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Großes Aufräumen nach der Abifeier

„Ich freue mich sehr, dass viele Schülerinnen und Schüler am Tag nach der Abifeier heute tatkräftig mit angepackt haben, so dass der Grüneburgpark wieder sauber ist“, lobte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig den Einsatz der 26 Jugendlichen, die der Einladung der Stabsstelle Sauberes Frankfurt und des zuständigen Ortsbeirats für eine gemeinsame Aufräumaktion gefolgt sind. Ihr Engagement zeige, so Heilig weiter, dass sie verantwortungsbewusst mit ihrer Umwelt umgehen.

Die Jugendlichen hatten am Freitag, 22. März, innerhalb von nur anderthalb Stunden 92 Müllsäcke befüllt. Am Tag zuvor waren auf der Abifeier bereits 76 Säcke gefüllt worden.

Auch die Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt, Claudia Gabriel, wertet die diesjährige Aufräumaktion während und nach der Abifeier als Erfolg: „Unser Ziel für das Abi 2020: Wieder so viele fleißige Schülerinnen und Schüler, die mit unserer Hilfe den Müll ihrer Abifeier wegräumen.“

Die Abifeier zum Abschluss der schriftlichen Prüfungsphase wird von vielen Abiturientinnen und Abiturienten traditionell im Grüneburgpark gefeiert. Allerdings mit erheblichen Folgen für die Grünflächen ím denkmalgeschützten Park: Jedes Jahr nach der Feier ist der Park übersät mit Müll, Kronkorken und Glasscherben zerbrochener Flaschen.

Zum ersten Mal waren am Donnerstag daher auch die Sauberkeitsbotschafterinnen und –Botschafter von #cleanffm bei der Abifeier. „Sie haben an die Feiernden appelliert, ihren Müll nicht auf den Rasen zu werfen und haben kleine Müllsäcke verteilt. Das hat gut geklappt“, erzählt Claudia Gabriel. „Viele der jungen Erwachsenen haben bei uns auch direkt die Mülltüten abgeholt und so dafür gesorgt, dass ihr Müll nicht auf der Grünfläche landete. Eine Schülerin hat allein sechs große Mülltüten gesammelt.“

Sie bekommt einen der Preise, mit denen der Ortsbeirat und die Stabsstelle Sauberes Frankfurt zuvor für die Mithilfe geworben haben. Ebenfalls bedacht werden die vier Schulen, deren Schülerinnen und Schüler am Freitag beim Aufräumen halfen.

Hier können Fundsachen abgeholt werden

Wer nach der Abifeier am Donnerstag, 21. März, im Grüneburgpark Rucksack, Schlüssel oder andere Habseligkeiten vermisst, den weist die Stabstelle Sauberes Frankfurt darauf hin, dass sämtliche Funde in das Fundbüro des Ordnungsamts in der Kleyerstraße 86 gebracht wurden.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Stadt Frankfurt

Jetzt bin ich Filmstar!

Von Social Media zum Filmstar. Für Selina ist das kein riesengroßer Schritt. Es sind viele kleine Schritte. Ein Traum, der mit 15-Sekunden-Videos begann und mit 550.000 Followern auf Instagram und fast zwei Millionen Fans im Teenie-Netzwerk Tik Tok noch lange nicht zu Ende ist. Stolz und immer noch erstaunlich schüchtern zeigt sie das Plakat zu „Misfit“, ihrem ersten Film, in dem sie die Hauptrolle spielt. Neben anderen Influencern und Moderatorin Sylvie Meis in der Rolle einer intriganten Schuldirektorin.

„Misfit“ bedeutet so viel wie „Außenseiter“. Doch worum geht’s? Um das, was Teenager bewegt. Um Schule, Cliquen, echte Freundschaft, große Gefühle, Mobbing – und die umwerfend hübsche, gesangbegabte Julia, die nach der Rückkehr von den USA nach Deutschland in der neuen Schule von allen „gedisst“ und gedemütigt wird. Nein, zum Glück nur von fast allen. Die inzwischen 19-Jährige Selina Mour spielt Julia und singt auch den Titelsong. Kurze Nachhilfe für alle, die’s noch nicht wissen: Selina ist hier am Riedberg aufgewachsen, wohnt immer noch bei Mama und Papa, wenn sie nicht gerade von einem VIP-Termin zum nächsten unterwegs ist, und hat hier auch begonnen, ihre ersten Videos zu drehen. Mit dem Handy im Selfie-Modus, dem richtigen Blickwinkel und manchmal auch dem Riedberger Himmel im Hintergrund. Warum? „Weil es mir einfach Spaß macht“, sagte sie, als MAINRiedberg sie vor zwei Jahren zum ersten Mal traf.

Die Message ist: Es ist cool, anders zu sein!

Sie machte ihr Abi, unter anderem in Mathe, an einem Frankfurter Gymnasium und startete danach richtig durch. Auf YouTube & Co., mit selbst geschriebenen Songs auf Spotify und inzwischen auch mit eigenem Fanshop. Sie ist die Tochter einer Thailänderin und eines Deutschen, steht auf Ed Sheeran und Grammy-Gewinnerin Ariana Grande, tanzt am liebsten Hip-Hop und will vor allem „nicht abheben“. Selina wird längst professionell gemanagt, aber Papa und Onkel stehen bei Interviews oft an ihrer Seite. Ihr Papa holt sie auch gerne noch mitten in der Nacht von einem der Gleise am Frankfurter Hauptbahnhof ab. Selina ist ihr echter Vorname, „Mour“ sozusagen der Username. Was insgesamt so richtig schön nach „Amour“, Liebe, klingt.

Vor zwei Jahren noch hat sie verraten, dass ihr Herz noch keinem Jungen gehört. Jetzt ist da ein Herz an einer silbernen Halskette, an das sie kurz greift, wenn sie nach der passenden Antwort sucht. Denn Misfit, Außenseiter zu sein, das hat sie zum Glück so in ihrer Schulzeit nicht erlebt. Sie hat jetzt nur manchmal mit „Hatern“ zu tun. Leuten, die Hass-Nachrichten ins Netz stellen. Aber so etwas sollte man „einfach ignorieren und sein eigenes Ding durchziehen“.

Zieht Euer Ding auf jeden Fall durch – das ist auch die Message ihres Films. „Ja, es ist cool, anders zu sein“, sagt Selina. Am liebsten würde sie allen unsicheren Teenies zurufen: „Seid Misfit, seid ihr selbst!“ Nur so können Träume wahr werden.

Hier läuft Selinas Film am Wochenende

Am 14. März lief Selinas Film „Misfit“ in den deutschen Kinos an. Aktuell ist die Teenager-Komödie z. B. am kommenden Sonntag im Cinestar Metropolis um 12.15 Uhr und 14.45 Uhr zu sehen. Am Kino-Dienstag nochmals im großen Saal um 14.45 Uhr, an den übrigen Tagen in kleineren Sälen.

Übrigens: Im Mai geht Selina mit ihrer Band zum ersten Mal auf Tour und tritt in fünf deutschen Städten auf. Auch zuhause in Frankfurt.

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Autogrammkarten zu gewinnen!

Diese Nachricht richtet sich vermutlich vor allem an Teenies unter 18 Jahren: Selina hat uns sieben signierte Autogramm-Karten geschenkt, die wir natürlich gerne weiterschenken. Mail an mail@main-riedberg.de genügt! Wer am schnellsten schreibt, gewinnt. Noch eine Bitte: Vergesst nicht, Name und Adresse dazuzuschreiben! Denn wir wollen Euch die Autogramm-Karten per Post zukommen lassen oder einfach direkt  in den richtigen Briefkasten werfen.

Noch eine Nachricht von Selina an ihre Fans: „Auf meinem YouTube-Kanal https://www.youtube.com/channel/UCf5eyuCqWMwp0KM643dxX9A sind meine 6 Singles und der Titel-Song zum Film Misfit als Musik-Video abrufbar.“

Die beiden sind für jeden Spaß zu haben: Selinas Onkel hat sich extra ein „M“, passend zu ihren ersten Film „Misfit“, auf den weißen Hut gemalt – und begleitet den Social-Media-Star zu zahlreichen Terminen

Fotos: MAINRiedberg

Riedberger Jazzpianistin in der „Romanfabrik“

„Es lohnt sich, heute zu kommen und die moderne Jazzmusik zu genießen, die ich von ganzem Herzen komponiert habe!“ Mit diesen Worten lädt die preisgekrönte Riedberger Jazzpianistin Freunde und Bekannte zu ihrem Konzert am heutigen Donnerstag um 20 Uhr in der Frankfurter Romanfabrik ein. Noch ein paar musikalische Einzelheiten gefällig? „Wir spielen in unserer Besetzung mit perfekten, großartigen Musikern wie Evgeny Ring am Altsax, Daniel Guggenheim am Tenorsax, Chris Rücker am Bass, Martin Standke am Schlagzeug und ich spiele am Klavier.“ Einen kleinen Vorgeschmack gibt’s im Internet unter https://youtu.be/xH4zNlvGibQ

2009 gründete die ukrainische Pianistin Natalya Karmazin ihre Band „Karma Jazz Group“ und fand sofort eine große Anerkennung in der Frankfurter Jazzszene. Im gleichen Jahr folgten die Auszeichnung mit dem Frankfurter Jazzstipendium und Auftritte bei den wichtigsten Festivals, beispielsweise dem Deutsches Jazz Festival. 2011 folgte „Birth of Indigo”, das Debütalbum ihrer Band. Nun präsentieren Natalya Karmazin und die Karma Jazz Group ein neues Programm mit eigenen Kompositionen der Bandleaderin. „Go on“ heißt dass Motto des Konzerts – zugleich symbolisiert es eine neue Etappe auf dem Weg des Quintetts.

Natalya Karmazin studierte an den Musikhochschulen in Frankfurt am Main und Leipzig sowohl klassisches als auch Jazzklavier. Ihre Kompositionen und ihr virtuoses Spiel zeigen ihre Wurzeln bei Sergei Rachmaninow und Myroslaw Skoryk. Dennoch sind die Einflüsse ihres Vorbildes Keith Jarrett und ihres Lehrers und Mentors Richie Beirach unüberhörbar. So entsteht eine besondere Mischung von spätromantischer ukrainischer Klaviermusik und modernem zeitgenössischen Jazz. Natalya Karmazin ist in der Ukraine und in Deutschland eine gefragte Solopianistin. Darüber hinaus arbeitet sie zusammen mit Jazzbands und begleitet Sängerinnen und Sänger.eine gefragte Solopianistin. Darüber hinaus arbeitet sie zusammen mit Jazzbands und begleitet Sängerinnen und Sänger.

Karma Jazz Group, heute live um 20 Uhr in der Frankfurter Romanfabrik, Hanauer Landstraße 186. Tickets kosten zwischen 15 Euro, ermäßigt 12 Euro. Karten reservieren unter http://jazz-frankfurt.de/?p=15761

Foto: Karma Jazz Group

An Riedbergs Unfall-Kreuzung: Rollerfahrer schwer verletzt

Mittwoch Nachmittag gegen 15.10 Uhr kam es an der Kreuzung Altenhöferallee/Graf-von-Stauffenberg-Allee zu einer Kollision zwischen einem Rollerfahrer und der Fahrerin eines Pkw. Der Fahrer des Rollers zog sich schwere Verletzungen zu. Bereits in der Vergangenheit sind hier Unfälle geschehen. Eltern und Ortsbeirat fordern an der unübersichtlichen Kreuzung seit mehr als zwei Jahren eine Ampel, zumal diese auf dem Arbeitsweg vieler Riedberger, an der Route der RMV-Busse und vor allem am Schulweg zu demnächst zwei Grundschulen liegt.

Der Magistrat hat die Errichtung einer Ampel für das dritte Quartal 2019 zugesagt. „Für diesen Unfall kommt das leider zu spät“, sagte ein Anwohner und Augenzeuge. Jörg Rohrmann vom Ortsbeirat nannte es „einfach nur traurig“, dass noch immer nichts geschehen ist.

So geschah der Unfall

Die 44 Jahre alte Fahrerin war mit ihrem Ford auf der Graf-von-Stauffenberg-Allee unterwegs. An der besagten Kreuzung bog sie in die Altenhöferallee ein und übersah mutmaßlich den vorfahrtsberechtigten Rollerfahrer. Dieser versuchte noch zu bremsen, stieß aber mit dem in die Kreuzung einfahrenden Pkw zusammen.

Der 37-jährige Fahrer des Rollers stürzte mit dem Kopf auf die Fahrbahn. Er trug glücklicherweise einen Schutzhelm, musste jedoch aufgrund der Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Genau Angaben zum Verletzungsbild sind laut Polizei bisher nicht bekannt.

In dem Ford befand sich neben der Fahrerin noch ein Kind. Beide blieben unverletzt. Am Auto entstand leichter Sachschaden.

Es war nicht der erste schwere Unfall

Im August vergangenen Jahres wurde hier bereits eine Schülerin beim Überqueren des Zebrastreifens verletzt. Zum Glück nur leicht. Im Juni 2018 erlitt ein Radfahrer schwere Verletzungen bei einem Zusammenstoß mit einem Auto. Auch in den Monaten vorher hatten sich Unfälle an der Kreuzung Altenhöferallee/ Graf-von-Stauffenberg-Allee ereignet, die beim Abbiegen schwer einsehbar ist.

Der Ortsbeirat Kalbach/ Riedberg forderte bereits im Herbst „die beschleunigte Errichtung einer Ampel“ oder vorerst „andere Maßnahmen zur Entschärfung der Verkehrssituation“. Bei der Ampel-Zusage des Magistrats im Dezember teilte die Stadt aber mit, dass eine Zwischenlösung kritisch gesehen wird. Die Begründung: Es gibt aktuell keine Unfallhäufung in diesem Bereich. Die aufgetretenen Verkehrsunfälle seien alle ursächlich unterschiedlich.

Informationen zum Unfall: Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Foto: MAINRiedberg

Bald darf hier gespielt werden

Noch radeln, rollern und gehen große und kleine Riedberger an diesem wunderschönen neuen Spielplatz vorbei und sind durch einen Zaun von Trecker, Mühle und Kletterlandschaft getrennt. „Der sieht doch fertig aus, warum darf man da nicht endlich rein?“, war nicht selten die Frage. Übrigens seit einigen Monaten. „Das Problem ist, dass der Rasen zwischen den Spielflächen nicht angewachsen ist, weil es 2018 zu heiß und zu trocken war“, hieß es bislang dazu. Aktuell aber erklärt Simone Jacob vom Grünflächenamt auf MAINRiedberg-Anfrage: „Wir versuchen gerade, eine Lösung zu finden. Wir hoffen, dass schon Ende März die Kinder dort spielen können.“ Zwar werden voraussichtlich kleinere Zäune die noch nicht allzu grünen Rasenflächen schützen. Den Spaß am Spiel wird das kaum trüben.

Hier ist der neue Spielplatz zu finden

Der neue Bauernhof-Spielplatz ist am Rand des Riedbergs platziert, in Verlängerung der Frischluftschneise vom Kätcheslachpark Richtung Norden. Das ist sozusagen parallel zur Altenhöferallee und direkt neben dem Areal, wo die zweite Sportanlage entstehen soll.

Die Hessenagentur ist noch für den Bau des gesamten Grünzugs zuständig. Erst dann geht diese Fläche in das Eigentum der Stadt über. Auch das spielte bei den Verzögerungen eine Rolle.

Aber jetzt können sich die Kinder endlich auf diese Spielgeräte freuen: eine Doppelseilbahn mit Startrampe, die durch das abfallende Gelände zum Wettgleiten einlädt, plus eine Kletterlandschaft, die einem Getreideland nachempfunden ist, und eine Windmühle mit einzelnen Stockwerken. Diese Mühle aus Holz, die für Mamas, Papas und Großeltern ein Blickfang sein mag, kann über Stufen, Stangen und Netze erklommen werden. Drinnen kann man sich verstecken oder wie in einer Höhle fühlen – und über eine Rutsche geht’s dann wieder raus.

Kletter-Trecker und Heuwagen plus Sand für die Kleinen

Im Kleinkind-Spielbereich gibt es eine Sandfläche mit buntem Klettertrecker und einem Heuwagen. Der Heuwagen bietet eine Gurtrutsche sowie Backtisch, Sandschütte und Aufzug für Sandspiele. Sitzgelegenheiten sind natürlich auch da.

Die Planung für das gesamte Areal stammt noch von 2013/ 2014, ruhte aber wegen des Feldhamsters. Zur Erinnerung: Naturschützer mussten erst untersuchen, ob in diesem Bereich geschützte Feldhamster leben. Als sich herausstellte, dass nur noch zwei Männchen zu finden sind, die auch nur in einer Erhaltungsstation gerettet werden können, gab es grünes Licht.

Foto: MAINRiedberg

Gedenken an den 75. Jahrestag der Zerstörung

Am Dienstag, 19. März 1944, warfen alliierte Bomberverbände während des Zweiten Weltkrieges ihre todbringende Fracht über Frankfurt ab und verwandelten die Innenstadt in eine Trümmerwüste. Exakt 75 Jahre nach diesem traurigen Ereignis gedachten am Dienstag Gäste auf Einladung von Oberbürgermeister Peter Feldmann der Verheerungen des Zweiten Weltkrieges und erinnerten an den Wiederaufbau Frankfurts. Der Stadtälteste und ehemalige Kämmerer Ernst Gerhardt berichtete von seinen persönlichen Erinnerungen an die Kriegszeit und die Entwicklung der Mainmetropole danach.

Gegen 21.15 Uhr hatten die Sirenen geheult. 846 Bomber der Royal Air Force legten die historische Innenstadt in Schutt und Asche. 400 Menschen starben in der Nacht und 55.000 wurden obdachlos. 7000 Häuser zerstörte der Angriff. Doch das war erst der Anfang. Vier Tage später folgte die zweite Bomberwelle. Noch einmal starben 1001 Menschen, 120.000 Frankfurter verloren ihre Wohnung. Bis zum Kriegsende sollten noch etliche kleinere Angriffe dazukommen. Als die Waffen endlich schwiegen, zählte Frankfurt zu einer der am stärksten zerstörten Städte Deutschlands.

Doch diese statistische Beschreibung bleibt unvollständig. Hierauf wies Oberbürgermeister Feldmann in seiner Gedenkrede hin. „Das sind Zahlen. Zahlen können nichts erklären. Sie können uns nicht fühlen lassen, wie sich die Frankfurterinnen und Frankfurter damals fühlten. Sie sagen nichts über die Todesangst, das Ausgeliefertsein, die Trauer und den Schmerz beim Anblick der Ruinen“, sagte das Stadtoberhaupt.

Die Zeit von damals hole einen nur manchmal ein. Wenn dies geschehe, dann mit Wucht, erklärte Feldmann. Dabei bezog er sich auf den Sommer 2017. Damals wurde bei Bauarbeiten eine nicht detonierte Weltkriegsbombe gefunden. Um den Blindgänger sicher entschärfen zu können, hatten während der umfangreichsten Evakuierungsaktion in der Geschichte der Bundesrepublik mehr als 60.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen.

Auch wenn heute nur noch wenig in der Stadt an den Krieg erinnere, sei es wichtig, „in Zeiten, in denen wieder gezündelt wird“ das Gedenken aufrechtzuerhalten. Dieses Erinnern verfolge zwei Ziele. Zum einen, „den Gedanken an Krieg, Zerstörung und unermessliches Leid aufrechtzuerhalten“. Dazu gehe es darum, jeglicher Umdeutung von Geschichte entgegenzutreten. „Da stehen auf einmal die Deutschen als Opfer eines Krieges dar, den sie selbst vom Zaun gebrochen und selbst entfesselt haben“, unterstrich der Oberbürgermeister.

Die positive Kehrseite dessen, „den Frieden unter europäischem Dach“, nannte er ein „von Menschen gemachtes Wunder“.

Zugleich spannte das Stadtoberhaupt den Bogen zur 2017 eröffneten neuen Altstadt. „Es ist ein neues Viertel geworden, ganz anders als vor den Bombennächten.“ Zwar entspreche die Altstadt in Teilen dem historischen Vorbild, atme aber den Geist der heutigen Mainmetropole: „Frankfurt ist heute international. Weltoffen und liberal ist es weit weg von jenen dunklen Jahren unter den Nazis. Dass es jemals wieder solche Zeiten gibt, dagegen müssen wir uns als aufrechte Demokratinnen und Demokraten wehren. Wir müssen kämpfen für die Werte, die gerade hier in der Paulskirche entscheidend vorangebracht wurden.“

Stadtältester Ernst Gerhardt, 1921 im Stadtteil Bockenheim geboren, ist einer der wenigen Frankfurter, die sich noch an die Altstadt vor ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erinnern. Sehr bewegend schilderte er seine Eindrücke im Zeitzeugengespräch mit dem Oberbürgermeister. Gerhardt sah die gerade zerstörte Altstadt während eines Heimaturlaubes kurz nach den Angriffen. Gerhardt war lange Jahre in der Kommunalpolitik aktiv. Seit 1956 als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, vier Jahre später als hauptamtliches Magistratsmitglied und von 1978 bis 1989 als Stadtkämmerer.

„Ich ging in die Altstadt und stieg auf einen glühenden Berg Trümmer. Es war ein Bild des Jammers. In meiner Seele war ich sehr, sehr traurig“, erinnerte sich Gerhardt.

Nach dem Krieg seien die Menschen in der Stadt über dessen Ende sehr glücklich gewesen. Und: „Sie haben nicht gejammert. Ihnen ging es ums Überleben“, sagte der Grandseigneur der Frankfurter Kommunalpolitik. Die Bürger hätten weder Zeit noch Interesse gehabt, sich um den Wiederaufbau der Altstadt zu kümmern. „Erst mit zunehmendem Abstand zum Krieg konnten sich die Menschen diesen Ideen zuwenden.“

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Heike Lyding/ Stadt Frankfurt

Eine magische Nacht …

Ob Rom, Mailand oder London…

Es ist gerade mal 2.42 Uhr, kalt, regnerisch und dunkel. Keine Zeit, um aufzustehen – eigentlich. Aber heute wird es eine magische Nacht, eine magische italienische Nacht geben. Erinnerungen werden wach an die WM 1990: die Vorrundenspiele gegen Jugoslawien und die Vereinigte Arabische Emirate im legendären Giuseppe-Meazza-Stadion im Mailänder Stadtteil San Siro. Alleine schon diese Worte erzeugen einen leichten Schauer auf dem Rücken. Eintracht-Legende Uwe Bein erzielte damals das 4:1 gegen die VAE. Nun sollte es also selbst nach Mailand gehen, nach San Siro, ins Giuseppe Meazza Stadion, mit Eintracht Frankfurt und 15.000 Adlern. Das kann einem schon mal den Atem und auch den Schlaf rauben.

671km oder 6h 37min…

mehr oder weniger. Einige sind bereits unterwegs. Mit dem Bus. Mit der Bahn. Mit dem Flieger. Oder eben selbstorganisiert mit dem Auto. Apfelhaltige Getränke und Nüsschen für den Elektrolythaushalt sind ausreichend vorhanden. Optimistisch und gut gelaunt machen wir uns auf die Reise. Über die A67 und A5 geht es Richtung Süden. Auch die Musik tönt in den Farben Schwarz-Weiss-Rot aus den Lautsprechern. Die Vorfreude steigt. Wir sind nicht die einzigen. An jeder Haltestelle, Rastplatz und auf der Piste trifft man Adler. Leicht zu erkennen am Adler auf dem Auto oder den wehenden Schals aus den Fenstern im Wind.

Mit dem 0:0 aus dem Hinspiel ist die Ausgangslage mehr als gut und alles sind wir optimistisch. Auch wenn Rebic noch nicht fit ist: mit Jovic, Haller, Gacinovic, Pacienca und auch Kostic haben wir genügend Alternativen um das entscheidende Tor zu machen. Die Abwehr mit unserem Samurai Hasebe und den Abwehrrecken Hinteregger, Rode und N’Dicka wird schon dafür sorgen, dass hinten die Null steht.

Nach gefühlten 23 Tunneln sind wir auf italienischem Boden und geniessen den ersten caffè. Bald sind wir auch an unserer Herberge angekommen. Es gab noch etwas Gestrubbel mit der Empfangschefin, aber auch dieses kleine Problemchen konnte kreativ gelöst werden. Direkt nebenan stärkten wir uns noch mit Pizza, bevor es per U-Bahn zum Domplatz ging. Eine sehr imposante Kulisse. Eine würdige Kulisse. Und der herrliche Platz war schon gut gefüllt mit Eintracht-Fans. Man traf den einen oder anderen Bekannten. Gude hier und Gude da. Erinnerungen an Bordeaux wurden ausgetauscht. Oder Charkiw oder Nikosia oder Rom. Aber das Team von 2013 in Bordeaux konnte man mit dem aktuellen kaum vergleichen. Eine Entwicklung, die einem schon Angst machen kann. Damals schon nur knapp dem Abstieg entkommen, kurzes Gastspiel von den Trainern Schaaf und Veh reloaded, als wir endgültig wieder am Abgrund standen.

Seit Kovac uns gerettet hat…

… in der Relegation gegen Nürnberg und zweimal ins Pokalfinale nach Berlin geführt hat, inklusive dem legendären und völlig unerwarteten Cupgewinn 2018 geht es nur noch aufwärts. Über die beiden Rückrunden in der Bundesliga breiten wir lieber den Mantel des Schweigens. Nun aber mit Adi Hütter ein Trainer von ganz anderem Format. Mit seinem Team hat er trotz der harten Abgänger von Prince Boateng, Wolf, Salcedo, Hradecky eine gefestigte und schlagkräftige Truppe geformt.

Und oh Wunder: es macht Spaß, der Eintracht beim Kicken zuzusehen. Unheimlich und ungewohnt. Und auch im Management ist Ruhe eingekehrt. Es wird gearbeitet und nicht gebabbelt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: ungeschlagen durch die Gruppenphase der Europa League mit so Hochkarätern wie Lazio Rom, Apollon Limassol und Olympique Marseille. In der Zwischenrunde ungeschlagen den Champions League Teilnehmer Shaktar Donezk besiegt. Und auf einmal ist die Eintracht der einzige verbliebene Verein aus der Bundesliga im europäischen Wettbewerb. Aktuell steht auch ein ausgezeichneter 5ter Platz in der Bundesliga mit Kontakt nach oben. Unheimlich. Was ist nur aus der launischen Diva vom Main geworden?

Schneller als gedacht…

geht es mit dem grossen Fan-Marsch in Richtung San Siro, dem Mailänder Stadtteil, der dem Stadion seinen alten Namen geschenkt hat, bevor es nach Giuseppe Meazza benannt wurde, der für beide grosse Mailänder Clubs gespielt hat: AC und Inter. Entspannt und gut gelaunt machen sich mehr als 8.000 Eintracht Fans auf den 10-km-Marsch durch die Stadt. Alles friedlich, alles freundlich. Kinder stehen auf der Strasse und winken, bekommen Aufkleber geschenkt. Kaum Polizei, keine Aggression. Schöne Fangesänge, ein paar Fahnen – so muss Fussball sein.

Und da steht das legendäre Stadion vor einem: groß und protzig in die Landschaft geklotzt. Massive Säulen an den Ecken, die unendlichen Windungen zum Aufstieg wird der eine oder andere noch verfluchen. Die Eingangskontrollen gingen schnell und einfach über die Bühne. Im Inneren dann aber auch schnell Ernüchterung: es sieht aus wie in einer Tropfsteinhöhle. Die Eintracht Anhänger sind unterteilt in einen roten und blauen Bereich, der äußerst streng geteilt bleiben soll. Keine Chance also, sich mit den Freunden und Bekannten nochmal zu treffen. Das „Essen“ und alkoholbefreite „Bier“ ist wenig dem Land der Essenskultur würdig. Mangels Alternative bleibt einem aber nichts anderes übrig.

Dann der erste Blick von den Oberrängen hinab…

…ins weite weite Tal bis zum Rasen: man wird schon ehrfürchtig.  Die Stunden bis zum Anpfiff ziehen sich etwas. Die Sitzschalen mit Absperrgatter sind auch etwas eng und unbequem. So steht dann auch der komplette rote Bereich als die ersten Spieler sich auf dem heiligen Rasen zeigen. Die Stimmung ist weiter ausgezeichnet und die Lieder werden lauter und wir stimmen uns auf diese magische Nacht ein. So langsam füllen sich auch die grünen Sitzschalen der Unterstützer von Inter. Nahezu der komplette Mittelrang bleibt leider leer. Ein 80.000 Zuschauer fassendes Stadion ist gerade mal zu 2/3 gefüllt. Selbst bei den großen Derbies zwischen Inter und AC Milan bleiben viel Plätze leer und die Stadt überlegt, ein neues kleineres Stadion zu bauen.

Die Oberränge sind durch Frankfurter gefüllt und im Stadion hat man stimmungstechnisch auch klar die Oberhand gegenüber den Italienern. Nach dem üblichen UEFA Marketing Schnick-Schnack geht es los und der Ball rollt endlich. Schnell wird klar, dass die magische SGE hier nicht auf mauern spielt, sondern frech und mit Druck nach vorne. Haller auch gleich mit einem Kracher an die Latte, nachdem Kostic den Torwart abgeschossen hatte. Hier ist Musik drin, der Traum vom Viertelfinale greifbar. Die Fans im Oberrang peitschen das Team nach vorne.

Dann ist es soweit: Luka Jovic …

…setzt sich physisch aber fair gegen seinen Gegenspieler durch und lupft elegant über den Torwart: 0:1! Für Eintracht Frankfurt! In San Siro! Der Oberrang eskaliert!  Mindestens 85 Minuten noch zu spielen. Das kann ein Nervenkrieg werden. Denkste! Die Eintracht spielt weiter frech auf und hat den Gegner im Griff. Frühes Pressing. Gutes Stellungsspiel und wenn nötig wird die gute alte Grätsche ausgefahren. Mit etwas Glück wäre noch ein zweiter Treffer in der ersten Hälfte drin gewesen, von den Mailändern sah man vor dem eigenen Tor wenig und wenn, war Kevin Trapp immer zur Stelle.

In der zweiten Hälfte ist die SGE auch weiter am Drücker, teilweise Ungenauigkeiten oder wieder etwas Glück fehlten aber zum 0:2. Ein paar ruppigere Fouls an Hasebe und Gacinovic sind auch zu beklagen. Beide opfern sich aber weiter fürs Team auf. Genauso wie Rode – ein klasse Abräumer vor der Abwehr. Die Zeit läuft ab für die Mailänder – weiterhin wenig inspiriert, was hier geboten wird. Was die Eintracht vorne abliefert, lässt viele Fans verzweifeln: Chance über Chance ohne Wirkungstreffer. Alleine vor dem Tor wieder und wieder, Flugkopfball einsam vor dem Torhüter, alles ohne Ergebnis.

Wird es sich rächen?…

6 Minuten Nachspielzeit. Die Sekunden dehnen sich zur Ewigkeit. Die SGE spielt aber souverän weiter, ballsicher, passsicher. Und am Ende steht der Auswärtssieg und die Adler ziehen in das Viertelfinale im Europapokal ein. Der Traum lebt weiter!

Nun aber zu den weniger schönen Dingen dieser Nacht. Es gab wieder irgendwelche Vollidioten im Oberrang hinter dem Tor, die unbedingt Leuchtspurmunition abschießen mussten. Und nicht nur die eine oder Fackel im Block abzubrennen. Nein, es wurde auf das Dach geschossen und von dort prallten zweimal das brennende Material ab und fiel in den dicht besetzten Unterrang. Nach dem Spiel wurde ein weiteres Geschoss auf den Rasen abgefeuert und landete zwischen zwei Spielern.

Die Reaktion auf den Rängen war entsprechend…

Zuerst gab es nur lautstark die Frage „Und Ihr wollt Eintracht Frankfurt sein?“. Nach dem zweiten Abschuss aber: „Ihr seid scheiße wie der OFC!“. Eine sehr deutliche Aussage, wenn man etwas mit der Fankultur bei der Eintracht bewandert ist. Es hätte eine magische Nacht werden können, so wurde aber leider die Freude über den Sieg und das Weiterkommen reichlich getrübt.

Bestimmendes Thema auf der Rückfahrt war dann leider auch die zu erwartende Sperre in der nächsten Runde. Wobei mit Benfica Lissabon ein schönes und attraktives Los wartet. Wenn die Eintracht weiter so aufspielt, darf man schon etwas von einer weiteren Auswärtsfahrt nach London zu Chelsea oder nach Prag träumen. Der eine oder andere Optimist hat auch bereits Karten für das Finale in Baku bestellt. Den Fans und dieser aussergewöhnlichen Mannschaft der SGE wäre es zu gönnen!

Eine magische Reise in Bildern

671 Kilometer Richtung Süden, Schnee am Gotthard-Pass inklusive..

Die wunderbare Stadt Mailand…

….war schon fest in Eintracht-Hand

Vorher gab’s natürlich noch ’ne Stärkung, wie es sich für Bella Italia gehört

Das legendäre Giuseppe-Meazza-Stadion von außen…

…noch schöner natürlich von innen

Und dann der Beginn einer magischen Nacht!!!

Text & Fotos: Alexander Markert

Gegenwind gegen neue Kita- und Hort-Pläne

Auf dem Informationsblatt für die Eltern sind zwei kleine Häuser und ein großes Haus zu sehen. Oben mit den aktuellen Kindergarten- und Hortplätzen sowie den Plätzen der Erweiterten Schulischen Betreuung (ESB). Unten mit der neuen Planung. Ganz einfach zu verstehen ist das auf den ersten Blick nicht. Tatsache ist: Die Kita Sonnenwind, eine der ältesten Einrichtungen im Stadtteil, soll aufgelöst werden. Weil es zum wiederholten Male deutlich mehr Kinder gibt, als städtische Prognosen vorhergesagt haben. Ziel ist es, künftig rund 500 Mädchen und Jungen der Grundschule Riedberg eine Nachmittagsbetreuung bieten zu können. Direkt im Schulgebäude. Dort, wo bisher die Kita Sonnenwind untergebracht ist. Im Gegenzug werden die Hortplätze in den nahen Einrichtungen „Schatzinsel“ und „Weltraum“ abgebaut, um dort wiederum mehr Kindergartenplätze zu schaffen.

2020 sollen die Umstrukturierungen beginnen. Unterm Strich soll es aber nach den großen Veränderungen nur rund 20 Kindergartenplätze mehr geben – was beim Elterninformationsabend am Mittwoch teils für Reaktionen von Unverständnis bis Protest führte. Einige laute Wortmeldungen waren auch dabei. Es war von „Unruhe“, „Riesen-Chaos“, „Dauerbaustelle“ und „Abwicklung“ die Rede. Auch von der Sorge, dass die verbleibenden Kinder nicht mehr optimal betreut werden würden.

Jasmin Misev, Referentin im Bildungsdezernat, leitete den Abend und versuchte klarzustellen: Es geht kein Betreuungsplatz verloren. Für bestehende Verträge gilt Bestandsschutz. Es wird auch ein laufender Prozess sein. Bezüglich der Wortmeldungen der Eltern sagte sie mehrfach: „Das nehme ich mit und gebe es weiter.“ Auch die Schulleiterin der Grundschule Riedberg, Heike Finster, machte deutlich: „Wir haben im Moment schon zwei Klassen in Räumen, die keine Klassenzimmer sind.“ Die zusätzlichen Räumlichkeiten werden also dringend gebraucht. Angesichts der Containeranlage, um die die Schule demnächst erweitert wird, sei auch ein Umdenken in puncto Nachmittagsbetreuung zwingend notwendig.

Eltern hoffen auf zweite Veranstaltung mit der Dezernentin

Dr. Christoph Lichtenberg, Elternbeirat der Kita Schatzinsel in der Christiane-Vulpius-Straße, bilanziert später: „Geplant war die Information über eine endgültige Entscheidung. Das Stadtschulamt war aber sichtlich überrascht über den intensiven Gegenwind, der den Plänen seitens des Auditoriums entgegenschlug.“

Nun hoffen Elternvertreter, dass möglicherweise doch noch etwas Bewegung in die Angelegenheit kommt. Eine weitere Veranstaltung, möglichst unter Beteiligung der Bildungsdezernentin Sylvia Weber, erscheint zumindest nicht unwahrscheinlich.

Einsatz für 13. Kita und Fortbestand der Kita Sonnenwind

Vor allem geht es vielen Eltern darum, die Kindertagesstätte Sonnenwind zu erhalten. Notfalls an einem anderen Standort oder in Containern. Einerseits könnte damit verhindert werden, dass ein funktionierendes Betreuerteam auseinandergerissen wird und Erzieher den Arbeitgeber oder an andere Einrichtungen des Trägers Caritas wechseln müssten. Andererseits könnten damit neue Kindergartenplätze geschaffen werden, die am Riedberg so dringend benötigt werden. Manche Kitas haben Wartelisten mit mehr als 100 Kindern, aufgrund von Mehrfachmeldungen sollen laut Stadtschulamt aber aktuell nur 60 Kinder noch keinen Betreuungsplatz haben.

Kleines Detail am Rande: Noch 2014 ging die Stadt davon aus, dass keine weiteren Kindergartenplätze benötigt werden und befreite die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG davon, eine weitere Einrichtung zu bauen. Ein Vater fragte am Mittwoch: „Was ist, wenn Ihre Prognosen diesmal wieder nicht stimmen?“

Direkt neben der Grundschule Riedberg wird ein Komplex mit mehr als 300 Wohneinheiten gebaut, am Fuß des Riedberg werden nochmals über 100 Wohnungen entstehen. Der Bezirk „Westflügel“ ist ohnehin noch nicht fertig bebaut. Auch dort werden in absehbarer Zeit zahlreiche Kinder wohnen, die zur Schule und in den Kindergarten gehen. Rainer Lossa vom Stadtschulamt, der den Riedberg von Anfang an mitbetreut hatte, verwies darauf, dass im Sommer eine dritte Grundschule in einem Provisorium im Norden des Stadtteils startet und aktuell eine zwölfte Kindertagesstätte mit sechs Gruppen in Bau ist. Deren Plätze sind allerdings schon überwiegend vergeben.

Zudem, für viele Anwesende überraschend, erklärte er: Man habe das zuständige Amt für Bau und Immobilien bereits gebeten, „einen 13. Standort für eine weitere Kita zu suchen.“ Könnte hier vielleicht die beliebte Kita Sonnenwind weitergeführt werden? Wäre das noch rechtzeitig genug? Eine Antwort auf diese Frage konnte es am Mittwoch nicht geben.

Fotos: MAINRiedberg

Darum streike ich heute für unser Klima!

Heute soll der „größte Klimatag der Geschichte“ werden. In 1.200 Städten in 92 Ländern auf fünf Kontinenten wollen Jugendliche für einen wirksamen Klimaschutz demonstrieren. Vorbild ist die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Inzwischen werden wöchentlich Aktionen unter dem Motto „Fridays for Future“ veranstaltet, am heutigen Freitag aber soll der Protest noch stärker und eindrucksvoller werden. In Frankfurt erwarten die Organisatoren mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler, die ab Mittag von der Bockenheimer Warte in die Innenstadt und weiter zum Römer ziehen. Die Schulämter hatten die Schulen aufgefordert, versäumten Unterricht es als „unentschuldigtes Fehlen“ zu bewerten. MAINRiedberg berichtet Gianluca Guccione (17), Schüler am Gymnasium Riedberg, warum er dennoch demonstriert – und Gesellschaft und Politik aufrütteln will:

„Die Welt wird die Klimakrise überleben, aber wir Menschen nicht!“

„Ich denke, zuallererst ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass man Umweltschutz nicht für die Umwelt tut, sondern für die Menschen. Ganz allein für die Menschen. Die Umwelt hat schon zig Vulkanausbrüche und die Dinosaurier überlebt, sie wird auch die Klimakrise überleben. Aber wir Menschen nicht. Deshalb denke ich, dass es wichtig ist, dass der Klimawandel unbestreitbar ist und alle Menschen auf dieser Erde trifft.

Das Ausmaß der Krise wird einfach viel zu wenig thematisiert. Vor allem stört uns, dass so wenig gemacht wird realpolitisch. Was mir persönlich sehr wichtig ist, dass hinter diesen „Fridays for Future“ auch konkrete Vorschläge und Handlungsmöglichkeiten stehen. Wir fordern die Verkehrswende bis 2035. Das heißt, dass wir bis 2035 auf einen vollkommen nachhaltigen Verkehr umsteigen, ohne die Umwelt weiter zu verpesten. Vor allem fordern wir auch Kohleausstieg bis 2030. Weitere Forderungen findet man auf der Internetseite von www.fridaysforfuture.de.

Zuletzt zur Frage, ob es in der Schulzeit sein muss. Natürlich muss es in der Schulzeit sein, weil man sonst nicht über uns berichtet. Ein zweiter Punkt ist: Wenn jeden Freitag tausende Menschen auf die Straße gehen und nicht in die Schule gehen, dann kann die Politik nicht nichts tun. Dieses Druckmittel ist unglaublich wichtig und deshalb ist die Bewegung so stark. Sie ist so stark, dass wir heute in über 90 Ländern über 1200 Demos haben. Auch Schüler unserer Schule werden sich beteiligen, über 100 bis 200 Stück. Vielleicht sind es sogar mehr. Es ist so unglaublich wichtig, auf die Straße gehen, und ich fordere alle Menschen auf, dem gleichzutun.“

Gianluca Guccione, Schüler des Gymnasium Riedberg, heute vor der Abfahrt zur Klima-Demo Richtung Innenstadt Foto: privat

 

Protokoll: MAINRiedberg

Fotos: privat

Fahrzeugbrand auf der A 661

Gestern gegen 17.50 Uhr erhielt der Fahrer eines Mercedes durch andere Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen Hupzeichen. Diese machten ihn darauf aufmerksam, dass mit seinem Fahrzeug etwas nicht stimmte und er anhalten solle. Der Mercedesfahrer befand sich zu diesem Zeitpunkt auf der A661 in Fahrtrichtung Oberursel. Kurz vor der Anschlussstelle Frankfurt-Heddernheim hielt er mit seinem Auto auf dem Standstreifen und musste feststellen, dass Flammen aus dem Motorraum schlugen.

Der Motorraum brannte vollständig aus. Die Flammen konnten von der Feuerwehr gelöscht werden. Nach ersten Einschätzungen dürfte der Brand aus technischer Ursache entstanden sein. An dem Mercedes entstand erheblicher Sachschaden, der Fahrer blieb unverletzt.

Informationen: Polizeipräsidium Frankfurt am Main