Monat: August 2015

Fit für den Strand – Übung 5 & 6

Plitsch…platsch…platsch.

Heute und morgen macht der Sommer bei uns leider kurz Ferien. Aber für alle, die in den Regenpausen (und noch lieber wieder bei Sonnenschein) an einem gestärkten Body und der Fitness arbeiten wollen, hat unser Riedberger Personal Trainer und Experte Tobias Hopf folgende Tipps:

Übung 5 & + vom Riedberger Personaltrainer Tobias Hopf >>>

Einzigartig: Tanzen mit und ohne Handicap

Thom Hecht lächelt viel, wenn er mit den Kindern tanzt. Natürlich auch, wenn er Erwachsene oder Teenager unterrichtet. Seine Ballettstunden sind selbst in den Ferien gut besucht. Als er danach um ein paar Gesprächsminuten bittet, merkt man sofort, dass ihm etwas auf dem Herzen liegt. Ja, er möchte nur kurz auf ein besonderes Angebot aufmerksam machen. „Demnächst gibt es hier auch inklusiven Kindertanz“, berichtet er. „Das ist einzigartig nicht nur am Riedberg, das ist meines Wissens einzigartig im gesamten Frankfurter Raum.“ Immer freitags können dann Kinder auf phantastische Entdeckungsreisen gehen. Mit allen Sinnen, Musik und so, wie sie sich gerade fühlen. Kinder mit und ohne Handicap.

Dr. Thom Hecht (42) hat in Texas Tanz studiert. Zudem eine Fachkombination, die soziale Gerechtigkeit in allen Facetten des Lebens untersucht und beleuchtet. Ihm ist es ein Anliegen, „Hemmungen abzubauen“ und „Anders-Sein als Normal-Sein zu vermitteln“. Mit Spiel, viel Freude und in einer Gruppe, die jedem Kind Halt geben kann. Vier gesunde Kinder und zwei mit Down-Syndrom sind bereits für den Kurs angemeldet, den Hecht ab September für das Familienzentrum Billabong veranstaltet. „Vielleicht kann und möchte irgendwann noch ein Kind mit einer körperlichen Behinderung zu uns stoßen“, bemerkt er. Auch Kinder im Rollstuhl kann die Tanzerfahrung begeistern. Musik hilft, Gefühle auszudrücken. Menschen mit Handicap haben Wissenschaftlern längst berichtet, wie frei und „gesund“ sie sich fühlen, wenn sie sich bewegen. Im Wasser, beim Tanz. Sogar beim Klettern, das übrigens die Frankfurter Sektion des Alpenvereins für körperlich und geistig Behinderte in Preungesheim anbietet.

Beim Tanzen gehen alle auf Bewegungsreise. Die Themen lauten „Im Spielzeugland“, „Im Dschungel“ oder „Die geheime Schatzinsel“. Was gemacht wird, bestimmen die Kinder zwischen drei und acht Jahren selbst. Jeder so, wie er kann und möchte. Gemeinsam in der Gruppe. Mit Betreuung, aber ganz ohne Eltern. Thom Hecht folgt dabei einem innovativen Konzept, das bewusst Kinder mit einem größeren Altersunterschied in einer Gruppe verbindet. „Schließlich geht es nicht darum, dass alle das gleiche Level haben, sondern darum, dass sie gemeinsam etwas erreichen.“ Nicht selten ist es so, dass fitte Kinder den anderen helfen, sie unterstützen „und eine Führungsrolle übernehmen“. Am meisten freut es ihn, wenn nicht nur er die jeweils 45 Minuten als Bereicherung empfindet. Einfach ausgedrückt: Wenn möglichst viele Kinder lächeln.

C. Detsch

Informationen zur Anmeldung, Terminen und Gebühren unter www.billabong-family.de

Absolut ausgezeichnet…

…ist nicht nur der „gute Stoff“, der in dieser Flasche steckt. Auch wenn der Riedberger Bar-Experte Boris Markic natürlich weiterhin mit dem Slogan „The good Stuff“ für seinen Brand aus handverlesenen Pflaumen wirbt. Seit wenigen Tagen dürfen sich Boris und drei seiner Freunde und Kollegen über den wichtigsten Design-Preis der Republik freuen. Der Tesla Sljivo zählt zu den Gewinnern des RED DOT Award 2015. Die Jury überzeugte Verpackung und Design der Flasche, die schon in der Farbe an Pflaumen erinnert. Auf dem stylischen Etikett prangt denn auch kein geringerer als Elektrotechniker und Visionär Nikola Tesla, der mit seinem Perfektionismus, Forscher- und Erfindergeist Pate stand. Tesla ist in Kroatien Nationalheld. Markic‘ Familie stammt von dort. Die Edel-Spirituose ist folgerichtig made in Croatia, als Idee aber geboren in 60438 Frankfurt.

Fast 7500 Kreative, Agenturen und Unternehmen hatten sich um einen der begehrten Preise beworben. Die Gewinner der 17 Kategorien werden ein Jahr im Red Dot Design Museum in Essen ausgestellt und gewürdigt. Wie aber schmeckt ein Wässerchen, das aus besten Zwetschgensorten und aufwändig destilliert, nach hauseigenem Rezept hergestellt ist – und dessen Umhüllung bereits Kritiker verblüfft? In Internetforen schwärmt man von seinem „milden Charakter“ und „einem Aromenprofil, das an Zimt und Pflaume erinnert“. Es wird auch von einem angenehmen Brennen auf der Zunge berichtet und davon, dass der Slivovits mit nichts zu vergleichen ist, was üblicherweise Kennern, Laien, aber auch Balkan-Urlaubern in puncto Pflaumenschnaps begegnet.

Auf der Website des Frankfurter Barnetzwerks um Boris Markic steht folgender Satz: „Mit den richtigen Menschen und Punk im Herzen schmeckt auch das Bier aus Pappbechern.“ Pappbecher sind nach dieser Auszeichnung wohl nicht mehr nötig, zumal es um den feinen Slivovits jammerschade wär‘. Man darf gespannt sein, was der Pionier vom Riedberg mit Punk im Herzen noch alles erreichen kann…

C. Detsch

 

Der feine TESLA SLJIVO ist bisher nur in ausgesuchten Frankfurter Bar- und Händlerregalen zu finden. Bestellen kann man den „guten Stoff“ über die Design-Plattform www.selekkt.com 

Erste Mieter im Zukunfts-Haus

Mein Haus, das hat fünf Ecken…Plus Dach und Südfassade aus Solarmodulen, in der Tiefgarage Elektrofahrzeuge, E-Fahrräder. Und einen unterirdischen Eisspeicher, der der Wärmeversorgung dient. Unterm Strich produziert das „EnergiehausPLUS“ in der Graf-von-Stauffenberg-Allee rund 40 Prozent mehr Strom, als es verbraucht.

Was nach Zukunftsmusik klingt, ist am Riedberg endgültig Realität. „Wohnpioniere gesucht!“ – mit diesem Slogan hatte die Nassauische Heimstätte um interessierte Mieter geworben. Die ersten drei Mietparteien sind bereits eingezogen. „Morgen werden die nächsten drei Wohnungen übergeben und weitere Mietverträge sind zum 1. September abgeschlossen“, informiert die Frankfurter Unternehmensgruppe auf Nachfrage von MainRiedberg. Die Wohnungen werden für durchschnittlich 13 Euro pro Quadratmeter vermietet. Die Mieter erhalten die ersten 1000 Kilowattstunden Strom kostenlos.

5,1 Millionen Euro, rund 30 Prozent mehr als herkömmliche Niedrigenergie-Bauten, hat das Pilotprojekt gekostet. Die Nassauische Heimstätte, die rund 60.000 Wohnungen in 140 Städten und Gemeinden besitzt, konnte auch auf Fördermittel zurückgreifen. Unter der Bedingung, dass das Projekt zwei Jahre lang wissenschaftlich begleitet werden kann. Entworfen hat das Mehrfamilienhaus mit 17 Zwei- bis Fünfzimmer-Wohnungen Professor Manfred Hegger mit dem Büro HHS Planer + Architekten aus Kassel.

Doch wie fühlt man sich in einem Zuhause, das als „Leuchtturm der Energieeffizienz“ gilt? Wie ist es, dort wirklich zu wohnen, zu leben, morgens aufzuwachen, abends ins Bett zu gehen? Wie viel Technik spürt man, wovon profitiert man, was ist eventuell noch ein wenig gewöhnungsbedürftig, was fasziniert? Fest steht: Die nächsten Wochen und Monate werden nicht nur für die neuen Mieter ereignisreich. Auch die Riedberger können sich – zumindest im Vorbeifahren – ein Bild von dem Gebäude in der Graf-von-Stauffenberg-Allee machen. Beispielsweise, wenn sie den Nachwuchs demnächst wieder von der Grundschule 2 abholen, die nur wenige Schritte neben dem EnergieHausPlus liegt.

Architektur, Form, Fassade, Dachneigung, plus die Ausstattung mit 60-kWh-Batterien für den Solarstrom sind perfekt auf Energieeffizienz abgestimmt. Der gesamte Baukörper ist so ausgerichtet, dass Tageslicht, natürliche Lüftung und Sonne optimal genutzt werden können. Hinzu kommt der Eisspeicher, der nur rund einen Meter unter der Erde liegt – und Technik-Fans begeistern dürfte. Der Speicher nutzt die hohen Energieerträge beim Übergang von Wasser zu Eis. Wasser wird also somit zur Wärmequelle für die Wärmepumpe, die das ganze Haus versorgt.

In einer Information der Heimstätte heißt es: „Um Wasser von einer Temperatur von 0 Grad zu gefrieren, muss dem Wasser noch eine Wärmemenge entzogen werden, die in etwa der Wärmemenge entspricht, um Wasser von 80 Grad auf 0 Grad herunterzukühlen.“ Exakt diese Wärme wird ab sofort genutzt. Im Jahresverlauf soll rund ein Viertel der Wärme für das gesamte Haus aus dem Eisspeicher kommen. Den Rest übernehmen Solar-Luft-Kollektoren.

Der Solar-/Eisspeicher im Keller soll auch im Winter für optimale Wärme sorgen

Die Solarkollektoren plus der Eisspeicher im Keller sorgen auch im Winter für optimale Wärme

Der überschüssige Strom lädt unter anderem Elektroautos und E-Bikes. Eines der Fahrzeuge wird im Car-Sharing-Modell betrieben. Vielleicht möchten die neuen Mieter manchmal aber auch nur zu Fuß den Riedberg erkunden. Spätestens, wenn der nahe Kätcheslachpark komplett fertiggestellt ist und zum Spazieren und Entspannen einlädt…

C. Detsch

 

Weitere Informationen unter www.naheimst.de

Bildquelle & Informationen: Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH

Fit für den Strand TEIL 2

Es ist Sommer pur, mit über 30 Grad. „Ironman“ Tobias Hopf empfiehlt, an diesen Tagen am besten den frühen Morgen oder die Abende für Fitness am Riedberg zu nutzen. Wie praktisch, dass das nächste – und vollkommen kostenlose – Freiluft-Studio nur ein paar Schritte entfernt ist…

 

Hier geht’s zu den Fitnessübungen
>>> Fit für den Strand mit Tobias Hopf

 

Kurze Erholung gefällig? Dann genießen Sie doch die wunderbaren Sommertage. Neue Tipps von Tobias Hopf gibt es in der kommenden Woche!

Riedberg wird reif fürs Museum!

Hätten Sie gedacht, dass der Riedberg schon reif fürs Museum ist? Diese Frage ist kein Werbe-Gag, sondern hat einen höchst seriösen Hintergrund: Das Historische Museum Frankfurt (HMF) setzt für das neue Ausstellungskonzept verstärkt auf Partizipation und befragt derzeit Bürger aller Stadtteile, sammelt typische Geräusche, Fotos und Videos inklusive. 600 Frankfurter haben schon mitgemacht. In der aktuellen Top-Ten-Liste der Stadtteile rangiert Riedberg/Kalbach sogar auf einem tollen fünften Rang. MainRiedberg erklärt im Anschluss an diesen Artikel, wie auch Sie mitmachen können!

Welche Farbe hat Eschersheim? Was ist typisch für Seckbach? Was ist das größte Problem in der Innenstadt?  Susanne Gesser und das „Frankfurt Jetzt!“-Team des Historischen Museums Frankfurt (HMF) wollen es wissen. Den ganzen Sommer über touren sie mit einem speziell für diesen Zweck angefertigten Lastenfahrrad durch die Stadtteile und stellen Fragen wie diese. Beantworten kann man sie bei Straßen- und Stadtteilfesten oder im Internet.

Über 600 Fragebögen aus allen Ecken Frankfurts hat das Team bislang gesammelt. Die Antworten dienen als Bauplan für das 70 Quadratmeter große Frankfurt-Modell, das der niederländische Künstler Hermann Helle in den kommenden Monaten für die Dauerausstellung „Frankfurt Jetzt!“ anfertigen wird. Ab 2017 kann man es im Neubau des Historischen Museums sehen. Das Modell wird nicht bloß Modell sein, sondern auch eine digitale Ebene bekommen. Heißt: Es wird eine Art großes Tablet geben, auf dem sich die Besucher Fotos anschauen können, eine Hörmuschel mit typischen Geräuschen aus den Stadtteilen, eine Video- und eine Fotobox. Im kommenden Jahr sammelt das HMF die Beiträge dafür ein, bei, klar, den Menschen aus den Quartieren.

Orte, die den Alltag prägen

„Mit ‚Mein Frankfurt-Modell‘ wollen wir verdeutlichen, dass Frankfurt nicht nur aus dem gebauten, sondern auch aus dem erlebten Raum besteht. Römer, Dom und Fernsehturm kennt jeder“, sagt Susanne Gesser. „Aber sie reichen uns nicht.“ Neben den bekannten Wahrzeichen wird es in Mini-Frankfurt vieles zu entdecken geben – vielleicht den Abenteuerspielplatz im Riederwald, vielleicht das Müllheizkraftwerk in Heddernheim. Was genau, entscheiden die Antworten der Teilnehmer und Hermann Helle, der Künstler. Doch bereits jetzt lässt sich sagen: Es sind nicht nur die Vorzeigeplätze, die eine Stadt charakterisieren. Es sind vor allem auch die Orte, die den Alltag prägen.

Mit „Frankfurt Jetzt“ kreiert das HMF eine Ausstellung von Frankfurtern für Frankfurter. „Als entschieden wurde, dass das alte Museum abgerissen wird, wir alles ausräumen und anschließend wieder neu aufbauen werden, war klar: Der Neubau gibt uns die Gelegenheit, unsere gesamte Ausrichtung zu überdenken“, erzählt Susanne Gesser. Für sie als Kuratorin sei es eine Chance, die man nur einmal im Leben bekommt.

Ein Stadtmuseum für alle

„Wir wollen ein Haus für alle Frankfurter sein, egal wie alt, egal aus welchem Umfeld. Genauso aber auch ein Museum für Städtereisende und für Überseetouristen, die in kürzester Zeit etwas über Frankfurt erfahren wollen. Deswegen entwickeln wir unterschiedliche Formate für unterschiedliche Interessen und Besuchszeiten.“

Susanne Gesser, die in Hanau-Steinheim wohnt, hat durch diese Arbeit in den Quartieren ein viel detaillierteres Bild von Frankfurt bekommen. Es formt sich mehr und mehr. „Ich kenne Struktur und Örtlichkeiten der Stadt viel besser als früher. Frankfurt scheint aus vielen kleinen Dörfern zu bestehen, ist gleichzeitig eine kleine Metropole und lebt von den Gegensätzen. Es ist eine so lebendige Stadt. Dürfte ich nicht hier arbeiten, ich müsste herziehen.“

Anja Prechel

Quelle: Presse- & Informationsamt Stadt Frankfurt

 

Auch SIE können MITMACHEN!!!

Daten der Sommertour und den Online-Fragebogen von „Mein Frankfurt-Modell“ findet man unter https://mein-frankfurt-modell.de/

 

Die TOP TEN der Frankfurter Stadtteile lauten derzeit (Stand: 12.08.2015)

  1. Sachsenhausen (78 Checks)
  2. Oberrad (48 Checks)
  3. Eschersheim (47 Checks)
  4. Niederursel (34 Checks)
  5. Kalbach-Riedberg (32 Checks)
  6. Nied (32 Checks)
  7. Höchst (28 Checks)
  8. Harheim (28 Checks)
  9. Nordend (26 Checks)
  10. Bornheim (25 Checks)

 

(Bildquelle/ Informationen: Presse und Informationsamt der Stadt Frankfurt/ pia)

STAUstelle Altenhöferallee

Aufatmen nach einem Wochenende mit Stau am Riedberg und plötzlichen Brems- und Umkehrmanövern: Bis 4. September wird auf einer der wichtigsten Verkehrsachsen des Stadtteils die vorhandene Asphaltdecke abgefräst und eine neue Deckschicht aufgebracht. Von Freitag an bis zum heutigen Montagmorgen war die Altenhöferallee zwischen Graf-von-Stauffenberg-Allee und Friedrich-Karl-Klausing-Straße komplett gesperrt. Auch der Kreisel vor dem Gymnasium war nur phasenweise und dann auch nur jeweils in einer Richtung befahrbar. Die offizielle Umleitung führte in einem weitem Bogen über die Carl-Hermann-Rudloff-Allee und den neuen Westflügel. Am (Einkaufs-)Samstag war die Verwirrung groß. Die Umleitungsstrecke stieß teils an Kapazitätsgrenzen. Das Ausweichen auf Spielstraßen oder auch gesperrte Wege war leider an der Tagesordnung.

Die Straßenarbeiten werden nun durchgeführt, nachdem die Bauarbeiten in den Quartieren entlang der Altenhöferallee weitgehend abgeschlossen sind. Die Fräsarbeiten und auch die Markierungsarbeiten erfolgen unter laufendem Verkehr. Für die Asphaltarbeiten müssen jedoch einzelne Abschnitte gesperrt werden – darauf hatte die Hessenagentur vorab ausdrücklich hingewiesen. Bis auf die Sanierung des Kreisels Max-von-Laue-Straße / Konrad-Zuse-Straße sollten diese Sperrungen ursprünglich nur an den Wochenenden stattfinden.

Veränderte Fußgängerwege und Radfahrspuren werden entsprechend ausgeschildert. Busse wurden umgeleitet. Seit Montag, 10. August, fahren die Busse aber wieder alle Haltestellen an. Zum Schluss der Info der Hessenagentur heißt es: „Für Beeinträchtigungen während der Bauarbeiten bitten wir um Verständnis.“

MainRiedberg hat am Rande der Baustelle beobachtet, dass übrigens nicht alle Bewohner unseres Stadtteils mit der Sperrung haderten. Ein Junge blieb – mit seinem Papa – so lange gebannt am Rondell vor dem Gymnasium stehen, bis ein älterer Bauarbeiter zu ihm kam. Er lehnte sich über die Absperrung und beantwortete geduldig die Fragen des Kleinen. Der war begeistert.

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Seit heute fahren auch die Busse wieder!

 

(Quelle: HA Stadtentwicklungsgesellschaft mbH)

Entwarnung nach Chemie-Unfall

Entwarnung nach dem Vorfall am letzten Freitag: Das Labor im Biozentrum der Goethe-Universität am Campus Riedberg kann ab sofort wieder uneingeschränkt genutzt werden, die zwischenzeitliche Schließung wurde durch die Behörden aufgehoben. Nach Uni-Angaben besteht keine Gesundheitsgefahr mehr.

Am Freitagnachmittag war es in einem Bio-Labor am Campus Riedberg zu einem Zwischenfall gekommen: Eine Studierende hatte ein Gefäß mit einer giftigen flüssigen Chemikalie fallen lassen. Eine geringe Menge Mercaptoethanol wurde dabei freigesetzt. Die Dämpfe der Substanz können Atemwege, Augen und Haut stark reizen. Die Frankfurter Feuerwehr war daraufhin angerückt, das Gebäude war vorsorglich geräumt worden. Drei Personen wurden zur Beobachtung  ins Krankenhaus gebracht, Verletzungen gab es letzthin aber keine. Auch im Gebäude und im Labor sind keine nennenswerten Schäden entstanden, wie der Immobilienleiter der Goethe-Universität, Dr. Albrecht Fester, erklärte.

Musik ist mein Leben

Der Boden vor dem Haus ist mit Kinderzeichnungen in Kreide verziert. Die Skyline Frankfurts ist in Sichtweite. Durchs offene Fenster dringt Musik. Natalya Karmazin öffnet wenig später die Tür und erzählt, am Küchentisch unter einem Kinderbild mit Hund und Katze sitzend, von ihrem Ausbildungsweg und ihrer Karriere als Pianistin. Derzeit ist die gebürtige Ukrainerin vor allem mit ihrer Familie, Musikunterricht und zwei Bands beschäftigt. 2006 gründete Natalya ihr eigenes Jazz-Quintett, die Karma Jazz Group, in der sie Bandleaderin ist und große Erfolge feiert. 2009 gewann die Gruppe den Frankfurter Jazzpreis, eröffneten das Deutsche Jazzfestival im HR-Sendesaal, spielte und spielt ein Konzert nach dem anderen. Mit ihrer Klezmer-Band kann man Natalya bei „Kultur in der Aula“ in der Grundschule Riedberg am 11. September um 20 Uhr sehen und hören (Veranstaltung siehe riedbergTermine).

Als Klezmer- und Jazz-Band, die improvisatorisch arbeitet, treffen sich die Musiker immer nur vor Auftritten ein bis zwei Mal zum Üben. Der Rest entsteht spontan auf der Bühne vor dem Publikum. Das verlangt von allen Mitgliedern höchste Fertigkeiten an ihren Instrumenten. Natalya kann diese dank ihres großen Talents und nach vielen Jahren des Studiums zweifelsohne vorweisen.

Zuletzt hat sie in Leipzig bei dem berühmten Jazzpianisten Richie Beirach gelernt, was sie nicht ohne Stolz berichtet. Damals, als sie bereits in Frankfurt lebte und arbeitete, pendelte sie ein Mal wöchentlich in den deutschen Osten. Dem voraus ging das Studium an der Musikhochschule Frankfurt, wo sie nach drei Jahren klassischen Musikstudiums beschloss, zur Jazzpianistin ausgebildet werden zu wollen. Nach Deutschland kam Natalya 1999. Ursprünglich stammt sie aus der Ukraine, wo sie bis dahin in Lemberg – im Westen der Ukraine – an der Musikhochschule studiert hatte. Bereits mit 15 Jahren verließ sie das Haus ihrer Eltern und zog alleine nach Winnyzia, um dort an der Musikfachschule Klavier zu studieren. Der frühe Auszug und das selbstständige Leben in einem Studentenwohnheim haben sie stark gemacht, sagt sie. Sehr schwer fiel ihr die Entscheidung, ihre Familie zu verlassen, nicht, so froh war sie, die Aufnahmeprüfung bestanden zu haben. Würde man durch diese nämlich auch nur ein Mal durchfallen, gebe es kaum eine Chance, sie noch einmal abzulegen und zu bestehen.

Deswegen war sie auch als Achtjährige besonders glücklich, in die Musikschule ihres Heimatorts Chmelnik aufgenommen zu werden. Natalya erklärt, dass die Musikschulen in der damaligen Sowjetunion nicht zu vergleichen seien mit dem, was man in Deutschland heute kennt. Als ganz junges Mädchen musste sie eine umfangreiche Aufnahmeprüfung bestehen und in dieser ihr musikalisches Talent beweisen, ohne bis dahin jemals am Klavier gesessen zu haben. Dass sie genau dieses Instrument unbedingt lernen wollte, stand für sie felsenfest. Sie kann sich schlichtweg nicht daran erinnern, jemals etwas anderes gewollt zu haben. Um dieses Ziel zu erreichen, musste sie allerdings lange Überzeugungsarbeit leisten. Natalya stammt aus einer relativ armen Arbeiterfamilie. Ihre Mutter versuchte ihr lange zu erklären, dass der Versuch, an der Musikschule angenommen zu werden, unsinnig sei. Sie war der festen Überzeugung, dass nur Kinder einflussreicher Eltern angenommen würden. Das sei damals in der sowjetischen Union nicht unüblich gewesen. Natalya akzeptierte das Nein der Mama nicht und als sie die Aufnahmeprüfung schließlich als eine von 10 Kindern aus 50 Bewerbern schaffte, war sie umso glücklicher. Sieben Jahre lang konnte sie nun drei Mal in der Woche – neben der regulären Schule! – die Musikschule besuchen, lernte eifrig und sehr selbstständig mit Hilfe von Musikjournalen, die umfangreiche Notenblätter enthielten.

Über die Unselbstständigkeit vieler heutiger Jugendlicher wundert sich Natalya. Ihre eigene Mutter hatte wenig Zeit, vier weitere Geschwister mussten versorgt und ernährt werden. Von denen weist übrigens niemand das musikalische Talent der Schwester auf. Der Vater hat zwar gut gesungen und der Großvater Blasinstrumente nach dem Gehört gespielt. Der Wunsch einer professionellen musikalischen Ausbildung muss aber eine echte Ausnahme für die Familie dargestellt haben.

Doch Natalya Karmazin übte, spielte und kämpfte sich nach oben. Nachdem sie fünf Abschlüsse erlangt hat, war sie bereit, eine Familie zu gründen. Mit dieser lebt sie seit 2012 auf dem Riedberg. Sie hat sich richtig gut eingelebt und kann sich kaum noch vorstellen, wie sie ein Leben in der Ukraine führen sollte. Der ältere Sohn hat früh das Klavierspiel gelernt, interessiert sich aber vor allem fürs Malen und besucht eine Kinderkunstschule. Im oberen Stockwerk des Hauses befindet sich ein offener, heller Raum, in dem ein großer pinkfarbener Teppich auf dem Boden liegt. Darauf steht ein schwarzer Flügel. Wenn man sich daran niederlässt, blickt man durch das Balkonfenster auf die Frankfurter Skyline. Hier erteilt Natalya Unterricht an Kinder und Erwachsene.

Für die Zukunft hat sie große Pläne: Als nächstes nimmt sie ihr Projekt zur musikalischen Früherziehung in Angriff. Dabei stehen ihr ausgebildete Musikpädagogen zur Seite. In Gruppen soll Kindern von drei bis sechs Jahren ein Gefühl für Klang, Rhythmus und Freude an der Musik vermittelt werden. Ein Schwerpunkt liegt bei Klavier- und Instrumentalunterricht. Zudem schwebt Natalya die Gründung einer eigenen Musikschule und eines Kulturvereins für Auftritte, musikalische Experimente und Auftritte vor. Bei allem, was sie bis heute erreicht hat, wird sie auch das sicher erfolgreich in der Zukunft umsetzen.

                                                 Autorin: Sina Brückner

 

 

Weitere Informationen über Natalya Karmazin unter www.natalyakarmazin.com

Kontakt bezüglich musikalischer Früherziehung: musikunterrichtriedberg@gmail.com