Monat: Juli 2015

Neue U-Bahn-Pläne

In der Vorfreude auf die großen Ferien ging diese gute Nachricht für alle Stadtpendler beinahe unter: Der Frankfurter Magistrat hat zwei Strecken-Varianten ausgewählt, die eine neue Nord-Süd-Verbindung in die City ermöglichen sollen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Konkret bedeutet das: Damit rückt eine schnelle und direkte Verbindung vom Riedberg, über das Nordwestzentrum, Ginnheim, die Deutsche Bundesbank und Bockenheim bis zum Hauptbahnhof in greifbare Nähe. Auch die beiden Standorte der Uni, Campus Westend und Campus Riedberg, könnten dann nur noch wenige U-Bahn-Stationen voneinander entfernt sein.

Die neue U-Bahn-Linie soll weitgehend oberirdisch verlaufen. Zur Diskussion stehen ab sofort folgende Strecken: Variante 1 könnte über Ginnheim, die Platensiedlung, die Deutsche Bundesbank sowie den Campus Westend führen und von dort unterirdisch zur Bockenheimer Warte geleitet werden. Diese Variante wird als „Ginnheimer Kurve“ bezeichnet. Das Vorhaben, den Grüneburgpark zu untertunneln, dürfte aber nicht unumstritten sein.

Variante 2 führt wiederum über die  Platensiedlung, dann aber zwischen Europaturm und Bundesbank hindurch und weiter über die Rosa-Luxemburg-Straße bis zur Bockenheimer Warte. Hier müsste nur ein kurzer Tunnel für das letzte neue Teilstück gegraben werden, der Rest der neuen Trasse ist oberirdisch realisierbar.

Ziel von Verkehrsdezernent Stefan Maier (Die Grünen) ist es, die Linien U1, U2, U3 und U8 zu entlasten und neue Wohnquartiere besser anzuschließen. Experten sagen für die nächsten Jahre eine deutliche Zunahme der Fahrgäste voraus. Die Stadtbahnen, die die bisherige Strecke an der Eschersheimer Landstraße nutzen, stoßen aber bereits jetzt an Kapazitätsgrenzen. Die Stadt hat beschlossen, beide neuen Strecken-Varianten zu prüfen und weiterzuverfolgen.

(Foto: RMV)

Wichtige Schul-NEWS

Für die neue Grundschule II in der Graf-von-Stauffenberg-Allee ist es ein besonderer Tag – allerdings mitten in den Ferien: „Vor kurzem kam die Mitteilung, dass wir ab 1. August 2015 Marie-Curie-Schule heißen werden“, gab Rektorin Inken Matzen im letzten Rundbrief des Schuljahres bekannt. Bis dahin wünschen Rektorin und Kollegium allen Schülern und Eltern erholsame Ferien. Der Brief endet mit den Worten: „Wir freuen uns, Sie im neuen Schuljahr gut erholt an unserer Marie-Curie-Schule begrüßen zu dürfen.“

Wie bereits berichtet, nimmt die Grundschule im kommenden Jahr am „Pakt für den Nachmittag“ teil und wird „Offene Frankfurter Ganztagsschule“. Das bedingt aber auch, dass für alle Schüler der 3. und 4. Klassen ein neuer Betreuungsvertrag abgeschlossen werden muss, wenn die Kids weiter das Nachmittagsangebot von Träger Kaleidoskop nutzen wollen. Die bisherigen Verträge enden mit dem Monat August. Auch aus diesem Grund wandte sich der Elternbeirat der Grundschule sogar jetzt während der Ferien per Dringlichkeits-Mail an alle betroffenen Eltern, verbunden mit der Aufforderung: „Bitte setzen Sie sich zeitnah mit den Verantwortlichen von Kaleidoskop in Verbindung!“

Dank Pakt für den Nachmittag steht der Hortplatz für Dritt- und Viertklässler kostenfrei zur Verfügung, muss aber natürlich beantragt werden. Zudem fallen Kosten für Mittagessen (rund 60 Euro pro Monat), alternativ für den Mittags-Snack (20 Euro) sowie für die Teilnahme an der Ferienbetreuung (75 Euro pro Woche) an.

Diese Gelder plus die Unterstützung der Stadt Frankfurt reichen nach Auskunft des Trägers allerdings nicht aus, um das gewünschte Personal für die Betreuung zu finanzieren. Wörtlich heißt es in der Mail: „Ohne eine freiwillige monatliche Spende wird die Qualität der Betreuung stark leiden.“ Die Rechnung von Kaleidoskop: Zweitklässler-Eltern mussten bisher 118 Euro zahlen, als Drittklässler sind’s nur noch rund 70 Euro. Wenn Eltern diesen Differenzbetrag spenden würden, wäre das „immens hilfreich“. Deshalb wird es als Anhang zum Vertrag die Möglichkeit einer freiwilligen Spende geben. Trägerverein und Elternbeirat hoffen, dass möglichst viele Eltern davon Gebrauch machen.

(Bildquelle: Hessenagentur)

FIT für den Strand

Er ist sympathisch, schnell, fast immer auf dem Weg zum nächsten Training – und hat trotzdem noch ein entspanntes Lächeln im Gesicht: Tobias Hopf (32), Personal Trainer und “Ironman”, möchte die MainRiedberg-Leser fit für den Strand machen. Oder besser gesagt: “Ich möchte euch mal zeigen, was man hier direkt in unserem Stadtteil und in kürzester Zeit alles machen kann, um fit zu werden!” Damit’s vielleicht doch noch mit dem Traumbody in Bikini und Badeshorts klappt…

Sind Sie neugierig geworden? Dann klicken Sie doch auf unsere neue Rubrik „riedbergFIT“ direkt beim MAINRiedberg-Logo. Experte Tobias Hopf verrät dort ab sofort ein Mal pro Woche, mit welchen Fitness-Tricks und Übungen wir Muskeln und Körper in nur 20 Minuten trainieren können. Zum Beispiel auch im Kätcheslachpark, direkt vor unserer Haustüre…

Bessere Betreuung für Grundschüler

Gute Nachrichten für alle Eltern mit (Grund-)Schulkindern: An nur zehn Schulen in Frankfurt startet nach den Sommerferien der „Pakt für den Nachmittag“ – darunter sind beide Grundschulen am Riedberg. Der Pakt soll ein verlässliches Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 Uhr bis 17 Uhr garantieren. Die Grundschule I an der Kalbacher Höhe kann sich damit weiter auf den Weg zur Ganztagsschule machen und hat bereits Elterninformationen herausgegeben. An der Grundschule II in der Graf- von-Stauffenberg-Allee fand dazu am Donnerstag ein Info-Elternabend inklusive Unterzeichnung der neuen Betreuungsverträge für die 3. und 4. Klassen statt.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU), Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) unterzeichneten vergangene Woche den Kooperationsvertrag zwischen dem Land und der Stadt für das Programm zum Ausbau der Ganztagsangebote. Der „Pakt für den Nachmittag“ startet zunächst in sechs Pilotregionen, darunter Frankfurt.

„Mit der Stadt Frankfurt gehört nun auch Hessens größte Stadt zu den Vorreitern für ein verlässliches Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17 Uhr. Damit entsprechen wir dem Wunsch vieler Eltern in der Großstadt, die sich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine bessere individuelle Förderung für die einzelnen Schüler wünschen“, sagte Kultusminister Lorz.

„Der Pakt für den Nachmittag ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, löst aber die Probleme in Frankfurt nicht“, sagte Oberbürgermeister Feldmann bei der Unterzeichnung. Der Bedarf nach Betreuungsplätzen für Grundschüler sei in Frankfurt sehr hoch. Bisher habe die Stadt die Verantwortung dafür finanziell und inhaltlich allein getragen. „Es ist gut, dass das Land nun mit einsteigt und Verantwortung übernimmt.“

Für den Riedberg bedeutet der PAKT konkret: Die Grundschule I kann konsequenter den Weg Richtung Ganztagsschule gehen. Dabei werden Hort- & ESB-Kinder wie bisher bis 17 Uhr betreut. Kinder mit Mittagsbetreuung können in der Schule essen und täglich bis 15 Uhr bleiben. Perspektivisch soll das aber bis 17 Uhr möglich sein. Neu ist, dass generell alle Schüler an ein bis maximal drei Tagen der Woche bis 14.30 Uhr bleiben, Essen und „Ausruhzeit“ inklusive. Für alle Klassenstufen gibt es ab sofort auch eine Schulstunde mehr pro Woche. Diese Extra-Stunde ist für Gemeinschaftsprojekte, den Klassenrat, Spiele und Aktionen reserviert. Zudem nutzt die Schule die Gelegenheit, den dichtgedrängten Vormittag durch längere Pausen und eine neue Zeitstruktur zu entzerren.

Die Grundschule II im Neubaugebiet nahe der weißen Stadt ist ohnehin als Ganztagsschule gebaut und konzipiert. Träger der Betreuung ist Kaleidoskop e. V. Auch die Betreuungsmöglichkeiten bis wahlweise 15 oder 17 Uhr bleiben unverändert bestehen. Die Änderungen durch den neuen Pakt mit dem Land Hessen haben hier mehr formale Konsequenzen. Sprich: Die Eltern von Schülern der dritten und vierten Klassen müssen neue Betreuungsverträge unterzeichnen. Deshalb lud Kaleidoskop noch einen Tag vor Ferienbeginn zu einem Elternabend plus anschließender Vertragsunterzeichnung.

Im Schreiben an die Eltern heißt es: „Da der Kooperationsvertrag zu PAKT für den Nachmittag mit der Stadt erst vergangenen Mittwoch unterzeichnet wurde, können wir erst jetzt die Betreuungsverträge schließen.“ Bei Kaleidoskop hoffte man, dass möglichst viele Eltern die Gelegenheit wahrnehmen und zum Elternabend kommen.

(Quelle: Presse- & Informationsamt Stadt Frankfurt/ Kaleidoskop e. V.)

 

Suche per Hubschrauber

Bis kurz vor Mitternacht kreiste der Polizeihubschrauber über dem Riedberg. Einsatzkräfte des Polizeireviers 15/ Frankfurter Berg waren gekommen und auch Anwohner machten bei der großen Suchaktion in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit. Denn ein zehnjähriger Junge war vermisst. „Er war nicht wie vereinbart um 22 Uhr vom Spielen nach Hause gekommen“, heißt es dazu in der Pressestelle der Polizei. Um 23.36 Uhr ist den Eltern wohl ein unermesslich großer Stein vom Herzen gefallen, als der Sohn unversehrt wieder zu Hause war.

Es ist eine laue Sommernacht. „Vermutlich hat der Junge beim Spielen schlicht die Zeit vergessen“, mutmaßt die Polizei. Viele Riedberger sitzen noch draußen, oft auch gemütlich mit Freunden und feiern. Am Skylineblick ist Nachbarschafts-Straßenfest. Doch am anderen Ende des Riedbergs, am Rande der weißen Stadt, ist die Sorge groß. Die Eltern des Jungen verständigen um 22.45 Uhr die Polizei.

Der Einsatz beginnt so schnell wie möglich. Eine Anwohnerin berichtet Main Riedberg: „Unzählige Helfer aus der weißen Stadt und Umgebung gingen sofort mit Taschenlampen mit auf die Suche und haben das gesamte Baustellengebiet bis zur Autobahn durchkämmt.“ Die Nachbarn hatten sich spontan per Handy verständigt, in kleinen Gruppen zusammengefunden, teils auch ihre Hunde zur Unterstützung mitgenommen. „Auch daran sieht man, dass hier am Riedberg gerade etwas zusammenwächst und ein Gemeinschafts- und Wir-Gefühl entsteht“, so eine Beteiligte nach dem glücklichen Ende der Suche.

Die wichtigste Nachricht: Der Zehnjährige ist wieder gesund und unverletzt bei seinen Eltern. Ein Polizeisprecher: „Ich hoffe, der Junge ist sich bewusst, was seine Eltern ausgestanden haben und erspart ihnen das künftig.“

Jetzt gibt’s Bratwurst „to go“!

Sommerhitze, Hunger – und der Kühlschrank ist leer? Ab sofort gibt’s gleich um die Ecke bei unseren Nachbarn in Kalbach „Erste Hilfe“ in Sachen Bratwürste, Steak & Co. Präzise gesagt: Direkt an der Kalbacher Hauptstraße/ Kreuzung Talstraße ist seit Ende dieser Woche der – unseres Wissens – erste BRATWURST-AUTOMAT Frankfurts in Betrieb! Nein, liebe Riedberger, das ist wirklich kein Witz: Denn während es andernorts in der Stadt bereits Fahrradschlauch- oder Pizza-Back-Automaten gibt, soll der Wurstautomat der Metzgerei Kaiser frisches und bestes Grillgut rund um die Uhr bieten.

Noch bis vor wenigen Tagen war nur eine Automatenhülle aus Folienstoff zu sehen mit der Aufschrift Fleisch und Wurst ‚to go‘.  „Aber hoffentlich zum Wochenende wird er funktionieren“, hieß es vorab auf Nachfrage von MAIN RIEDBERG in der Traditionsmetzgerei.

Und der Automat funktioniert! Jetzt finden hier Last-Minute-Einkäufer, Spontan-Griller und alle, die „mit etwas weniger Gästen gerechnet haben“, verschiedene Bratwürste, Steaks, auch Fleisch von Huhn und Lamm und Kartoffelsalat plus Fanta & Co. Zudem Kartoffelsuppe und Gulasch im Glas, was wohl eher bei kälteren Temperaturen gefragt ist.

Wer übrigens noch mehr in Sachen Wurstautomaten wissen möchte, dem sei die Website www.grillfleischautomaten.de empfohlen. Mit Infos für Fleisch-Fans quer durch die Republik. An Vegetarier ist dabei leider weniger gedacht…

Applaus & Abschied

Sie sind zehn bis elf Jahre alt, träumen natürlich (heimlich) von der großen Bundesliga – und haben für einen Stadtteilverein enorm viel erreicht: Die Jungs der E1 des SC Riedberg sind Ende der Saison in die Kreisliga, die höchste Spielklasse der E-Junioren, aufgestiegen. Es gibt also viele gute Gründe, am kommenden Sonntag ein tolles Saison-Abschlussfest zu feiern. Dann allerdings müssen Alessio, Anton, Béla, Bennet, Tim, Finn, Jan, Michael, Omar, Raphael, Riccardo, Tim und Viet von ihrem langjährigen Trainer Emir Haskic (28) Abschied nehmen, der in die Nachwuchsabteilung des FSV Frankfurt wechselt. Grund genug für Main Riedberg, bei Emir und Nachfolger Julian Elbert-Neißner (23) nachzuhaken, was „ihre“ Jungs so stark macht.

Emir Haskic wechselt als Trainer zum FSV - die Jungs werden ihn vermissen!       FOTOS (2): Igor Sluga

Emir Haskic wechselt als Trainer zum FSV – die Jungs werden ihn vermissen! FOTOS (2): Igor Sluga

Main Riedberg: Wie steigt man mit einer Stadtteilmannschaft in die höchste Spielklasse im E-Juniorenbereich in Frankfurt auf?

Emir Haskic: „Sie haben es geschafft, weil sie ein Team sind, weil jeder für den anderen rennt und auch nicht gemeckert wird, wenn Fehler passieren oder einer mal nicht so gut spielt.“

Ab wann habt Ihr an die große Überraschung geglaubt?

Emir: „Wir hatten ja zwei Lehrjahre, wo es nicht ganz so gut lief. Nach dem 2:0 beim Aufstiegsturnier gegen Eschersheim aber habe ich daran geglaubt. Ich hatte schon die ganze Zeit ein gutes Gefühl. Bereits als wir uns getroffen haben, waren sie sehr fokussiert.“

Julian: „Ja, sie hatten trotz der Anstrengungen ein Lächeln im Gesicht. Da wusste ich: Heute geht was!“

Einige, wenige Jungs werden den SC in Richtung anderer Vereine verlassen. Auch Du, Emir, gehst und sagst, es fällt Dir „verdammt schwer“. Die meisten Stammspieler aber bleiben. Was wollt Ihr ihnen mit auf den Weg geben?

Julian: „So sollen genau so weitermachen wie bisher und einfach Spaß am Spiel haben.“

Emir: „Wenn sie das Trikot anziehen, müssen sie wissen: Jetzt zählt’s! Aber am Sonntag machen wir erst mal den Sportplatz zur Partyhölle. Das haben sich alle verdient.“

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Beim Sommerturnier des SC Riedberg – bei tropischen Temperaturen Anfang Juli – erreichte die E1 übrigens Platz 5. Allerdings gegen sehr starke Konkurrenz. Das entscheidende Spiel verloren sie erst im Elfmeterschießen. Gegner war der FC Königstein, der am Ende hinter Eintracht Frankfurt Rang 2 belegte.

Doch spätestens Anfang nächster Saison wollen die Jungs wieder angreifen. Dann in der nächsthöheren Altersklasse, in der D-Jugend. Vor jedem Spiel werden sie wieder einen Kreis bilden, einander die Arme um die Schultern legen und brüllen: „SC Riedberg – ein Team!“

Neue Schulen für den Norden!

Beim Thema Gymnasium schlagen am Riedberg die Emotionen hoch. 500 Schüler aus dem gesamten Stadtgebiet hatten keinen Platz an einer der drei gewählten Schulen bekommen. An der zweiten Grundschule Riedberg lag die Absage-Quote zunächst sogar bei 30 Prozent. Ab 2016 könnte sich die Lage zumindest etwas entspannen. Bei der Ortsbeiratssitzung am Freitag wurde bekannt: Bereits zum Schuljahr 2016/ 2017 könnte ein neues Gymnasium für den Frankfurter Norden starten. Ab Sommer 2017 soll eine IGS am Riedberg für ein vielfältigeres Schulangebot und auch für Entlastung in puncto Gymnasialplätzen sorgen. Allerdings ist die Gesamtschule OHNE Oberstufe geplant, was Elternvertreter umgehend kritisieren.

Es ist Freitag, kurz nach 20 Uhr. Trotz angenehmer Sommertemperaturen sind die meisten Stühle in den Zuschauerreihen der Alten Turnhalle Kalbach besetzt. Ein Vertreter des Dezernats für Bildung und Frauen ist geladen, um den neuen Schulentwicklungsplan der Stadt vorzustellen. Nicht wenige Mitglieder des Ortsbeirats bemängeln während und nach der Sitzung, „dass sich nicht Frau Sorge selbst der Verantwortung stellt“. Die Bildungsdezernentin wird durch Monika Ripperger von der Stabsstelle Pädagogische Grundsatzplanung vertreten. Die Dame vom Stadtschulamt macht schnell klar, dass sie bestens mit der Materie vertraut ist – und kritische Nachfragen nicht scheut. Monika Ripperger erläutert kurz, dass der Schulentwicklungsplan maßgeblich in Zusammenarbeit mit Gremien und Eltern entstanden ist und die Bildungsziele bis 2030 definiert.

Die wichtigsten Fakten aus Riedberger Sicht: Ein neues, mindestens sechszügiges Gymnasium „soll möglichst bereits im nächsten Schuljahr eröffnet werden“. Eine entsprechende Taskforce ist eingerichtet. Zunächst soll es ein Provisorium in „gut erreichbarer Lage“ geben. Endgültige Standorte im Norden, unter anderem einen Standort in Bonames, lässt die Stadt derzeit prüfen. Man hatte Anfang des Jahres mit ganzseitigen Zeitungsanzeigen nach entsprechenden Grundstücken gesucht. Da der Stadtrat ebenfalls seit Freitag bei den Schulen nicht mehr auf den Passivhausstandard, sondern auf schnelleres Bauen in Holz-Modulbauweise setzt, könnte auch das relativ zeitnach umgesetzt werden.

Baustein 2 im Schulplan für den Riedberg ist eine Integrierte Gesamtschule (IGS), die an der Gräfin-Dönhoff-Straße eventuell schon im Sommer 2017 den Betrieb aufnehmen könnte. Dort, wo jetzt noch in Containern die gymnasiale Oberstufe untergebracht ist, die letztlich nach Nied ziehen soll. Die IGS ist allerdings nur vierzügig und mit einem sprachheilpädagigischen Schwerpunkt geplant, in Fortentwicklung des preisgekrönten Konzepts der Weißfrauenschule. Zukunfts-Baustein Nummer 3 für den gesamten Norden ist die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe an der Carlo-Mierendorff-Schule in Preungesheim.

Zu den Fakten gehört aber auch, dass am Riedberg die Übergangsquote auf das Gymnasium nicht bei den von der Stadt taxierten 53 Prozent, sondern bei bis zu 67 Prozent liegt. Ortsvertreter errechneten, dass trotz verbesserter Planung somit in fünf Jahren bis zu 200 Plätze für Schüler fehlen würden. Noch schwerer wiegt, dass die künftige IGS, die im Prinzip begrüßt wird, ohne Oberstufe geplant ist. Ein Argument der Stadt lautet, dass Konzept und Grundstücksgröße das nicht zulassen. SPD, Grüne und CDU wollen sich dennoch dafür einsetzen.

Wie eine IGS mit Oberstufe auch auf begrenztem Raum funktionieren könnte – dafür hat die Elternbeiratsvorsitzende der zweiten Grundschule, Barbara Günther, einige gute Vorschläge: So könnte man beispielsweise dreistöckig wie in Kalbach planen und auf Anbauten wie eine Turnhalle verzichten. Schließlich könnte man im Sommer den Sportplatz des SC Riedberg nutzen, im Winter und in der Übergangszeit vorhandene Hallenkapazitäten. In einem Punkt aber waren sich Elternvertreter und die Mehrheit im Ortsbeirat 12 einig: „Eine Gesamtschule ohne Oberstufe geht am Bedarf hier am Riedberg vorbei.“                                    C. Detsch

80 süße Tänzer am Sommerfest

Der kleinste Tänzer ist erst 2 3/4. Und strahlt, wenn er in sein Kostüm schlüpfen darf. Die Ladys, die wenig später ebenfalls die Bühne beim Sommerfest betreten werden, setzen auf Grazie und Taktgefühl. Wenn sie tanzen, möchte man manchmal fast die Zeit anhalten. So ziehen sie die Zuschauer in ihren Bann (und nur Balletttrainer und Experte Dr. Thom Hecht bemerkt, wenn das eine oder andere Bein für einen Moment lang nicht perfekt gestreckt sein sollte). Ums kurz zu machen: Liebe Riedberger, den Auftritt dieser 80 kleinen und großen Tänzer am Samstag ab 15 Uhr im Bonifatiuspark sollten Sie nicht verpassen!

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So schön kann Ballett sein: Auch die Ladys treten am Samstag auf

Das Team um Thom Hecht und mehr als 15 Helfer arbeiten schon seit Wochen daran, um das Programm mit 40 verschiedenen Tänzen auf die Bühne zu stellen. Sie benötigen 104 Kostüme, 43 Requisiten und 333 Federn. Sogar die ganz Kleinen brauchten aber unendlich viel Geduld und Durchhaltevermögen, als sie vergangenen Sonntag insgesamt neun Stunden lang – bei 38 Grad Außentemperatur – im Familienzentrum Billabong Stell- und Generalprobe hatten. Eine Mini-Ballettdame mit großer, weißer Blume im Haar schmiegte sich zwischendurch eng und erschöpft an die Mama. Das Rotkäppchen knabberte an eine Brezel. Die größeren Jungs tobten trotz der Hitze durch die Gänge, tanzten dann aber wieder, wie hier im Bild Lisa und Oskar, erstaunlich konzentriert ihren Part zur Musik.

Rumtoben und dann wieder konzentriert tanzen

Auch Lisa und Oskar sind mit Begeisterung dabei

Nicht ganz ohne Stolz berichtet Thom Hecht, dass bereits zwei Stipendien vergeben werden konnten. An David Fuks im Pre-Primary Level, der das Rotkäppchen mimt, und an Felina Weigl für das Level 1. Beim Sommerfest werden die Riedberger Balletttänzer in 3 „Slots“ auftreten: von 15 Uhr – 15.20 Uhr, von 15.45 – 16.05 Uhr sowie von 16.30 -16.50 Uhr.

Das Sommerfest der IG Riedberg im Bonifatiuspark beginnt bereits um 14 Uhr und verspricht bis 23 Uhr Spiel, Spaß, Sport und Action. Das Highlight ist der Auftritt der Darmstädter Band Besidos ab 20 Uhr. Und natürlich der Einsatz der Grundschüler beim Sponsorenlauf und unserer Ballettkinder…

 

So wohnt die weiße Stadt

37 Grad im Schatten, blauer Himmel, weiße Häuser. Innen drinnen gibt es fast unendlich viel Licht, dazu viel Glas, Beton und großzügige Fenster. Es ist die weiße Stadt, eines der Vorzeigeprojekte in Frankfurt-Riedberg. Erbaut in der Bauhaus-Tradion, gewidmet dem Frankfurter Architekten und Stadtbaurat Ernst May zum 125. Geburtstag. 25 von 30 Häusern sind bereits bezogen. In einem Haus in der Fritz-Bauer-Straße öffnet ein überaus freundlicher Riedberger in Shorts und Polohemd und erklärt vielleicht noch überzeugender, als es die Architekten könnten, warum dieses Haus zur Herzensangelegenheit wurde.

Geschmackvoll durchgeplant bis ins Detail: Dieses Haus in der weißen Stadt war auch am "Tag der Architektur" zu besichtigen

Geschmackvoll durchgeplant bis ins Detail: Dieses Haus in der weißen Stadt war auch am „Tag der Architektur“ zu besichtigen

Aber zunächst bekommt jeder der anwesenden Journalisten ein Glas Wasser zur Erfrischung. Und während Christoph Müller-Dott von Lufträumen und Lichtachsen spricht, lassen alle die Blicke kreisen. Zum weißen Kamin neben der grauen Betonwand, der direkt an Küchenbereich und Essplatz angrenzt, und von beiden Seiten einsehbar ist. Zu den frischen Blumen unterm stylischen Kronleuchter, zur freien Holztreppe mit Glaswand, die nach oben führt und selbst den Gangbereich größer erscheinen lässt. Auch die Helligkeit im ganzen Haus verblüfft. Nein, ihn haben die vielen Vorgaben und Einschränkungen, die es von Seiten der Stadt und der Hessenagentur gab, nicht abgeschreckt. „Meine Frau und ich waren auf der Immobilienmesse am Riedberg gewesen.“ Seitdem hat den 50-jährigen Geschäftsführer das Projekt fasziniert. „Wir haben 20 Jahre in Heddernheim gewohnt und jetzt wohnen wir ein Jahr und drei Monate hier“, bilanziert er. Auch eines der drei Kinder ist noch mit an den Riedberg gezogen. So blieb auch Platz für Gästezimmer mit Bädern und einen „Kinosalon“. Letztlich konnte ja „jeder Bauherr die Innenräume selbst bestimmen“.

Ab Planungsbeginn im Frühjahr 2011 stand fest: Die Häuser auf den rund 400 Quadratmeter großen Grundstücken sollten „eine zeitgemäße und kubische Formensprache“ aufweisen. Nur zwei Geschosse sind zulässig, Flachdächer sind vorgeschrieben, die Materialien müssen hochwertig sein. Carport oder Garagen sollten mit dem Haus eine Einheit bilden. „Sehen Sie nur, wie überzeugend man das ausführen kann“, sagt Professor Dietrich-W. Dreysse, als er mit Vertretern der Hessenagentur durch die weiße Stadt führt. Dann deutet der Vorsitzende des Gestaltungsgremiums auf ein schmales Band aus Beton, das wie ein Legostein Carport und Eingangsbereich eines Hauses verbindet – und zudem als Wetterschutz dient.

"Das Resultat ist überzeugend", sagt Prof. Dietrich-W. Drysse, Vorsitzender des Gestaltungsgremiums

„Das Resultat ist überzeugend“, sagt Prof. Dietrich-W. Dreysse, Vorsitzender des Gestaltungsgremiums

Dreysse hat den Stadtplaner Ernst May noch als Lehrer erlebt („Er hat bombastische Vorträge gehalten!“) und vergleicht die schlichte Eleganz der Riedberger Siedlung mit der Bauhaus-Metropole Tel Aviv. Manche Experten geben zu Bedenken, dass Ernst May nicht weiße, sondern bewusst farbenprächtige Fassaden bevorzugte und vor mehr als einem Jahrhundert ein architektonisches und soziales, neues Frankfurt bauen wollte. Das trifft auf die weiße Stadt nur bedingt zu. Die Baupreise lagen und liegen laut Hessenagentur bei „850.000 Euro aufwärts“. Einige Bauherren sprechen offen von Kosten im siebenstelligen Bereich.

Das Interesse für die Grundstücke war so groß, dass sie schließlich verlost werden mussten. In einem Wettbewerb wurden die Entwürfe von zehn Architekten ermittelt, aus denen man auswählen konnte. Jeder Bauplan musste dennoch extra genehmigt werden. Nicht selten gab es Nachforderungen der HA Stadtentwickung oder der Behörden. Projektleiter C. Emmerich Schönmehl spricht davon, dass man „keinen Wildwuchs“ dulden und die hohen Qualitätsstandards sichern wollte. Immer öfter werden die Riedberger auch jenseits der Grenzen des neuen Stadtteils gefragt, wo genau ihr Zuhause ist. Bisweilen genügt schon die Angabe „in“ oder „gleich neben der weißen Stadt“. Die Verantwortlichen bei der Hessenagentur umschreiben das mit den Worten: „Die Strahlkraft der weißen Stadt ist immens.“

 

Begeisterter Bauherr: Christoph Müller-Dott (50) hat eng mit den Architekten zusammengearbeitet. die Küche ist übrigens "sein" Platz.  (Fotos: cd)

Begeisterter Bauherr: Christoph Müller-Dott (50) hat eng mit den Architekten zusammengearbeitet. Die Küche ist übrigens „sein“ Platz.     (Fotos: cd)

Neben Christoph Müller-Dott bauen derzeit noch ein Bauherr aus China und ein Neu-Frankfurter mit persischen Wurzeln. Auch dieser Mix in der weißen Stadt fasziniert ihn. Beim „Tag der Architektur“ im Juni führte er gemeinsam mit Experten vom Frankfurter Büro unlimited architekten sechs Besuchergruppen durchs Haus. Er wird nicht müde zu betonen, wie wohl er sich am Riedberg fühlt, auch wenn er hier noch Bedarf an Infrastruktur, Ärzten und vor allem Restaurants sieht. Die offene Küche, in der sich beim Termin am Freitag und auch sonst alle gern versammeln, ist übrigens „sein“ Platz…                                                   C. Detsch