstraße 9, www.ziehenschule.de Die Schule ist ein G9-Gymnasium, eine Europaschule mit bilingualem Zweig Französisch, zertifizierte MINT-Schule. Der Tag der offenen Tür fand bereits statt.

Otto-Hahn-Schule, Nieder-Eschbach, Urseler Weg 27,  www.ohs-frankfurt.de“. Die Schule ist eine Kooperative Gesamtschule und bietet gymnasiale Jahrgänge 5 bis 10, eine gymnasiale Oberstufe, Realschule Jahrgänge 7 bis 10 oder Hauptschule Jahrgänge 7 bis 9. Der Tag der offenen Tür hat stattgefunden.

Ernst-Reuter-Schule II, Nordweststadt, Hammerskjöldring 17 A, www.ersii.de Die Schule ist eine Integrierte Gesamtschule mit Ganztagsangebot und Schwerpunkt Sprachen und Naturwissenschaften. Der Tag der offenen Tür fand bereits statt.

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Mitarbeit: Daleyla Büttner

Fotos: Archiv/ Stadt Frankfurt

Minusgrade erschweren Biotonnen-Leerung

Die winterlichen Temperaturen derzeit stellen die Entsorgungsfachleute der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) vor eine Herausforderung: Besonders die braunen Biotonnen lassen sich nur schwer vollständig entleeren, weil Bioabfälle am Tonnenboden oder am Tonnenrand festgefroren sind.

Ideal wäre es, die Tonnen an einem frostsicheren Ort wie der Garage oder Keller abzustellen und erst kurz vor der Leerung bereitzustellen. Wo das nicht möglich ist, empfiehlt FES, den Tonnenboden mit Wellpappe oder Zeitungspapier auszulegen, damit diese die Flüssigkeit aufnehmen können. Speise-, Obst- und Gemüsereste sollten ebenfalls in Zeitungspapier eingewickelt werden. Besonders feuchte Abfälle wie Kaffeefilter oder Teebeutel sollten vorher gut abgetropft sein. Hilfreich ist es auch, den Abfall locker zu schichten und ihn nicht zusätzlich zusammenzudrücken. Friert der Biomüll doch mal fest, kann er mit Stock oder Spaten wieder gelockert werden.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Stadt Frankfurt/ Umweltamt

Mabuhay! Ich bin Daleyla

Mabuhay! Mein Name ist Daleyla und ich bin 15 Jahre alt. Ich komme aus Deutschland, bin aber auch halb Asiatin. Meine Mutter kommt von den Philippinen, deswegen der Ausruf „Mabuhay!“ Das ist keine offizielle Begrüßung, sondern so begrüßt man Freunde oder Familienmitglieder.

Ich besuche die neunte Jahrgangsstufe des Gymnasiums Riedberg und absolviere jetzt (vom 21. Januar bis zum 1. Februar) mein Betriebspraktikum bei MAINRiedberg. Anfangs wollte ich bei einem Psychologen „schnuppern“, da ich eines Tages eine Psychologin werden möchte, aber ein Platz beim Psychologen zu finden, sah unsinnig aus. Also dachte ich darüber nach, welche Hobbies ich habe und zu welchem Beruf sie passen. Eins meiner Hobbies ist es zu zeichnen. Da passt der Beruf Künstlerin, aber wieso würde ich dafür ein Praktikum brauchen? Ein zweites Hobby ist, Geschichten zu schreiben. Ab und zu schreibe ich noch Ideen für Geschichten und da passt der Beruf Buchautorin. Da wüsste ich aber überhaupt nicht, wo ich einen Praktikumsplatz bekommen könnte. Bei einem Verlag vielleicht, um zu fragen, wie Autoren ihre Bücher veröffentlichen. Das wären aber für mich keine erfolgreichen zwei Wochen. Ein drittes Hobby von mir ist die Redaktion im Schulradio „RadioRiedbär“. Das hat mit Interviews, dem Bearbeiten von Aufnahmen und dem Schreiben von Texten zu tun. Also zusammengefasst: Journalismus!

Jetzt ist nur noch die Frage, wo? Es kam dann wie jedes Jahr eine von drei Ausgaben von MAINRiedberg. Da erinnerte ich mich, dass es hier im Stadtteil auch ein Magazin gibt und ich fing an zu schnuppern. Meine Mutter packte alle Magazine aus, die wir besitzen, damit ich mir ein besseres Bild davon machen kann. Mir gefiel, wie mit jeder neuen Ausgabe es eine deutliche Verbesserung gab, und mich haben schon die älteren Ausgaben interessiert (sogar, wenn ich das dem MAINRiedberg-Team nicht erzählt habe). Ich freue mich auf die zwei Wochen. Ich werde Claudia Detsch bei zahlreichen Termine begleiten und auch selbst Beiträge verfassen. Ich werde auch ihre Kollegin Katja Adam-Markert kennenlernen und mehr über das Design und das Konzept des Magazins erfahren. Ich freue mich, auch mit ihr zu arbeiten, und freue mich vor allem auf zwei sehr interessante Wochen.

Daleyla Büttner

 

Einbruch in die Marie-Curie-Schule

Es geschah bereits zum zweiten Mal: Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es in der letzten Ferienwoche zu einem Einbruch in die Marie-Curie-Grundschule in der Graf-von-Stauffenberg-Allee. Vor rund eineinhalb Jahren drangen Diebe in das Schulleitung-Büro ein, jetzt in das Büro der Ganztagsbetreuung. „Es war in der Nacht von 9. auf 10. Januar, als die Einbrecher vom Innenhof aus eindrangen“, erklärt Pädagoge Tobias Menzel-Hobeck von Kaleidoskop e. V., dem Träger der Ganztagsbetreuung. „Es wurde die Dreifachverglasung zerstört und auch versucht, in die weiteren Räume zu gelangen.“ Die Tür zum Betreuungs-Bereich hielt stand. Stattdessen wurden dann die Schränke im Büro aufgebrochen und drei Laptops sowie Bargeld entwendet.

Die Schränke sind komplett zerstört und müssen ersetzt werden, die Daten der Laptops waren in einer Cloud gesichert. Die drei großen Desktop-PC im Büro ließen die Einbrecher zurück. „Wir ziehen daraus natürlich Konsequenzen und haben bereits neue Vorsichtsmaßnahmen in die Wege geleitet, so dass das in Zukunft möglichst nicht mehr geschehen kann“, so Kaleidoskop-Vorstand Menzel-Hobeck. Noch klafft in der Außenscheibe ein Loch, das von einer Holzplatte verdeckt ist. Die Kälte dringt ein, das Büro ist also nur sehr eingeschränkt nutzbar, bis ein Glaser die Scheibe ersetzt hat. Die Betreuungsräume für die Kinder sind aber zum Glück unversehrt und die Ganztagsbetreuung kann wie gewohnt stattfinden.

Foto: MAINRiedberg

Magisches Polarlicht: Wie vier Fotofreunde die Lofoten erleben

Es gibt Naturphänomene, die man einfach gesehen und erlebt haben muss. Die magischen Polarlichter gehören ganz sicher dazu. Das sagten sich auch vier Frankfurter Fotofreunde und starteten die „Operation Aurora“ – eine zehntägige Fotoprojektreise auf die Inselgruppe der Lofoten in Nordnorwegen. Knapp ein Jahr nach ihrer Rückkehr präsentieren sie nun die Faszination des winterlichen Archipels und die Magie der Polarlichter. In einem abwechslungsreichen Multivisionsvortrag, Anfang Februar im Gymnasium Riedberg.

Der Live-Vortrag zeigt nicht nur die Vielfalt der Eis- und Schneelandschaften und das Wechselspiel von Licht und Farben an den Felsküsten und einsamen Stränden der Lofoten. Er veranschaulicht auch die unterschiedliche Herangehensweise der Fotografen: von Langzeitbelichtungen und Zeitrafferaufnahmen über Sternen- und Polarlichtfotografie bis hin zu 4K-Drohnenvideos zeigen sie ihre ganz individuelle Sichtweise der Inselgruppe im Nordmeer.

„Wir“, wie die Fotofreunde in ihrer Info-Mail schlicht schreiben – das sind die Kalbacher Reitlehrerin Andrea Huber (Heilpädagogisches Reiten für Kinder und Jugendliche), der Oberurseler Kinderarzt Birger Christiansen sowie Lena Grothe von der Kalbacher Kinderbücherei und Vater Lars. Da sie „leidenschaftlich fotografieren und gerne reisen“, machten sie sich auf in die Arktis, 3000 Kilometer von Frankfurt entfernt. Das Ergebnis ist das „Projekt Operation Aurora“…

Die Live-Multivision „Lofoten – 68° Nord“ findet am Freitag, 1. Februar, um 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasium Riedberg, Friedrich-Dessauer-Str. 2, statt. Es ist eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Kinderverein Kalbach e.V., der Eintritt ist frei.

Die vier Fotofreunde  Lena Grothe, Andrea Huber, Birger Christiansen und Lars Grothe hielten die fantastische Landschaft der Lofoten in Bild und Video fest

Fotos: Veranstalter

Fünf Fragen an Klimaforscher Mojib Latif

Prof. Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel hielt gestern während des Neujahrsempfangs der Stadt Frankfurt die Festrede mit dem Titel „Herausforderung Klimawandel“. Mit Mirco Overländer sprach Latif vorab über die Herausforderungen des Klimawandels und darüber, was Kommunen und jeder Einzelne unternehmen können, um die Umwelt zu schonen.

Herr Latif, Sie warnen seit Jahren vor den Folgen des Klimawandels. War der Hitzesommer 2018 in Ihren Augen ein Zeichen, dass der Klimawandel bereits in Deutschland angekommen ist?

PROF. MOJIB LATIF: Auf jeden Fall! Wir beobachten schon seit Jahrzehnten, dass die Temperatur in Deutschland ansteigt. 2018 hat einen neuen Temperaturrekord für Deutschland gebracht. Es war noch nie so warm seit Beginn der Messungen 1881. Und wir hatten 2018 in Frankfurt noch nie so viele Sommertage, also Tage, an denen die Temperatur mindestens 25 Grad erreicht.

Klimaskeptiker wie Donald Trump leugnen, dass der Mensch für die Veränderung des Klimas verantwortlich sein könnte. Ist diese These aus wissenschaftlicher Sicht hinnehmbar?

LATIF: Nein! Der menschliche Einfluss auf das Klima ist seit vielen Jahren nachgewiesen, Schon der Nobelpreisträger Svante Arrhenius hatte 1896 berechnet, dass die Temperatur der Erde steigen muss, wenn sich der CO2-Gehalt der Luft erhöht. Und der CO2-Gehalt der Luft ist inzwischen so hoch wie noch in der Geschichte des modernen Menschen.

Der Klimawandel ist ein globales und extrem vielschichtiges Phänomen. Was kann jeder Einzelne unternehmen, um seinen Teil zu einer besseren Umwelt beizutragen?

LATIF: Energie sparen, auf grünen Strom umsteigen, weniger Autofahren, mal das Fahrrad nehmen oder öffentliche Verkehrsmittel, weiniger Fleisch essen und vieles mehr. Dabei handelt es sich nicht um Verzicht, sondern um Gewinn! Um einen Gewinn an Lebensqualität. Wichtig ist aber auch, dass man sich einmischt. Es muss auch der Druck von unten kommen. Die Menschen müssen Klimaschutz einfordern. Dann wird er auch von der Politik umgesetzt werden.

In den 70er Jahren sprach man über das Waldsterben, später über das Ozonloch. Sehen Sie die Gefahr, dass Klimathemen gern als „Trend-Debatten“ instrumentalisiert werden?

LATIF: Das Waldsterben und das Ozonloch sind reale Probleme gewesen. Man hat aber, im Gegensatz zur Erderwärmung, gehandelt. Deswegen spricht niemand mehr vom Waldsterben oder Ozonloch. Die Wissenschaft hatte rechtzeitig gewarnt, es wurde von der Politik gehandelt und man hat die Probleme in den Griff bekommen. So sollte es auch beim Problem der Erderwärmung sein!

Auch in Frankfurt ist die Politik inzwischen für extreme Wetterlagen sensibilisiert. Was raten Sie Kommunen, um sich für die Folgen des Klimawandels zu wappnen?

LATIF: Der Klimawandel äußert sich einerseits durch extreme Hitze und Trockenheit, andererseits durch Starkniederschläge. Eine Stadt wie Frankfurt muss sich also auf beides vorbereiten. Um die Hitze zu mildern wären unter anderem mehr Beschattung, mehr Grün- und Wasserflächen notwendig. Und eine Belüftung muss sichergestellt sein. Um die Folgen von Starkregen abzufedern, sollte man die Flächenversiegelung stoppen oder zumindest zurückfahren. Flüsse müssen mehr Raum bekommen, die Kanalisation muss angepasst werden und Siele müssen frei sein. Grüne Dächer können ebenfalls helfen, um durch sie einen gewissen Verzögerungseffekt zu erzielen, in dem die Niederschläge nicht sofort auf die Böden treffen.

Text: Stadt Frankfurt

Foto: Archiv

Der frühe Vogel fängt den Wurm – neue Ausstellung im KunstRaum Riedberg

Im KunstRaum Riedberg ist schon ein wenig der Frühling eingekehrt, Vögel überall. Obwohl die Enten von August Gaul noch etwas durchgefroren aussehen. Eine Gruppe der Wasservögel (es sind Abgüsse von Originalen) steht in einer Ecke des Ausstellungsraumes. Sie sind naturnah modelliert, stehend, sitzend oder sich putzend, in Originalgröße. Tiere in ihrem seelischen Kern festhalten wollte Gaul (1869-1921) und nahm damit schon ein wenig die Moderne vornweg. Einerseits gestaltete er sie bis ins Detail, dann aber wieder ganz reduziert wie bei den Federn und Flügeln, die nur mit wenigen Strichen eingeritzt sind. Die Entstehungszeit der Bronzeplastiken vom Berliner Bildhauer August Gaul liegen von allen gezeigten Werken am weitesten zurück. Neben denen von Gaul sind Werke von neun zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern zu sehen: Malerei, Skulpturen, Zeichnungen und Collagen von Jens Andres, Cornelia Genschow, Nikola Jaensch, Chris Kircher, Anne Kuprat, Bernard Matemera, Veronika Olma, Hartmut Ritzerfeld und Andreas Welzenbach.

Zehn Jahre KunstRaum Riedberg

Heute Abend um 18.30 Uhr wird die erste Ausstellung 2019 im KunstraumRiedberg eröffnet, der Eintritt ist frei. Diesmal hat sich der Kurator Dr. Carsten D. Siebert den Vogel als Motiv und verbindendes Grundthema herausgesucht. Seit zehn Jahren organisiert der Chemiker und Alumnus Kunstausstellungen im Biozentrum und mittlerweile auch an anderen Orten in der Universität. Häufig sind es schon etablierte Künstler aus der Rhein-Main-Region, aber auch aus ganz Deutschland.

Der Stil und die Techniken der gezeigten Arbeiten sind ganz verschieden. Chris Kircher schweißt ihre Vogelskulpturen aus Stahlschrott zusammen, Anne Kuprats feine Zeichnungen zeigen Fantasie- und Mischwesen mit teils bunt coloriertem Gefieder, halb Mensch, halb Vogel. Und dass sich Kunst und Humor wunderbar vertragen, beweist Andreas Welzenbach mit seinen Holzarbeiten, die mit den Erwartungen des Betrachters spielen. Wer den Vogel auf der Vorderseite vermisst, der möge doch bitte auf der Rückseite nachsehen, so der eingeschnitzte Hinweis auf einer Holztafel gleich am Eingang. Ganz verschwunden sind allerdings die Vögel, die Veronika Olma gemalt hat. Nicht von ungefähr haben ihre Bilder die Aura eines übermalten, alten, ausgeblichenen Fotos: alle drei Vogelarten sind bereits ausgestorben. Nur ein dezenter Zettel am Fuß deutet darauf hin.

Zur Eröffnung sprechen Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität, und der Kurator Dr. Carsten D. Siebert.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 17. Januar bis 30. April 2019,  Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, nach Absprache auch länger. Der Eintritt zur Eröffnung und Ausstellung ist frei. Die Werke können übrigens auch käuflich erworben werden.

Ort: KunstRaum Riedberg, Biozentrum, Gebäude 101, Max-von-Laue-Straße 9

www.kunstraum.uni-frankfurt.de

Die Ausstellung „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ ist noch bis Ende April im KunstRaumRiedberg zu sehen

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TEXT und FOTOS: Ann Wente-Jaeger

Wer will Stadtteil-Botschafter werden?

Wer ist jung, engagiert und möchte ein Projekt für den Riedberg verwirklichen? Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft wendet sich jetzt wieder an 15- bis 27-Jährige, die in ihrem Stadtteil eine eigene, gemeinnützige Projektidee in die Tat umsetzen wollen. Das Stipendium bietet Projekt-Know-how, persönliche Experten-Begleitung, Coaching und finanzielle Unterstützung für 20 junge Menschen, die in Frankfurt aktiv sein wollen und sich dort für ihre Mitbürger einsetzen möchten. Alleine oder mit einer zweiten Person als „Tandem“. Bewerbungsschluss ist der 15. April 2019.

Die Stadtteil-Botschafter erhalten unter anderem in regelmäßigen Seminaren und Workshops Grundlagen des Projektmanagements oder der Öffentlichkeitsarbeit. Während der Umsetzung der Projekte wird man individuell von Mentoren betreut. Begegnungen mit verschiedenen Frankfurter Persönlichkeiten und weitere optionale Angebote runden das Stipendienprogramm ab.

Mehr als 100 Projekte in zehn Jahren

Seit 2007 bietet die Stiftung jungen Engagierten die Möglichkeit, Stadtteil-Botschafter für Frankfurt zu werden. Innerhalb der letzten sechs Stipendiatengenerationen wurden bereits über 100 Projekte verwirklicht: In Nieder-Erlenbach kann man noch heute den 2008 errichteten Kletterturm erklimmen, in Bornheim im Mitmach-Garten „DerGrüneDaumen“ Kräuter pflücken und der Bergen-Enkheimer „Sports & Fun Day“, mit jährlich über 1000 Besuchern, wird 2019 zum zehnten Mal stattfinden.

Weitere Informationen unter: www.stadtteil-botschafter.de

Foto: Stiftung Polytechnische Gesellschaft