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Pfandringe für Flaschen in der City

Damit mehr Menschen ihr Pfandgut wieder in den Verwertungs-Kreislauf bringen, hat Umweltdezernentin Rosemarie Heilig gemeinsam mit der Sauberkeitskampagne #cleanffm und der Stabstelle Sauberes Frankfurt eine neue Initiative gestartet. Unter dem Motto „Just for Pfand“ hängen nun an 15 Stellen in der Frankfurter Innenstadt „Pfandringe“, in denen Pfandflaschen abgestellt werden können.

28 Millionen Pfandflaschen landen pro Jahr im Restmüll. Unnötiger Müll, der häufig auch in den Straßen und Grünanlagen liegt, und zugleich unnötige Verschwendung wertvoller Ressourcen. Denn zum Beispiel eine Bierflasche aus Glas kann etwa 50 Mal neu befüllt werden und damit sieben Jahre lang im Umlauf sein, selbst eine Mehrwegflasche aus Kunststoff schafft den Kreislauf 15 Mal.

„Unser Ziel ist, dass Feiernde hier ihre leeren Pfandflaschen abstellen, Pfandsammler*innen sie einsammeln und eintauschen. Der Effekt: Wertvolles Material gelangt so in den Mehrweg- oder Recyclingkreislauf und landet nicht im Müll. Beides schont die Umwelt“, sagte Heilig bei der Vorstellung der Initiative „Just for Pfand“. Die Pfandringe hängen am Liebfrauenberg, an der Hauptwache, an der Konstablerwache und am Hauptbahnhof. Pro Pfandring ist Platz für sechs Pfandflaschen. Damit reagiert das Umweltdezernat auch auf Wünsche aus der Bevölkerung nach Möglichkeiten, Pfandflaschen so bereit zu stellen, dass sie nicht aus dem Müll geholt werden müssen. Heilig ergänzte: „Mit der Initiative ‚Just for Pfand‘ zeigen wir auch den Menschen unsere Solidarität, die täglich mit Hilfe der Pfandflaschen ihr Leben meistern und nun nicht mehr in dreckigen Papierkörben und Containern danach wühlen müssen.“

Zunächst ein Jahr lang sollen die Pfandringe in der Stadt getestet werden. „Es gibt immer Situationen, in denen man die Flaschen schnell loswerden möchte. Mit dieser Aktion laden wir nicht nur ein, aktiv leere Pfandflaschen in die Ringe zu stellen, wir wollen auch daran erinnern, dass Pfandflaschen bares Geld sind. Ich würde mir wünschen, dass nun möglichst viele Menschen die Flaschen in Pfandringe stellen. So erhöht sich die Chance, dass sie wiederverwertet werden, wertvolle Ressourcen geschont und die Umwelt entlastet wird“, sagte die Umweltdezernentin.

Foto: Stabstelle sauberes Frankfurt/ cleanffm

Maskenpflicht bis zum Klassenzimmer

Mit Beginn des neuen Schuljahres gilt eine Maskenpflicht in Schulen außerhalb des Klassenzimmers – das hat die hessische Landesregierung heute in einer Pressekonferenz mitgeteilt. Zum Thema Schnupfen gab es eine Klarstellung.

Das Corona-Kabinett der Hessischen Landesregierung hat neue Regelungen zur Bekämpfung des Corona-Virus beschlossen. Aufgrund des bevorstehenden Schulstarts und weil nach dem Ende der Sommerferien wieder mehr Kinder in die Betreuung gehen, wurden insbesondere für diese Bereiche neue landesweit gültige Regeln und Empfehlungen vereinbart. „Wir müssen mit Augenmaß handeln und die Situation immer wieder neu bewerten – die Krise ist noch nicht vorbei. Deshalb haben wir uns darum gekümmert, Kindern, Eltern, Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erziehern klare Regeln an die Hand zu geben. Das gibt ihnen Sicherheit im Schul- und Kita-Alltag“, betonte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei.

Maskenpflicht an Schulen gilt landesweit

Die wichtigsten Änderungen im Überblick: Zum Schuljahresbeginn am kommenden Montag gilt grundsätzlich an den hessischen Schulen landesweit die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Die Regelung gilt mit Ausnahme des Präsenzunterrichts im Klassen- oder Kursverband.

Die Maskenpflicht an Schulen soll generell im Schulalltag gelten und zwar bis zum Betreten des Klassen- oder sonstigen Unterrichtsraums. „Während des Unterrichts im engeren Sinne halten wir es aus pädagogischen und sozialen Erwägungen nicht für zielführend, dass Schülerinnen und Schüler eine Maske tragen“, hob Kultusminister Alexander Lorz hervor. „Eine solche Regelung wird auch von Medizinern kritisch gesehen, wie es jüngste Äußerungen aus dem Verband der Kinder- und Jugendärzte oder vom Marburger Bund erkennen ließen.“ Selbstverständlich sei es aber jedem freigestellt, dies freiwillig zu tun.

Abweichend von dieser Vorgabe können Schulen – wenn sie beispielsweise ein sehr großes Außengelände haben – von der Maskenpflicht abweichen. Die Entscheidung liegt bei der Schulleitung. Vorher muss jedoch die Schulkonferenz angehört werden und eine Beratung durch den schulärztlichen Dienst stattgefunden haben. Für den Fall, dass das Infektionsgeschehen in einer Region deutlich ansteigt, liegt es im Ermessen der Gesundheitsämter vor Ort, eine weitergehende Maskenpflicht im Einzelfall anzuordnen. 

Umgang mit Schnupfenkindern

Die in dem Info-Blatt vorgelegten Leitlinien sollen auch Sicherheit schaffen, wenn der absehbare Fall einzelner Corona-Infektionen in Schulen oder Kitas auftritt. Die Informationen sollen den Verantwortlichen helfen, damit nicht übereilt Schulen oder Kitas geschlossen werden. „Selbstverständlich müssen alle – Eltern, Ärztinnen und Ärzte, Pädagoginnen und Pädagogen, Fachkräfte und sonstige Kräfte in der unmittelbaren Arbeit mit Kindern in Kindertageseinrichtungen sowie Tagespflegepersonen – ganz genau hinschauen, wenn bei Kindern und Heranwachsenden im Herbst Erkältungssymptome auftreten, um eine mögliche Ausbreitung des Corona-Virus unmittelbar zu verhindern“, betonte Sozialstaatssekretärin Anne Janz. „Ein Kind, das eindeutig krank ist, soll zuhause bleiben – das gilt jetzt, das galt aber auch schon vor der Corona-Pandemie“, so Janz.

Ein Besuchsverbot in der Kindertageseinrichtung, in der Kindertagespflegestelle und in der Schule gilt außerdem, wenn mindestens eines der relevanten, für COVID-19 typischen Symptome auftritt: Fieber (ab 38,0°C Trockener Husten, d.h. ohne Auswurf (nicht durch chronische Erkrankung verursacht wie z.B. Asthma) – ein leichter oder gelegentlicher Husten oder ein gelegentliches Halskratzen soll aber zu keinem automatischen Ausschluss führen. Wer nur einen Schnupfen hat, darf trotzdem die Kita oder die Schule besuchen. Schnupfen ohne weitere Krankheitszeichen ist ausdrücklich kein Ausschlussgrund.

Kostenlose Corona-Tests für Lehrer, Erzieher und Betreuer

Die Hessische Landesregierung ermöglicht außerdem Lehrpersonal, Fachkräften und sonstigen Kräften in der unmittelbaren Arbeit mit Kindern in Schulen, Kindertageseinrichtungen sowie Tagespflegepersonen, sich kostenfrei auf das Corona-Virus testen zu lassen, da sich das Abstandsgebot und auch die Mund-Nasen-Bedeckung im Alltag bei der Arbeit mit Kindern in Kitas oder der Kindertagespflege nicht oder nur eingeschränkt realisieren lassen. Testungen im Abstand von 14 Tagen sind für Lehrerinnen und Lehrer bis zum Beginn der Herbstferien möglich, für Fachkräfte in der Kinderbetreuung bis zum 8. Oktober.

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Frankfurter Gold – was wir alle wissen sollten

Es gibt kaum etwas, was so sehr mit Frankfurt in Verbindung gebracht wird, wie der Apfelwein. Doch dass das „Stöffche“ in Frankfurt zum Volksgetränk wurde, liegt noch gar nicht allzu lange zurück. Übrigens: Im Rhein-Main-Gebiet werden im Schnitt stolze zwölf Liter pro Person im Jahr getrunken. 

Frankfurt und Apfelwein – Zwei scheinbar untrennbar miteinander verbundene Begriffe. Zwar wird das flüssige Gold nicht nur in Frankfurt gekeltert und ausgeschenkt, doch kaum eine andere Region wird so stark mit Bembel und Geripptem in Verbindung gebracht wie die Mainmetropole. Das schlägt sich auch in harten Zahlen nieder. So liegt der bundesdeutsche Durchschnittskonsum des Apfelweins jährlich bei 0,6 Liter pro Person. Im Rhein-Main-Gebiet hingegen liegt er bei stolzen zwölf Litern pro Person. Kein Wunder. Der Ebbelwoi hat eine lange Tradition am Main. Doch was die wenigsten wissen, zum absoluten Frankfurter Traditionsgetränk wurde er erst vor knapp hundertfünfzig Jahren.

Antike Spurensuche

Die historischen Spuren des Apfelweins reichen weit zurück. Sie finden sich bereits im alten Griechenland. Der antike Geschichtsschreiber Herodot berichtet im fünften Jahrhundert vor Christus davon, dass Menschen im Gebiet des heute türkischen Städtchens Side Äpfel zur Saftgewinnung pressten. Der Ortsname der antiken Stadt ist noch heute Grundlage der französischen (Cidre), der italienischen (Cidro), der englischen (Cider) und der spanischen (Sidra) Bezeichnung für Apfelwein. Eine detaillierte Rezeptur zur Herstellung von Apfel- und Birnenwein ist erstmalig vom römischen Gelehrten Plinius dem Älteren überliefert. Einige Jahrhunderte später hatte Karl der Große großen Anteil an der Verbreitung des Fruchtweins im Frankenreich. Er erließ um 800 das „Capitulare de villis vel curtis imperii“, eine Landgüterverordnung, welche die Verwaltung der Krongüter im Reich regelte und bestimmte Vorschriften zur Nutzung einschloss. So wurde festgelegt, dass „jeder Ritter unter seinem Personal tüchtige Meister haben solle, namentlich Schmiede für Eisen, Silber und Gold und solche Leute, die berauschende Getränke bereiten können, sei es Bier, Birnen- oder Apfelwein“. Kein Wunder also, dass Kaiser Karl bei so viel Weisheit den ehrenvollen Beinamen „der Große“ bekam.

In Frankfurt dominierte im Mittelalter dennoch zunächst der Traubenwein über mehrere Jahrhunderte. Das milde Klima und die guten Böden in der Region schafften die perfekten Voraussetzungen für den Rebenanbau. Am Lohrberg, wo sich auch heute noch Weinberge befinden und Frankfurter Wein in Fässern reift, lässt sich bereits für das neunte Jahrhundert Weinanbau dokumentieren. Mit dem Kauf des Stadtwalds anno 1372 begann auch dort der Weinanbau im großen Stil. Die Herstellung von Apfelwein in Frankfurt ist wiederum erstmalig um 1600 nachweisbar. Damals noch als minderwertiges Arme-Leute-Getränk abgetan, welches in den heimischen Kellern privat gekeltert wurde und als berauschende Alternative zum teureren Traubenwein diente, schwang er sich erst langsam zum Frankfurter Traditionsgetränk auf.

Ebbelwoi wird Volksgetränk – „Ohne Gnade“ gegen Panscher

Grund hierfür war eine ganze Kette von Ereignissen, die mit der Kleinen Eiszeit einsetzen. Der Traubenweinanbau wurde durch diese klimatische Veränderung hart getroffen. Die empfindlichen Reben vertrugen die Kälte nicht und es kam immer wieder zu Missernten, was wiederum einen massiven Preisanstieg des Weins nach sich zog. Die Apfelbäume auf den Frankfurter Streuobstwiesen waren hingegen resistenter. So wurde der preisgünstigere Apfelwein auch für das Bürgertum attraktiv. Der allgemeine Anstieg der Popularität führte sogar dazu, dass der Frankfurter Rat 1638 eine Verordnung erließ, die verpflichtende Standards bei der Herstellung des Ebbelwois festlegte. Auf die Missachtungen dieser Reinheitsbestimmung standen drakonische Strafen. Dies belegen Dokumente aus dem 18. Jahrhundert: „Wer Apfelwein mit Mineralien und Silberglatt verfälscht, soll ohne Gnade mit dem Strang zu Tode gebracht werden“, beschloss der Frankfurter Rat 1750 in einem offiziellen Dekret.

Gekeltert und ausgeschenkt wurde das Stöffche in Frankfurt somit bereits seit mehr als vierhundert Jahren, doch seinen endgültigen Durchbruch zu dem Frankfurter Getränk hat der Ebbelwoi einer Katastrophe Ende des 19. Jahrhunderts zu verdanken. Auf unzähligen Weinbergen der Erde wütete damals die Reblaus. Der aus Nordamerika stammende Schädling wurde in den 1860er Jahren aus den USA eingeschleppt und verbreitete sich in den darauffolgenden Jahrzehnten über London und Frankreich in ganz Europa. Der Schaden, den die Laus überall für die Weinwirtschaft anrichtete, war verheerend. Während der „Reblauskrise“ wurden teilweise bis zu 80 Prozent der Weinanbaufläche zerstört. Auch das Rhein-Main-Gebiet blieb vom Rebensterben nicht verschont. Auf den Weinbergen Frankfurts gingen die Weinberge reihenweise ein, da die Laus auch die Wurzeln der Reben befiel und diese so stark beschädigte, dass die Pflanzen aufgrund von Wasser- und Nährstoffmangel abstarben.

Der Anbau wurde so immer unwirtschaftlicher und Wein wurde verstärkt aus anderen Regionen oder dem Ausland importiert. Um 1900 gab es im Stadtgebiet praktisch keine Weinberge mehr. 1905 fand die letzte öffentliche Weinlese auf dem Berger Hang statt. Auf den nun kahlen Weinbergen wurden Apfelbäume gepflanzt. Einer der Gründe hierfür war auch, dass auf den Anbau von Äpfeln weniger Steuern entrichtet werden mussten als auf den von Weintrauben. So löste der Apfelwein den Traubenwein als populärstes Volksgetränk endgültig ab.

Apfelwein als Frankfurter Kulturgut

Die „provisorischen“ Heckenwirtschaften, das Apfelwein-Pendant zu den Strauß- oder Besenwirtschaften im Rhein-Main-Gebiet, entwickelten sich im Lauf der Zeit zu festen Gaststätten. Ihr Erkennungszeichen ist auch heute noch der Fichtekranz mit einem Apfel in der Mitte. Ein Symbol, das vermutlich aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges stammt und zunächst den Steuereintreibern der Stadt als Markierung diente. Mit der Zeit etablierte sich der Fichtenkranz als zentrales Symbol der wachsenden Frankfurter Apfelweinkultur und ist auch heute noch – meistens mit einem Bembel in der Mitte – nahezu überall dort zu finden, wo es Apfelwein gibt. Als Wiege des Apfelweins gilt heute Sachsenhausen. Da das Apfelweinkeltern im Mittelalter auch in Frankfurt als Frevel angesehen wurde und verpönt war, wurde vor den Toren der Stadt im heutigen Sachsenhausen gekeltert und ausgeschenkt. Nirgendwo sonst in Frankfurt drängen sich auch noch heute so viele Apfelweinlokale dicht an dicht wie in Dribbdebach.

Für Eingeplackte und Touristen kann die Kultur des Ebbelwois zu Beginn genauso trüb und undurchsichtig sein, wie das Stöffche selbst. Bei den verschiedenen Begrifflichkeiten, die teilweise dennoch dasselbe beschreiben, kann man schon einmal durcheinanderkommen. Bekannt ist der Apfelwein in Frankfurt grundsätzlich als Ebbelwei, Ebbelwoi, Schoppe oder als Stöffche. Eine Sonderform des Ebbelwois ist der Rauscher, ein junger, süßer und noch gärender Apfelwein. Die Bezeichnung Äppler, die teilweise auch verwendet wird, kam erst vor rund vierzig Jahren durch verschiedene Werbekampagnen größerer Keltereien auf, die sich erhofften, somit ein größeres Publikum anzusprechen. Trinken kann man seinen Schoppen entweder pur oder gespritzt. Der Sauergespritzte wird mit Mineralwasser vermischt und schmeckt dementsprechend etwas milder. Früher hat man dies jedoch nicht zum Verdünnen gemacht, sondern um dem Apfelwein, der während der Lagerung immer mehr Kohlensäure verliert, diese wieder hinzuzufügen. Süßgespritzter, also mit Limonade gemischter Apfelwein, gilt bei vielen Frankfurtern als Todsünde und so manch ein Wirt weigert sich, diese Abnormität in seinem Lokal zu servieren. Lediglich im Winter, wenn heißer Apfelwein ausgeschenkt wird, ist die Zugabe von Zucker und Gewürzen wie Nelke und Zimt gesellschaftlich akzeptiert.

Serviert wird der Apfelwein traditionell im graublauen Bembel aus Ton, der wahlweise im Faulenzer präsentiert wird, einer Einschenkhilfe aus Eisen. Getrunken wird aus dem Gerippten, dem markanten, geriffelten Glas, welches wahlweise noch mit dem hölzernen, teilweise verzierten, Deckelsche, geschützt wird. Die charakteristische Oberflächenstruktur sorgt nicht nur für spezielle Lichteffekte, die das Stöffche heller scheinen lassen. Sie dient auch der besseren Haptik, da die fettigen Speisen, die traditionell gereicht werden, oft nur mit Messer und den Händen gegessen wurden: Klassisch etwa Handkäs mit Musik oder die Frankfurter Grie Soß mit Kartoffeln und gekochten Eiern.

Für viele Frankfurter ist ihr Ebbelwoi weitaus mehr als bloßes Erfrischungsgetränk. Das Stöffche ist auch heute noch stark mit der Region verwurzelt, vom Anbau über die Produktion bis hin zum Konsum in der Gaststätte um die Ecke – und gilt über die Grenzen Frankfurts und Hessens hinaus als flüssiges Kulturgut. Die malerischen Streubostwiesen in und um Frankfurt prägen auch heute noch das Bild der Region, ebenso wie die charaktervollen Gaststätten in der Stadt mit ihren großen Tischen, an denen man mit Fremden schnell ins Gespräch kommt, und den markanten Fichtekränzen über dem Eingang, die seit mehr als hundert Jahren Wahrzeichen der Apfelweinkultur sind.

Apfelweinernte 2020

Und so warten die Frankfurter auch jedes Jahr gespannt auf die anstehende Ernte. Da sich das Wetter von Jahr zu Jahr unterscheidet und die Apfelbäume so verschieden viel Sonne und Regen abbekommen, schmecken auch die Äpfel jedes Jahr anders. Doch mit dem Klimawandel und mit den damit verbundenen starken Wetterveränderungen leidet nun zusehends auch der Apfel. Zwar bedeutet viel Sonne für das Stöffche viel Zucker, also viel Süße, und somit einen hohen Alkoholgehalt, doch die Dürrejahre 2018 und 2019 haben den Bäumen in und um Frankfurt besonders stark zugesetzt.

Andreas Schneider ist Bio-Landwirt und Betreiber des Obsthofs am Steinberg in Frankfurts nördlichstem Stadtteil. Bereits in zweiter Generation werden auf dem Hof in Nieder-Erlenbach Äpfel angebaut und gekeltert. Nachdem er den Hof vor knapp 30 Jahren von seinem Vater übernahm, baute Schneider diesen sukzessiv zum Bio-Hof um. Zwar sei es aktuell noch zu früh, um vorherzusagen, wie der Ebbelwoi dieses Jahr schmecken wird, doch Schneider zeigt sich grundsätzlich zuversichtlich. „Dieses Jahr wird sehr wahrscheinlich ertragreicher als die letzten“, prognostiziert der Bio-Landwirt. „Durch die heißen und trockenen Sommer hatten wir 2018 nur einen Ertrag von maximal 50 Prozent, 2017 sogar nur von 10 Prozent. Dieses Jahr sieht es mengenmäßig wieder besser aus. Wenn alles gut wird, können wir um die 70.000 Liter Stöffche keltern.“ Auf Schneiders Streuobstwiesen wachsen 135 verschiedene Apfel-, 40 Birnen- und 35 Kirschsorten. Die große Diversität von Pflanzen ist nur ein Merkmal der Streuobstwiese und lockt viele heimische Tier- und Insektenarten an.

Schneiders Hof ist der letzte familiengeführte Betrieb auf Frankfurter Boden, der noch biologisch anbaut und auch selbst keltert. Für den Landwirt gehört es auch dazu, heimische und regionale Sorten zu erhalten und zu verbreiten. So etwa den Berkersheimer Rote, die Bischofsmütze, den Mollebusch und auch Speierlingssorten wie den Sossenheimer Riesen oder die Frankfurter Sonne.

Grundsätzliche Sorgen, dass der Klimawandel auch dem Apfelwein den Garaus macht, hat Schneider nicht. „Wir haben viele alte Bäume, deren Wurzeln tief reichen. Auch wenn wir viel nachpflanzen müssen, achten wir darauf, den Faktor Klimawandel bei Sortenwahl und Baumpflege miteinzubeziehen“, berichtet der Bio-Landwirt. Dass das Stöffche somit auch weiter eine Zukunft in den Gärten und Gaststätten Frankfurts hat, ist also erst einmal gesichert.

Text: Maximilian Scharffetter

Foto: Stadt Frankfurt/ Moritz Bäuml

350 Unwetter-Einsätze im Frankfurter Norden

Ein kurzes, aber heftiges Unwetter sorgte gestern ab 17.45 Uhr für mehr als 350 Einsätze für die Feuerwehr Frankfurt. Hauptsächlich in den nord-westlichen Stadtteilen zwischen Riedberg und Eschersheim kam es zu Starkregen und Wind – aber zum Glück offenbar nur zu Sachschäden. 

Es ist kurz vor 18 Uhr, als Blitze am Himmel zucken und für viele völlig unerwartet ein Starkregen einsetzt. Mit solcher Wucht, dass das Wasser Minuten später teilweise sogar durch geschlossene Türen drang, und auch bei uns im Stadtteil Gartenstühle, Schirme und Pflanzen umgeworfen wurden. Besonders heftig wütete das Unwetter nur wenige Kilometer weiter in Heddernheim und Eschersheim. Hier liefen Keller voller Wasser, knickten Bäume und Äste ab und wurden Gebäude und Fahrzeuge beschädigt. Zum Glück wurde offenbar niemand verletzt. 

Im Norden Frankfurts knickten Bäume um und liefen Keller voll Wasser – die Feuerwehr war mehr als 350-mal im Einsatz Foto: Feuerwehr Frankfurt

Gestern Abend noch twitterte die Feuerwehr: „Wir verzeichnen innerhalb der letzten 2,5 Stunden knapp 300 Einsätze. Besonders betroffen ist der nördliche Teil von Frankfurt. Es sind derzeit noch über 100 Einsatzstellen offen, die nacheinander abgearbeitet werden. Bitte haltet den #Notruf 112 für dringliche Fälle frei.“

Letztlich wurde über 350-mal die Feuerwehr wegen des Unwetters um Hilfe gerufen und es waren mehrere hundert Feuerwehrfrauen und -männer im Einsatz. Das Personal der Zentralen Leitstelle Frankfurt am Main musste aufgrund des extrem erhöhten Notrufaufkommens verstärkt werden. Die Freiwillige Feuerwehr, die einen Großteil des Einsatzaufkommens in den betroffenen Stadtteilen bearbeitete, ist bis spät in die Nacht im Einsatz. Unterstützung kam von Einheiten des Technischen Hilfswerks und der DLRG.

Und auch auf dem Riedberg waren am nächsten Tag noch die Spuren des Unwetters zu sehen…

Kurz vor 18 Uhr ging das Unwetter los Foto: MAINRiedberg

Fotos: Feuerwehr Frankfurt (2)/ MAINRiedberg (1)

IKEA-Überfall bei „Aktenzeichen XY“

Bereits im November geschah der bewaffnete Raubüberfall auf einen Geldboten vor der Ikea-Filiale in Nieder-Eschbach. Der oder die Täter sind noch immer unbekannt. Der Überfall wird nun am kommenden Mittwochabend, den 12.08.2020, in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY…ungelöst“, thematisiert. 

Der Täter gelangte am 9. November 2019 mit vorgehaltener Waffe an den Geldkoffer eines Geldboten und verletzte diesen bei einem Schusswechsel schwer. Nachdem der Unbekannte zunächst zu Fuß flüchtet, setzte er seine Flucht mit einem silberfarbenen Audi fort.

Das Fluchtfahrzeug wurde später brennend in einem Feld am Ende des Prozessionsweges am Riedberg aufgefunden. Wagen und Kennzeichen waren zuvor gestohlen worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der oder die Räuber am Riedberg in ein anderes Fahrzeug umgestiegen sind.

Hier wurde das ausgebrannte Fluchtfahrzeug gefunden. Der Feldweg befindet sich hinter einer Fußgänger-Unterführung am Ende des Prozessionsweges am Riedberg Foto: MAINRiedberg

Nach wie vor sucht die Polizei Zeugen, die Hinweise zu der Identität des unbekannten Mannes und seinem derzeitigen Aufenthaltsort geben können.

Die Frankfurter Kriminalpolizei hat für den Sendetag ein Hinweistelefon mit der Rufnummer 069 – 755 51299 eingerichtet.

Der Mann, der den Ikea in Frankfurt überfallen hat, soll zwischen 30 und 45 Jahre alt sein. Er ist zwischen 1,80 und 1,85 Meter groß und kräftig. Bei der Tat trug er einen weißen Kapuzenpullover und eine schwarze Trainingshose mit zwei weißen Streifen, sowie weiße Turnschuhe und weiße Handschuhe. Außerdem trug der Mann eine schwarze, eckige Sonnenbrille.

Es ist davon auszugehen, dass der bewaffnete Überfall lange vorbereitet wurde. So mussten der oder die Täter auskundschaften, wann und auf welchem Weg das Geld von Ikea abgeholt wird. Die Polizei überprüft nun andere Taten, die ähnlich abgelaufen sind. So gab es im September 2018 einen Überfall auf einen Geldtransporter in Limburg. Auch dort wurde das gestohlene Fluchtauto nach der Tat angezündet. Im März 2018 überfielen Täter einen Ikea-Geldboten in Köln und zündeten ebenfalls kurz nach der Tat das zuvor gestohlene Fluchtauto an.

Weitere Informationen zur Sendung unter zdf.de

Foto: Polizei

Der letzte Riedberg-Park ist im Zeitplan

Matsch und abgelagerter Sperrmüll an einer der schönsten Sichtachsen des Riedbergs sind zum Glück bald Geschichte: Der letzte große Riedberg-Park, der Grünzug „Römische Straße“, nimmt immer mehr Gestalt an und soll im Dezember fertig sein.

Wer an der Graf-von-Stauffenberg-Allee durch den Drahtzaun späht, kann schon erahnen, wie schön dieser dritte große Park im Stadtteil werden könnte. Der Spazierweg mit den weißen Basaltsteinen am Rand ist schon gut zu sehen, der Blick Richtung Skyline einerseits und zum Taunus andererseits ist frei. „Fast könnte man meinen, man schwebt hier geradewegs auf die Innenstadt zu“, sagt eine Passantin.

Insgesamt sollen rechst und links des Hauptweges 109 Bäume und 15.000 Sträucher in unterschiedlichen Größen gepflanzt werden. Rasenflächen, drei Spielplätze, einen zentralen Platz an der „Kreuzung“ zum Kätcheslachpark inklusive Restaurant und Café und Richtung Uni Regenwasser-Mulden wird es ebenfalls geben.

„Bisher liegen wir noch im Zeitplan“

„Die Fertigstellung ist für Dezember 2020 geplant. Bisher liegen wir noch im Zeitplan“, erklärt Patrick Paris von der Hessenagentur auf eine aktuelle MAINRiedberg-Anfrage. Einzig bei den Spielplätzen könne es zu Verzögerungen kommen.

Zugegeben: Die Arbeiten wurden auch aufgrund der Baumaßnahmen im Westflügel erst mit mehr als zwei Jahren Verspätung aufgenommen. Aber seit dem offiziellen Spatenstich im Dezember 2019 geht es zügig vorwärts, trotz Corona.

Die Baukosten liegen bei rund vier Millionen Euro

Der Grünzug „Römische Straße“ wird unseren Stadtteil von Nord nach Süd durchziehen. Er folgt der historischen Steinstraße, die von der Römerstadt „Nida“, dem heutigen Heddernheim, zum Limeskastell Saalburg führte. Der Park ist 3,2 Hektar groß, verläuft entlang der Frischluftschneise Richtung City, wirkt sich also auch positiv auf das Mikroklima aus. Die Baukosten liegen bei rund vier Millionen Euro.

Kurzer Blick zurück in die Geschichte: Vom Riedberg nach Rom sind es 1237 km, also umgerechnet rund 836 alte, römische Meilen. Die Straße wurde wohl vorwiegend von den Bewohnern der Römerstadt Nida für den Handel an der Grenze und von den römischen Hilfstruppen am Limes benutzt. Die freie Sicht vom Feldberg bis zur Skyline gab’s damals aber definitiv noch nicht…

Foto: MAINRiedberg

CO2-Barometer für den Riedberg – und für uns!

Das große Ziel der Klimaschutz-Initiative Riedberg (KIR) ist es, Riedberg bis 2030 klimaneutral zu gestalten. Dafür wird derzeit ein CO2-Barometer für unseren Stadtteil entwickelt. Auf der Webseite kann jeder Riedberger aber auch den persönlichen „CO2-Fußabdruck“ berechnen.

Ein klimaneutraler Stadtteil in nur zehn Jahren – „dies ist ein anspruchsvolles, aber sinnvolles und erreichbares Ziel“, sagt das KIR-Team um Anne Rave, Ina Mirel und Dr. Jens Lang. Mit Hilfe eines CO2-Barometers möchten sie den aktuellen Stand und demnächst die Fortschritte auf dem Riedberg messen und übersichtlich darstellen. Und in Erfahrung bringen, welche „CO2-Problemzonen“ wir haben und welche Verbesserungen angestrebt werden sollten.

Im ersten Schritt geht es darum, den Ist-Zustand der Emissionen zu ermitteln. Dafür ist auch eine repräsentative Studie innerhalb des Stadtteils geplant und dann wird es konkrete Schritte, Projekte und Informationen darüber geben, was jeder Einzelne bei Heizung, Strom, Mobilität, Ernährung und Konsum tun kann, um den CO2-Verbrauch zu vermindern.

Zugleich sucht die Initiative das direkte Gespräch unter anderem mit der Stadt Frankfurt und dem Ortsbeirat. „Wir wollen schauen, welche Räder sich im kritisch-konstruktiven Dialog mit Politik, Wirtschaft und Verwaltung drehen lassen.“ 

Wie viel trage ich zum Klimawandel bei?

Der Klimawandel betrifft uns alle – das ist längst eine Binsenweisheit. Doch noch greifbarer wird diese Tatsache, wenn man den ganz persönlichen CO2-Fußabdruck unter die Lupe nimmt. Auch das ist jetzt auf der Webseite des Vereins möglich, mit einem Klimarechner des Umweltbundesamtes. „Einfach auf den Start-Button drücken und die einzelnen Felder ausfüllen“, rät die KIR. 

Der Klimarechner ist verbunden mit vielen Tipps, die teilweise speziell auf den Riedberg zugeschnitten sind. 

Es gibt aber auch schon konkrete Projekte der erst Anfang des Jahres gegründeten Initiative. Das sind ganz bewusst kleine und größere Schritte. So hat man der Stadt einerseits Standortvorschläge für die Pflanzung weiterer Bäume und Sträucher geschickt und verfolgt andererseits das Ziel, von Juni bis Dezember 2020 zehn Familien im Stadtteil von der Installation einer eigenen Solaranlage zu überzeugen. Fünf neu installierte Anlagen weist der Neubau-Ticker schon aus – ein erster Erfolg für die „Solarchallenge“ der Klimaschützer.

Weitere Informationen unter www.klimaschutz-initiative-riedberg.de, Kontakt über kontakt@klima-initiative-riedberg.de

Foto: Klimaschutz-Initiative Riedberg

Nach Diebstahl: Spendenaktion für Billabong

Tolle Spendenaktion nach dem Diebstahl im Familienzentrum Billabong: Die Künstlerin und begeisterte Köchin Jana Zahn stellt Original-Aquarelle aus und bietet Leckereien an, die am morgigen Samstag ab 14 Uhr bei Billabong Family verkauft werden – und ein Großteil des Erlöses kommt der Vereinskasse zugute!  

Das schreibt Wahl-Riedbergerin Jana Zahn zur gemeinsamen Aktion mit dem Familienzentrum: „Leider ist bei Billabong Geld entwendet worden. Aus diesem Grund möchte ich meine Gemälde zum hälftigem Galeriepreis plus Spende verkaufen.“ Darunter sind Original-Aquarelle vom ‚Kalbach/Riedberger Stadtgeflüster‘, Gute-Laune-Aquarelle sowie Leckereien aus eigener Herstellung.

Janas Ziel ist es, „mit der Hilfe und Nächstenliebe der lieben Menschen, die hier wohnen, am Ende des Tages den entwendeten Betrag und vielleicht etwas mehr zu überreichen“.

Jana Zahn verkauft auch diese fröhlich-bunten Aquarelle zugunsten von Billabong Foto: Zahnfee/ Jana Zahn

Billabong wurden Bargeld und Spenden entwendet

Zwischen 15. und 20. Juli wurde im Familienzentrum Billabong eine dreistellige Summe an Bargeld aus der Kasse des Cafés entwendet. Der Verein hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Der dreiste Diebstahl geschah vermutlich in einer Zeit, wo sich ausnahmsweise nur wenige Personen im Familienzentrum aufhielten, wo aber die Räumlichkeiten offen waren. Deshalb appelliert der Vorstand: „Vielleicht hat ja einer unserer zahlreichen Kursteilnehmer etwas oder jemanden Auffälliges bemerkt.“ Hinweise gerne unter info@billabong-family.de

Die Spendenaktion zugunsten des Familienzentrums Billabong findet morgen, Samstag,  8. August, von 14 – 18 Uhr in der Graf-von-Stauffenbergallee 46b statt. Weitere Informationen unter www.billabong-family.de

Die Hygieneregeln werden selbstverständlich eingehalten.

Tolle Dips und Saucen gibt’s auch Foto: Zahnfee/ Jana Zahn

Fotos: Zahnfee/ Jana Zahn

Maskenpflicht? Bildungsdezernentin fordert klare Regeln

Frankfurts Bildungsdezernentin Sylvia Weber hat die hessische Landesregierung aufgefordert, vor dem Schulbeginn eine einheitliche Regelung für alle hessischen Schulen über zum Beispiel das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Schulgebäude vorzugeben, anstatt die Entscheidung und damit das Risiko den jeweiligen Schulleitungen zu überlassen.

„Dem Beispiel von Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und NRW folgend, sollte auch in Hessen für alle Schulleitungen eine klare Vorgabe zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung innerhalb des Schulgebäudes erfolgen. Wer zum einen regelmäßige Tests für alle Landesbedienstete anbietet – was ich sehr begrüße – sollte auch für die entsprechenden präventiven Vorgaben sorgen“, sagte die Stadträtin. Nur zusammen ergäben beide Maßnahmen einen Sinn.

Zumindest in den ersten Wochen nach den Sommerferien halte Weber eine Maskenpflicht in allen Schulgebäuden für alle Erwachsenen und Kinder ab zehn Jahren für unbedingt geboten, das heißt in den Gängen, im Treppenhaus, auf dem Schulhof und in den sanitären Einrichtungen. „Die Lehrkräfte könnten je nach Abstandssituation entscheiden, dass dann im Klassenraum die Maske wieder abgelegt werden kann“, schlug die Dezernentin vor.

„Ich fordere das Land zudem auf, auch städtischen Beschäftigten in Schulen eine freiwillige Testung anzubieten. Wer die Pandemie in unseren Schulen im Griff haben will, muss auch unsere Schulsekretariate, Schulhausverwaltungen und die Beschäftigten im Ganztag und in der Jugendhilfe im Blick haben. Eine Ungleichbehandlung von Mitarbeitenden einer Schulgemeinde unter einem Dach halte ich für falsch, da es auch infektiologisch keinen Sinn macht, nur einen Teil der Erwachsenen in einer Schule zu testen“, kritisierte Weber. Sie sei bereits mit ihrem Kollegen, Stadtrat Stefan Majer, im Gespräch und biete an, auch gemeinsam mit dem Land in Verhandlungen zu treten.

Kommt die Fiebermessung am Schuleingang?

Eine weitere Überlegung sei, ob man bei allen Schülern morgens vor Beginn des Unterrichts Fieber messen könne, um eine potenzielle Infektion frühzeitig zu erkennen. Das Fieber messen sei eine der wenigen Möglichkeiten, um Menschen, die sich infiziert haben, aber selbst noch keine Symptome zeigen, zu erkennen. Wenn eine erhöhte Temperatur festgestellt werde, so könne das Kind oder der betreffende Erwachsene vorsorglich zu Hause bleiben und getestet werden.

„Oberstes Ziel muss es sein, erneut komplette Schulschließungen zu vermeiden. Wir wissen inzwischen nur zu gut, was für Folgen der Lockdown gerade für Kinder aus bildungsfernen Familien hat. Das Homeschooling ist kein Allheilmittel, sondern sollte nur die letzte Option sein. Denn Kinder brauchen auch zum Lernen andere Kinder. Wir als Schulträger möchten gemeinsam mit dem Land die bestmöglichen Vorkehrungen für unsere Schülerinnen und Schüler und die Beschäftigten in unseren Schulen treffen. Ich hoffe in diesem Sinne auf eine rasche und einheitliche Verordnung des Landes, damit alle Schulen und Familien rechtzeitig wissen, woran sie sind“, sagte Weber.

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Bio-Bäcker eröffnet neben Ernsting’s family

Endlich kein Leerstand mehr: Zwei Jahre lang blieben die Räume der ehemaligen Temma-Filiale gegenüber vom Riedbergplatz ungenutzt. Ende Mai startete dort eine Filiale des Textilunternehmens Ernsting’s family. Heute eröffnete an der Ecke zur Riedbergallee eine Filiale der Biobäckerei Kaiser mit Café.

Attraktiv und bestens zu Fuß und per U-Bahn erreichbar war die Gewerbefläche schon immer. Doch nach der Temma-Schließung standen die Räume lange leer, da 800 Quadratmeter für einen Supermarkt zu klein, für viele andere Anbieter zu groß und die Räume für Gastronomie ebenfalls nicht geeignet waren. Außerdem kam anscheinend hinzu, dass Temma-Mutter Rewe die Miete ohnehin noch weiter zahlen musste.

Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen startete erst die Textil-Kette Ernsting’s family und nun auch eine Filiale der Biobäckerei Kaiser aus Mainz-Kastel. Direkt an der Ecke Riedbergallee/ Otto-Schott-Straße wurde ein Teil der ehemaligen Temma-Fläche räumlich getrennt und umgebaut. Ein großes Städte-Print an der Wand, Wohnzimmer-Atmosphäre, ein paar Sitzplätze drinnen, Stühle und Tische draußen, plus Eröffnung-Angebote – so präsentierte sich der neue Biobäcker heute den Riedbergern.

Schon am Vormittag bildete sich eine kleine Schlange vor dem Laden. Da spielte vermutlich auch eine Rolle, dass die Vollkornbäckerei bisher auf dem Riedberger Wochenmarkt vertreten ist und zahlreichen Kundinnen und Kunden bekannt ist. Backen ohne High-Tech-Enzyme und Emulgatoren, dafür lang geführte Vorteige und andere natürliche Backverfahren – darauf legt man beim Wiesbadener Mittelständler schon seit fast vier Jahrzehnten Wert.

Die Filiale in Riedberg ist Montag bis Freitag bis 19 Uhr, am Samstag bis 18 Uhr und am Sonntag Vormittag bis 12 Uhr geöffnet.

Der Biobäcker ist damit die fünfte Bäckerei im Stadtteil. Hinzu kommen die Einkaufsmöglichkeiten von frischen Backwaren bei Rewe, Aldi und Lidl. Die ersten sprechen schon von einem „Verdrängungswettbewerb“. Kunden von Bioprodukten jedoch wird die Neueröffnung freuen.

Foto: MAINRiedberg