Monat: Juni 2016

Eine Grillhütte am Riedberg?

Es ist unser größter Park, wurde gerade um den neuen Westteil mit Piraten-Spielplatz und viel Grün erweitert. Die Gestalter des Kätcheslachparks sind renommierte Landschaftsarchitekten, haben uns im „alten“ Teil sogar einen romantischen, kleinen Weiher beschert. Doch fehlt das nicht noch was? Das fragt sich Soziologie- und Politik-Student Julian Neißner, der übrigens nebenbei auch Fußballtrainer beim SC Riedberg ist. Seine Idee: Eine Grillhütte im Kätcheslachpark! Sozusagen als „Meeting Point“ für Jung und Alt. Dafür sucht er ab sofort auf der Ideenplattform der Stadt Frankfurt möglichst viele Unterstützer.

Er sagt: „Die Kinder des Riedbergs werden zu Jugendlichen. Die Aufgabe muss es sein, den Stadtteil auch für Jugendliche attraktiv zu gestalten.“ Und ihnen einen Freiraum zu bieten, an dem sie sich gerne aufhalten. Zudem gibt es bald 8000 Studenten am Campus Riedberg. Spielplätze für Kinder gibt es viele – aber was ist mit den Heranwachsenden und Studenten? Zugegeben: Die Jungen feiern gerne im Kätcheslachpark, wildes Grillen inklusive. Plus leider auch reichlich Müll, was Anwohnern und den Ortspolitikern gewaltig „stinkt“.

Aber genau das brachte Julian auf seine Idee, für die er unter www.ffm.de/frankfurt/de/ideaPtf/45035/single/528/back/grid Unterstützer sucht. Auf der Bürgerbeteiligungs-Plattform der Stadt Frankfurt, wo man unter dem Motto „Mitmachen, Mitreden, Mitwirken“ Ideen zur Gestaltung unserer Stadt einbringen kann. Erreichen diese MEHR ALS 200 UNTERSTÜTZER, werden sie vom zuständigen Fachdezernat geprüft und dem Magistrat vorgelegt.

Lulian neissner
Student und Fußball-Trainer Julian Neißner hofft, dass viele Riedberger seine Idee unterstützen

Julian Neißner ist in Kalbach aufgewachsen und wohnt selbst am Riedberg, studiert neben Politik und Soziologie auch Geographie. Er befasst sich insbesondere mit elektronischen Partizipationsmöglichkeiten. So ist auch die Grillhütten-Idee entstanden. Denn seiner Meinung nach würde das die Müllproblematik „eindämmen“, da es dann weniger Wildgriller gäbe, einen Unterstand bei Regen bieten und zudem eben eine Begegnungsstätte für alle Riedberger sein.

Sein konkreter Vorschlag: „Man könnte eine Grillhütte auf der asphaltierten Plattform zwischen den zwei Seen errichten. Dieser Standort bietet für mich zwei große Vorteile. Erstens ist die Fläche bereits asphaltiert, somit wäre die Errichtung einer Grillhütte mit kleinem Aufwand verbunden. Zweitens ist es der zentrale Ort im Kätcheslachpark.“ Gut erreichbar für alle.

54 Tage hat er Zeit, genügend digitale „Unterschriften“ für eine Grillhütte am Riedberg zu sammeln.

(Fotos: Neissner/ Stadt Frankfurt/ Fotolia (2).

50 Reifen illegal entsorgt

Die Polizei bittet um unsere Mithilfe und sucht nach einem oder mehreren Umweltsündern: In der Zeit von Samstag, 25.06.2016, 20 Uhr, bis Sonntag, 26.06.2016, 8 Uhr wurden in einem Gebüsch im Bereich der Marie-Curie-Straße etwa 50 Autoreifen illegal entsorgt. Die Stelle befindet sich kurz vor dem Zubringer zur Rosa-Luxemburg-Straße in einem zwischen der Marie-Curie-Straße und dem Uni-Campus Riedberg. Aufgrund der Masse an Reifen, dürfte zum Transport mindestens ein Lieferwagen oder Klein-LKW benutzt worden sein.

Die Polizei sucht Zeugen, die im Tatzeitraum verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Sie werden gebeten, sich mit dem 14. Polizeirevier (Tel. 069 / 755-11400) in Verbindung zu setzen.

Sobald ein Gewässer, der Boden oder die Luft verunreinigt werden, handelt es sich beim illegalen Entsorgen von Altreifen um eine Straftat.

Nur zur Information: Alte Autoreifen können in Frankfurt bei Altreifenhändlern entsorgt werden. Zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe findet man im Branchenverzeichnis und in der von der Rhein-Main Abfall GmbH erstellten Entsorger- und Verwerterliste. Es ist aber auch eine kostenpflichtige Abgabe ist beim Recyclingzentrum der Werkstatt Frankfurt möglich (www.recyclingzentrum-frankfurt.de). Denn alte Autoreifen gehören auch nicht in den Sperrmüll – und schon gar nicht illegal in irgendein Gebüsch.

(Foto: Polizei)

Die NEWS der Woche

Schüler sind Stars in der Manege

„Ein Traum wird Wirklichkeit“ – unter diesem Motto findet bis zum Samstag an der ersten Grundschule Riedberg, Zur Kalbacher Höhe 15, eine Projektwoche mit dem Kindermitmach-Zirkus „Laluna“ statt. Unter der Leitung von Direktor Mike Rosenbach, dem ein Team erfahrener Artisten als Trainer zu Seite steht, werden Kunststücke am Trapez und auf dem Seil eingeübt, es wird jongliert und gezaubert, es werden Fakire und Clowns ausgebildet, aber auch die Manegentechnik selbst wird teilweise von den Kindern übernommen. So wird jedes Kind seinen eigenen Platz im Zirkus finden. Das Projekt bietet den Kindern Einblicke in die Zirkuswelt und hilft ihnen dabei, ihre eigenen Fähigkeiten und Grenzen kennen zu lernen. Gerade schwächeren und schüchternen Kindern hilft dieses Projekt zu entdecken, dass auch sie großartige Talente haben. Mit einem eigenen Zirkuszelt auf dem Schulgelände wird echte Zirkusatmosphäre geschaffen.

Kommen Sie doch zur Zirkusvorstellung! Im Rahmen der Projektwoche werden die Kinder am Mittwoch, den 29.06., Donnerstag, den 30.06. und Freitag, den 01.07., um jeweils 17 Uhr, sowie am Freitag um 13.30 und Samstag, den 2.6., um 9.30 Uhr und 13.30 Uhr in je einer Vorstellung ihr Können präsentieren.

Karten können zu einem Preis von 10 € Erwachsene / 6 € Kinder eine Stunde vor
Vorstellungsbeginn direkt vor Ort an der Zirkuskasse erworben werden.

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Unfall an unübersichtlicher Kreuzung

Elternvertreter und auch der Ortsbeirat hatten an der Kreuzung Altenhöferallee/ Graf-von-Stauffenberg-Allee schon lange eine Ampel angemahnt – Anträge diesbezüglich wurden von der Stadt bislang abgelehnt. Jetzt ist es dort wieder zu einem Unfall gekommen. Es ist Freitag kurz vor 17.30 Uhr. Berufsverkehr. Ein Autofahrer ist auf der Vorfahrtsstraße Richtung Riedbergplatz unterwegs, passiert den Zebrastreifen. Zeitgleich möchte ein Wagen rechts in die Altenhöferallee abbiegen. Beide Auto stoßen an der Kreuzung zusammen. „Da stand das kleine Auto in der Mitte der Kreuzung. Überall war Glas. Es war komplettes Chaos mit Hupkonzert und so weiter“, berichtet eine Passantin. Die Polizei wurde gerufen, um den Unfall aufzunehmen. Es entstand erheblicher Sachschaden. Die Unfallbeteiligten blieben aber zum Glück unverletzt.

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Ronald Bieber Kinderbeauftragter Riedberg kl

Kinderbeauftragter mit Mission

Unser neuer Kinderbeauftragter Ronald Bieber ist vom Magistrat noch nicht formell ernannt. Das kann erfahrungsgemäß noch einige Wochen dauern. Doch Ronald Bieber war alles andere als untätig in den Wochen seit seiner Kür durch den Ortsbeirat und hat einen Kinderatlas für den Riedberg erstellt. Der Atlas ist zu finden unter www.kinder.ronaldbieber.de und beinhaltet Karten für alle Spielplätze, Kindergärten, Schulen und einige Radrouten. Man kann sogar gezielt Spielplätze anzeigen, auf denen es beispielsweise eine Babyschaukel gibt. Der neue Kinderbeauftragte zu MAINRiedberg: „Ich habe noch ein paar Ideen, wie ich das noch ausbaue.“ Wir dürfen neugierig sein!

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„Big Bang Theory Tag“ für die Familie

Nach der Philosophin und Frauenrechtlerin Edith Stein ist die neue katholische Kirche an der Kalbacher Höhe am Riedberg benannt, die am kommenden Sonntag um 15 Uhr eingeweiht wird. St. Edith Stein gehört zur Pfarrei Sankt Katherina von Siena und soll als Centre for Dialogue at Campus Riedberg zugleich ein Ort für Glaube und Wissenschaft sein. Was macht dieses neue „Centre for Dialogue“ aus? Darüber können sich die Riedberger am 9. Juli ab 14 Uhr ein Bild machen – an einem „Big Bang Theory Tag“ für die ganze Familie. Unter anderem bei Mitmach-Experimenten des Schülerlabors Physik und des Instituts für organische Chemie. Urknall-Theorie zum Anfassen sozusagen. Daneben ist eine Diskussionsrunde geplant, unter anderem mit Prof. Dr. Hannah Petersen (Theoretische Physik), Prof. Dr. Harald Schwalbe (Chemie) und Prof. Dr. Thomas M. Schmidt (Religionsphilosophie). Dem Kuratorium des neuen Zentrums gehören namhafte Vertreter der Frankfurter Professorenschaft an.

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Sommerkonzert des Riedbergchors

Am 9. Juli folgt ein Event dem nächsten. Um 19 Uhr findet das Sommer-Konzert des Riedbergchors statt, der zugleich ein tolles Jubiläum feiern kann. Denn der Chor unter Leitung von Burcu Özcanyüz Seymen besteht nun seit zehn Jahren. Von Klassik bis Jazz, von Pop bis zu zeitlos-berühmten Melodien reicht das Repertoire. Vor dem Jubiläums-Konzert in der Evangelischen Riedberggemeinde, Riedbergallee 61, gibt es ab 18.30 Uhr einen Sektempfang. Im Anschluss an das Konzert ist ein geselliger Ausklang bei Getränken und Buffet geplant. Die Sängerinnen und Sänger freuen sich auf Ihr Kommen.

Falls Sie zukünftig nicht nur Zuhörer sein möchten: Der Chor probt donnerstags von 20 bis 21.30 Uhr (außer in den Schulferien). Neue Sänger/innen sind jederzeit willkommen! Kontakt: www.riedbergchor.de

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Neuer Platz für den Altkönigblick

Die HA Stadtentwicklungsgesellschaft hat im Auftrag der Stadt Frankfurt den „Ewald-Heinrich-von-Kleist-Platz“ im Quartier Altkönigblick errichtet. Auf einer Fläche von rund 1.630 Quadratmetern entstand der „Quartierplatz“ östlich der Altenhöferallee. Die nördliche Platzseite grenzt an den Magda-Spiegel-Weg, die südliche Seite an den Johann-Beyer-Weg.
Das Büro Bierbaum.Aichele Landschaftsarchitekten aus Mainz hat die Platzfläche entworfen. Das Konzept sieht eine ruhige Platzfläche mit wassergebundener Decke vor, die vielfältig nutzbar ist. Der Platz ist mit Ahornbäumen bepflanzt, die in einigen Jahren ein „Baumdach“ bilden sollen. Eine großzügig dimensionierte Lichtung schafft einen vielfältig nutzbaren Raum zwischen den Baumkronen – etwa für Boule oder kleinere Feste und Veranstaltungen. Sitzelemente laden zum Verweilen ein. Direkt am Park befindet sich übrigens ein neuer „unterirdischer“ Flaschencontainer. Was futuristisch klingen mag, ist praktischerweise ganz einfach: Klappe auf, Flasche rein – und dann verschwindet das Ganze im Boden. Ohne (hässliche) oberirdische Container.

Platz Altkönig Flaschen

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Erneut Sieg für Gymnasiasten

Nachdem im Februar die Tischtennis-AG des Riedberg-Gymnasiums für ein Freundschaftsspiel zu Gast in der Hochtaunushalle in Bad Homburg war, war die TT-AG der Humboldtschule vergangene Woche im Rückspiel in der Sporthalle des Gymnasiums Riedberg zu Gast. 14 Kinder kamen in Begleitung von AG-Leiter Fabian Gelies und dessen Helfer Fabian Zhou aus Bad Homburg mit dem Bus und der Straßenbahn. Die Tischtennis-Schul-AG des Riedberg-Gymnsiums von Diplomtrainer Wieland Speer war mit mehr als 20 Schülern vertreten. Ungewöhnlich war bereits das Aufwärmspiel. Dazu wurde ein Kasten aufgebaut und an seine langen Seiten jeweils zwei Weichböden, so dass Spielfläche entstand, die einem Tischtennistisch ähnelte. Mit einem großen Gymnastikball spielten nun alle Kinder zunächst Rundlauf. Danach ging es dann an die an die Tischtennis-Tische. Es wurden wie auch im Hinspiel immer nur zwei Sätze gespielt, sodass es auch zum Unentschieden kommen konnte. Die Spielpaarungen wurden dabei immer zufällig ausgewählt. Das Ergebnis war schließlich 70:66 für das Gymnasium Riedberg. Im Februar gewannen die Riedberger noch 46:38. Keiner der beteiligten Schüler blieb ohne Satzgewinn, so dass jeder ein kleines Erfolgserlebnis hatte.

(Text: Fabian Zhou und Wieland Speer/ Foto: W. Speer)

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„Der Brexit ist ein Schock“

Das Votum der Briten für den Brexit – das politische und wirtschaftliche Beben, das diese Nachricht auslöst, ist in der City, aber auch am Riedberg zu spüren. Während sich Oberbürgermeister Peter Feldmann in einer Pressemitteilung „enttäuscht über die Entscheidung der britischen Wähler“ zeigte, sprechen am Riedberg wohnende Engländer, Schotten und Iren gegenüber MAINRiedberg von einem „Schock“. Eine Bankangestellte: „Ich bin heute früh aufgewacht und wollte es nicht glauben. Ich sehe Unsicherheit und Instabilität, nicht nur für den Markt, sondern vor allem auch für die Menschen in und außerhalb von Großbritannien.“ Eine Mitarbeiterin von Rolls-Royce in Oberursel spricht von einer „mittelschweren Katastrophe“.

„Der Euro bleibt stark“

Zahlreiche Riedberger verfolgten auch während der Arbeitszeit ständig die aktuellen Nachrichten, die Stadtverordneten vermutlich ebenso. OB Feldmann betonte in seinem Statement, das das Presse- und Informationsamt veröffentlichte: „Wir müssen jetzt diese Entscheidung für einen Neuanfang in Europa nutzen. Der Staatenbund und der Euro sind und bleiben stark.“

Vorab war bereits spekuliert worden, dass im Fall der Fälle zahlreiche Banken und Finanzinstitutionen ihre Niederlassungen auf dem Festland ausbauen werden. Frankfurt ist hier neben Paris der wichtigste Finanzstandort. Viele – oft gut verdienende – Banker werden dann für sich und ihre Familien Wohnungen im Rhein-Main-Gebiet suchen müssen, wo bereits jetzt tausende Wohnungen fehlen und die Immobilienpreise seit Jahren steigen.

Bezüglich eines solchen Szenarios zeigte sich der Oberbürgermeister zurückhaltend: „Es war in den letzten Wochen viel spekuliert worden von einem Bedarf an neuem Wohnraum, einer vermehrten Ansiedlung internationaler Unternehmen bis zu einer Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt. Daran möchte ich mich nicht beteiligen.“ Stadtkämmerer Uwe Becker indes erklärte: „Sollten Unternehmen in Betracht ziehen, ihren Sitz von London nach Frankfurt zu verlegen, so sind wir gut aufgestellt und werden die Infrastruktur dem dadurch steigenden Bedarf anpassen.“

OB: „Börsenfusion muss diskutiert werden“

Was aber bedeutet das für die geplante Fusion der Deutschen Börse und der London Stock Exchange? Frankfurts Oberbürgermeister sieht nach wie vor die Pläne zur Börsenfusion skeptisch und sagt: „Unter diesen Umständen muss die Entscheidung der Börse und ihres Standortes weiter diskutiert werden. Ich bin gespannt, wie sich das Land Hessen im Genehmigungsverfahren verhalten wird.“ Laut FAZ verdichten sich bei Wirtschafts-Experten die Überlegungen, dass der Sitz der fusionierten Börse in London ein Problem ist – und nach einem Brexit noch mehr gegen den Konzernsitz in der britischen Hauptstadt spricht.

Unsicherheit und viele Fragen

Das ist die „große“ Wirtschaft und Politik. Der Brexit betrifft aber auch schon jetzt Riedberger ganz privat. „Nachdem wir heute aufgewacht sind und die Nachrichten gehört haben, wurde meinem Mann klar, dass er bald eine Arbeitserlaubnis und eine Arbeitsgenehmigung braucht oder zumindest alles wesentlich komplizierter wird“, berichtet Billabong-Vorstandsmitglied Judith McCrory, die bei Rolls-Royce in Oberursel arbeitet. Ihr Mann ist Schotte, könnte also eventuell im Nachhinein noch auf einem Exit vom Brexit durch die Schotten hoffen.

In der Region gibt es Konzerne, die im Vorfeld die Mitarbeiter mit britischem Pass ausdrücklich gebeten haben, für den Verbleib in der EU zu stimmen. Der Warenverkehr von und zur Insel ist fließend. „Sollen wir dann für jedes Teil in irgendeiner Form einen Zollzettel ausfüllen, oder wie wird das in Zukunft werden?“, fragt beispielsweise Judith McCrory.

Eine Bankmitarbeiterin, mit der MAINRiedberg sprach, verwies auch auf „die jungen Menschen, die aus England kommen und hier in Frankfurt bei Banken arbeiten“. Oft ist die gesamte Familie nachgezogen, langfristige Verträge sind in der Branche aber nicht mehr üblich. Einige dieser Briten wohnen auch hier am Riedberg. „Was wird jetzt aus Ihnen, also aus den kleinen Leuten? Die Banken werden die Verträge garantiert nicht verlängert. Heißt es dann einfach: Und tschüss?“

(Text: cd/ Grafik: bluedesign/ fotolia)

Zoo finanziert neue Professur

Seit vielen Jahren arbeiten die Goethe-Universität und der Zoo Frankfurt eng zusammen. Die Kooperation wird nun durch die Einrichtung einer durch den Zoo finanzierten Professur für Wild- und Zootiere ausgebaut – auf dem Campus Riedberg. Angesiedelt ist die neue Qualifikationsprofessur im Institut für Ökologie, Evolution und Diversität des Fachbereichs Biowissenschaften.

„Mit der gemeinsamen Professur kann der Zoo Frankfurt die Erfüllung seines Forschungsauftrags deutlich ausbauen und intensivieren“, freut sich Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch, denn neben Erholung, Bildung und Naturschutz ist die Generierung und Bereitstellung zoologischer Forschungsergebnisse eine der zentralen Aufgaben moderner Zoos. Wir leben in der Epoche des sogenannten Anthropozäns, also dem Zeitabschnitt, in dem der Mensch einer der wichtigsten Einflussfaktoren in Hinblick auf Klimawandel, Artensterben und -verschleppung, Vermüllung, Übernutzung zur Verfügung stehender Ressourcen geworden ist. In diesem Kontext soll daher im Fokus der Forschungen stehen, wie sich Wild- und Zootieren an eine sich wandelnde Umwelt anpassen können und wie Naturschutz im im Zeitalter der Globalisierung funktionieren kann. Zudem sollen Infektionskrankheiten von Wild- und Zootieren besser erforscht werden – und die wechselseitigen Beziehungen und Auswirkungen auf uns Menschen.

„Alle drei Forschungsschwerpunkte betreffen aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen“, betont Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, „Die Qualifikationsprofessur ist ein neues Modell, das wir hiermit auf hohem Niveau erproben können.“ „Anthropogen verursachte Veränderungen des natürlichen Lebensraumes und Krankheiten bedrohen derzeit zahlreiche Wildtiere in ihrem Bestand. Ein wichtiger Schritt in der Naturschutzbiologie ist es daher, vorhandene Restbestände, z.B. kleinste Wildtierpopulationen sowie Erhaltungszuchtgruppen in Zoologischen Gärten, wissenschaftlich zu untersuchen“, erklärt Prof. Dr. Sven Klimpel, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Ökologie, Evolution und Diversität der Goethe-Universität am Campus Riedberg.

Die zunächst durch den Zoo Frankfurt mit jährlich 50.000 Euro über fünf Jahre finanzierte Qualifikationsprofessur wird nach dieser Zeit von der Goethe-Universität übernommen. Die Professur erhält modernste Labor- und Büroräume im Biologicum am Riedberg und eine personelle Ausstattung.

Stadt-Kaninchen mögen keine Nachbarn

Sie haben richtig gelesen: Stadtkaninchen pfeifen auf ihre Nachbarn. Um wissenschaftlich präzise zu sein: Sie zeigen ein stärkeres Bedürfnis als Kaninchen auf dem Land sich abzugrenzen, indem sie ihr Territorium mit Duftstoffen markieren. Das hat eine Forschergruppe der Goethe-Universität am Campus Riedberg herausgefunden.

Wildkaninchen sitzt entspannt im Gras und frißt.

Stadt-Kaninchen grenzen ihr Revier stärker mit Duftstoffen ab als ihre „Nachbarn“ auf dem Land

Was macht der Nachbar? Europäische Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) erkennen das am Geruch der Latrinen, die wie ein Zaun die Grenze des Territoriums markieren. Latrinen in der Nähe des eigenen Baus dienen dagegen dem Informationsaustausch in der eigenen Gruppe. Kaninchen kommunizieren über Duftstoffe miteinander, die sich im Urin beziehungsweise im Kot befinden. Beim Schnuppern an der Latrine erfahren sie alles über das Alter, Geschlecht oder den sozialen Status der anderen Benutzer.

Doch Stadt-Kaninchen zeigen bei der Benutzung der Latrinen ein ganz anderes Verhalten als ihre Artgenossen auf dem Land, wie Madlen Ziege, Doktorandin der Arbeitsgruppe Ökologie und Evolution der Goethe-Universität, in der aktuellen Ausgabe des online Journals „BMC Ecology“ berichtet. Während Wildkaninchen auf dem Land mehr Latrinen in direkter Nähe zum Bau anlegen und diese auch häufiger nutzen, verhält es sich bei ihren städtischen Artgenossen ganz anders. Mit zunehmender Urbanisierung fanden die Forscher nicht nur besonders viele Latrinen an den Territoriumsgrenzen, d.h. weiter vom Bau entfernt, sondern auch Anzeichen dafür, dass sie regelmäßiger genutzt wurden als solche direkt am Bau. „Die Anlage von Latrinen zur Kommunikation zwischen benachbarten sozialen Gruppen, zum Beispiel um das Territorium eindeutig abzugrenzen, ist somit bei Wildkaninchen in der Frankfurter Innenstadt von besonderer Bedeutung“ so Madlen Ziege.

Erkenntnisse aus früheren Studien liefern eine gute Erklärung für diese Beobachtungen: In der Frankfurter Innenstadt leben nur wenige Tiere – oft sogar nur Pärchen oder einzelne Wildkaninchen – in einem Bau. Die Bauten- und Kaninchendichten sind hier jedoch sehr hoch und somit auch die Konkurrenz um Ressourcen. Eine klare Abgrenzung zum Nachbarn scheint hier von besonders großer Bedeutung zu sein, während die „interne“ Kommunikation in einer ohnehin kleinen sozialen Gruppe weniger wichtig ist. Im ländlichen Umland Frankfurts hingegen bewohnen große soziale Kaninchengruppen weitläufige Bautensysteme. Die Dichte an Bauten und Kaninchen ist hier vergleichsweise gering. Folglich ist die Kommunikation innerhalb derselben sozialen Gruppe von größerer Wichtigkeit.

Allerdings ist aus den aktuellen Informationen der Goethe-Universität nicht herauszulesen, ob all die Karnickel am Riedberg mehr Stadt- oder „Land“-Kaninchen sind. Vielleicht sehen wir sie jetzt aber beim Radfahren oder Spaziergehen mit anderen (interessierteren) Augen…

(Informationen: Pressestelle der Goethe-Universität/ Fotos: Fotolia (2)/ cd (1)

Mehr „Culture“ für den Riedberg

Mehr Lesungen, Kultur, (coole) Musik, von der Riedberger Kinderbuch-Autorin bis zur Tea time-Lesung, von inter-religiösen Festen bis zum Musik-Event – das alles will der neue „Culture Club“ verwirklichen. Gerne auch in Zusammenarbeit mit Stadtteil-Akteuren wie dem Familienzentrum Billabong. Gründungs-Versammlung war vergangenen Montag. Im Vorstand sind die Frankfurter Verlegerin Sandra Thoms und der Musik-Manager und international erstklassig vernetzte Vollblut-Musiker Andy Ludyk. Beide leben am Riedberg.

Sandra Thoms hat ihre Arbeit einmal in einem Interview folgendermaßen umschrieben: „Ich bin Verlegerin, Autorencoach, Dozentin und seit kurzem auch Bloggerin. Oder kurz gesagt: Bücherhebamme.“ Der 45-jährige Ludyk wurde unter anderem durch seine Arbeit für die Senator Film-Produktion bekannt, wo er als „Head of Music Division“ internationale erfolgreiche Projekte wie Lammbock, Swimmingpool, Das Wunder von Bern und Mondscheintarif hinsichtlich der musikalischen Inhalte und Rechteauswertungen koordinierte. Inzwischen ist er auch unabhängiger Gerichtsgutachter im Bereich Musiknutzung, bei gemeinnütziger Kulturarbeit und Nachwuchsförderung sowie vereinzelt für verschiedene Künstler als Studio- und Livemusik aktiv.

Doch warum wurde der neue Verein gegründet, was will der Culture Club unserem Stadtteil geben? Sandra Thoms erklärt MAINRiedberg: „Auf dem Riedberg leben Menschen jeder Altersstufe aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturkreisen. Mit den Culture Club Riedberg hoffen wir, durch Literatur, Musik und Kunst Verbindungen zwischen allen Bewohnern zu schaffen und zu zeigen, wie international, vielfältig und spannend unser Viertel ist!“

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Auf dem Foto von links nach rechts: Andreas Woitun, Schatzmeister / Sandra Thoms, 1. Vorsitzende / Andy Ludyk, 2. Vorsitzender/ Fabian Obergföll, Schriftführer

Alle Unterlagen gingen noch in dieser Woche ans Finanzamt. Sobald die Gemeinnützigkeit anerkannt ist, kann sich der Culture Club im Vereinsregister anmelden. Die Bearbeitung beim Amt dauert voraussichtlich vier bis sechs Wochen. Inzwischen werden bereits erste Pläne geschmiedet und Veranstaltungen vorbereitet.

Wir dürfen also gespannt sein!

(Foto & Logo: Culture Club/ kmd)

Brücken-Arbeiten bis Oktober

Diese Langzeit-Baustelle ist nur wenige hundert Meter vom Riedberg entfernt – und wird uns eventuell in doppelter Hinsicht berühren: Die Brücke über die A5 Richtung Weißkirchen muss im Zeitraum von von 27. Juni bis Mitte Oktober grundlegend erneuert werden. Die Landesstraße L 3019 wird dort halbseitig gesperrt, teilweise sogar ganz. Für uns Riedberger kann das Umwege oder Wartezeiten vor den Baustellen-Ampeln bedeuten. Anwohner im Norden unseres Stadtteils indes fürchten, „dass deshalb noch mehr Autos durch den Riedberg fahren“. Schon jetzt nimmt laut Anwohnern der Pendler-Schleichverkehr stetig zu. Durch die Bauarbeiten könnte der Weg über die Altenhöferallee und dann rechts über die Graf-von Stauffenberg-Allee Richtung Rosa-Luxemburg-Straße und Innenstadt morgens noch attraktiver werden. Am Abend fließt der Verkehr in umgekehrter Richtung.

Der komplette Fahrbahnaufbau der Brücke muss ersetzt werden, sowie Abdichtung und Schutzeinrichtungen. Zusätzlich erneuert die Straßenverwaltung die Fahrbahn im Anschluss an die Brücke. Wenn die L 3019 halbseitig gesperrt wird, wird der Verkehr mit Ampeln geregelt. An einigen Wochenenden wird die Straße vollständig gesperrt. Schilder weisen bereits auf die Dauerbaustelle hin.

(Foto: Detsch)

Stadt feiert 25 Jahre Grüngürtel

Neben all den bunten Farben, die die Stadt Frankfurt zu bieten hat, ist sie vor allem grün, naturnah und viel umweltorientierter man denken mag. 8000 Hektar, eine Fläche so groß wie 10.000 Fußballfelder, bestehend aus Stadtwald, Parks und Grünanlagen, Sportanlagen, Kleingärten, riesigen freien Acker- und Wegeflächen, kurz ein Drittel der Stadtfläche, bilden den Frankfurter GrünGürtel. Das Herzstück des Regionalparks Rhein-Main feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag.

OB spricht von „historischer Entscheidung“

„Bis heute ist der GrünGürtel gewachsen und zu einer Marke geworden, die für Frankfurt von zentraler Bedeutung ist. Er bietet Menschen aus Frankfurt und Umgebung nicht nur Raum zur Erholung und die Möglichkeit zur Umweltbildung, sondern hat auch enorme Bedeutung für die Artenvielfalt und stabilisiert das Klima der Stadt, seine Einrichtung war eine historische Entscheidung für unsere Stadt“, erläutert Oberbürgermeister Peter Feldmann. Auch aus wirtschaftlicher Sicht, sowohl in der Land- und Forstwirtschaft als auch als Standortfaktor für Gewerbe und Industrie, spiele der GrünGürtel eine wichtige Rolle. „Symbolisch vertreten wird er durch das GrünGürtel-Tier, das Robert Gernhardt 2001 erfunden und der Stadt geschenkt hat. Inzwischen lebt es an vielen Orten im GrünGürtel, beispielsweise in Form von Skulpturen am Tiroler Weiher im Stadtwald, auf einer Brücke am dem Alten Flugplatz oder am Goetheturm“, so Feldmann weiter.

Die lange Geschichte des GrünGürtels

Von heute auf morgen entstanden ist der grüne Ring um Frankfurt vor 25 Jahren natürlich nicht. Bereits in den 1920er-Jahren gab es den Plan für einen „Grüngürtel Niddatal“. Rund 50 Jahre später hat der Stadtplaner Till Behrens ein erstes Konzept entwickelt. Mit dem damaligen Umweltdezernenten Tom Koenigs nahm dieses Konzept ab 1990 konkrete Züge an. Sowohl die Bevölkerung als auch Politik, Stadtverwaltung sowie nationale und internationale Planer wirkten am Ideenfindungsprozess mit. Am 14. November 1991 beschloss die Stadtverordnetenversammlung schließlich einstimmig die GrünGürtel-Verfassung. Darin festgelegt wurden unter anderem seine Fläche, Zusammensetzung und die sozialökologischen Ziele. „Der Beschluss des GrünGürtels durch die Stadtverordneten vor 25 Jahren war eine Jahrhundertentscheidung für die Frankfurt“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig.

Um die konkrete Gestaltung des GrünGürtels, der seit 1994 flächendeckend als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist, kümmerte sich zunächst eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe, dann die GrünGürtel GmbH, seit 1997 eine ämterübergreifende Projektgruppe unter der Leitung von Klaus Hoppe aus dem Umweltamt. „Heute würde man sagen: Der Beschluss der Stadtverordneten war eine nachhaltige Entscheidung, doch damals war der Begriff noch nicht in aller Munde. Als ich damals zur noch jungen Projektgruppe GrünGürtel kam, begeisterte es mich, an einem Projekt mitzuwirken, das die Lebensqualität der Menschen in Frankfurt verbessert“, sagt Ingrid Wentzell vom Umweltamt, die seit dem Jahr 2000 Mitglied der Projektgruppe GrünGürtel ist.

Drei Ämter – eine Projektgruppe

Seit 2014 wird die Projektgruppe von Thomas Hartmanshenn geleitet. Für ihn liegt der größte Reiz an seiner Arbeit darin, dass man nur in Kooperation mit vielen unterschiedlichen Akteuren, wie den städtischen Ämtern, Naturschutzverbänden, Landwirten und anderen Vertretern wirtschaftlicher Interessen, etwas erreichen kann. „Am Erhalt und der Entwicklung des GrünGürtels sind so viele Menschen beteiligt, dass man eine gemeinsame Schnittmenge finden muss“, so der Geograf. Der 53-jährige Quereinsteiger, der erst seit gut zwei Jahren für die Stadt Frankfurt im Einsatz ist, war vorher viele Jahre im Bereich der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit in unterschiedlichen Ländern tätig.

Innerhalb der Projektgruppe GrünGürtel, die heute aus fünf Mitgliedern aus dem Umweltamt, vier aus dem Grünflächenamt und einer Person aus dem Stadtplanungsamt besteht, finden regelmäßig Sitzungen und Workshops statt. Während das Umweltamt in Bezug auf den GrünGürtel eher konzeptionelle Aufgaben übernimmt, arbeitet das Grünflächenamt vor allem an der praktischen Umsetzung der Ideen. „Unsere Arbeit hat noch immer sehr viel mit Visionen zu tun“, sagt Hartmanshenn. Ohne Visionen vor 25 Jahren würde es den GrünGürtel in dieser Form heute sicherlich nicht geben. „Niemand wusste damals, wohin es geht. Natürlich haben wir noch nicht alles erreichen können, was die Stadt sich damals vorgenommen hat. In manchen Fällen hat die Realität allerdings die Vision übertroffen. 2003 hat sich beispielweise sicher niemand erträumen lassen, wie der Alte Flugplatz heute aussieht.“

Alter Flugplatz – neuer Naturraum

Der GrünGürtel hat mit seinen drei großen Landschaftseinheiten viele Gesichter. Am Berger Rücken im Nordosten des GrünGürtels gibt es viele Streuobstwiesen. Richtig grün ist es im Stadtwald, der sich von Schwanheim im Südwesten bis Oberrad im Südosten erstreckt und mit rund 4.000 Hektar die Hälfte der Fläche des GrünGürtels ausmacht. Das Niddatal, der dritte Landschaftsraum, beheimatet den Alten Flugplatz, den sich die Stadtteile Kalbach und Bonames teilen. Er wurde seit 2003 renaturiert und umgestaltet. Auf dem ehemaligen Gelände der US-Army wurden Asphalt und Beton aufgebrochen, damit sich die Natur ihren Raum zurückerobern kann.

Der Alte Flugplatz ist der Garten, den viele Frankfurter nicht haben. Hier können sie Inline skaten, Rad fahren, auf der Landebahn oder unter dem Baumhain picknicken und die entstehende Wildnis beobachten – einzigartig in einem Ballungsraum wie Frankfurt-Rhein-Main. Schollenfeld, Teiche, eine überschwemmte Feuchtwiese und Altarme der Nidda bieten Lebensraum für fast 120 Vogelarten, Frösche, Molche und Schmetterlinge. Seit einiger Zeit haben sich sogar Störche angesiedelt; in diesem Jahr brütet dort das erste Paar in Frankfurt seit über 40 Jahren. „Der Flugplatz ist bislang das bedeutsamste Projekt im GrünGürtel, in das von der Stadt und aus Naturschutzmitteln viel Geld geflossen ist“, sagt Thomas Hartmanshenn. Neben anderen großen Meilensteinen wie etwa der Bau des Bohlenwegs in den Schwanheimer Dünen oder die Ufer-Renaturierung der Nidda sei der Flugplatz das Vorzeigeprojekt schlechthin in der 25-jährigen GrünGürtel-Geschichte.

Seit dem Beginn der Renaturierung ist der Alte Flugplatz auch eine der Lernstationen im Bildungsraum GrünGürtel. Mit dem Programm „Entdecken, Forschen und Lernen“ bietet er Schulklassen, Kita-Gruppen und Familien Natur zum Anfassen. In den Ferien werden Sommerwerkstadt und Ferienspiele angeboten. Das Umweltamt konzipiert und finanziert zusammen mit dem Grünflächen- und Schulamt die Programme, die dann von der Naturschule Hessen, den Aeronauten, der Gruppe Finger und dem Verein Umweltlernen in Frankfurt umgesetzt werden. Thomas Hartmanshenn ist es besonders wichtig, dass Großstadtkinder den richtigen Umgang mit der Natur erlernen und physisch erleben: „Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen sich für etwas engagieren, wächst mit der Kenntnis über das jeweilige Thema. Je früher Kinder in Kontakt mit der Natur kommen und Landwirtschaft kennenlernen, desto besser ist es für ihr späteres Verständnis und ihr Engagement.“

LanschaftsLotsen weisen den Weg

Damit die Natur möglichst ungestört bleibt, sind beim Spielen und Sport treiben im Landschaftsschutzgebiet Regeln wichtig. Deshalb sorgen die LandschaftsLotsen von der Naturschule Hessen, die im Auftrag der Stadt tätig sind, auf dem Alten Flugplatz für Ordnung und informieren die Besucher. Von März bis September sind sie zu bestimmten Zeiten vor Ort, um zwischen den Freizeitinteressen der Bevölkerung und den Naturschutzinteressen zu vermitteln. So achten sie beispielweise darauf, dass bestimmte Flächen während der Vogelbrutzeit nicht betreten werden und beantworten alle Fragen rund um das Gebiet. Auch Führungen, etwa zur Geschichte des Alten Flugplatzes oder zur Vogel-und Amphibienwelt, bieten die Lotsen an. „Die Natur breitet sich auf dem Flugplatz in einer dermaßen kraftvollen Art und Weise wieder aus, dass man gut die eigenen Reserven auftanken kann. Für mich ist die Arbeit hier immer wieder ein Privileg“, sagt Torsten Jens, Geschäftsführer der Naturschule Hessen.

Torsten Jens und seine LandschaftsLotsen stehen seit kurzem vor einer zusätzlichen Herausforderung, denn seit Anfang Juni wohnen Flüchtlinge auf dem Platz vor den ehemaligen Hangars. Die neue Hauptaufgabe der Lotsen besteht nun vor allem darin, die Bewohner der neuen Flüchtlingsunterkunft mit ihrer Umgebung auf dem Flugplatz vertraut zu machen, um die Natur nicht zusätzlich zu belasten. Denn nur, wenn die Flüchtlinge die Natur als schützenswertes Gut kennenlernen und über die Regeln aufgeklärt sind, wissen sie, wie man richtig mit ihr umgeht. Deshalb wird die Präsenz der Lotsen erhöht, Übersetzer und spezielle Umweltbildungsprogramme für Flüchtlinge ergänzen das Angebot. „Gelingt die Integration der Flüchtlinge auf dem Flugplatz, wird dieses Projekt zur Eingliederung Vorbildfunktion für andere große Städte haben“, sagt Thomas Hartmanshenn.

Wie in New York

Nicht nur der Stadtrand ist grün, der GrünGürtel zieht sich bis zum EZB-Tower am Main. Hier trifft das Grün auf Bebauung. Das Stadtplanungsamt ist deshalb ständiges Mitglied in der Projektgruppe. „Dem GrünGürtel kommt auch im Bereich der Stadtplanung eine besondere Bedeutung zu, weshalb viele Projekte ämterübergreifend bearbeitet werden müssen, zum Beispiel das Projekt Landschaftslücke“, sagt Anne Sievers, Stadtplanungsamt, Abteilung Ökologie und Landschaftsplanung.

Im Rahmen des Projekts Landschaftslücke hat die Stadt an der Kreuzung von GrünGürtel und Mainufer den neuen Hafenpark angelegt. Mit Skateranlage, rund um die Uhr zugänglichen Sportfeldern und Liegewiese. „Ein Volltreffer für das Stadtgrün und die urbane Lebensqualität“, sagt Heike Appel, stellvertretende Leiterin des Grünflächenamts und Mitglied der Projektgruppe. Auch die Gedenkstätte für die Deportierten an der früheren Großmarkthalle kreuzt hier den GrünGürtel, in den Fußweg sind Zitate von Zeitzeugen eingelassen. Die letzte Lücke zwischen Main und Ostpark soll mit einer Grünverbindung über den Ostbahnhof auf einem nicht mehr genutzten Bahndamm geschlossen werden. „Wir bekämen damit ein Stück Highline-Park wie in New York in Frankfurt“, schwärmt Appel. Doch auch so hat der „Frankfurter Garten“ am Danziger Platz die Landschaftslücke schon bis auf wenige hundert Meter geschlossen.

Zukunft des GrünGürtels

„Der Erhalt des GrünGürtels per se ist eine Erfolgsgeschichte. Trotz der enormen Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur hat er sich flächenmäßig vergrößert und weiterentwickelt“, sagt Thomas Hartmanshenn. So seien seit seiner Entstehung nur fünf Hektar gelöscht worden, während an anderen Stellen 30 Hektar hinzugekommen seien. „Ich bin ganz schön stolz, an dem Erhalt der Fläche und der Leistungsfähigkeit des GrünGürtels mitwirken zu können und weiß jede Begegnung mit ihm zu schätzen“, freut er sich. Neben der Grundsanierung von inzwischen in die Jahre gekommenen Projekten, die einen großen Teil des Budgets ausmachen, bedarf es neuer Projekte, die auch in Zukunft den Erhalt und die Weiterentwicklung des GrünGürtels sichern sollen. „Eines davon ist das Speichen-Strahlen-Projekt, bei dem alle Möglichkeiten genutzt werden, mehr Grün in die Stadt zu bringen: Neben dem Gürtel sollen auch grüne Speichen, also Räume für Frischluftzufuhr, Erholung und Freizeitaktivitäten in der Innenstadt entstehen. Ins Umland, zum Beispiel in den Vordertaunus, soll der GrünGürtel mit Strahlen erweitert werden, um diese Naherholungsräume auch ohne Auto erreichen zu können“, wirbt Oberbürgermeister Feldmann für das Projekt.
Ein weiteres großes Projekt, mit dem bereits begonnen wurde, die Umgestaltung des Fechenheimer Mainbogens im Osten des GrünGürtels, ist die umfangreichste Renaturierungsmaßnahme, die es entlang des hessischen Mainufers gibt.

Im Süden des Mainbogens entsteht ab 2018 ein ufernaher, 700 Meter langer Altarm mit unterschiedlichen Böschungswinkeln und Flachwasserzonen. Der „kleine Altarm“ und die Insel, die zwischen den beiden Main-Anbindungen entsteht, werden dem Hochwasserschutz dienen und als Biotop wichtiger Lebensraum für Fische, Amphibien, Pflanzen und Insekten sein. „Der Fechenheimer Mainbogen ist ein unabdingbarer Teil des GrünGürtels, weil er ein enormes Potential an Entwicklungsmöglichkeiten hin zu einem Naturerlebnisraum mit hohem Freizeitwert birgt“, so Rainer Zimmermann vom Planungsteam Umwelt des Umweltamts. Als nächste Maßnahme soll ein weiterer neuer Seitenarm des Mains, der „Große Altarm“ mit 1.700 Metern Länge gebaut werden. Dafür muss die Stadt sich bei einem Flurbereinigungsverfahren, das 2015 in die Wege geleitet wurde und bis 2022 abgeschlossen sein soll, mit den Eigentümern der Flurstücke abstimmen.

Überall dort, wo sich die Möglichkeit bietet, soll der GrünGürtel auch in Zukunft ausgeweitet werden. „Landwirte spielen dabei als Akteure eine enorme Rolle, die für die Ideen des GrünGürtels gewonnen werden müssen, damit eine ökologischere landwirtschaftliche Produktion im urbanen Raum gelingt“, sagt Hartmanshenn. Außerdem könne noch mehr Renaturierung erfolgen, sowohl am Mainufer als auch mit der Anbindung von Altarmen an die Nidda. „Wenn sich Frankfurt in den nächsten 25 Jahren diese Richtung entwickelt, ist das ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Stadt.“

Jasmin Raykowski

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Das Jubiläums-Grüngürteltier feiert natürlich mit! (Copyright: Philip Wächter)

Quelle: Presse- und Informationsamt Stadt Frankfurt/ großes Foto: Thomas Hartmannshenn, Leiter der Projektgruppe Grüngürtel mit dem Grüngürteltier)

Heute ist unser Sommerfest!

Heute wird am Riedberg bei (hoffentlich gutem Wetter) gefeiert! Der westliche Teil des Kätcheslachparks im Herzen des neuen Stadtteils ist fertig gestellt. Damit kann der gesamte Park der Öffentlichkeit übergeben werden. In Kooperation mit der IG Riedberg und den örtlichen Vereinen und Institutionen lädt die Hessenagentur zum großen

Sommerfest Riedberg und der Eröffnung Kätcheslachparks

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Kätcheslachpark, Altenhöferallee/ Höhe Friedrich-Karl-Klausing-Straße
am heutigen Samstag von 14 – 23 Uhr

Das Stadtteilfest bietet Sport und Spaß für Jung und Alt, natürlich auch leckere Speisen und Getränke. Auf dem Programm stehen Führungen durch den Park, Wasserspiele, ein Basketball-Miniturnier, Infos zum Stadtteil und zu historischen Orten, Kinderschminken, Airbrush-Tattoos, eine Talkrunde zur Entwicklung des grünen Stadtteils Riedberg, ein Wasserbombenmatch, Wissensspiele, Hüpfburg, Karussell, Kinderballett und Vieles mehr.

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Bereits um 14 Uhr startet der Sponsorenlauf der beiden Grundschulen (siehe www.main-riedberg.de/bitte-mitlaufen-und-spenden). Bei diesem Lauf suchen sich die Kinder im Vorfeld einen „Sponsor“, der einen vereinbarten Betrag pro gelaufener Runde spenden wird. Eine Runde ist übrigens ungefähr 300 Meter lang. Beide Schulen werden die erlaufenden Spenden einem sozialen Zweck spenden. Die Grundschule Riedberg dem Verein „Helping Hands for Africa“, die Marie-Curie-Schule dem Projekt „Arche“ in der Nordweststadt, das sich besonders für Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen engagiert.

Ab 20 Uhr live: Die Band „Gastone“. Dann bieten Diego, Thome, Giuseppe und Stefan „Spaghetti für die Ohren“. Mal ruhig, mal rockig. Bella-Italia-Feeling inklusive. Dafür und danach wird ein DJ für beste (Tanz-)Stimmung sorgen.

Das detaillierte Programm finden Sie hier & unter www.riedberg.de

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Nur ein Hinweis: Es gibt keine zusätzlichen öffentlichen Parkplätze. Die Altenhöferallee ist in diesem Bereich gesperrt.

Der Eintritt ist kostenlos. Alle sind sehr herzlich eingeladen!

(Information & Plakat: HA Stadtentwicklungsgesellschaft mbH)

Neue Heimat für Flüchtlinge

Die Flüchtlingsunterkunft auf dem Alten Flugplatz Bonames/ Kalbach ist rechtens. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat am Montag letztinstanzlich die Beschwerde einiger Anlieger gegen die auf drei Jahre befristete Aufstellung von Wohncontainern im Landschaftsschutzgebiet zurückgewiesen. Wie zuvor bereits das Verwaltungsgericht Frankfurt sah der VGH keine Beeinträchtigung nachbarlicher Belange, auch das Naturschutz-Argument verfing nicht. Die neun Wohnmodule stehen überwiegend auf befestigten Flächen zwischen Hangar und Tower-Café, nicht im Wildnis-Bereich des Alten Flugplatzes.

Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig begrüßten die Entscheidung. „Jetzt können die in der vergangenen Woche eingezogenen Familien erleichtert aufatmen“, sagte Stadträtin Birkenfeld. „Das große Fest zum 25. Geburtstag des GrünGürtels ist eine schöne Gelegenheit, sich einmal persönlich kennen zu lernen“, sagte Heilig. „Ich lade alle neuen Bewohnerinnen und Bewohner des Alten Flugplatzes und alle Nachbarn für den 26. Juni herzlich ein.“

67 Familien sind schon eingezogen

Nach Angaben von Birkenfeld sind bereits 67 Familien mit insgesamt 210 Personen eingezogen. Nach Abschluss der noch laufenden Bauarbeiten sollen bis zu 140 weitere Asylbewerber einziehen, die derzeit noch in Notunterkünften in Frankfurt untergebracht sind. Unterdessen hat die Naturschule Hessen bereits damit begonnen, die Familien mit den Besonderheiten des Ortes vertraut zu machen.

„Naturschutz in der Großstadt kann immer nur gemeinsam mit den Menschen gelingen, das haben wir am Alten Flugplatz mit zigtausenden Besuchern über viele Jahre erfolgreich eingeübt“, sagte Heilig. „Ich glaube, es wird den GrünGürtel stärken, wenn er sich für die Flüchtlinge öffnet und sie sich ihrerseits für ihre neue Heimat engagieren.“

Text: Presse- & Informationsamt Stadt Frankfurt